Heimatmode, Lust am Untergang

Der Untergang muß für diese Mannschaften eine recht besondere Anziehungskraft haben. Etwa auch für Stefan Magnet, der in seinem Kommentar für die FPÖ unzensuriert am 12. März 2017 von der „Lust am Untergang“ …

Mit dem Inhalt dieses magnetischen Kommentars sich zu beschäftigen, lohnt nicht.

Warum?

Kann so ein Kommentar überhaupt einen Inhalt haben, ein Kommentar von einem Mann, der nicht einmal in der Lage ist, ein Dokument zu finden?

Stefan Magnet schreibt:

„Die deutsche Bundesregierung hat die Demografiebilanz längst wieder vom Netz genommen. Der Link führt zu einer Fehlermeldung, abrufbar ist nur noch die Zusammenfassung.“

Die deutsche Bundesregierung hat die „Demografiebilanz“ nicht entfernt. Über acht Monate später kann dieses Dokument immer noch mit einer Leichtigkeit abgerufen werden, sogar in einer Vorleseversion abgerufen werden, auch gespeichert werden.

Wie soll so ein Mann, der nicht einmal versteht, ein Dokument zu finden, den Inhalt eines umfangreichen Dokuments verstehen können. Dabei, wie in der Collage gelesen werden kann, hatte er eine genaue Information vor sich:

„Liebe Besucherinnen und Besucher, wir haben unsere Webseite für Sie komplett überarbeitet und neu strukturiert. Dadurch kann es leider vorkommen, dass einige Inhalte nicht mehr an der gewohnten Stelle liegen. Gerne können Sie die Suchfunktion nutzen, um schnell zu den gewünschten Informationen zu gelangen.“

Stefan Magnet - Lust am Untergang

Drei Sätze sind für Stefan Magnet bereits eine nicht zu bewältigende Aufgabe, drei Sätze zu verstehen: unlösbar. Wie soll so ein Mann gar siebzig Seiten verstehen können. Dazu fällt ein anderer Mann in Österreich ein. Ein Mann, für den es bereits eine nicht zu bewältigende Aufgabe ist, zwei Sätze fehlerfrei zu schreiben, zwei fehlerfreie Sätze zu schreiben: für ihn bereits eine unlösbare Aufgabe.

Weshalb zu Stefan Magnet der zweite Mann einfällt? Es ist das Umfeld, auf dem sich Stefan Magnet bewegt. Und auf diesem Umfeld findet der zweite Mann vor allem Männer, mit denen er eine Re…

Wenn Sie das Kapitel

Heimatmode in Österreich: Magnet Kornblume

aufschlagen, Sie sich die Collagen ansehen, wissen Sie, auf welchem Umfeld sich der zweite Mann nun so recht wohlfühlt, und das kann auch verstanden werden, daß er, der zwei Sätze nicht fehlerfrei schreiben kann, sich bei vor allem Mannen sicher und geborgen fühlt, die drei Sätze nicht lesen können. Und das Entscheidende, was den zweiten Mann und vor allem Mannen auf diesem Umfeld miteinander verbindet, scheint zu sein: alle zusammen können nicht rechnen. Nicht der zweite Mann, wie gelesen werden kann. Noch die Mannen des Umfelds von Stefan Magnet. Und Stefan Magnet selbst? Nun. Er ist zwar in der Lage, und das würde ihm in einer verbalen Beurteilung schon hoch angerechnet werden, eine Zahl in seinem Kommentar für die FPÖ unzensuriert zu schreiben, aber das ist noch kein Beleg dafür, daß er die Grundrechnungsarten beherrscht, zumal in dem von ihm nicht gefundenen Dokument eine Menge von Möglichkeiten berechnet werden.

Wenn er die drei Sätze verstanden hätte, wie das Dokument also beschämend leicht zu finden ist, stellte sich augenblicklich die Frage, wie hätte er es angestellt zu verbergen, daß er nicht rechnen kann. Aber es darf angenommen werden, daß ein Mensch, der nicht rechnen kann, ebenso begabt, phantasiereich ist, zu verschleiern, daß er nicht rechnen kann, wie ein Mensch, der nicht lesen kann, stets Auswege findet, nicht eingestehen zu müssen, daß er nicht lesen kann.

