O fraget nicht, preiset und danket – Robert Menasse

Es werden, wie bereits ausführlich erzählt, keine harmlosen Kommentare geduldet. Das mag noch verstanden werden, die eigenen Spiegel sollen keine getrübten Bilder werfen gegen … Aber auch keine Fragen, nicht einmal eine harmlose, wie diese, ob denn inzwischen schon ein Kaffee bestellt worden sei? Diese Frage überlebte, wie gesehen werden kann, nicht eine Nacht …

Nun kann der Spiegel wieder nach den richtigen Antworten befragt werden, wofür alles, Robert Menasse ist schlicht für alles …

Robert-Menasse-Club – Das Land des Löschens

Heute präsentiert sich die Robert-Menasse-Facebook-Seite wieder in bester Ordnung, morgens um sieben, wenn der Hahn zum Krähen erwacht, ist die Welt der Aufgeklärten …

Gestern, am 1. April 2011, gab es ja auf der Robert-Menasse-Facebook-Seite noch Zeilen …

Nach einer sehr bekannten Melodie in diesem Land kann den technisch veränderten Zeiten entsprechend nur gesungen werden: Glücklich ist, wer löscht, was …

PS Ein Argument für die erste Vertreibung war auch, es wäre die Chance eingeräumt worden, eine Diskussion zu eröffnen. Aber an der sei offenbar niemand interessiert gewesen.

Und wird, wie gesehen werden kann, eine Diskussion eröffnet, ist das Ergebnis: die dritte Vertreibung.

PPS Was für eine großzügiges Angebot. Wieder sich melden zu dürfen, wenn … Allerdings stellt sich die Frage, wie sich melden, wenn es technisch nicht mehr möglich ist. Es ist zwar noch erlaubt, den Button „Gefälllt mir“ zu klicken, um zu einem zu werden, dem die Robert-Menasse-Facebook-Seite gefällt, das ist aber schon alles. Gefallen also darf es noch, geschrieben werden darf nicht mehr. Möglicherweise fehlt lediglich das technische Wissen, Einstellungen auf Facebook richtig vorzunehmen.

Aber das ist nicht mehr von Belang. Es hat sich erschöpft. Es verspricht auch kein Vernügen mehr. Auch das Beispiel Robert-Menasse-Facebook-Site hat nun zur Genüge gezeigt, wie schlecht es in diesem Land tatsächlich um die Diskussionskultur bestellt.

Vom Genuß der Vertreibung von der Robert-Menasse-Facebook-Seite

Es wurden viele Argumente, wie hier mit einem Klick leicht nachgelesen werden kann, angeführt, weshalb ein harmloser Kommentar nicht auf der Robert-Menasse-Facebook-Seite veröffentlicht bleiben darf. Eines war, weil der Kommentator eben ein Phantom sei, er ein Pseudonym verwende. Der Name des Kommentators ist aber kein Pseudonym, dieser Name steht in einem staatlich ausgestellten Paß, mit dem der Kommentator sich beispielsweise bei Demonstrationen ausweist.

Argumente zu prüfen, ist wichtig, aber das Prüfen soll auch Vergnügen bereiten. Und die Prüfung dieser oben erwähnten Argumente hat gut unterhalten.

Mit einem Male ist es nicht mehr wichtig, daß es ein Phantom sein könnte, daß es einer sein könnte, der ein Pseudonym verwendet. Wichtig ist mit einem Male nur noch, daß es ein Kommentar des Lobes für Robert Menasse ist. „Martin Graf – Umfrage Rücktritt“ lobte, wie gesehen werden kann, gut, denn seine Ehrerbietung bleibt nicht nur veröffentlicht, es ist auch eine, die gefällt.

Aber was für ein Mißverständnis, ein Mißverständnis aus Gründen von … Denn es war nicht die Rede von dem einen Buch des Robert Menasse. Wäre tatsächlich dieses eine bestimmte Buch von Robert Menasse gemeint gewesen, es wäre selbstverständlich der gesamte Titel geschrieben worden. Das gebietet allein schon die Ehrfurcht vor der Literatur. Mit viel Genuß wurde also nicht die Vertreibung aus der Hölle gelesen, sondern mit viel Genuß wurde die Vertreibung von der Robert-Menasse-Facebook-Seite gelesen, die Argumente also, die zu dieser Vertreibung führten.

Es war menschgemäß davor klar, was von diesen Argumenten zu halten ist, und, das muß zugegeben werden, eine nochmalige Prüfung der Argumente durchzuführen, war soher bereits als pedantisch eingestuft und verworfen worden. Aber damit noch einen Spaß …

Robert Menasse – Von …

… der Armseligkeit? … der Erbärmlichkeit? … der Erbarmungswürdigkeit?

Das waren die ersten Wörter, die sich aufdrängten, um den Titel zu vervollständigen. Aber, alle verworfen. Die Auslassungspunkte in der Überschrift sollen bleiben, als Einladung, vielleicht, den Titel selbst zu vervollständigen.

Armselig, erbärmlich, erbarmungswürdig, rührend … Es wurde rasch aufgegeben, weiter zu versuchen, wie die Argumentation in bezug auf einen harmlosen Kommentar, der auf der Robert-Menasse-Facebook-Seite nicht gewollt wurde, bewertet werden könnte. Denn, es ist menschgemäß in Ordnung. Niemand hat die Pflicht, alle Kommentare veröffentlicht zu lassen. Es ist ein Recht, Kommentare zu löschen. Das Löschen wäre nie angesprochen worden, wäre es nicht einhergegangen mit dieser … Argumentation, die exemplarisch zu sein scheint, in diesem Land, für die in Zoos gehaltene Offenheit. Diese Argumentation weckte erst, ein wenig, das Interesse an Robert Menasse. Selbstverständlich war Robert Menasse davor schon bekannt, gehört er doch zu jenen, dessen Bücher seit Jahren, vielleicht schon seit Jahrzehnten, in Buchhandlungen angelesen werden, immer mit dem gleichen Ergebnis, nie eines zu kaufen.

Und zu diesem Interesse gesellt sich nun ein gewisses Vergnügen, ab und an die Robert-Menasse-Facebook-Seite zu besuchen. Rührendheiter, die Eintragungen. Eine soll als Beispiel angeführt werden, wegen „Paneuropa“.

Paneuropa, was für eine Bewegung, wohl wert eines Engagements. Niemand wird das besser wissen, als Robert Menasse, der, wie verbreitet ist, ein hochpolitischer Kopf ist, möglicherweise der letzte hochpolitische Kopf in …

Es gab und es gibt so viele zum Wiedergang verleitende totalitäre Ideologien, daß menschgemäß nicht alle aufgezählt werden können. Vor allem in der Bedrängnis, vor einer ganz neuen totalitären Ideologie warnen zu müssen, vor gender mainstreaming

Paneuropa ist, wie im Grundsatzprogramm gelesen werden kann, u.a. freiheitlich. Mit dieser Ausrichtung soll nicht eine inhaltliche oder politische Brücke gebaut werden, sondern lediglich der Weg zu einer anderen Facebook-Seite eingeschlagen werden, nämlich der zu Andreas Mölzer. Nicht aber, um einen einzigen positiven Buchstaben zu Andreas Mölzer zu schreiben, sondern lediglich die Frage zu stellen, nach dem tatsächlichen Grad der Offenheit, wenn auf einer Robert-Menasse-Seite nicht einmal ein harmloser Kommentar veröffentlicht bleiben darf, aber auf einer Andreas-Mölzer-Seite aus durchaus zu hinterfragenden Gründen