Alexander Van der Bellen, Bundespräsident, folgt nun offiziell Norbert Hofer, Präsident

Bundespräsident Alexander Van der Bellen folgt also nun, wie er es während seiner Rede zur Eröffnung der salzburger festspiele am 27. Juli 2023 erledigt hat, Norbert Hofer, er, Alexander Van der Bellen, will also ab diesem Tag direkt die Gesinnung von Norbert Hofer auf sein Gerät geliefert bekommen, beispielsweise so gesinnungsgemäß Fundamentales wie: Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er sagen: Ich bin der Antifaschismus

Ein Zitat, das nicht nur dem einen zurzeitigen Präsidenten des österreichischen Parlaments gefällt, sondern auch seinem zurzeitigen Gesinnungsfestungsführer, dem es ebenfalls eine Gesinnungsangelegenheit ist, es zu verbreiten …

Bundespräsident Alexander Van der Bellen folgt also seit dem 27. Juli 2023 Norbert Hofer, er will mit seinem Folgen des Norbert Hofer als Vorbild für alle in diesem Land vorangehen – eine hehre Idee! Was kann nicht alles durch solch ein Folgen gelernt, erfahren werden, auch Wörter etwa, die sonst so nicht verwendet werden, beispielsweise „Bestie“. Was für ein freundliches Wort, wenn es von einem derart freundlichen Menschen, als der Norbert Hofer landauf, landab angesehen wird, verwendet wird; wohl wert, es auch einmal selbst zu verwenden.

Diese beispielgebende Idee des Bundespräsidenten zur Nachahmung, die vollkommen durchdacht, wie alles, was Alexander Van der Bellen denkt, vollkommen durchdacht, verdient es, gewürdigt zu werden, mit einigen dies unterstützenden Anmerkungen.

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Aber hat es einen Sinn, daß die Algorithmen ganz automatisch uns nur Meinungen zuspielen, die uns recht geben und in unserer Meinung bestätigen oder anstacheln, ist kein neues Phänomen. Also, die Situaton ist doch so, daß Follower von Herbert Kickl zum Beispiel glauben, in einer ganz anderen Welt zu leben, als Follower von Werner Kogler oder von Beate Meinl-Reisinger oder von Karl Nehammer oder von Andreas Babler oder von Alexander Van der Bellen. Wir können darüber lamentieren oder wir können versuchen, es zu ändern. Also wieso einmal nicht versuchen, die Algorithmen zu verwirren, indem wir auch denen followen — das ist Neudeutsch, tut mir leid –, auch denen followen, deren Meinung vielleicht nicht so ganz unserer Meinung entspricht.

Algorithmen möchte also Alexander Van der Bellen verwirren, aber, wie auch der Instagram-Account von Norbert Hofer beispielhaft zeigt, sind Algorithmen bereits verwirrt, oder, was wahrscheinlicher ist, auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen bedient den gegenwärtigen Mythos der Algorithmen. Denn. Der Algorithmus von Instagram listet gleich „ähnliche Konten“, um diesen bequem und schmerzfrei zu „folgen“, dem „Konto“ von Norbert Hofer „ähnlichen Konten zu folgen“, zum Beispiel Alexander Van der Bellen, Karoline Edtstadler, Red Bull Austria, AfD Fraktion NRW, Heimatliebe Österreich, Polizei Österreich, Exxpress, ORF, Karl Nehammer, Andreas Gabalier, AfD Bund, Servus Formel 1 und so weiter und so fort.

Was also Bundespräsident Alexander Van der Bellen vorschlägt, erledigen bereits Algorithmen, ohne dafür je verwirrt geworden sein zu müssen.

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Auf diese Art bekommen wir dann auch Ausschnitte der Realität zu sehen, die wir anders nie zu Gesicht bekommen hätten. Und auf diese Art bekommen wir vielleicht, auch wieder das Bild einer gemeinsamen Realität. Also als Symbol, ich hoffe, als gutes Beispiel dafür, werde ich ab heute, ab heute dem Instagram-Account von — schon erledigt — von Norbert Hofer folgen. Also die Botschaft ist schon abgesandt, ist schmerzfrei erledigt. Und Herr Hofer, falls Sie zuhören, können Sie ruhig auch, Sie nämlich, dem Account von Greta Thunberg zum Beispiel folgen, followen, zum Beispiel, vielleicht tun Sie es ja eh schon. Und Sie hier alle, in diesem wunderbaren Raum […] ändern Sie die Spielregeln mit einem Wort, bringen Sie Ihre Blase, Ihre Blase zum platzen.