NS FPÖ unzensuriert schreibt über Stefan Magnet:

„Zudem berät er alternative Medienprojekte wie Info-Direkt. Vor Kurzem diskutierte er auf Servus-TV über das Thema Fake News und Lügenpresse (unzensuriert.at hat darüber berichtet).“ 

Was muß das wohl für ein Medienprojekt sein, also Info-Direkt, mit solch einem Berater? Gibt es Info-Direkt bereits als Medium? Oder weiterhin nur als Projekt, das begonnen wurde mit dem Ziel, ein Medium mit dem Titel Info-Direkt auf den Markt zu bringen?

Über Servus-TV wird mehr gewußt. Und daß in dieser Fernsehanstalt Männer von diesem Schlage recht gerne … was wohl dieser Fernsehanstalt in einer verbalen Beurteilung hoch angerechnet werden könnte?

Heimatmode Lust am Untergang

Heimatmode in Österreich: Magnet Kornblume

Je mehr Tracht in Österreich Verbreitung findet, desto mehr wird die Ansicht vertreten, Tracht und die Mode der Heimat sei ja doch etwas Schönes, etwas Harmloses, ganz und gar etwas Unpolitisches.

Wie harmlos, wie unpolitisch, wie fern von Versuchen gesellschaftspolitischer Einflußnahme die Mode der Heimat ist, erzählt auch eine Firma aus dem Oberösterreichischen mit ihren Angeboten, mit den Beschreibungen ihrer Produkte. Wie in der Collage gelesen werden kann.

Heimatmode.png

Es muß dem nichts hinzugefügt werden. Die Beschreibungen offenbaren selbst, daß dem nicht so ist.

Nur eines ist doch besonders zu erwähnen. Das Frauenbild. Es gibt ein Kleidungsstück „Alpen-Rebell“ als Angebot für Männer und Frauen. Aber es gibt kein Kleidungsstück „Alpen-Rebellin“. Es gibt ein Kleidungsstück, zu dem in der Beschreibung auf Friedrich Nietzsche bezuggenommen wird. Das Notwendige, das Unausweichliche sei nicht nur zu ertragen, sondern gar zu lieben. Liebe zum Schicksal. Der höchste Zustand, den ein Mensch erreichen könne. Dieses Kleidungsstück gibt es nicht für Männer, nur für Frauen. Und dann gibt es noch ein Kleidungsstück ebenfalls nur für Frauen, mit dem Frauen verkünden können, sie würden nur mit Unsrigen … Mit solchen Texten auf Kleidungsstücken geht es tief in die Vergangenheit, als solche Sätze der Trennung nicht lustig auf Leibchen, sondern in Gesetzen …

Und wenn Sie jetzt meinen, Menschen, die solche Produkte vertreiben, seien vielleicht nur gedankenlos, aber harmlos, vielleicht geschichtlich ungebildet, aber sie meinen es nur lustig … Nein, dem ist nicht so.

Heimatmode in Österreich - Magnet Kornblume.png

Es will jetzt nicht ausgeführt werden, wie es um die Heimatmode bestellt ist, wie die Verbindungen sind, wer mit Heimatmode gar nicht harmlos, gar nicht unpolitisch, fern von gesellschaftspolitischer Einflußnahme sein will.

Sollten Sie derartige Produkte bereits gekauft haben und auch tragen, dann ist Ihnen zu empfehlen, sich die zweite Collage anzusehen, damit Sie wissen, wofür Sie Geld ausgegeben haben und welchem Geist Sie als Werbeträger und Werbeträgerinnen dienen, wenn Sie mit dieser Kleidung …

Vielleicht haben Sie Produkte gekauft, weil Sie das „soziale Engagement“ ansprach, zwei Prozent eines jeden Einkaufes sollen für das „Österreich Hilfswerk“ … Wie auf der Website des Hilfswerks zu lesen ist, feine Trennung in Inland und Ausland, also das Hilfswerk nur für das Inland. Und natürlich versprochene Transparenz.

Verwechseln Sie dieses Hilfswerk aber, wenn Sie etwa kaufen wollen, weil Sie damit auch spenden, nicht mit „Hilfswerk Österreich“. Das ist wenigstens gewiß, mit dem „Hilfswerk Österreich“ hat es gar nichts zu tun, trotz der oben zitierten Formulierung, die Sie verleiten könnte, unachtsam zu sein.

