Auf der Tagesordnung, Werbung

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zeigt sich schockiert: “Es gibt Wahrheiten, die ausgesprochen werden müssen und die werde ich auch weiterhin aussprechen und nicht zur Tagesordnung übergehen.” “Auch der Forderung der NGOs, einen Abschiebestopp nach Afghanistan zu verhängen erteile ich eine klare Absage. Ganz im Gegenteil: Es muss mehr und nicht weniger abgeschoben werden, besonders dann, wenn es sich um straffällig gewordene Asylwerber handelt”, sagte Bundeskanzler.

Es gibt „Wahrheiten“, die spricht Sebastian Kurz gemäß seiner stündlichen Tagesordnung nicht nur aus, mit denen wird auch in den Gasssen des Landes geworben. Beispielsweise mit den seinen und seiner Partei zwei Wahrheiten im Juli ’21: „Die Pandemie gemeistert, die Krise bekämpft“

Jede „Wahrheit“ braucht auch ihre plakatierte Werbung. Auf der Gasse. Und jede „Wahrheit“ findet ihre „…behelfer“. Auch Werbehelferinnen, die sofort bereit sind, mit gesinnungsgemäßer Werbung auf der Gasse einzuspringen, rasch zu plakatieren, was ein organisatorischen Abläufen unterworfener Parteitank nicht so schnell zu plakatieren vermag, was gebraucht wird, um „mehr Abschiebungen“ durchführen zu können, nämlich „Abschiebehelfer“. Und welcher Platz wäre geeigneter für diese „Wahrheit“, daß es für „mehr Abschiebungen“ mehr „Abschiebehelfer braucht, als der auf einer „Wahrheit“ bereits verkündenden Werbung, genau auf dieser „Abschiebehelfer“ anzuwerben?

Eine jedwede Werbung hat ihre Botschaft. Was ist die Botschaft der Werbung von „Abschiebehelfern“? Wer ist die sogenannte Zielgruppe dieser Anwerbung? Es sind Männer. Deren Arme aber kräftig genug sein müssen, um mit hölzernen Schlagstöcken … Es ist nicht das Anwerben von Männern für den Eintritt in den Polizeidienst. Männer der Polizei haben ihre eigene Werbung, mit denen sie für den Polizeidienst werben, ihre Werbung ist eine der reinen Friedfertigkeit, keine mit hölzernen Schlagstöcken, sondern besonnen und freundlich mit Gedenktafeln … Das Ziel einer solchen Werbung ist wohl die Schaffung einer die Arbeit von Partei und Polizei unterstützenden Truppe, deren Vorbild möglicherweise eine aus der Vergangenheit

Wollen die Behelferinnen mit ihrer Anwerbung „DEIN LAND BRAUCHT DICH WERDE ABSCHIEBEHELFER“ den Bundeskanzler selbst dafür anwerben, wenn sie diese ihre Anwerbung mehr oder weniger direkt auf sein Gesicht kleben? Nein. Ihn anzuwerben, das wissen die Behelfer, wäre bloße Überwerbung. Er ist nach seinen Kräften ihnen bereits mehr Helfer als genug, aber er braucht jeden nur zu kriegenden kräftigen Helferarm. So wie die Behelfer ihre Anwerbung zum Gesicht des Bundeskanzlers kleben, muß es ihnen der Gedanke gewesen sein, so werden es die Männer auf den Gassen verstehen, wenn sie vor der Anwerbung auf der Bundeskanzlerwerbung stehen, als riefe er ihnen selbst zu „DEIN LAND BRAUCHT DICH WERDE ABSCHIEBEHELFER“ …