Ley oder der Faschingsdienstag, der 2019 auf einen Mittwoch fiel und über den der Wochenblick am darauffolgenden Ascherdonnerstag euphorisch berichtet

Es ist die anspruchsvollste Faschingssitzung in diesem Jahr, die am 27. Februar 2019 im „Linzer Hotel Ibis beim Hauptbahnhof“, über die am 28. Februar 2019 der Wochenblick mit klarstem Kopf euphorisch zu berichten weiß.

Allerdings, ganz entschieden ist es noch nicht. Die Geschichte wird einst entscheiden, ob diese Faschingssitzung die anspruchsvollste oder doch die im Hübner vom Sportministerium. Die Siegerin bereits jetzt eindeutig zu ermitteln, ist auch deshalb so schwierig, weil beide Faschingssitzungen durch die Teilnahme von Ley berechtigten Anspruch erheben können, die anspruchsvollste Faschingssitzung in 2019 … Ley hier, Ley da — Sie kennen schon diesen Ruf, auch in seiner Kurzform Ley-Ley — es soll bereits, wird gesagt, zu Verwechslungen kommen, über die, heißt es, in Villach Menschen gar nicht glücklich sein sollen, fürchten sie doch, heißt es, um ihr Alleinstellungsmerkmal …

Es werden dieser recht anspruchsvollen Faschingssitzung beim Bahnhof viele im Publikum geistig gar nicht gefolgt haben können, und sie werden es zu schätzen wissen, hier ein paar Hintergründe, Prospekte zu den Pointen aufgezogen zu bekommen, zu den Pointen, die sie vielleicht je mit einem Ley-Ley quittierten, Ley-Ley mit riefen, um nicht als Unverständige erkannt zu werden.

Jenen aber, die nicht selber in der Faschingssitzung am Bahnhof waren, sondern nur den klaren Bericht vom Wochenblick gelesen haben, werden durch die auf die Bühne heruntergelassenen Prospekte erst im vollen Umfange zu begreifen vermögen, was für eine recht anspruchsvolle Faschingssitzung das war, und sich vielleicht ein wenig grämen, dieser doch nicht persönlich beigewohnt zu haben, so wie jene, die nicht zur Faschingssitzung im Park konnten.

Nichts schmerzt mehr, als eine Faschingssitzung versäumt zu haben. Deshalb soll, um diesen Schmerz ein wenig zu lindern, hier so getan werden, als wäre es eine Faschingssitzung im Bahnhofspark.

Stellen Sie sich und hier und jetzt einfach und kurz vor, Sie sitzen im Publikum der Faschingssitzung am Bahnhof oder im Park, und es tritt Wochenblick gerade auf

Um es Ihnen ein wenig zu erleichtern, sich vorzustellen, nun in einer Faschingssitzung zu sein: Die Wahl von Wochenblick zum Faschingskanzler ist eben mit Tusch und vielen Lei-Lei-Rufen zu Ende gegangen. Wochenblick als neuer Faschingskanzler bedankt sich überschwänglich, winkend schreitet er, mit seiner Krone, die hat er schon, klar im Kopf, zum Pult, er erhebt die Stimme und er senkt zugleich gemächlich seinen während des langen Einzugs stets erhoben gehabten Arm …

„Am Anfang der Veranstaltung unterstrich – Leiter Stefan Magnet die Wichtigkeit der kritischen Berichterstattung und die notwendige Aufklärungsarbeit alternativer Medien. Die Mainstream-Medien könnten in Anbetracht der Erfolge – ’nur mehr Gift und Galle spucken.‘

Die Erklärung dieser Pointe von der „Wichtigkeit der kritischen Berichterstattung und die notwendige Aufklärungsarbeit“ ist nicht so einfach wie kurz zu geben. Hierfür müssen Sie vor den Laufsteg der von dem Leiter vorgeführten Trachten gebeten werden.

‚Lösungsorientierter Journalismus‘ – ‚Wochenblick‘-Chefredakteur Christian Seibert betonte, dass man in den düsteren Zeiten der Islamisierung Europas den Menschen mit einem ‚lösungsorientierten Journalismus‘ wieder Perspektiven abseits der ‚verfahrenen Wege des Mainstreams‘ anbieten solle. Egal, ob die Islamisierung nun ’schleichend oder explosiv‘ ablaufen würde: In jedem Fall müsse man schonungslos darüber berichten!

„Schonungslos lösungsorientierter Journalismus“ mit „wieder Perspektiven“ – Perspektive „Nachahmung“, dafür wird Wochenblick nicht nur von seinem Chefredakteur einen Schulterklopfer bekommen haben, sondern auch die Anerkennung einer Sekretärin im Staatsdienst, die es sich recht hoch selber anrechnen wird, dazu etwas beigetragen zu haben, Wochenblick gar inspiriert zu haben.