Heimatmode - Hilfswerk Österreich Rot-weiß-Rot

 

„der kärntner ist ja per se keine tracht“

Im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes möchte ein Gemeinderat aus St. Veit an der Glan gebeten haben, keine „polemik diesbezüglich…“:

„es geht um kärtnter trachten allgemein… z.b. gailtaler, rosentaler vulgo talschafts- und festtagstrachten … der kärntner ist ja per se keine tracht… bitte daher keine polemik diesbezüglich…“

Es kann verstanden werden, daß im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes, in dem alle eisern im Kärntner Anzug und Blaupunktdirndl stecken, eine Polemik nicht gewollt wird, Polemik unstatthaft ist, Polemik anzuklagen ist als nicht „Erd- und Heimatverbundenheit“ …

Kärntner Trachten - Weltkulturerbe

Dabei war es gar nicht polemisch, was geschrieben ward; es steht doch geschrieben, was für eine wunderbare Idee das sei,  in

Kärntner Trachten: Weltkulturerbe.

Sonderlich ist doch immer wieder, feststellen zu müssen, gerade bei Menschen, die sich aufmachen, die Vergangenheit zu beschwören, aus der Gegenwart eine Vergangenheit wieder zu machen, die Zukunft der Zukunft in der Vergangenheit zu sehen, wie wenig sie von der Vergangenheit wissen, das noch verzeihlich wäre, ließen sie die Vergangenheit ruhen, aber auch, wie wenig sie von der Gegenwart wissen, das nicht verzeihlich ist.

So auch der Gemeinderat aus Sankt Veit an der Glan. Wenn es richtig in Erinnerung ist, wird St. Veit an der Glan als Stadt geführt … so auch der Gemeinderat immerhin von einer Stadt und nicht von einem Dorfe in den Bergen, dessen Bewohner und Bewohnerinnen vielleicht einmal im Jahr hinunter in die Stadt kommen.

Es soll mit dem Wissen um die Gegenwart begonnen werden.

Der Gemeinderat schreibt, es gehe um „kärtnter trachten allgemein“. Es geht auch um den Kärntner Anzug. Dazu hätte er bloß, wie in der Collage zu lesen ist, lesen müssen, was Landesrat Benger schreibt.

Und um das Wissen um die Vergangenheit ist es ebenso karg bestellt.

Der Gemeinderat schreibt, „der kärntner ist ja per se keine tracht…“ — nun, wie leicht hätte es der Gemeinderat heutzutage, sich über die Vergangenheit zu informieren. Ein Naschlagen auf „Wikipedia“ hätte gereicht, um zu erfahren, daß der Kärntner Anzug 1911 „per Dekret der Kärntner Landesregierung zur offiziellen Landestracht für Männer“ …

Möge es von der sogenannten akademischen Diskussion her ein Streitpunkt sein, was eine Tracht und was eine Tracht nicht „per se“ sei, von der Gesetzgebung im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes her ist die Antwort eine eindeutige: „Landestracht“, sogar „offizielle Landestracht“ …

Sonderlich ist der Beweggrund für das Eintreten für die Tracht, 2017 derselbe wie 1911. Was ist in über einhundert Jahren im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes passiert, vorangegangen? Nichts. Bewußtseinsstillstand. Geistiges Im-Kreis-Laufen über einhundert Jahre lang. Seltsam, daß den Im-Kreis-Laufenden nicht längst schon schwindlig geworden ist. Dabei. Allein vom Zusehen des Im-Kreis-Laufens schon unaufhörlich Schwindelattacken …

Es hat sich bestätigt, was in „Kärntner Trachten: Weltkulturerbe“ erst nur vermutet wurde. Wer Kärnten kenne, wisse, es werden alle dafür sein. Und wie in der Collage gelesen werden kann, ist, wie der Landesrat schreibt, die gesamte Kärntner Landesregierung dafür, das Kärntner Trachten als Erbe bei der Unesco

Alle in der Regierung vertretenen Parteien also, wie auch anders, im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes …

Und wieder wird, wie gelesen werden kann, es dafür Geld geben, Steuergeld … im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes gibt es dafür Steuergeld, mag ein Haider Trachtenreichhauptmann sein, mag wer immer der Trachtenreichhauptmann sein — und nicht einmal ein Grüner wagt es, dagegen zu sein …

Der Stolz auf die Tracht läßt dankbar die leere Schüssel im Gebet vergessen

Vielleicht ist es ja auch recht gut angelegtes Steuergeld, das Steuergeld für Förderungen von Trachten. Ein Vorbild für ganz Österreich. Wenn es, wieder einmal, so richtig losgeht, mit Einsparungen, mit Kürzungen, wie eben in Oberösterreich begonnen, wenn die Menschen nichts mehr haben werden, dann bleibt ihnen der Stolz auf die Trachten, ruhig versammelt um den Tisch, wie vor bald einhundert Jahren von Albert Egger-Lienz gemalt.

