Vom schlechten Gedächtnis

Reiterer: „Umvolkung ist ein Begriff, den Sie 1990 zum ersten Mal“

Mölzer: „91“

Reiterer: „90“

Mölzer: „91. Schlecht recherchiert, Frau Reiterer“

Reiterer: „Nein, nein, nein“

Mölzer: „91“

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie vor allem Männer, etwa ein Andreas Mölzer, eingeladen werden, um recht groß über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sprechen, während sie tatsächlich nicht einmal über ihre persönliche Vergangenheit, und es darf angenommen werden, nicht einmal über ihre persönliche Gegenwart und über ihre persönliche Zukunft wirklich Bescheid wissen.

Tatsächlich war es 1990, um es noch einmal klarzustellen, als Andreas Mölzer den Begriff „Umvolkung“ in die Gesinnungsumlaufbahn schoß, und dieser an vielen Orten auf dieser Welt in den letzten fast dreißig Jahren aufschlug und in Köpfen einschlug.

Es war am 3. Mai 1990. Im Englischen wurde aus seiner „großangelegten Umvolkung“ kurz: „Great Replacement“ …

Erstaunlich dabei ist auch, wie in Österreich wieder einmal versucht wird, zu beweisen, daß das Ei das Huhn legt. Vor den außerparlamentarischen Identitären waren nicht die außerparlamentarischen Identitärinnen, sondern vor ihnen waren die innerparlamentarischen und zur Zeit gar auch Innerregierungsidentitärinnen …

„Die Identitären“ sind nicht „die neuen …“, sondern die alten …

Was zu dieser Gesinnung unabdingbar dazu gehört, ist auch dieses Nicht-Bescheid-Wissen über die persönliche Biographie. Das kennzeichnet nicht nur einen Rentner Mölzer, sondern auch einen Regierungsangehörigen …

Erstaunlich dabei ist auch, es wird nun breit von den Identitären gesprochen, etwa von dem Aktionismus der Identitärinnen, aber nicht vom Aktionismus des oben erwähnten Regierungsangehörigen, gibt es dabei doch im Grunde keinen Unterschied. Der außerparlamentarische identitäre Aktionismus ist vor allem ein Posting-Aktionismus, wie eben auch der vom Regierungsangehörigen …

Es erstaunt nicht, daß dieser Regierungsangehörige seine Biographie dem Verlag anvertraut, der ebenfalls recht, gar so recht über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft recht Bescheid weiß …

Soher kann es auch nicht erstaunen, daß in der gestrigen Nacht noch ein Rentner in das Zentrum gerückt wurde, der ebenfalls bestens Bescheid weiß, vor allem über die Gegenwart, in der, wie der Rentner sagt, der oben erwähnte Regierungsangehörige habe mit dem „Antisemitismus aufgeräumt, wirkungsvoll aufgeräumt“ …

Von diesem „aufgeräumten Antisemitismus“ erzählen einige Kapiteln …

Die Welt kann nur staunen, vor Neid erblassen, welche Veränderungen Österreich in all diesen Jahrzehnten erfahren hat, es haben sich die Namen geändert, und das ist nicht zu schelten, Namen zu verändern, ist kein Geringes.

Es ist auch schön, ist das nicht rührend, wie die Alten in Österreich geachtet werden. Sie sind nicht vergessen, sie sind im Zentrum, wenn es gilt, zu verteidigen, das sie so recht gut können, wie einst, als sie selbst aktive Burschen waren, und jetzt als Rentner für …

2 Gedanken zu „Vom schlechten Gedächtnis

  1. Pingback: „Die heutige FPÖ als eine identitäre, patriotische Partei | Prono ever

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