Österreichischer Bildungswiderspruch

Nun gibt es also, wie zu lesen ist, Turbulenzen um Rudi Fußi. Und wie den Medien zu entnehmen ist, es ist gar nicht nobel, worüber zu berichten ist. Aber wie anders? Auch Rudi Fußi ist involviert; ein Mann mit dem Niveau von jenen, die für FPÖ unzensuriert die Schreibstaffel bilden.  Auch er, Fußi, wollte beispielsweise schon einmal Menschen vom Balkon „runtergschossen“ haben, wie er auf der Plattform des Unternehmens Twitter schrieb, am 31. Mai 2015.

Das ist aber nicht von Interesse.

Von Interesse ist die Bildung.

Was gibt es doch für ein ständiges Geschrei um die Bildung. Parteien legen Pläne vor, wollen mit ihren Bildungsideen in der bevorstehenden Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 punkten.

Aber wertlos.

Was nützen Ideen, was nützen die besten Ideen, was nützen sogar die besten zu Gesetzen gemachten Ideen, wenn dem Lehrpersonal Menschen angehören wie zum Beispiel Rudi Fußi?

Und Rudi Fußi ist stolz darauf, „sein Fachwissen an mehreren Universitäten und Fachhochschulen an Studierende“ weiterzugeben. Wie nachgelesen werden kann im Kapitel: Rudi Fußi fällt zu „Flötenunterricht“ gegen Frauen auf FPÖ-Unzensuriert nichts ein … Das einzig Erfreuliche, das zu Rudi Fußi geschrieben werden kann, ist, von ihm geblockt worden zu sein. Aber es hätte nie dazu kommen müssen, hätte Rudi Fußi nicht selbst auf sich aufmerksam gemacht, mit einer Inkorrektheit, dieser Mann wäre sonst nie ein Adressat für irgendwas geworden.

Es wird von Kindern und Jugendlichen verlangt, daß sie ja fleißig lernen, es werden Eltern mit Strafen bedroht, wenn ihre Kinder mal in der Schule fehlen. Dabei muß gesagt werden, das Niveau der sogenannten österreichischen Elite erreichen sie mit einer Leichtigkeit auch mit dem derzeitigen Bildungssystem.

Wenn etwa einer wie Rudi Fußi mit seinem Bildungsniveau in Österreich lehren, wenn einer wie Rudi Fußi mit seinem Bildungsniveau in Österreich es bis zum Redenschreiber des Bundeskanzlers bringen kann, zu einer Fernsehsendung, dann haben Schüler, Schülerinnen, Studenten und Studentinnen in Österreich das Recht darauf, keine Bildung über dem Niveau der sogenannten österreichische Elite sich aneignen zu müssen, ist das Recht verwirkt, Eltern zu bestrafen, sollten ihre Kinder einmal nicht in die Schule gehen.

Aber Rudi Fußi ist nicht der einzige. Erst vor kurzem wurde über einen Mann berichtet, der in der Erwachsenenbildung in Österreich tätig ist

Herangezogen werden kann auch der Mann, der auf der Fachhochschule für Journalismus …

Auch das ist nicht von Interesse. Wenngleich solche Lehrende viel aussagen, zum Beispiel über das Niveau des österreichischen Journalismus und so weiter und so fort.

Was aber von Interesse sein sollte, ist die Diskussion um den österreichischen Bildungswiderspruch.

Der Widerspruch besteht darin, einerseits von und vor allem von den sogenannten Bildungsfernen alles zu verlangen, was Bildung betrifft, sie und ihre Kinder mit Sanktionen zur Bildung zu zwingen, sie, kurz gesagt, solange nicht aus der Schule zu lassen, bis sie lesen, schreiben und rechnen können, anderseits vorgetäuschte Bildung völlig ausreichend ist und völlig akzeptiert wird, wenn es um sogenannte Spitzenpositionen in diesem Staat geht.

Und dabei wird auch allen versucht einzureden, nur mit Bildung gäbe es ein Weiterkommen, ein Erreichen von höheren Positionen, ein höheres Gehalt, nein, das ist schon zu viel, es wird bloß Druck erzeugt: nur mit Bildung gäbe es noch Arbeitsplätze, ohne höchste Bildung sei nicht einmal mehr eine Arbeitsstelle als Möbellagerschlichterin oder als Supermarktkassier zu bekommen, während es zugleich vollkommen ausreicht, um ein Beispiel zu nennen, ein bisschen mal gesungen zu haben, um gleich als Expertin für Kunst und Kultur anerkannt und angepriesen zu werden, mit einem Mandat im Nationalrat bald und möglicherweise gar als Ministerin …

Es gibt Kapitel, die wollen nie geschrieben werden. Und das ist so ein Kapitel. Denn es hat Rudi Fußi … Dabei verdiente der österreichische Bildungswiderspruch ein angemessenes Kapitel, also ohne die exemplarisch genannten Personen …

Kapitel verworfenDas Kapitel ist geschrieben. Sie können das Kapitel lesen. Aber verstehen Sie das Kapitel als ein zerknäultes und in viele, viele Stücke zerrissenes Kapitel, das bereits in den Altpapiercontainer geworfen und auch schon von der Müllabfuhr abgeholt wurde.