Droht blutiger Bürgerkrieg? Der Politwissenschaftler Michael Ley und ehemalige Direktor des Ludwig-Boltzmann-Instituts, der spätestens seit seinem Erfolgsbuch ‚Der Selbstmord des Abendlandes: Die Islamisierung Europas‘ alt kompetenter Islamkritiker gilt, vertrat die These, dass der Islam nicht ohne der Scharia gedacht werden kann und ein ‚Euro-Islam‘, wie ihn der syrische Politwissenschaftler Bassam Tibi vertritt, keine Zukunft habe. Zugleich stellte er eine düstere Prognose: Insbesondere Westeuropa – insbesondere Frankreich, Großbritannien und Teilen Deutschlands – drohe wohl ein blutiger Bürgerkrieg. Teile des Kontinents würden wohl zukünftig ein ethnisch und kulturell  fragmentiertes Gebiet bilden, ähnlich wie der einst von einem brutalen Bürgerkrieg zerstörte Libanon! Trotzdem gebe es für Europa Hoffnung auf eine ‚Reconquista‘ – das Opfer dafür werde jedoch leider hoch sein.

„Alt kompetenter“: diese Pointe erklärt sich von selbst. Und sonst ist die Pointe in diesem Berichtsabschnitt von Wochenblick Ley selbst, die Pointenschleuder rechthin …

„Blutiger Bürgerkrieg“ – auch Pointen haben ihre Väter, und einer schlendert ab und an zitternd angstreich von der Landstraße in den Park zur Kathedrale der Fakten und Fachkenntnis …

„Hoffnung auf eine Reconquista“, eine Pointe, die nicht einmal mehr einen Bart hat – na ja, es soll nicht so streng geurteilt werden, keinen langen, aber einen ausgedünnten oder einen recht kurzen …


Der oberösterreichische Polit-Profi Norbert van Handel schrieb einst einen Brandbrief an Merkel, warnte eindringlich vor der muslimischen Masseneinwanderung. Neue europäische Zivilisation notwendig? Der Prokurator des ‚St. Georg-Ordens‘ Norbert v. Handel sprach über die katastrophalen spirituellen und innerstrukturellen Probleme der katholischen Kirche und den Mangel einer Leitlinie, die statt der bisherigen Wehrhaftigkeit nur eine gesellschaftliche ‚Verweichlichung und Feigheit‘ zu verantworten hat. Er plädierte für ein ‚christliches Europa der Vaterländer‘ in dem traditionelle Werte wie Familie, Tradition, Brauchtum, Kultur und Religion wieder ihren ursprünglichen Stellenwert einnehmen sollen. Ley betonte zudem, dass Europa sich als Zivilisation gewissermaßen wieder entdecken und zugleich neu erfinden müsse.

Die erste Pointe ist: „Polit-Profi“. Das ist eine Doppelpointe. „Polit-Profi“ ist, wer vom Karl-Habsburg-Orden ein Prokurator und zugleich dem Dingsminister ein väterlicher Freund …

„Schrieb einst einen Brandbrief an Merkel“ … Einst, das war im Mai 16, und das war kein „Brandbrief“, sondern eine Bedienungsanleitung für ein Faschingssitzungpointenfeuerwerk …

Wochenblick kann österreichgemäß nicht wissen, was ein „Brandbrief“ ist, solche Briefe werden in Österreich nicht geschrieben. Wenn Wochenblick sich vielleicht doch noch kundig machen möchte, wie ein „Brandbrief“ geschrieben wird, kann ihm geholfen werden, mit einem „Brandbrief“ aus Deutschland, geschrieben im Winter 19 …

„Europa der Vaterländer“ … Der väterliche Gesinnungsfreundprofi kennt oder weiß, wer der Vater sein soll …

„Die Zivilisation wieder entdecken“. Das ist keine Pointe, sondern ein Gebot der Stunde.

Der totale Höhepunkt, die Überpointe aber ist die Ankündigung von Wochenblick. Die nächste Faschingssitzung findet …

am 29. März in Linz statt. Sprechen werden dann unter anderem Harald Vilimsky (EU-Abgeordneter, FPÖ-Spitzenkandidat zur EU-Wahl) und“

mit dieser letzten Pointe im Bericht von Wochenblick soll die Faschingssitzung hier enden, mit Tusch und Lei-Lei …

Zugabe

Einst wird die Geschichte wohl zum Urteil kommen, daß die Faschingssitzung am 29. März 2019 die anspruchsvollste des Jahres 19 war, weil diese Sprechspitze allein ein ganzer Fasching für mehr als ein Jahr …

4 Gedanken zu „Ley oder der Faschingsdienstag, der 2019 auf einen Mittwoch fiel und über den der Wochenblick am darauffolgenden Ascherdonnerstag euphorisch berichtet

  1. Pingback: „Antisemitismus im Kursalon“ | Prono ever

  2. Pingback: Verwachsen, aber mit einem einzigen Mund | Prono ever

  3. Pingback: Jan Böhmermann hätte seine Ausstellung in Graz nicht „Deuscthland#ASNCHLUSS#Östereich“ nennen sollen, sondern schlicht wie kurz: GRÖZ | Prono ever

  4. Pingback: Norbert van Handel | Prono ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s