Eric Frey kann nicht rechnen

„Die neue Regierung kann bereits in wenigen Tagen stehen: die Koalition zwischen ÖVP und FPÖ. Eine andere Regierung darf es nicht geben, denn nur diese entspricht dem Wählerwillen. Selten zuvor war eine Koalition demokratisch so stark legitimiert. Jeder Wähler, der sein Kreuzerl bei ÖVP oder FPÖ gemacht hat – und das war eine große Mehrheit -, hat gewusst, dass Schwarz-Blau die wahrscheinlichste Variante ist. Jede andere Kombination – sei es Schwarz-Rot oder Rot-Blau – wäre das Resultat taktischer Spielchen und letztlich Betrug am Wähler.“

Das schreibt Eric Frey am 20. Oktober 2017 in der Qualitätszeitung österreichischen Zuschnitts. Und überschreibt das Ganze mit: „Keine Alternative zu Schwarz-Blau“.

Eric Frey kann nicht rechnen. Denn. Nach den nackten Zahlen des Ergebnisses der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 entspricht es nicht dem „Wählerwillen“, wie Eric Frey meint …

Es soll ihm daher einmal vorgerechnet werden. ÖVP und FPÖ kommen gemeinsam auf 57,5%. Hingegen kommen ÖVP und SPÖ gemeinsam auf 58,4%. SPÖ, FPÖ und Neos kommen gemeinsam auf 58,2%. ÖVP, SPÖ, Neos und Liste Pilz kommen gemeinsam auf 68,1%. SPÖ, FPÖ, Neos und Liste Pilz kommen gemeinsam auf 62,6%.

Bei diesen Ergebnissen also wagt Eric Frey zu behaupten, eine andere Regierung als eine von ÖVP und FPÖ dürfe es nicht geben, weil nur diese dem „Wählerwillen“ entsprechen würde. Nach dem Wahlergebnis haben ÖVP und FPÖ mit 57,5% für eine Koalition die geringste Zustimmung. Eric Frey dürfte den „Wählerwillen“ mit seiner äußerst geringen Vorstellungskraft verwechseln, die ihn nur bis zu einer Koalition von zwei Parteien denken läßt, während Wählerinnen und Wähler nach den nackten Wahlergebniszahlen durchaus für mehrere Koalitionsvarianten offen zu sein scheinen, und auch die Voraussetzungen dafür wählten. Die Koalitionsvariante von Eric Frey hat aber von allen Koalitionsvarianten den geringsten prozentualen Zuspruch.

Eric Frey kann nicht rechnen, und er, um eine moderne, also häßliche Formulierung zu verwenden, kann nicht Geschichte.

Selten zuvor, schreibt Eric Frey, sei eine Koalition demokratisch so stark legitimiert gewesen. Zur Erinnerung: 1970 kamen SPÖ und ÖVP gemeinsam auf 93,1%, 1966 auf 90,91%, 1986 auf 84,4%, 1990 auf 74,9%, 1994 auf 62,6%, 1999 auf 60,06%, 2006 auf 69,67%, 2002 auf 78,81% …

Es ist nie zu spät, die Bedeutung von so einem einfachen Wort wie „Selten“ doch noch zu lernen. Vielleicht hat Eric Frey das Lernen schon aufgegeben. Er hätte doch viel zu lernen. Wie allein an diesem Satz abgelesen werden kann. Neben „Selten“ müßte er sich auch kundig machen, was heißt „stark“, was heißt „legitimiert“ und was heißt gar die Kombination „so stark legitimiert“ …

Jede andere Kombination als „Schwarz-Blau“ wäre, schreibt Eric Frey, „letztlich Betrug am Wähler“. An welchem „Wähler“? Er kann hierbei wohl nur von sich selbst als „Wähler“ schreiben. Nach den obigen nackten Wahlergebniszahlen ist ein „Betrug“ nicht ablesbar … Was aber aus dem von Eric Frey Geschriebenen gelesen werden kann, ist das gänzlich fehlende Vorstellungsvermögen, das über die Zahl 2 hinausgeht. Vielleicht ist Eric Frey bereits von seinen Eltern unverantwortlich darauf konditioniert worden, sich auf die Zwei zu beschränken … es kann fatale Folgen zeitigen, eine ganze Kindheit hindurch nur Bonbons mit der Aufforderung Nimm nicht mehr als 2

Es könnte auch noch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, Eric Frey kann rechnen und Eric Frey kann Geschichte. Eine Möglichkeit aber, die ebenso wenig schmeichelhaft für ihn wäre: das Herr-Karl-Syndrom kann an Eric Frey …

Abschließend kann nur einmal noch bekräftigt werden, es gibt nach den nackten Wahlergebniszahlen Alternativen zu „Schwarz-Blau“ …

Und was es wohl endlich braucht in Österreich sind breite Alternativen zu Qualitätszeitungen österreichischen Zuschnitts …

Nationalratswahl Österreich - Eric Frey kann nicht rechnen

 

 

Hans Rauscher tritt in das Halbdunkel des Geistes ein

Halbdunkel Österreich

Genauer.