Ein System, das nicht nur im heiligen Trachtenreich brauen Stoffes funktioniert. Ein System auch unvergessen für Menschen von außerhalb.

Eben erst ist einer in das österreichische Parlament eingezogen …

Maximilian Krauss: „Unvergessen“ System Haider

Und einer, jetzt noch Landesrat im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes, könnte bald Minister werden, einer der recht nicht vergessen wird, sollte er Minister werden, was er im heiligen Trachtenreich brauen Stoffes gelernt …

Leer wird die Schüssel nicht sein, das wäre Panikmache, sie wird recht gut gefüllt sein — mit nahrhafter Brennsuppn …

PS Nach der Aufzählung des Landesrates wurde darauf vergessen, die „Watschen“ zur Beantragung der Adelung durch die Unesco aufzunehmen. Denn.

Zur Tracht gehören die Watschen, der Tritt

 

Arabella Kiesbauer schmiert Visionshonig um den Trachtenbart

 

Arabella Kiesbauer schmiert Honig um den Bart

Nun erzählt Arabella Kiesbauer in einem Video zur Unterstützung von flic de pays, weshalb sie Seb…

Es fallen dabei so Wörter wie „Vision“, „Veränderung“, „unsere letzte Chance“ und vor allem „Marschrichtung“ – zur Bekräftigung ballt sie dabei auch schon mal beide Hände zu Fäusten … mit geballten Fäusten für den „sozialen Frieden“, für das „Zusammenleben“ …

Es wird zwar nicht gewußt, wohin der Marsch geht, aber die Hauptsache ist doch, zu marschieren. Das ist unrichtig, es wird gewußt, in welche Richtung der Marsch geht, mit Seb… Arabella Kiesbauer weiß es vielleicht nicht, will es vielleicht nicht wissen, oder vielleicht, gefällt ihr dieser Marsch recht …

Zum Marschieren gehört auch der Marsch, die Tracht. Vielleicht hat Arabella Kiesbauer zu viele Märsche in den letzten Jahren gehört, zu viele Dirndln getragen … Tracht und Blasmusik zehren das Urteilsvermögen rasch auf, und so wird es erklärlich, „Vision“, „Veränderung“, „sozialen Frieden“ in Verbindung zu bringen mit Seb…

Unweigerlich fällt dazu die Novelle von Gottfried Keller ein, der Titel als Stehsatz: „Kleider machen Leute“ … Kleider machen nicht nur Leute, Kleider verändern der Leute Denke … Vielleicht erklärt das die große Ablehnung der Tracht von den Menschen, die dem Organisierten Glauben Islam zugeschlagen werden, weil eben um die schädliche Wirkung der Alpenburka gewußt wird.

Ihr Visionsseb… hat vor wenigen Tagen davon gesprochen, es würden sich in Wien „Menschen in ihren eigenen Gassen etwas fremd fühlen“ … Es ist tatsächlich befremdlich, immer mehr Alpenburkas in der Stadt, von der behauptet wird, eine Großstadt zu sein, zu sehen …

Wenn der Marsch so fortgesetzt wird, wird bald nicht einmal mehr behauptet werden können, Wien sei eine Großstadt …

… sondern Wies’n, für die Blaskapellen aus dem Tirolerischen exklusiv zum Aufspielen verpflichtet werden, mit dem Auftrag, den Umzug mit dem „Standschützenmarsch“ zu eröffnen …

Österreichische Volkskultur

Mit welchen Wörtern Arabella Kiesbauer wohl die Bilder von Tanja Playner gewürdigt hat? Ebenso profund? Wie die Malerin schon Hofer und

das offene Ohr von Seb…

 

Bernhard C. Bünker und die vierzigste Wiederkehr der Tracht

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Auf dem klagenfurterischen Bahnhof, von Italien kommend, auf den Zug, mit dem Kärnten auf dem schnellsten Wege wieder verlassen werden kann, zu warten, kann unendlich lange vorkommen, außer, im Warteraum wartet ein mitteilungsbedürftiger Mensch auf keinen Zug, sondern darauf, seine Geschichte loszuschicken.

