„Österreich Hilfswerk – Oftmals fehlt auch jede Transparenz.“

An welche Organisation in Österreich denken Sie, wenn Sie „Österreich Hilfswerk …“ lesen?

Und an welche Organisation in Österreich denken Sie, wenn Sie deren Website aufrufen, unweigerlich, beim Sehen von Bildern mit Menschen im Rollstuhl, von älteren Menschen?

Von dieser Organisation ist hier nicht die Rede. Es wird nicht vom „Hilfswerk Österreich“ und dessen Website gesprochen.

Österreich Hilfswerk - Oftmals fehlt jede Transparenz

Es ist die Rede von einem Verein. Den es seit dem 22. November 2017 gibt. Der sich hochtrabend nennt „Österreich Hilfswerk …“ —

Recht bekannt ist dieser Verein der „Heimatmode“, die, wie gelesen werden kann, „2% jedes Einkaufes für das ‚Österreich Hilfswerk‘ automatisch“ weiterleitet. Was diesen Verein und die „Heimatmode“ verbindet, ist der strikte Inlandsbezug. Der Verein hätte sich soher, und auch um Verwechslungen zu vermeiden, wohl anders nennen müssen, vielleicht Winterhilfswerk … und dazu hätten sich recht passendere Bilder finden lassen können.

Der Verein „Österreich Hilfswerk …“ schreibt: „oftmals fehlt jede Transparenz“. Konkreter hat wohl noch kein Verein Transparenz umgesetzt. Es ist auf der Website die Schreibe von:

„Viele Österreicher haben das Bedürfnis, mit der Hilfe für andere Menschen direkt vor der Haustüre zu beginnen. Das Problem dabei ist jedoch: Kaum eine Organisation garantiert, dass die Spendengelder im Inland verwendet werden und oftmals fehlt auch jede Transparenz. Eine Zuwendung für das Österreich-Hilfswerk Rot-Weiß-Rot garantiert, dass die Spendengelder zu 100% im Inland sinnvoll für die unterschiedlichste Projekte eingesetzt werden. Österreich verarmt im kulturellen Bereich fortschreitend. Und auch hier will das Österreich-Hilfswerk Rot-Weiß-Rot helfen. Kultur ist ein wichtiger Bestandteil eines jeden Lebens. Kultur formt, bildet und gibt Halt. Kultur bedeutet Verankerung und Erbe – und das wollen wir schützen. Seien es die wunderschönen Bräuche und Traditionen in unserem Land, alte Handwerksfertigkeiten, Sprache, Musik und Tanz sowie der Umgang mit und in der heimischen Natur.“

Transparenter sind Spender und Spenderinnen wohl noch nie informiert worden. Was konkret mit dem Spendengeld bislang passierte, darüber wird wohl „Heimatmode“ recht bestens Bescheid wissen, die immerhin …

„Österreich verarmt im kulturellen Bereich fortschreitend.“ Was für tapfere Menschen in diesem Verein es sein müssen. Sie wollen es nicht mehr hinnehmen, daß es in diesem Land nichts gibt an kulturellen Veranstaltungen, kulturellen Initiativen, kulturellen Projekten … Das Land tatsächlich verarmen wird, auch im kulturellen Bereich, kurz gesagt, mit der nächsten Re…

Es muß auch ein recht kenntnisreicher und für so eine erhabene Aufgabe recht viele und recht hoch qualifizierte Menschen diesem Verein vorstehen, schreibt doch die Obfrau:

„Ich habe mich bereits in Jugendjahren bei verschiedenen Kultur- und Brauchtumsvereinen betätigt, seien es Volkstanzvereine, Literaturkreise oder Gesangsgruppen. Das Arbeiten mit und für Menschen hatte für mich immer schon höchste Priorität. Mein Interesse für die heimische Kultur und ihre wunderschöne Vielfalt hat mich nach meiner Matura dazu bewegt, das Studium der Volkskunde und Geschichte zu absolvieren.
In letzter Zeit kam in mir immer mehr der Wunsch auf, mein Wissen, mein Können und meine Werte sinnvoll einzusetzen. Aufgrund mangelnder Organisationen, welche meine Vorstellung von Hilfe für die Menschen und kulturellen Güter in Österreich vertreten, entschloss ich mich im Herbst 2017 diesen Verein zu gründen.
Nach vielen Stunden der Organisation, der Bürokratie und der persönlichen Grenzen ist es nun vollbracht. Ich hoffe, dass ich gemeinsam mit Ihrer Hilfe viele große und kleine Erfolge erzielen kann und möchte mich bei allen bedanken, die gemeinsam mit mir diesen Weg gehen.“

