selbstverständlich, selbstverständlich hat Martin Sellner Leo Lugner nicht anwaltlich im nun mit einer Diversion abgeschlossenen Verfahren vertreten, und das wird Leo Lugner dauern, denn wie recht glücklicher noch hätte das Verfahren für ihn, Leo Lugner, ausgehen können, hätte der als „Strippe“ sich bekennende Martin Sellner im Verfahren dieses Plädoyer für Leo Lugner halten können, das sie, die Strippe, am 2. September 2026 auf der Konzernplattform X hält:
160 Stunden gemeinnützige Arbeit für das Posten über Knödel in einem privaten Chat. 4 Jahre Ermittlungen, ein Haftbefehl für das Haus, und jetzt muss Leo Lugner, ein (basierter) Politiker der Freiheitlichen Partei, 160 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der Grund? In einem privaten Chat hat er am 20. April einige „Andeutungen zu Eiernockerl“ gemacht. Das gilt in Österreich als Neonazi-Code und löst das strenge Gesetz zur „Wiederbetätigung des Nationalsozialismus“ aus. Es wird als schlimmer als Vergewaltigung und Totschlag betrachtet und kann bis zu 10 Jahre Gefängnis nach sich ziehen. Er hatte Glück. Dieses System ist verrückt.
Kein Mensch sonst hätte Leo Lugner besser verteidigen können als eben einer, der um die Qualitäten des Leo Lugner weiß und ob seiner Qualitäten schon einmal für Leo Lugner warb, ihn zu wählen.
Darüber hinaus ist es für einen glücklichen Ausgang in einem Verfahren nicht unwesentlich, wie recht Beschuldigte und Verteidigende aufeinander eingespielt sind, und das wäre im Fall von diesen zwei Herren gesinnungsgemäß gegeben gewesen, so wie sie beispielsweise einander Bälle zuspielen können …
Wer sonst hätte auch in einem Verfahren mit mehr Gesinnungsblut für ihren Mandanten als ebendie für ihn werbende Strippe sich einsetzen können? Für die Strippe wäre es auch eine Pflicht zur Treue gewesen, denn ihr Mandatar scheut keinen Aufwand, keine Anstrengung, wenn Identitarians rufen, so nimmt er beispielsweise die Strapazen einer Reise nach Deutschkreuz —
Und was für eine Symbiose der Qualitäten des Leo Lugner und der Qualitäten der strippigen Verteidigerin wäre es im Verfahren gewesen, wie sie es versteht auszublenden, wegzureden, daß es bei „Knödel[n]“ vor allem darum geht, wer, was und wann mit welchem Gesinnungsuntergrund verbreitet.
Auf eines aber vergaß die Strippe wohl in der Eile in ihrer nachträglich rasch zu erstellenden Verteidigungsschreibe für Leo Lugner, nämlich hervorzuheben, herauszustreichen, was für Leo Lugner spricht, daß er ein Mann des recht feinen Kunstsinns —
Und dieser sein feiner Kunstsinn wird ihm, Leo Lugner, nun vielleicht nützlich sein, einen rechten Platz für seine abzuleistende „gemeinnützige Arbeit“ im Ausmaß von „160 Stunden“ zu finden — hierfür böte sich doch ein Medium an, das der Kunst ebenso fein zugetan …

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