„Für Österreich ein Affront“

Claudia Plakolm sagt „nach ihren Verhandlungen mit ihrem ungarischen Amtskollegen János Bóka“, die Anklage gegen Benjamin Netanjahu in Israel wegen „Bestechung, Betrug und Untreue“ sei ein „Affront für Österreich“.

Nein. Das sagt Claudia Plakolm nicht.

Claudia Plakolm sagt das. Ja.

„Nach ihren Verhandlungen“ mit ihrem ungarischen Amtsministranten sagt Claudia Plakolm, berichtet am 2. April 2025 die „Budapester Zeitung“:

Zum mehrtägigen Ungarnbesuch des Ministerpräsidenten Israels, Benjamin Netanjahu, stellte Plakolm klar, für Österreich sei der Haftbefehl, den das ICC gegen Netanjahu erlassen habe, ein Affront.

Wäre sie, Claudia Plakolm, ein Mann, hätte das beispielsweise ein früherer Bundesminister für Auswärtiges gesagt, daß der „Haftbefehl“ für Netanjahu „ein Affront für Österreich“ sei, es wäre dazu sofort eingefallen: herzig.

Der Internationale Gerichtshof erläßt also einen Haftbefehl als Affront gegen Österreich, oh bedeutungsreiches Österreich, vielgeprüftes Österreich, immer noch, ertragen zu müssen, Beleidigung, Schmähung, Provokation, Drohung, Kränkung, Angriff in einem Wort: Affronts

Und sonst, was kann sonst noch zu ihren ungarischen Verhandlungen gesagt werden? Vielleicht, wie können solche Verhandlungen vorgestellt werden? Als Segnungen? Wie jene Verhandlungen etwa, kurz ist es her, in den nun von ihr besetzten Räumlichkeiten, deren Ergebnis: „Einander Gutes zusagen, übereinander Gutes sagen“

Bóka informierte die Bundesministerin ohne Portefeuille über die Volksbefragung auf Anregung der Orbán-[…] Plakolm bezeichnete Ungarn und Österreich als gemeinsamen Kultur- und Lebensraum, Nachbarn, die nicht nur enge wirtschaftliche Beziehungen miteinander teilten, sondern eine tiefe Freundschaft verbinde […]

ein Ergebnis, das nun auch von ihren Verhandlungen mit ihrem Amtsministranten …

Möglicherweise hat Claudia Plakolm bereits eine nächste Einladung in der Tasche, diesmal für eine Verhandlungsreise zu Netanjahu

in Israel, dessen Regierung eine „Behörde zur freiwilligen Ausreise“ eben einrichtet, und besonders darauf gespannt ist,

dazu die Expertise aus einem Land, in der es mit einer derartigen Behörde Erfahrungen gibt, zu hören, um einen Rivieria-Strip