Er wolle, beginnt der Mann und stellt sich dabei als der schnellste Lkw-Fahrer vor, den das Land je gehabt habe. Er wolle das Geld nicht umsonst. Er wolle sich das Geld stets verdienen, auch jetzt noch. Er sei kein Bettler, aber es reicht das, was er bekommt, vorne und hinten nicht. Deshalb biete er stets gegen drei Euro eine Geschichte an. Drei Euro, so schätze er, sei ein durchaus angemessener Preis für eine Landesgeschichte.

Es ist die Nacht vom ersten auf den zweiten Tag des Jahres 2017, die im kalten Warteraum auszuhalten ist, bis mit dem nächstmöglichen Zug wieder aus diesem Land … zum Siebener falle ihm unweigerlich eine Geschichte aus den 1970er Jahren ein, beginnt er seine Geschichte vom Lande, während er die drei Euros … Und wieder, muß augenblicklich gedacht werden, mit einem Rückblick konfrontiert, wie einen Tag zuvor … Seine Geschichten, sagt er, versuche er stets mit einem Bezug zur Gegenwart … deshalb erzähle er am liebsten Jubiläumsgeschichten.

In den ’70ern habe er in einer Kommune in einem der ländlichsten Viertel von Klagenfurt  gelebt, und er sei Fernfahrer – der Lauda der Balkanroute Prost allerdings hätte ihm persönlich besser gefallen.  Bis dann ein Unfall, der aber in den späten 1980ern … davon wolle er jedoch nicht erzählen, wie der Unfall mit vier Toten ihn aus der Bahn – für diese Geschichte müßte er einen Aufschlag …

Für drei Euros werde er ab diesem Jahr bevorzugt die Jubiläumsgeschichte von der Tracht erzählen. Von dem Skandal damals. Den aber löste nicht der Trachtenanzug aus, sondern ein Aufsatz über den Trachtenanzug … es scheine ihm, nach seiner Erinnerung, daß 2017 die vierzigste Wiederkehr dieses Skandals … er habe im Jahre 1977 einer Lesung von Bünker – in der Hildebrand habe er seinen Essay, in dem der Trachtenanzug, der Kärntner Anzug, für den kein bestimmter Stoff … die Gesinnung selber der Anzugstoff, ohne diese Gesinnung –  für diesen Ideenwitz müsse ihm jedoch nicht zusätzlich etwas bezahlt werden – hätte Kärnten die bloße Nacktheit als Tracht … eine Nacktheitstracht hätte Kärnten allerdings weltweit einzigartig gemacht – noch eine versäumte Chance …

Dem Mann kann, da wieder zum Einsteigen ist, nicht mehr ganz genau zugehört werden, da es vordringlicher ist, den Zug nicht zu versäumen, er humpelt aber hinterher und erzählt weiter, wie das ganze Land über den Heimatdichter hergefallen, wie das ganze Land durch diesen bärtigen Langhaarigen im Parkalumpen sich beschmutzt… er wolle aber einen Euro zurückgeben, weil er eben nicht die ganze Geschichte – von der Tracht, die keinen Skandal auslöste, sondern erst das Schreiben über den Gesinnungsanzug … für seine noch schnell unterzubringende Information behalte er sich jetzt doch von dem einen Euro, den er zurückgeben wolle, fünfzig Cent …. der Bruder falle ihm noch ein, der Bruder von dem Heimatdichter müsse das genauer wissen, ob der Skandal tatsächlich bereits vierzig Jahre her, es wirklich 1977, denn er könne sich auf sein Gedächtnis schon lange nicht … der Bruder sei ja mit dem Werk vertraut, der habe auch schon öffentlich Gedichte seines Bruders auch nach seinem Tod … ob der Bruder die Gedichte ebenso hoch einschätze wie die in seinen beruflich zu verwendenden Büchern … mehr kann und will nicht mehr verstanden werden, die Waggontür geht schon automatisiert zu, und während der wenigen Minuten, die der Zug benötigt, um aus Kärnten herauszukommen, wird gedacht, vierzig Jahre später wird die Tracht wieder gewählt, getragen, und nicht nur in Kärnten, als wären vierzig Jahre nach hinten vergangen, und nicht nur mehr von jenen, die die aus dem Gesinnungsstoff geschneiderte und entsprechend eingefärbte Tracht anziehen, um nicht nackt in der kalten Landschaft verloren …

