Österreichs Aufbruch in die Moderne – Kurz zur Gefährlichkeit von Gesetzen

„Wer öffentlich eine Person oder eine Sache, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, oder eine Glaubenslehre, einen gesetzlich zulässigen Brauch oder eine gesetzlich zulässige Einrichtung einer solchen Kirche oder Religionsgesellschaft unter Umständen herabwürdigt oder verspottet, unter denen sein Verhalten geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.“

Dieser nach wie vor geltende Paragraph im österreichischen Recht trat mit 1. Jänner 1975 in Österreich in Kraft. Das war Österreichs Aufbruch in die Moderne.

Ein Paragraph, den auch die zurzeitige schwarzidentitäre Regierung nicht gewillt ist, aus dem österreichischen Recht ersatzlos zu streichen. Im Gegenteil. Wie aktuell gelesen werden kann, will die identitäre Regierungspartei diesen Paragraphen gerade gegen einen Menschen einsetzen, der ihrer Gesinnung fern ist.

Und die zurzeitige schwarzdidentitäre Regierung ist gewillt, diesen recht besonderen Aufbruch in die Moderne österreichischer Brauchtumsart fortzusetzen, wie aktuell zu lesen ist, auch durch ihre Rechtsidee einer Sicherungshaft … Schon gibt es Stimmen auch außerhalb von diesen beiden Parteien, so ein Gesetz sich vorstellen zu können, auch aus der Partei, unter deren damaligen Alleinregierung der oben zitierte Paragraph verabschiedet wurde …

Der Aufbruch in die Moderne heißt in Österreich also nach wie vor, gemeingefährliche Gesetze schaffen zu wollen. Gesinnungsgesetze. Wie der Paragraph 188 seit 1975 belegt, kann ein jeder Mensch Opfer dieses Gesetzes werden, und nicht anders würde es sein, sollte es je zu diesem Sicherungshaftparagraphen kommen. Und ist dieser Sicherungshaftparagraph durch, wird es gar kein Halten mehr geben, weitere gemeingefährliche Gesetze zu erlassen, und das Schlimme daran wird sein, es werden nicht nur die schwarze und die identitäre Partei für solche sein, sondern auch andere Parteien werden dabei mitgehen, weitere gemeingefährliche Gesetze im Parlament zu verabschieden, und das Schlimme wird sein, es werden diese weiteren gemeingefährlichen Gesetze von vielen außerhalb des Parlaments begrüßt werden, also von österreichischen Medien und von dem sogenannten Volk, auf das sich stets jene recht berufen, die ihre gesinnungsgemäß gemeingefährlichen Gesetze durchpeitschen wollen.

Dieser seit 1975 geltende Paragraph 188 sollte allen gerade zur Zeit Warnung genug sein, wie gemeingefährlich Gesetze sein können, wie Gesetze einen jeden Menschen zum Opfer machen können, ehe einem Sicherungshaftgesetz, das die gemeingefährliche Qualität eines Paragraphen 188 hätte, zugestimmt …

NS Der seit 1975 geltende Paragraph 188 offenbart darüber hinaus noch etwas: eine Perversion. Mit diesem Paragraphen werden Organisationen geschützt, die laufend Menschen herabwürdigen, denen Menschen schutzlos ausgeliefert sind, deren Programme nur eines beinhalten: den Menschen zum Opfer zu machen. Es müssen dabei die Organisierten Glauben nicht nach ihren Verbrechen differenziert werden. Es gibt zwar eine unterschiedliche Verbrechensschwere je nach Organisiertem Glauben, aber kurz zusammengefaßt, alle Organisierten Glauben und besonders die auf einen Führer hin ausgerichteten Glauben, der einmal als Gott und dann einmal als Allah und dann wieder als irgendwas angerufen wird, decken alle nach weltweiten Strafrechten ahnenden Verbrechen ab … Mord, Vergewaltigung, Kinderschändung zur eigenen Triebbefriedigung und so weiter und so weiter und so erbarmungslos fort.

NNS Es soll all jenen, die der Manie der Deutung der Ziffer 8 und deren Variationen erlegen sind, ein kleines Geschenk gemacht werden. Dieser gemeingefährliche Paragraph hat die Ziffernfolge 188

„In Österreich mußt du entweder katholisch oder nationalsozialistisch sein.“ Seit Thomas Bernhard das 1988 geschrieben hat, das er seine Figur auf der Bühne sagen läßt, ist in Österreich alles noch viel schlimmer als 1988.

Sie werden es vielleicht nicht glauben wollen, aber es ist die Wahrheit, so wahr wie eine Marienerscheinung … Professor Schuster erschien am gestrigen Freitag in diesem Wintermonat 19 während der Abendandacht in der Kirche Spinnerin am Kreuz und sprach, er habe Thomas Bernhard immer wieder gesagt, sein Satz sei so nicht richtig, der Satz sei damals schon so nicht richtig gewesen, der Satz müsse einfach wie kurz lauten: In Österreich mußt du katholisch und nationalsozialistisch sein. Niemand aber ist vor ihrem Schöpfer ohnmächtiger als eine Figur, vor allem eine Figur von Thomas Bernhard. Beim Verlassen der Kirche wurde versucht herauszufinden, ob Schuster auch den Mitbetenden erschienen sei, aber keine einzige Antwort, alle versuchten nur schnell fortzukommen, mit einem verschreckten Blick …

3 Gedanken zu „Österreichs Aufbruch in die Moderne – Kurz zur Gefährlichkeit von Gesetzen

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