Die Angst des Kardinals vor dem „Burkaverbot“

Mit einem „Burkaverbot“ geht es auch dem Kreuz an den Nagel

Es gibt Menschen, die könnten dem Kardinal, wie es auf einer recht in Ruhe gelassenen Homepage gelesen werden kann, „ins Gesicht speiben“, weil er, wie sie meinen, gegen ein Burkaverbot … so vulgär wie das ihr Meinen ist, so gering ist das ihr Verstehen. Denn. Sie verstehen nicht, daß der Kardinal verstanden hat, mit einem „Burkaverbot“ geht es auch seinem Kreuz an den Nagel.

Das ist für den Kardinal gesinnungsgemäß keine Beruhigung, unter sich Menschen zu wissen, die seinem Kreuz die Stange halten – der Kern des Wollens dieser Menschen ist das Gewinnen von Wahlen, und die Zeit von einer Wahl zur anderen ist kurz. Bereits die nächste Wahl könnte diese Menschen, die heute noch für den Kardinal seinem Kreuz die Stange halten, aus ihren gewichtigen Positionen …

Das Kreuz. Sichtbares Zeichen für …, ach es muß nicht neu formuliert werden, nur zu wiederholen, zu wiederholen ist es ständig, wie auch der Kardinal ständig seinen Katechismus wiederholt, und damit zum Ausdruck bringt, er und sein Kate… sind den Gesetzen des Staates über – insbesondere den Gesetzen, die die Gleichstellung und die Gleichbehandlung von Mann und Frau …

Duzdar zu Österreich: „Frauenrechte stehen über der Religion“.

Chef einer gesetzesbrecherischen Organisation eines Glaubens

Blick-Gebot für den Mann erübrigt jedwedes Gebot der Verhüllung gegen die Frau.

Schönbornstandard oder die unerträgliche Propaganda der gewollten Gesetzesunwissenheit

Wie wirkt das Kreuz?

Und eben erst hat der Kardinal wieder einmal bestätigt, was er von Gesetzen hält, die er nicht in seiner Urfassung des Korans findet, wie in der Collage gelesen werden kann:

„Vielleicht bekommen dadurch auch die positiven Argumente für den Zölibat und für die traditionelle lateinische Praxis mehr Glaubwürdigkeit.“

Frank und frei sagt er es heraus, es kümmert ihn nicht, beispielsweise das Gleichbehandlungsgesetz … ob es in diesem Land je noch dazu kommen wird, daß ein leitender Angestellter eines Organisierten Glaubens sich nicht über die Gesetze des Landes …

„Lateinische Praxis“ … Es gibt diesen Mythos der großen zweiten Sitzung, die einst in einem Grätzel von Rom … Der Fortschritt dieser Sitzung ist eine Legende, aber sogar diese scheint an dem Kardinal … in welcher Zeit er wohl leben mag? Vielleicht in der von Octave Mirbeau. Und die ist auch schon … es ist schon über 110 Jahre her, daß Mirbeau schrieb:

„So wie in unserer wilden und wehklagenden Bretagne, wo der religiöse Geist in gewissem Sinne alles versteinert hat; wie im österreichischen Tirol, wo an jeder Wegbiegung, an jeder Kreuzung, einfach überall Heiligenbildnisse …“

Durch Österreich fuhr Octave Mirbeau nicht, mit seinem Automobil mit dem Kennzeichen „628-E8“, um das ihn heute in Österreich so mancher Herrenfahrer wohl beneidete … er, Mirbeau, hätte sonst vielleicht geschrieben: wie im tirolerischen Österreich

„Überall Prozessionen, Glockengeläut, überspannte, mittelalterliche kulturelle Zeremonien … Altarschmuck selbst in den häuslichen Schlafzimmern, gebeugte Rücken, gefaltete Hände … und anmaßende, brünstige und raffgierige Priester und Furcht verbreitende Bischöfe mit Inquisitionsgesichtern. Überall auch jene Literatur, deren mystische Erotik sich so gut mit der frommen Inbrunst verbindet und sie verherrlicht … Wer niemals …. beigewohnt hat … in ein wahres Irrenhaus verwandelt hatte, der kann nicht begreifen, zu welchen Exzessen, zu welchem Irrsinn die Religion … die arme Seele der Menschen zu führen vermag … Es war König … der sein Carnet mit dämonischen Bischöfen, seinen Mönchen, seinen Henkern und mit einer Nonne auf dem Schoß, in den Folterkammern das Blut der Ketzer fließen und ihr Fleisch peinigen ließ …“

Wie gut wäre es gewesen, wenn Mirbeau auch durch Österreich gefahren wäre. Was hätte er nicht alles zu Österreich geschrieben, was er etwa zu Belgien, wie dieses obige Zitat … Thomas Bernhard hat es versucht, aber Bernhard war kein Mirbeau; er konnte es auch nicht sein, weil Mirbeau schon, auch, der ganze Thomas Bernhard war, und sein gesamtes Werk hätte Bernhard in einem Satz unterbringen können: Wenn Sie Bernhard lesen wollen, lesen Sie Octave Mirbeau. Diesen Satz als Gesamtwerk hat Bernhard nicht geschrieben, wie er auch wohlweislich vermied, Mirbeau je zu erwähnen –  die berühmte Geschichte vom Schmiedl und Schmied …

Es hätte wohl nichts daran geändert, daß einhundertzehn Jahre später in diesem tirolerischen Österreich ein Kardinal immer noch unter sich Menschen weiß, die seinem Kreuz … vielleicht aber, es ist Frühlingsbeginn und ein Frühlingsanfang erlaubt es, Hoffnung zu äußern, vielleicht bringt die nächste Wahl Menschen in Positionen, die dem leitenden Angestellten auch dieses Organisierten Glaubens höflich, aber bestimmt seinen Platz zuweisen, ihm die Gesetzesbücher des Landes auf seinen Koran legen, aber der Frühling ist in diesem Land keine Zeit der Hoffnung, und es ist zu fürchten, es kann nur noch schlimmer werden, wenn jene mit der oben erwähnten Homepage …

Kreuz - Sägespäne - Pellets.jpg

6 Gedanken zu „Die Angst des Kardinals vor dem „Burkaverbot“

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