Hans Rauscher ist nie aus dem Halbdunkel Österreichs herausgetreten.

Wofür er am 14. Juni 2017 wieder einmal in der Qualitätszeitung österreichischen Zuschnitts  … in seinem Halbdunkel ist er wahrlich ein Experte für so vieles, wie allenthalben mit der größten … aber er muß sich mehr und mehr anstrengen, denn Alexander Föderl-Schmid rittert mit ihm um den ehrenwerten Titel Weltexpertin

Es geht um Extremismus, um Imame, um eine Deklaration der Verurteilung von extremistischen Gewaltakten. Und Hans Rauscher meint, er sei der Lehrer vielleicht in einer Bibelschule, falls diese so modern ist, um eine schriftliche Beurteilung abzugeben.

Hierzu ist vorab grundsätzlich zu sagen, es ist eine Anmaßung, von Muslimen und Musliminnen in Österreich zu verlangen, sie müssen das, was irgendwo auf der Welt passiert, verurteilen, sich davon distanzieren, und es ist im terrorfreien Österreich nicht nur eine Anmaßung, sondern bereits eine Perversion, es von ihnen zu verlangen.

Wer verlangt je in Österreich von Christen, sie haben zu verurteilen, sie haben sich zu distanzieren, wenn irgendwo auf der Welt Mord und Terror im Namen des christlichen Gottes …

Wer verlangt je von Christinnen, sie haben sich zu verurteilen, anzuprangern, zu geißeln, sie haben sich zu distanzieren, wenn irgendwo auf der Welt der Organisierte Glauben der römisch-katholischen Kirche für Gesetze stürmt, die die Freiheit des Einzelnen beschneiden sollen, Ungleichheit rechtlich festschreiben will, Gesetze verhindern will, die zum Wohl des Einzelnen verabschiedet werden sollen …

Wer verlangt von Christen, sie haben zu verurteilen, sie haben sich zu distanzieren, wenn höchste Vertreter – und das sind nur Männer – dieser Kirche die Rücknahme von Gesetzen fordern, die ihrem Märchenbuch widersprechen …

Wer verlangt von Christinnen, sich zu distanzieren, zu verurteilen, wenn der „Führer“ der katholischen Kirche etwa Gender Mainstreaming mit Nationalsozialismus …

Kurz gesagt, wer zwingt je Gläubige in eine Glaubenssippenhaftung, wie es im Fall der Menschen ist, für die eben der Koran ihr erstes Märchenbuch ist und beispielsweise nicht die Bibel …

Wer verlangt in Österreich etwa den frommen Antiziganismus der Habsburg zu verurteilen, sich von ihnen zu distanzieren. Im Gegenteil. Gerade in diesem Jahr ist zu erleben, wie vor allem Maria Theresia Habsburg bejubelt wird.

Hans Rauscher im Halbdunkel Österreichs

Und nun zu Hans Rauscher, der mit seiner im Halbdunkel Österreichs nicht so leicht auszumachen ist.

Er nennt, am 14. Juni 2017, die Imame „geistliche und geistige Führer der rund 700.000 Muslime“ in Österreich. Hans Rauscher weiß sehr wohl um die Bedeutung des Wortes „Führer“ in Österreich. Umso schlimmer ist es, daß er es verwendet. Würde er je die Priester und Pfarrer als „Führer“ der rund fünf Millionen Christen und Christinnen bezeichnen? Nein. Damit denunziert er 700.000 Muslime und Musliminnen als willenlose Masse, die ihren „Führern“ gehorchen, tun, was ihre „Führer“ verlangen. Damit diffamiert er diese Menschen als stehendes Heer, das auf Befehl marschiert, das auf Befehl für Frieden ist, wenn ihre „Führer“ im „Halbdunkel“ sie dazu in Bewegung setzen … „Halbdunkel“ allein bereits ein Wort der Verdächtigung, ein Wort der Kriminalisierung, ein Wort, um Furcht und Angst zu verbreiten.

