Als Heinz-Christian Strache die FPÖ von 2005 bis 2019 anführte, sei „Remigration“ wohl bloß ein im von einem Freiheitlichen geführten Magazin harmloser Begriff gewesen, nun aber, jetzt aber ist „Remigration“ ein „Kampfbegriff der Identitären“, so sagt es der derzeitige Innenminister in Österreich …
Innenminister Karner motivierte das zu einer Klarstellung: „Remigration ist ein Kampfbegriff der Identitären“, sagte er. Im Unterschied zum früheren blauen Parteichef Heinz Christian Strache habe Kickl jede Distanzierung von den Rechtsextremen aufgegeben.
Der Standard. Streit um „Remigration“ bei Asylreform-Beschluss. 21. Mai 2026.
Es scheint, in Österreich Folklore zu sein, kaum gibt es eine neue Anführerin der FPÖ, einen Unterschied zu den vorangegangenen Anführern der FPÖ verlautbaren zu müssen, der die vorangegangenen Anführerinnnen in ein positives Licht tauchen, sie milde zu berurteilen, wie es jetzt vermehrt für Heinz Christian Strache geschieht,
wie es auch bereits für Jörg Haider geschah, etwa, aber nicht nur durch Ariel Muzicant …
Einen Unterschied, einen Vergleich zu seinem Nachgänger stellte der Mann aus der Partei des Innenministers nicht an, aber eine um eine milde Beurteilung kam er nicht umhin, das, auch das wurde bereits erzählt, im Kapitel FPÖ, 2016: „Idealisten der NS-Bewegung“:
Schließlich gab der damalige Bundeskanzler Leopold Figl 1952 in der Zeugeneinvernahme zu Protokoll, er habe es Reinthaller zu verdanken, dass er im Mai 1943 nach seiner Rückkehr aus Dachau sein konfisziertes Vermögen binnen vier Tagen zurückbekam. Reinthaller habe ihn als „Kollegen“ angesprochen und ihm einen Posten in der damaligen Gaubauernschaftsführung angetragen. Reinthaller sei ein sehr gemäßigter, idealistischer Nationalsozialist gewesen, der die Selbständigkeit Österreichs nicht untergraben wollte.
Diese Aussagen Anton Reinthallers könnten zweifellos auch in einer zeitgenössischen Rede von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aufscheinen. Dies beweist, wie groß die ideelle Kontinuität innerhalb der FPÖ zwischen 1956 und 2016 ist.
Österreich zuerst 1956-2016. 60 Jahre FPÖ.
Bei vielleicht nicht wenigen Menschen, von denen gehofft wird, sie vergessen alles, wird möglicherweise doch etwas haften bleiben, und zwar, daß es bloßes tagesparteipolitisches Geplänkel ist, denn im Nachhinein sind doch alle Wiedergängerinnen seit, schnell wie kurz gesagt, Anton Reinthaller Harmlose, sobald sie nicht mehr auf dem Parteiführungsstuhl …
Aber harmlos sind sie alle nicht, die je auf dem Führungstuhl dieser Partei saßen, sitzen und werden, sie sind voller Harm und fügen Harm zu, darin gibt es nach deren jeweiligen Absetzung zwischen ihnen keinen Unterschied, können nachträglich keine Vergleiche zwischen ihnen gezogen werden, die für den einen oder die andere auf dem Parteiführungsstuhl spräche …

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