Österreichs Fortschritte

Das sind doch Österreichs Fortschritte zu nennen, wenn im Jahr 2024 nicht eine Antisemitin zur ersten Nationalratspräsidentin gewählt werden wird, am kommenden Donnerstag, 24. Oktober 2024, wie im Jahr 1945, als der „österreichische Streicher“ zum ersten Nationalratspräsidenten gewählt wurde, im Jahr 1945,

als es endlich mit den Massenmorden des deutschen reiches nicht aus dessen eigenem Willen zu Ende war, dessen Hauptstadt nicht Berlin, sondern Auschwitz war,

als sein Wille endlich beendet wurde, der industriellen Menschenvernichtung, die seit damals mit Mauthausen im fortschreitenden Österreich für Menschen, die zu Demonstrationen nach Österreich anreisen, nicht ihre gesinnungsgemäße Anziehung verloren hat.

Das sind doch wahrlich Fortschritte Österreichs zu nennen, wenn am 24. Oktober 2024 nicht ein Antisemit zum ersten Nationalratspräsidenten gemacht werden wird, sondern einer, Walter Rosenkranz, dessen Vorbild ein Antisemit ist, wie er, als er hoffnungsreich davon träumte, österreichischer Bundespräsident zu werden, bekundete, in einem Alter, dem Reife zugesprochen wird, vor gerade einmal zwei Jahren:

wir wollen sie auch als Person kennenlernen immer wieder haben sie in den vergangenen Jahren eine Person genannt wenn man sie nach ihrem Vorbild gefragt hat den Politiker Julius Silvester das ist ja mittlerweile eher unbekannter Salzburger Politiker bei der einzige wirkliche staatsnotar in deutschen nationaler Abgeordneter und Präsident des Abgeordnetenhauses er war so wie sie Burschenschafter bei der liebertasse auch in glühender Antisemit warum nehmen sie sich so eine Person als Vorbild nicht nur das wenn Sie den Antisemitismus weglassen es insbesondere auch in mein Gymnasium in Krems gegangen hat dort maturiert er ist auch dort auf der Gedenktafel eingraviert kann man den Antisemitismus einfach so das mache ich auch nicht und wenn sie auch mein Interview dass ich zum Beispiel der Zeitung Falter gegeben habe gelesen hätte dann ist es das was ich bei ihm ausklammere selbstverständlich das heißt den Antisemitismus können Sie auch bei einem Vorbild ausklammern das war damals auch wie gesagt es gibt so viele Parallelen mit ihm dass ich es an sich durchaus damals als ich diese diesen Namen auch bei der parlamentsvorstellung auf der Homepage gegeben hat ich habe an sich einen unbekannten Politiker wieder aus der Vergangenheit herausgenommen nicht nur seine schulische Tätigkeit sondern auch seine Leistungen auf dem Gebiet des der Musik Mitgründer des mozarteums in Salzburg und so weiter also das sind alles Eigenschaften die mir sehr nahe gehen bis auf den Antisemitismus Antisemitismus ist ein ganz großes Thema in Österreich der Bundespräsident ist ja auch sowas wie das moralische gewissen eines Landes wie groß sind sie denn die Antisemitismus Gefahren Österreich ich sehe die antisemitismusgefahr durchaus groß aber ich glaube es nicht dass es unbedingt jetzt von Rechten rechtsextremen Kreisen kommt die hervorbeschworen werden sondern es gibt durchaus auch einen politischen Islam der ebenfalls antisemitische Tendenzen hat und auch verdrängt auch Linksextremisten die auch bei Demonstrationen sagen wenn es zum Beispiel um den Staat Israel geht und das Verhältnis zu Palästinensern die ebenfalls antisemitische Klischees bedienen all diese Formen des Antisemitismus gibt es nur ein paar Fakten zu bringen die es realitische Kultusgemeinde hat eine Meldestelle die überwiegende Anzahl 48 Prozent der Meldungen betreffen da wenn es um ideologischen Hintergrund geht rechten Antisemitismus erst dann kommt lange nichts dann kommt der linke Antisemitismus dann kommt der muslimische ist aber auch diese ethische Kultusgemeinde sieht auch 270 Fälle von Antisemitismus mit Corona Bezug vor allem online aber auch bei Demos sie selbst sind ja auch bei corona-demos aufgetreten sind sich das da auch als Problem ich habe es auch nicht gesehen also ich habe gesehen dass Menschen dort die israelische Fahne getragen haben und manche Menschen haben in einer aus meiner Sicht sehr überspitzten Art und Weise die Frage der Ausgrenzung als ungeimpfter verglichen mit der verfolgung von Juden im Dritten Reich im Nationalsozialismus das ist mit Sicherheit ein überzogener Vergleich und das würde auch die Verbrechen des Nationalsozialismus verharmlosen überzogen nennen sie das eindeutig überzogen es würde sogar die Verbrechen verharmlosen an welchen Wahlziel sollen wir sie denn das kommen wir schon zum Schluss eigentlich am 9 Oktober messen sie wollen in die Stichwahl das ist klar aber wie viele Prozent müssten sie denn oder wollen Sie dafür erreichen ersten Wahlgang hat den Norbert Hofer 2016 35 Prozent die FPÖ liegt zurzeit Job plus minus 20 Prozent in den Umfragen weil das eine Hürde für Sie oder wäre es das Ergebnis von Barbara Rosenkranz nicht verwandt 2010 wo sie 15 Prozent gegen Heinz Fischer erreicht hat wo taxieren wird es ist weder noch ist sie eine komplett neue Ausgangssituation es gibt einen Amtsinhaber