Er, Rauscher, meint, Imame würden, und das rechnet er ihnen nicht positiv an, die Botschaft implizit senden, „nicht nur Muslime“ würden „Anschläge verüben“ … Das ist sein geschultes Ohr im Halbdunkel  Österreichs. Denn. Sind diese „impliziten Botschaften“ in Österreich nicht recht bekannt, wenn es um Nationalsozialismus und Rechtsextremismus geht? In Österreich, wo Verurteilung und Distanzierung von Nationalsozialismus und Rechtsextremismus stets einhergeht mit der Verurteilung und Distanzierung von jedwedem Extremismus, Verurteilung und Distanzierung von recht bestimmten Kreisen nur zu bekommen ist als Verurteilung und Distanzierung von Nationalsozialismus und Kommunismus – damit ist sofort gewußt wird, was verurteilt und was nicht verurteilt wird …

Hans Rauscher bemängelt an der Erklärung der Imame, daß von „Chancengleichheit von Mann und Frau“ und nicht von „Gleichheit“ die Rede sei … Und das rechnet ihnen Rauscher nicht positiv an. „Chancengleichheit von Männern und Frauen“ ist den „Führern“ der identitären Parlamentspartei Programm, nicht die „Gleichhheit“. Und das ist die Partei, die, nach Meinungsumfragen, so viele in Österreich in einer Regierung sehen wollen, die Partei, um die jetzt so viele werben, sie als Regierungspartnerin zu bekommen. Und bei Hans Rauscher selbst haben die Frauen nicht einmal die Chance schriftlich vorzukommen; er schreibt etwa „700.000 Muslime“ … Nur wenn er die Erklärung der Imame zitiert, kommt er nicht umhin, „Muslimin“ zu schreiben. Würde die „Muslimin“ in der Erklärung der Imame nicht vorkommen, Hans Rauscher wäre es nicht eingefallen, daß es auch Musliminnen gibt. Und noch etwas. Es gibt auch Immaninnen. Wo gibt es Pfarrerinnen, Priesterinnen? In der katholischen Kirche haben sie nicht einmal die Chance, das zu werden. Trotz des Gleichbehandlungsgesetzes in Österreich. In diesem Fall würde Hans Rauscher keine „Wortklauberei“ betreiben wollen. Er könnte auch keine Wortklauberei betreiben. Denn. Im Fall der römisch-katholischen Kirche gibt es weder Chancengleichheit noch Gleichheit für die Frau, somit die Unmöglichkeit einer Wortklauberei zwischen Chancengleichheit und Gleichheit von Mann und Frau.

Im Halbdunkel Österreichs ist das wohl positiv zu bewerten, daß Hans Rauscher in seinem Halbdunkel „Chancengleichheit“ und „Gleichheit“ wenigstens buchstabieren kann.

Um zu einem Ende zu kommen.

In diesem Halbdunkel Österreichs kann geglaubt werden, es werde ein Spaziergang am 15. Juni 2017 über den Rochusmarkt gemacht, und befindet sich unversehens in der Zeit der Habsburger – vor der Kirche eine Kapelle in der Uniform der … und dann der Eingang zum Amtshaus: versperrt durch einen Altar … vor diesem Amtshaus mit dem Brunnen zum Gedenken an den frommen Antisemiten

Österreich - Halbdunkel - Rauscher.jpg

Nicht schutzlos, also informationslos dem Terror in Medien sich ausliefern

Alexandra Föderl Schmid - kein Schutz nirgendwo

Alexandra Föderl-Schmid entdeckt den Straßenverkehr, am 4. Juni 2017, in der Qualitätszeitung, freilich in der Definition von Qualität österreichischen Zuschnitts.

„Schon wieder Menschen mit einem Auto niedergefahren. Das Perfide an diesem Vorgehen ist, dass es keine Vorbereitung braucht und überall geschehen kann.“

Alexandra Föderl-Schmid erzählt die Erzählung nach, die erzählt wird, seit es den Autoverkehr gibt, wie sie etwa von Octave Mirbeau bereits vor einhundert Jahren erzählt wurde. Von diesem Terror im Namen des Fortschritts, vor dem es keinen Schutz gibt, irgendwo, schreibt sie nicht, sondern von dem anderen Terror …

„Wie die Ereignisse in Afghanistan der vergangenen Tage zeigen, gibt es auch dort Attentate: Zuletzt starben dabei mehr als 85 Menschen in Kabul und dann wurden just noch Besucher des Begräbnisses dieser Anschlagsopfern angegriffen.“

Alexandra Föderl-Schmid entdeckt also am 4. Juni 2017, sie kann durchaus über den Suppeneuroparand hinausblicken … oh, auch fern von Europa gibt es Attentate, gibt es Ermordete, ach, kein Schutz vor Mord – irgendwo: weder in Österreich noch in Afghanistan.

