Sie auch, Thomas Glavinic?

Gestern wurde gedacht, es werde kein Einstieg gefunden werden können, um über das Sommerinterview mit Thomas Glavinic und Heinz-Christian Strache schreiben zu können, aber es wurde falsch gedacht, denn einen Beginn zu finden ist nicht schwer, mehr hemmte, wie heute erkannt werden muß, der bereits geahnte Aufwand, alles, was in diesem Interview gesagt wurde, ansprechen zu müssen, und also auseinandernehmen zu müssen, dabei aber nichts zu vergessen, Zeile für Zeile  also durchgehen zu müssen, während draußen die Sonne … für diesen Sommer vielleicht zum letzten Mal, ehe im bleiernen Schatten des Herbstes und des Winters die Sehnsucht wieder zu pochen beginnt …

Österreich 29-09-2013Die Vorstellung aber, es könnte zum wetterbedingten Schatten ein zweiter bleierner Schatten hinzukommen, ein von den Wählern und Wählerinnen über dieses Land geworfener, es noch dunkler werden, weit über den nächsten Herbst und Winter hinaus, für fünf Jahre es absolut finster werden könnte, läßt schaudern und den Aufwand vergessen …

Im Grunde könnte dieses Gespräch freilich ignoriert werden, es hätte gelesen und dann augenblicklich abgetan werden können als … Plattitüden. Anderseits verleitet es doch dazu, wieder einmal darüber zu spekulieren, weshalb es Freiheitlichen nach wie vor gelingt, daß derart viele sie für wählbar halten und auch wählen, zu keinem geringen Prozentsatz, und das nun seit gut zwei Jahrzehnten … Denn Freiheitliche haben nichts anzubieten, das wählenswert ist, ihren Arbeitseifer entwickeln sie vorwiegend dafür, andere zu beschäftigen, vor allem Behörden, insbesondere Gerichte … Und dennoch werden sie nach wie vor gewählt, zu keinem geringen Prozentsatz. Das kann nicht nur an einem erfahrungsvergessenen Wahlverhalten liegen … Es liegt – auch – an der Dummheit, an der Ahnungslosigkeit und an der Verlogenheit im Umgang mit Freiheitlichen, wofür dieses Sommerinterview durchaus exemplarisch steht …

Der Aufwand kann doch geringer gehalten werden, als zuerst angenommen, genauer, befürchtet, gelangweilt ob des Inhalts zu betreiben sein wird, denn es kann dieses Gespräch gut auf wenige Punkte reduziert werden: Mißbrauch, Dummheit, Ahnungslosigkeit … Und der Aufwand kann noch einmal verringert werden, weil ja auf das, was der zurzeitige freiheitliche Obmann zu diesem Interview beisteuert, nicht eingegangen werden muß – Heinz-Christian Strache kam ohnehin bereits entkleidet zu diesem Gespräch, es gibt bei ihm nichts mehr zu entblößen, nackt steht er da, aber nicht wie ein Kaiser, sondern nackt als Freiheitlicher – mit Nichts an und bei sich also, das wählenswert ist …

Mißbrauch

Der Standard bietet Thomas Glavinic die Plattform, um für seinen neuen Roman „Das größere Wunder“ werben zu können, und das nutzt Thomas Glavinic recht ordentlich, nicht nur durch den redaktionellen Hinweis auf den bevorstehenden Erscheinungstermin, sondern auch mit dem, was er sagt, als Thomas Glavinic wiederholt, was er in seinem Roman den Buben Jonas sagen läßt … Seht, was für ein Kind! Spricht wie Pindar … Thomas Glavinic mißbraucht also die Politik, nützt das Gespräch mit einem Wahlkandidaten, sogar so kurz vor den Nationalratswahlen am 29. September 2013, um für seinen Roman Werbung zu machen, mit dem zur nächsten Überschrift gewechselt werden kann:

Ahnungslosigket

„Ein Roman stellt die Welt in einer idealen Weise konzentriert dar. Was wir im Alltag erleben, ist durchsetzt mit Leerlauf und alltäglicher Langeweile. Ein Roman ist ja viel besser! Wissen Sie, was ein Roman ist?“ Und Sie? Auch Sie, Thomas Glavinic …

Ahnungslosigkeit, die zweite

„Problematischer sehe ich, dass die Zeiten vorbei sind, in denen sich die Politik verteidigend eingemischt hat, wenn aus einer bestimmten Ecke Anfeindungen laut geworden sind. Die Künstler stehen allein da.“ Wo warst Du, Jonas?

Es scheint die Sonne. Auch heute wieder. Morgen ist auch noch ein Tag, um das zu beenden, was heute ausführlicher begonnen wurde, oder auch nicht, wenn es morgen regnen sollte, dann kann der Tag leichter für eine Fortsetzung ver…

3 Gedanken zu „Sie auch, Thomas Glavinic?

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