Eva Dichand fällt zu „Flötenunterricht“ gegen Frauen auf FPÖ-Unzensuriert nichts ein

Dabei bringt sonst ihre Umsonst doch alles auf den Punkt. Eigener Fehler. Denn. Um es auf den Punkt bringen zu können, bedarf es keiner Einfälle, es genügen Ausfälle. Und Ausfälle sind einfallslos. Immerhin kann der Umsonst positiv angerechnet werden, sie weiß ihre Ausfälle rechtschreibmäßig korrekt mit einem Punkt abzuschließen. Andererseits ist das wieder keine besonders hervorzuhebende Leistung, bereits von Kindern in der Grundschule wird als Mindestanforderung, um in die nächste Klasse aufsteigen zu können, erwartet, einen Punkt richtig setzen zu können.

Dichands - Die Würde ist antastbar

„Presserat: ‚Heute‘ verletzt Würde …“

Es wurde zuerst gedacht, es soll etwas darüber geschrieben werden, daß Eva Dichand auf eine vor Wochen an sie direkt gestellte Frage über Wochen hin ihr dazu nichts einfällt, also zu der Ungeheuerlichkeit auf der gesinnungsgemäß zensierten Website der identitären Gemein-Schaft, Frauen sollten einen „Flötenunterricht“ über sich ergehen lassen, aus „irdischer Gerechtigkeit“, die auch heute noch, am 26. Dezember 2014, veröffentlicht ist, und Zustimmung erfährt, also sie und ihre Umsonst dazu schweigt, während sie und ihre Umsonst sogar Monate später noch über eine sofort und vorbildhaft bereinigte Sache zu berichten es wert befindet, davon wurde aber wieder Abstand genommen, als aktuell zu erfahren war, der Presserat habe soeben die Umsonst gerügt für ihre beleidigende Darstellung von Frauen, habe die Umsonst gerügt für ihre Verletzung der Würde von Frauen … Nun wird das Schweigen der Eva Dichand verstehbar. Die Unzensuriert der FPÖ verbindet doch einiges mit der dichandschen Umsonst: beide bringen’s auf den Punkt – die Desinformation und die Verletzung der Würde von Menschen … In diesem Zusammenhang ist es wohl bezeichnend, daß Eva Dichand am 23. Dezember 2014 auf der Plattform des Unternehmens Twitter das Foto eines Buchtitels um neunzig Grad gedreht veröffentlicht, bei ihr „Die Würde …“ auf dem Boden liegt …

PS Wie in der Collage gesehen werden kann, steht neben der trachtig gekleideten Eva Dichand ein ebenfalls trachtig gekleideter Mann namens Christoph Dichand. Von einer anderen Zeitung der gutter press, unrichtig, von einer weiteren, aber nicht umsonst zu habenden Zeitung der gutter press. Denn. Tatsächlich anders ist diese Zeitung nicht – auch im Hinblick auf Desinformation, und das ebenfalls nicht nur im Fall des Getränks, sondern auch generell in der Berichterstattung gegen Menschen

Wien, ein Sonntag auf dem Lande: Trachten, Hungerstreiks und mutterschleppende Soldaten

Einen Sonntag auf dem Lande – in Wien, um genau zu sein, ausschließlich in der Innenstadt, im ersten Bezirk … Das könnte dazu verleiten, eine tagebuchartige Seite zu schreiben. Und was könnte vom 15. September 2013 festgehalten werden? Von diesem Tag auf dem Lande … Eigentlich nur das, was in all den Zeitungen, die sonntags ihre Produkte über Zeitungsständer anbieten, vernachlässigt, unzureichend, nicht …

