Freilich hat Andreas Mölzer nicht „Juden im Parlament“ als Schlagzeile für sein „Andererseits“ am 11. Juli 2026 in der Krone des österreichischen Qualitätsjournalismus gewählt, sondern
„Burschenschafter im Parlament“, und ihm
Verwunderlich ist hingegen, dass sogar die als seriös geltende Tageszeitung „Die Presse“ schlagzeilt: „Burschenschafter führen Hohes“. Kaum vorstellbar wäre es nämlich — gleich, in welchem Medium — zu lesen: „CVler führen Hohes Haus“ oder „Freimaurer führen Hohes Haus“. Offenbar kann man nicht akzeptieren, dass die stärkste Partei des Landes eben auch über kompetente Persönlichkeiten aus den viel geschmähten Burschenschaften verfügt.
Wieviel aber hat es gefehlt, daß er, Andreas Mölzer, wenn ihm schon „Freimaurer“ einfallen, auch „Juden“ für sein Beispiel einer nicht vorstellbaren Schlagzeile herangezogen hätte? Verwunderlich dabei, wenn er dies auch noch beispielhaft getan hätte, wäre gewesen, wenn er nicht nur von „Juden“, sondern auch von „Jüdinnen“ geschrieben hätte —
Einerseits heißt es von den drei Regierungsparteien und den Grünen sowie den meisten Medien, es sei skandalös, dass der Burschenschafter Rosenkranz nun mit Weinert auch einen Burschenschafter zum höchsten Beamten der Volksvertretung ernennt.
verwunderlich jedoch ist es nicht, daß keine, wie die von Andreas Mölzer beispielhaft vorgeschlagenen, Schlagzeilen vorstellbar sind, haben die von Mölzer Vorgeführten oder Angeschwärzten nichts gemein mit der Gesinnung der Burschenschaftlichen, außer, Andreas Mölzer weiß mehr, kann es gar belegen, von „CVler[n]“ und von „Freimaurer[n]“ beispielsweise gehört oder gar gelesen zu haben: „Das Feuer von Auschwitz behüten und schüren“ …
Aus der „Suevia“, aus der übrigens Roland Weinert …
Inzwischen zum Parlamentsdirektor von Rosenkranz gemacht,
und was seine und dessen „Libertas“ gesinnungsgemäß vertritt, wird Andreas Mölzer wohl ebenfalls wissen, ob es etwas gemein hat mit „CVler[n]“ und „Freimaurer[n]“, die derartige Schlagzeilen rechtfertigten …
Andreas Mölzer wird wohl ebenfalls wissen, ob „CVler“ und „Freimaurer“ bei Begräbnissen derartige Gesänge der Treue anstimmen, wie etwa „Olympe Bruno Burchhart“ …
Sind nun denn gar keine Frauen aus „Mädelschaften“ mehr für die identitär patriotische Partei im österreichischen Parlament?
Wird denn Anneliese Kitzmüller die letzte Frau einer Mädelschaft im Parlament gewesen sein?
Hat diese Partei nun bereits ihre für sich versprochene Festung, innerhalb des Parlaments die Festung der Männer gemauert?

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