Eine Idee, meine Damen und Herren, vielleicht schaffen wir es dadurch, endlich wieder ein gemeinsames Bild von Wirklichkeit zu bekommen. Lassen Sie uns gemeinsam die Algorithmen verwirren, nämlich die verwirren, und nicht wie heute umgekehrt.

Norbert Hofer weiß, auf welche Art und Weise er über Greta Thunberg sich informiert, wird nicht gewußt, Norbert Hofer weiß jedoch über sie Bescheid – über ihre „Zöpferl-Diktatur“ …

Es ist auch nicht auf jeder Plattform notwendig, einer Person, einer Gruppierung zu folgen, um zu erfahren, welche Gesinnungsrealitäten diese verbreiten, ein Account genügt, beispielsweise auf der Plattform Twitter, beispielsweise von Hafenecker, Scharfmüller

Ach, wie durchdacht, wie durchdacht —

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Alexander Van der Bellen spricht dann doch kurz die „sogenannte vierte Gewalt“ an, „die Medien, unabhängige Medien berichten über Inhalte und Fakten und nicht über sich selbst verstärkende fake news aus den Bubbles“. Dies allein reicht schon vollkommen aus, um mehr als nur „Ausschnitte“ der Gesinnungsrealität zu erfahren, ohne aber irgendwelchen Personen auf irgendwelchen Plattformen folgen zu müssen.

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Wem außer Norbert Hofer soll nach Alexander Van der Bellen noch gefolgt werden? Wem noch aus dieser identitären Partei?

Auch wenn es scheint, tiefer ginge es nicht mehr, es geht tiefer.

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Der Vorschlag von Alexander Van der Bellen, der Vorschlag von dem derzeitigen österreichischen Bundespräsidenten, Personen, Gruppierungen zu folgen, beinhaltet auch, sich der Gefahr

der Verdächtigungen auszusetzen, sich gar behördlichen Ermittlungen auszusetzen.

Es ist doch bekannt, daß bereits allein das Folgen einer bestimmten Person, einer bestimmten Gruppierung völllig ausreicht, um Menschen als Unterstützende, als Parteigängerische einer bestimmten Person, einer bestimmten Gruppierung an den Pranger zu stellen.

Oh, wie durchdacht, wie durchdacht.

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Das Werben, bestimmten Personen, bestimmten Gruppierungen zu folgen, von Alexander Van der Bellen wird von diesen Personen, Gruppierungen mit Freude gehört worden sein, ist doch bekannt, wie mit den hohen Zahlen von Folgenden mit Stolz geworben wird, wie mit den hohen Zahlen von Folgenden die eigene Bedeutung dieser Personen und Gruppierungen hinaufgeschrieben wird, etwa von dem Kandidaten, der das Amt von Alexander Van der Bellen übernehmen wollte, im letzten Jahr.

Was für einen Zulauf an Folgenden werden sie nun erst haben, wenn der österreichische Bundespräsident gar für sie …

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Wenn es nur dabei bliebe, daß die Folgenden die Kommentare, das Geschriebene, das Geschwefel bloß ansehen, bloß lesen, aber nicht teilen, nicht weiter verbreiten.

Aber, auch das ist bekannt, wie leicht geschieht es, daß solches unüberlegt, ungeprüft rasch geteilt wird, verbreitet und verbreitet und verbreitet wird, ein Wort oft, das gefällt, genügt, um es zu teilen, zu verbreiten.

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Alexander Van der Bellen in seiner durch und durch durchdachten Rede spricht auch ganz kurz vom Zuhören, er wünscht sich, daß einander zugehört wird; in diesem Fall müßte wohl mehr davon gesprochen werden, daß einander gelesen wird.

Er schlägt vor, denen zu folgen, gerade denen, die von den anderen nichts wissen wollen, die die anderen nur dafür gebrauchen, daß diese ihre Gesinnungsrealitäten teilen, verbreiten, selbst nach und nach von diesen infiziert werden.

Sie lehnen alles ab, sie blockieren …

Sie lehnen andere ab, sie blockieren andere, zum Beispiel auf Twitter. Wie zum Beispiel Norbert Hofer, dem nun Alexander Van der Bellen folgt. Wie zum Beispiel Karl Nehammer, dem Alexander Van der Bellen wohl schon lange unverkündet folgen wird, von dem er, Alexander Van der Bellen, meint, er lebe in einer ganz anderen Welt als Herbert Kickl, den es, so verkündet es Norbert Hofer ehrenstolz auf Instagram, „nur im Doppelpack“ mit ihm gibt, so wie es Karl Nehammer nur im Pack mit V. O. in der Welt von Festungskommandanturen …