Ein Stock macht noch keinen Schmidt

Norbert Hofer - Ein Stock macht noch keinen Schmidt

„Norbert Hofer hat das Zeug dazu, ein Helmut Schmidt zu sein! Schade, dass Hofer nicht Kanzler in Deutschland werden kann. Andererseits – es wurde schon einmal ein Österreicher deutscher Kanzler. Die Hoffnung stirbt zuletzt ;-)“

Das schreibt eine Marlies am 25. Juli 2016 auf FPÖ unzensuriert. Ob jene, die dem zustimmen, auch aus Deutschland sind, kann nicht nachvollzogen werden. Vielleicht, vielleicht sind auch welche dabei aus Österreich mit der Hoffnung, wenn auch – falls diese Interpunktionszeichnerei das bedeutet – augenzwinkernd, auf ein großdeutsches … einerlei.

Zu dieser schlichten Ansicht wird Frau Marlies wohl beim Anblick des Bildes gekommen sein: Helmut Schmidt mit Stock, Norbert Hofer mit Stock, also kann ein Hofer nur ein Schmidt sein.

Der Schreiberin wie auch jenen, die ihr ihre Zustimmung bekunden, kann aber eines deutlich gesagt werden:

Ein Stock macht noch keinen Schmidt.

Was Norbert Hofer mit Helmut Schmidt gemeinsam hat, ist bloß der Stock, bloß der Stock. So geistig beweglich wie es ein Helmut Schmidt mit Stock war, könnte ein Norbert Hofer ohne Stock je nicht sein. Höchstens in einer Hinsicht, in parteipolitischer Hinsicht, und das spricht – auch das – nicht für Norbert Hofer, die Rede einmal so, dann die Rede wieder so, wie es eben paßt, darin ist auch Norbert Hofer mit Stock recht beweglich, ganz nach dem, was Meinungsumfragen gerade in die Nase blasen, wie das Beispiel mit dem „Öxit“ zeigt, einmal ja, dann doch nein, dann irgendwie …

Und weil es andere Kommentatoren und Kommentatorinnen zu diesem FPÖ-unzensuriert-Kommentar herausfordern, durch ihre Klage, früher, ja früher, hätte es noch welche mit „Charisma“, „Weitsicht“ gegeben, die regierten, im Gegensatz zu heute: nur noch „Hanswürste“, „Vollidioten“ … Das ist eine verklärende Sicht auf die Vergangenheit, die weit verbreitet ist, also nicht nur auf FPÖ unzensuriert …

Es ist zu aber befürchten, das sind genau jene Menschen, die nicht in der Lage sind, heute gänzlich nicht in der Lage sind, zu erkennen, wer beispielsweise „Weitsicht“ hat. Sie sehen einen mit Stock, und schon meinen sie, das muß so einer wie damals sein, und das ist auch nicht unrichtig, also gesinnungsgemäß ist das ja tatsächlich einer aus der Vergangenheit …

Es ist zu befürchten, das sind jene Menschen, denen es vollkommen ausreicht, wenn beispielsweise einer sagt – um einen Bezug zu einem österreichischen Politiker herzustellen, mit dem Helmut Schmidt nicht unbedingt in einem Satz genannt wird, sondern mehr mit Willy Brandt und Olof Palme –, er sei der Nachfahre von Bruno Kreisky, und schon wird er von vielen, viel zu vielen gewählt, nur weil er sagt, er sei … aber hätten diese Menschen heute nur für eine Sekunde das Format, die Weitsicht wie jene, die seinerzeit tatsächlich den wirklichen Bruno Kreisky wählten, wäre ihnen sofort klar, wie falsch die Ansage vom Nachfahren Kreiskys ist. Er ist in biologischer Hinsicht kein Nachfahre, er ist in geistiger Hinsicht kein Nachfahre, er ist in weltanschaulicher Hinsicht kein Nachfahre, er ist bloß  – die Ansagen von Norbert Hofer werden nicht so weit verfolgt, um jetzt wissen zu können, ob er sich auch sieht als Nachfahre von … –, der sich selbst als Nachfahre Verkaufende ist bloß und nicht nur er, sondern exemplarisch … und hier kann einfach auf eine Beschreibung zurückgegriffen werden, die FPÖ unzensuriert in ihrem Kommentar zu Helmut Schmidt so recht treffend gibt, die über der Einschätzung von Marlies bei ihrem Blick auf die Stöcke steht:

„… wollen nur Karriere machen

Hauptverantwortlich für diese Misere sei die Einstellung zahlreicher …, die sich überhaupt nicht um das Gemeinwohl, also den Bürger mit seinen Anliegen, scheren. ‚Die … sind zum Dienst am öffentlichen Wohl berufen – dazu sind sie gewählt.‘ Doch viele Personen verwenden die Politik nur dazu, ‚um was zu werden, oder was zu sein. Heute gibt es zu viele, die vor allem Karriere machen wollen.'“

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