A brief history of „the great replacement“

Es ist, vielleicht, doch besonders hervorzuheben, wo die Wanderung der „großangelegten Umvolkung“ begann. Sie begann nicht in den sogenannten Sozialen Medien, sondern in den „Kärntner Nachrichten“ …

„Mölzer veröffentlicht in den Kärntner Nachrichten (3. 5. 1990) einen Artikel mit dem Titel ‚Österreich – Ein Einwanderungsland?‘. Derselbe Artikel erscheint wortwörtlich identisch in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula (6/1990) unter dem Pseudonym F.X. Seltsam. In diesem Artikel betont er, dass ‚die Freiheitlichen sich als Vertreter der autochthonen Bevölkerung, die Teil der deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft ist, sehen‘ und eine ‚großangelegte Umvolkung, wie sie die Propagierung einer multikulturellen Gesellschaft bedeutet, aber klar dem Verfassungsauftrag für unsere Politik [widerspricht]‘.“

Erst danach kamen die sogenannten Sozialen Medien auf. Und menschgemäß wanderte rasch und wandert weiter auch, kurz gesagt, die „großangelegte Umvolkung“ in den sogenannten Sozialen Medien, wie alles, das an diesen zu schelten, zu loben ist.

Nun aber sind im Zentrum der Anklage die sogenannten Sozialen Medien, als gäbe es hinter tausend Websites keine Welt, die heutzutage analoge Welt genannt …

Aber diese analoge Welt gibt es weiter. Und in dieser Welt sprechen Gesinnungsmänner weiter von „Umvolkung“, verwenden Gesinnungsfrauen dafür mannigfache Versionen von „Umvolkung“, beispielsweise …

„Das Wort ‚Umvolkung‘ will Strache nicht in den Mund nehmen, aber: Es finde in vielen Bereichen ein ‚Bevölkerungsaustausch‘ statt, so Strache: ‚Nicht der Begriff ist das Problem, sondern der Zustand.‘ Über das Vokabel könne man diskutieren, aber es gehe darum, einen ’schleichenden Bevölkerungsaustausch‘ aufzuzeigen. Strache steht also voll und ganz hinter Schnell.“

Gewandelt hat sich aber eines. In diesen bald dreißig Jahren der Wanderung der „Umvolkung“ durch die Welt, bis ans Ende nicht der Welt, sondern des Denkvermögens: Christchurch

Mußte jener Mann, nun wohl noch grauer geworden, noch ob seiner Sager, seiner Sagen noch zurücktreten, werden nun Männer und Frauen seines Gesinnungseinschlages in die höchsten Ämter des Staates, werden sie Staatsspitzen …

Aber im Zentrum stehen die sogenannten Sozialen Medien, die bloß hinzugekommen sind …

In solchen Momenten bietet es sich an, Gedichte umzuschreiben, hinzuschreiben auf die Gegenwart …

Media wands

Der Blick ist vom Vorübergehn der Sites
So müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Es ist, als ob es tausend Sites gäbe
Und hinter tausend Sites keine Welt.

Der stechend Gang behäbig ungelenker Schritte,
Der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
Ist wie ein Tanz von Trachten um eine Mitte,
Der betäubt ein großer Wille vergeht.

Nur manchmal schaltet der Filter vor der Pupille
Sich lautlos aus –. Dann geht ein Bild hinein,
Geht durch der Glieder angespannte Stille —
Und hört im Herzen auf zu sein.

2 Gedanken zu „A brief history of „the great replacement“

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