Dies ist ein automatisch erstelltes Transkript des Interviews in der Nachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Österreichs aus 2022, das seine heiteren Seiten hat, wenn die Maschine etwa „Libertas“ „Liebertasse“ schreibt, oder den Namen „Sylvester“ „Silvester“ —

Das ist das Feuer der Tradition in Österreich, weitergetragen, behütet und geschürt, nicht zu sehen, was zu sehen nicht gewollt ist, in rosenkranz’schen Worten: auszuklammern, was auszuklammern ist, und wenn ausgeklammert ist, was auszuklammern ist, dann kann alles gemacht werden,

was alles nur gemacht werden kann, zum Beispiel ein Nationalratspräsident, von allen, in Österreich gemacht werden, genauer, in diesem Fall nicht nur von der rosenkranz’schen Partei, sondern auch von ÖVP, SPÖ, Neos …

Auch wenn es eine Wahl ist, im Parlament, so muß es doch ein weiteres Mal gesagt werden,

bei Wahlen außerhalb des Parlaments, wie das hoferische Beispiel zeigt, wie das rosenkranzische Beispiel zeigt, werden sie nichts,

außerhalb des Parlaments werden sie nicht zum Präsidenten gewählt, werden sie nicht zur Präsidentin gewählt, aber im österreichischen Parlament werden sie zu Präsidenten gemacht

wie es am kommenden Donnerstag wieder ein Fall sein wird, der in Österreich gefeiert werden wird können, als Tag der Fortschritte, als Tag der Lehre aus der Geschichte,

denn siehe, kein Antisemit wird zum Präsidenten, sondern ein Mensch demütig reich an Idolen … wie eben Dr. iur. Julius Sylvester, zu dem auf der Website des österreichisches Parlaments am 21. Oktober 2024 gelesen werden kann:

Vater: Karl Alexander S., Seidenzeugfabrikant (Konkurs der Fabrik 1861)

1899-1908 Vizepräsident der Advokatenkammer Salzburg; 1886 Gründer der Ortsgruppe Salzburg des Schulvereins für Deutsche (1889 behördlich aufgelöst); 1887 Mitgründer und bis zur behördlichen Auflösung 1893 Obmann des „Germanenbund“ in Salzburg; seit 1894 Obmann des Verbands alter Burschenschafter Österreichs „Wartburg“ (mehrfach Umbenennung wegen behördlicher Auflösung und Neugründung); 1903 Gründungsmitglied des Salzburger Hochschulvereins; 1915-1922 Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg

Das rosenkranz’sche Vorbild Mitgründer und Obmann des Germanenbundes: aufgelöst, das rosenkranz’sche Vorbild Gründer der Ortsgruppe Salzburg des Schulvereins für Deutsche: aufgelöst, das rosenkranz’sche Vorbild Obmann des Verbands alter Burschenschafter Österreichs Wartung: aufgelöst

Und auf „Salzburg Wiki – Salzburger Nachrichten“ ist am 21. Oktober 2024 zu lesen:

Sylvester trat bereits 1874 der Burschenschaft Teutonia Wien bei und etablierte sie später als antisemitische Verbindung. 1881 wurde er Mitglied der Burschenschaft Libertas Wien. Nach seinem Umzug nach Salzburg im Jahr 1886 machte er die Stadt zum gesamtösterreichischen Zentrum der antisemitischen Ideologie im Geiste Georg von Schönerers, der die Juden für die negativen Begleiterscheinungen des Liberalismus verantwortlich machte. Der deutschnational gesinnte Politiker Sylvester war selbst ein bekennender Antisemit, der den Antisemitismus in Salzburg zu verstärken wusste. Dr. Sylvester war nicht nur Vizebürgermeister sondern auch Mitglied des Antisemitenbundes, Obmann des „Germanenbundes“ und des „Kyffhäuers-Bundes“. Nach dem Erwerb des Zeller Schlössls in Zell am Wallersee in Seekirchen, baute er dieses zu einer Villa mit Strandbad aus. Er besaß in Seekirchen-Bayerham auch eine Gastwirtschaft. Als Strandbadbetreiber und Gastwirt war er von der Frage der „judenreinen Sommerfrische“ direkt betroffen. Die Verfolgung der jüdischen Sommergäste war in den Gemeinden rund um den Wallersee besonders ausgeprägt.[1] Sylvester verstarb 1944 in seiner Villa in Zell am Wallersee und liegt auch dort begraben. Ehrungen Die Internationale Stiftung Mozarteum, der er von 1915 bis 1922 als Präsident vorstand, ernannte ihn nach seinem Rücktritt am 7. Dezember 1922 zum Ehrenpräsidenten, von der Universität Wien erhielt er 1927 die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Stadt Salzburg ernannte ihn mit Diplom vom 11. Juni 1901 „in dankbarer Anerkennung der vielen um die Stadt Salzburg als Reichsratsabgeordneter erworbenen Verdienste, insbesondere in Würdigung der hervorragenden und ausgezeichneten Tätigkeit für den nunmehr gesicherten Bau der für Stadt und Land Salzburg so hochwichtigen Tauernbahn“ zu ihrem Ehrenbürger und 1945 zum Namensgeber der Dr.-Sylvester-Straße. In Anerkennung seiner Verdienste verliehen ihm die Pongauer Gemeinden Wildbad Gastein und Schwarzach ihre Ehrenbürgerschaft.

Das rosenkranz’sche Vorbild ein hehres Vorbild, ist dieses doch nach wie vor Ehrenbürger von Gastein, von Schwarzach, von Salzburg, in der es auch die Dr.-Sylvester-Straße nach wie vor gibt, die Stadt Salzburg das Vorbild des Walter Rosenkranz 1945 mit einer Straße ehrte — 1945, ja, in der Zeit, gleich nach dem Untergang bekamen die Edelsten des Landes Straßen und Plätze nach ihnen benannt.

Gleich nach dem Untergang wurde auch der Edelste, der „österreichische Streicher“, zum Ehrenbürger von Wien ernannt, und daß nach ihm Plätze und Straßen …

„Der deutschnational gesinnte Politiker Sylvester war selbst ein bekennender Antisemit, der den Antisemitismus in Salzburg zu verstärken wusste. Dr. Sylvester war nicht nur Vizebürgermeister sondern auch Mitglied des Antisemitenbundes, Obmann des „Germanenbundes“ und des „Kyffhäuers-Bundes“.

„Nach seinem Umzug nach Salzburg im Jahr 1886 machte er die Stadt zum gesamtösterreichischen Zentrum der antisemitischen Ideologie im Geiste Georg von Schönerers, der die Juden für die negativen Begleiterscheinungen des Liberalismus verantwortlich machte.“

Das würde das Vorbild wohl kränken, müßte es lesen, daß sein ihn als Vorbild Sehender als „Liberaler“ in diesem Land gilt, es würde ihm wohl Beweis sein, wie einflußreich und wie recht dagegen anzugehen …

Anzugehen hat Norbert Hofer, ist an diesem 21. Oktober 2024 in seiner Presseaussendung als Nationalratspräsident III zu lesen, gegen „politische Agitation ohne jegliche Grundlage“, mit der er für Walter Rosenkranz eintritt … Und zu Hofer fällt unweigerlich des rosenkranz’schen Vorbilds Geist Georg Schönerer ein mit seiner Parole „Los von Rom“, die ein Hofer aus Südtirol für sich wieder in der Zeit, die anderen die Gegenwart ist, ausgrub, und der

Hofer aus Nichtsüdtirol hat seine kleine Variante von dieser Parole umgesetzt: Los von Wien und ist nun in einem Ländchen fort von

Sein Eintreten, um zu einem Schluß zu kommen, für jenen, dessen Vorbild Sylvesters Geist ist: „Walter Rosenkranz ist durch und durch Demokrat“

Durch und durch also sei Walter Rosenkranz, so Hofer, Demokrat, das besagt nichts, gar nichts, wollen doch heute alle nur eines sein: durch und durch Demokraten, ganz gleich, was die, die durch und durch Demokratinnen sein wollen, unter Demokratie verstehen und in Demokratien realisieren wollen, das weiß auch ein Hofer aus erster Hand ganz recht, ist er doch jetzt ihm ganz nah, fort von Wien, ihm so ganz nah, der von sich selbst nichts anderes sagte, als das, er sei durch und durch Demokrat

Und von Norbert Hofer würde dieser Demokrat, der ihm jetzt so nah, auch nichts anderes sagen, als ebendas, er sei durch und durch —