Nur solch ein umfangreiches Wissen über Organisationen in Österreich kann zu dieser recht klaren Erkenntnis führen, es mangle in Österreich an Organisationen zur Unterstützung von Menschen und …Das schreibt die Obfrau Janine Nöst. Und sie bedankt sich bei allen, die mit ihr gemeinsam den Weg gehen. Wer gehört dazu? Sie wird wohl an ihren Stellvertreter Christian Schwarz dabei gedacht haben. Der nach dem Vereinsregisterauszug zweite bekannte Namen im Zusammenhang mit diesem Verein. Sie erinnern sich. Der Verein nennt sich „Österreich Hilfswerk …“. Ist das nicht bewundernswert, zwei namentlich (mehr sind namentlich nicht bekannt), zwei namentlich bekannte Menschen starten ein Hilfswerk für ….

Österreich Hilfswerk - Heimatmode

In den Dank wird Janine Nöst wohl auch, darf angenommen werden, Stefan Magnet eingeschlossen haben, dem Mann der „Heimatmode“ … wer „zwei Prozent des Umsatzes automatisch“ …, von dem kann gesagt werden, daß er diesen nicht unklug gewählten Weg …

Heimatmode in Österreich: Magnet Kornblume

Je mehr Tracht in Österreich Verbreitung findet, desto mehr wird die Ansicht vertreten, Tracht und die Mode der Heimat sei ja doch etwas Schönes, etwas Harmloses, ganz und gar etwas Unpolitisches.

Wie harmlos, wie unpolitisch, wie fern von Versuchen gesellschaftspolitischer Einflußnahme die Mode der Heimat ist, erzählt auch eine Firma aus dem Oberösterreichischen mit ihren Angeboten, mit den Beschreibungen ihrer Produkte. Wie in der Collage gelesen werden kann.

Heimatmode.png

Es muß dem nichts hinzugefügt werden. Die Beschreibungen offenbaren selbst, daß dem nicht so ist.

Nur eines ist doch besonders zu erwähnen. Das Frauenbild. Es gibt ein Kleidungsstück „Alpen-Rebell“ als Angebot für Männer und Frauen. Aber es gibt kein Kleidungsstück „Alpen-Rebellin“. Es gibt ein Kleidungsstück, zu dem in der Beschreibung auf Friedrich Nietzsche bezuggenommen wird. Das Notwendige, das Unausweichliche sei nicht nur zu ertragen, sondern gar zu lieben. Liebe zum Schicksal. Der höchste Zustand, den ein Mensch erreichen könne. Dieses Kleidungsstück gibt es nicht für Männer, nur für Frauen. Und dann gibt es noch ein Kleidungsstück ebenfalls nur für Frauen, mit dem Frauen verkünden können, sie würden nur mit Unsrigen … Mit solchen Texten auf Kleidungsstücken geht es tief in die Vergangenheit, als solche Sätze der Trennung nicht lustig auf Leibchen, sondern in Gesetzen …

Und wenn Sie jetzt meinen, Menschen, die solche Produkte vertreiben, seien vielleicht nur gedankenlos, aber harmlos, vielleicht geschichtlich ungebildet, aber sie meinen es nur lustig … Nein, dem ist nicht so.

Heimatmode in Österreich - Magnet Kornblume.png

Es will jetzt nicht ausgeführt werden, wie es um die Heimatmode bestellt ist, wie die Verbindungen sind, wer mit Heimatmode gar nicht harmlos, gar nicht unpolitisch, fern von gesellschaftspolitischer Einflußnahme sein will.

Sollten Sie derartige Produkte bereits gekauft haben und auch tragen, dann ist Ihnen zu empfehlen, sich die zweite Collage anzusehen, damit Sie wissen, wofür Sie Geld ausgegeben haben und welchem Geist Sie als Werbeträger und Werbeträgerinnen dienen, wenn Sie mit dieser Kleidung …

Vielleicht haben Sie Produkte gekauft, weil Sie das „soziale Engagement“ ansprach, zwei Prozent eines jeden Einkaufes sollen für das „Österreich Hilfswerk“ … Wie auf der Website des Hilfswerks zu lesen ist, feine Trennung in Inland und Ausland, also das Hilfswerk nur für das Inland. Und natürlich versprochene Transparenz.

Verwechseln Sie dieses Hilfswerk aber, wenn Sie etwa kaufen wollen, weil Sie damit auch spenden, nicht mit „Hilfswerk Österreich“. Das ist wenigstens gewiß, mit dem „Hilfswerk Österreich“ hat es gar nichts zu tun, trotz der oben zitierten Formulierung, die Sie verleiten könnte, unachtsam zu sein.

Heimatmode - Hilfswerk Österreich Rot-weiß-Rot