Trachten

Es ist ein langer Spaziergang durch die Innenstadt, immer mal wieder ist es nicht zu vermeiden, stehenzubleiben, um zu bestaunen, wie trachtig diese Millionenstadt geworden ist … Manche laden ein, ihnen länger nachzusehen, Menschen in schick designten Dirndlkleidern, also auf modern getrimmte – und es bleiben doch nur Dirndln … Ob diese Männer und Frauen sich je fragten, was mit ihnen geschehen wäre, wie es ihnen ergangen wäre, wie versteckt sie leben hätten müssen, hilflos und ohnmächtig ausgesetzt den Verfolgungen, Verdächtigungen durch Trachtenperchten mit ihren von Trompeten begleiteten Psalmen von der Widernatürlichkeit, in jener Zeit, als die Tracht werk- und feiertags Uniform und Messgewand des Landes war? Vielleicht haben sie ein Wissen davon, denn ernst sind ihre prächtig geschminkten Gesichter und erschreckend abweisend sind ihre Blicke, vielleicht doch mehr unsicher und ängstlich, ob sie in diesem ihre Orientierung preisgebenden Outfit heil oder zumindest unbehelligt, wenigstens unbeschimpft, ohne kichernde Nachtuschelei an ihr Ziel … Vielleicht fühlen sie sich doch auch ein wenig unbehaglich in dieser zwar hochgezüchteten aber letztlich doch unmodernen Schneiderkunsttracht, weil sie ahnen, sie tragen bei, die Tracht wieder zur Uniform … und sie verhelfen der Tracht mit zu einem neuen Ansehen, das ihr nicht zusteht, nicht einmal mehr als Putzfetzen verwendet werden sollte, dieser Stoff aus finsterster Zeit …

Erster Hungerstreik

Vor dem Justizministerium, in dem Beatrix Karl auf Leopold Kunschak … Vor diesem Gebäude das Flugblatt erhalten über den ersten Hungerstreik

Zweiter Hungerstreik

Vor dem Stephansdom, von dem endlich nach langer Bemühung eine geschichtsverfälschende Tafel entfernt wurde … Das nächste Flugblattt erhalten, über den zweiten Hungerstreik

Mutterschleppende Soldaten

Stephanskirche - Im Hungerstreik gegen die katholische KircheAn der kleinen Gruppe zieht eine Prozession vorbei, vorneweg eine militärisch marschierende Trachtenkapelle und hinterdrein der doch schon recht gebückte Kardinal Schönborn, der im Vorübergehen die Tafeln über den Hungerstreik gegen die katholische Kirche sich genau besieht, den Kopf von unten herauf zur kleinen Gruppe gedreht, die ihm ihre Tafeln entgegenhalten … Und hinter dem leitenden Angestellten dieses Organisierten Glaubens tragen Soldaten des österreichischen Bundesheeres die Mutter, die irgendwann auch Jungfrau für eine längere oder kürzere Zeit war, Maria genannt, von der angenommen werden darf, sie hat ihrem Mann eine abenteuerliche Geschichte aufgetischt, um ihre Verhütungsunfähigkeit und die Verhütungsunwissenheit ihres Liebhabers zu vertuschen, ihrer Untreue also einen höheren oder für ihren Mann einen erträglicheren …

Soldaten schleppen eine Ehebrecherin durch WienOb die Soldaten des österreichischen Bundesheeres auch einen Mohammed oder einen Buddha durch die Stadt schleppen würden? Machen das die Soldaten in ihrer Freizeit? Und weil sie noch keine Tracht besitzen, schlüpfen sie in die Uniform? Oder können Soldaten von diesem Organisierten Glauben gemietet werden? Und wie hoch ist die Miete, die die katholische Kirche dafür zahlt, daß Soldaten die Ehebrecherin durch die Stadt schleppen? Oder ist es ein besonderes Service des österreichisches Staates für die römisch-katholische Kirche, und also eine kostenlose Abstellung? Muß die Familie Habsburg auch nichts dafür zahlen, daß das österreichische Bundesheer einen Knochen von ihrem Letzten, der in Österreich ein nicht demokratisch legitimiertes hohes Staatsamt innehatte – vor bald einhundert Jahren, lagern kann?

Vormerken: Nicht vergessen, das Museumsquartier in den nächsten Tagen zu besuchen, um sich zu erkundigen, ob die affichierte Ausstellung „Salon der Angst“ nur in den Räumen der Kunsthalle – oder das ganze Land zum Salon der Angst …