T-Shirt, Uniform der Jetztzeit

T-Shirt - Uniform der Jetztzeit

Die gesinnungsgemäß zensierte Website der identitären Regierungspartei in Österreich kann es gesinnungsgemäß am 18.05.18 nicht unkommentiert lassen, wenn

[s]eit einigen Tagen wird auf der Uni Köln akribisch kontrolliert. Rundgänge und Sichtungskontrollen werden durchgeführt, nicht existierende Kleidungsvorschriften auf ihre Einhaltung überprüft. Die Rede ist allerdings nicht von Prüfungen, sondern von Rundgängen auf der Baustelle. Einem Augenschein wird aber nicht der Baufortschritt unterzogen, sondern die Kleidung der Arbeiter. Studenten beklagten nämlich, dass Bauarbeiter Kleidung des arabischen Markenherstellers Thor Steinar tragen würden. Die T-Shirts des Investors aus Dubai würden nämlich als „rechtsextremes“ Kennzeichen dienen.

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Bei Kontrollgängen der Uni Köln zeigte sich ein erster Erfolg, es habe seither keine Auffälligkeiten mehr gegeben und die besorgten Studenten keinen Grund mehr, sich vor den arbeitenden Männern zu fürchten. Auf der Facebookseite der Studienvertretung findet sich dennoch der Aufruf, ungeniert Meldung zu erstatten, falls ein Arbeiter seiner Freiheit nachkommt und Kleidung besagter Marke trägt[.]

Ob es lediglich Schlampigkeit oder bewußte Irreleitung durch diese Website ist, daß von Thor Steinar als einer arabischen Marke geschrieben wird, die Antwort darauf ist Ihnen überlassen. Es gab vor etlichen Jahren für eine kurze Zeit eine Übernahme durch einen arabischen Investor. Aber das ist eben Jahre her. Wie dem auch immer sei, eines dürfte diesmal nicht der Beweggrund sein, etwas Schlechtes auf andere abschieben zu wollen, das heißt auf Menschen mit islamischen Glauben, wie es versucht wird, einen Ismus auf diese … Geht es doch um etwas gesinnungsgemäß Gutes, also um ein deutsches ProduktThor Steinar war und ist nach wie vor eine deutsche Marke, und wenn die Spur bezüglich Beteiligung in ein anderes Land führt, dann in die Schweiz …

Gesinnungsgemäß schreibt diese Website beispielsweise nicht über die Hausverbote in Fußballstadien in Deutschland, im deutschen Bundestag im Zusammenhang mit der Thor-Steinar-Bekleidung … es könnte viel über diese Thor-Steinar-Bekleidung geschrieben werden, über die Gerichtsprozesse, über die Eklats, die Aufregungen, aber darum geht es nicht. Es ist auch nicht notwendig. Wenn Sie nach „Thor Steinar“ im Internet suchen, finden Sie alles, weshalb auch diese Bekleidung nicht so harmlos ist, wie es diese Website versucht darzustellen.

Es gibt, soviel noch, eine Zusammenfassung, die einen Einblick gibt in die Welt von Thor Steinar: „Investigate Thor Steinar“:

Die besondere Auswahl der Motive, Farben, Schriftzüge und Inhalte eröffnet positive Deutungsmöglichkeiten bezüglich nordisch-völkischer Mythologie, Kolonialismus und NS-Ideologie. Wir wollen zeigen, dass eben jene Motive nicht wahllos – aus künstlerischer Freiheit entstanden sind, sondern definitv nazistische, kolonialistische, gewaltverherrlichende oder mythologische Bezüge zulassen. Diese Inhalte können, und das macht die Marke so besonders, von rechtsgesinnten Träger_innen problemlos nach außen transportiert werden und auch aufgrund der bewusst uneindeutigen Motive von unwissenden Träger_innen weiter gegeben werden.

Es kann verstanden werden, daß dieser Website die Marke Thor Steinar am Herzen liegt, mit ihrer Rune als Logo. Es würde nicht verwundern, würde ein Kind aus einer Familie eines Funktionärs, einer Mandatarin dieser Partei, aufgefordert ein Herz zu zeichnen, das Herz als Rune zeichnen. Ganz ebenso gesinnungsgemäß selbstverständlich wie etwa eine Tochter eines Angestellten dieser Partei, wenn sie mit einer Tastatur spielt, die Zahl „88“ tippt.

Es ist wohl bezeichnend, daß das erste Thor-Steinar-Geschäft, das in Österreich vor zehn Jahren eröffnet wurde, in Braunau eröffnet wurde. Mittlerweile gibt es diesen Laden nicht mehr. Es ist rührend, wie in Österreich die Sorge umgeht, das Geburtshaus von 18 könnte eine Pilgerstätte … Wer braucht noch, so sehr wird in Österreich hinterhergehinkt, einen Wallfahrtsort, kann er und sie selbst, recht bekleidet, als Pilgerstätte durch die Lande ziehen.

Und Thor Steinar ist nicht die einzige Bekleidungsmarke, mit der versucht wird, das Erscheinungsbild des sogenannten öffentlichen Raumes zu prägen, zu bestimmen. Gerade in Österreich. Und für alle diese Bekleidungsmarken hat die gesinnungsgemäß zensierte Website der identitären Regierungspartei ihr Runenherz …

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In der Vergangenheit tauchten in der Öffentlichkeit mehr und mehr Menschen in Uniformen auf, zuerst vereinzelt, mit der Zeit mehr und mehr … Das muß nicht groß erzählt werden, gerade in Österreich mit seinem dritten Nazismushintergrund wird das ohnehin, kurz gesagt, bestens gewußt …

Insofern war die Zeit damals tatsächlich einfacher. Es wurde sofort gewußt, weshalb wer eine bestimmte Uniform trug, und der Mann in einer bestimmten Uniform wußte selbst nur zu genau, warum er gerade diese eine bestimmte Uniform trug. Heute, beispielsweise mit diesen T-Shirts, ist das nicht mehr so eindeutig zu sagen. Wer kann, ohne beispielsweise mit den Bauarbeitern auf dem Gelände der Universität in Köln direkt darüber zu sprechen, sagen, weshalb die Bauarbeiter gerade diese Shirts von Thor Steiner tragen. Tragen sie diese gesinnungsgemäß bewußt, tragen sie diese aus Gleichgültigkeit, tragen sie diese aus Unwissenheit ob ihrer bewußt ausgelegten mannigfachen Bedeutungen?

Die Zeit damals war auch nicht einfacher. Wußte der Mann, der eine bestimmte Uniform sich überzog, tatsächlich genau, wessen Rock er wirklich trug und nur zu genau, warum?

Ein Gedanke zu „T-Shirt, Uniform der Jetztzeit

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