Die Qualität einer großen Journalistin macht es wohl aus, keine Materialien zu benötigen, keine Daten zu benötigen, vielleicht noch kurze Blicke in die Umsonsten während der Fahrt mit einer Straßenbahn, die weiter an der Qualitätsspirale österreichischer Medien drehen, die genügt, um schreiben zu können, was sie schreibt. Eine Datenbank hierfür heranzuziehen, das wäre nur … zum Beispiel diese:

„Damit wir auf diese und weitere Fragen Antworten finden können, müssen wir aber zuerst klären, über was wir hier eigentlich sprechen. Was ist Terror? Und welche Herausforderungen birgt die Auseinandersetzung damit? Antworten darauf gibt die Global Terrorism Databse (GTD)—eine einzigartige open-source Datenbank des National Consortium for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism (START) der University of Maryland, die seit 1970 Terroranschläge dokumentiert, analysiert und Informationen dazu sammelt.“

Wie fundiert eine Journalistin schreibt, ist ein Kriterium für ihre Qualität. Und fundierter als sie … als Vergleich fiele nur eine Copysite ein, aber tatsächlich, Alexandra Föderl-Schmid, kein Schutz, irgendwo, vor Fahrzeugen, die …

„So kommt zum Beispiel statistisch gesehen laut der GTD nur in 0,07 Prozent aller Anschläge ein Fahrzeug als Waffe zum Einsatz, was die Anschläge von Nizza, Berlin und Jerusalem zu absoluten Ausnahmefällen macht.“

0,07 Prozent. Kein Schutz, irgendwo. Wie schutzlos erst auf den Straßen in Österreich. Aber. Es gibt dafür menschgemäß eine Lösung: „Travel Ban“. Das allerdings schreibt nicht Alexandra Föderl-Schmid. Dafür gibt es ja Donald Trump, der das ausspricht, was eine vornehme Dame österreichischer Qualitätsmedienherkunft nicht schreiben würde … dafür, was für ein Segen, gibt es die Tweets, die in die eigene Schreibe eingebettet werden können. Will Alexandra Föderl-Schmid auf raffinierte Weise kundtun: folget Trump?

In Österreich? Aber auch in Österreich gibt es Männer von einem Zuschnitt des Herrn Trump, also – ob die Mehrzahl richtig gebildet ist, ist ungewiß, bitte um Nachsicht – Trumpeln.

„Das ist das Gebein von Elfen.“

Andre Heller - Uhren gibt es nicht mehr.jpgEin blinder Mensch, dem die Stimmen von Peter Turrini und André Heller unbekannt sind, kam beim Anhören des Gespräches von Herrn Heller mit seiner einhundertzweijährigen Mutter ins Schwärmen und rief aus: Was für eine kindhafte Stimme Frau Heller doch hat!

Anders erging es dem blinden Menschen, dem die Stimmen von Peter Turrini und André Heller unbekannt sind, beim Anhören des Gespräches von Herrn Turrini mit dem vierjährigen Nachbarskind. Er stellte verwundert fest: Was für eine greisenhafte Stimme das Kind doch hat.

Er war nicht davon zu überzeugen, die Tonträger vertauscht zu haben. Er blieb dabei, es ist das Gespräch zwischen Herrn Heller und seiner Mutter zu hören, während in Wirklichkeit das Gespräch zwischen Herrn Turrini und dem Nachbarskind abgespielt wurde, und ebenso beharrte er während des Abspielens des Gespräches zwischen Herrn Turrini und dem Nachbarskind darauf, das ist das Gespräch zwischen Herrn Heller und seiner Mutter.

Wäre bloß ein kompetenter Mensch anwesend gewesen, einer, dem der blinde Mensch Autorität zuerkennt, wie schnell wäre dieses sich in die Länge ziehende Gespräch über die Verwechslung von Tonträgern beendet gewesen. Aber so endete es erst nach Stunden, erst als der blinde Mensch endlich sagte, er sei nun müde. Und aus dem Halbschlaf heraus murmelte er, es müsse seine Mutter in Wahrheit noch viel älter sein, wie sonst könne er sie fragen, ob sie Tschaikowsky noch …

AAndrea Schurian - Andre Heller - Blicke bis auf den Grund der Seelech, wäre bloß Andrea Schurian an diesem Nachmittag anwesend gewesen, wie schnell wäre dieses sich in die Länge ziehende Gespräch beendet gewesen, die Verwechslung aufgeklärt. Denn. Der blinde Mensch hält viel auf ihr Urteil. Ihr Artikel in der besten Tageszeitung des Landes war es schließlich auch, der ihn zum Kauf veranlaßte. Sie werden jetzt vielleicht denken, die Zeitung gibt es in Blindenschrift. Nein, es ist die Reinigungskraft, die ihm täglich, ehe sie mit dem Staubwischen beginnt, aus dieser vorliest. Den Tonträger mit dem Gespräch zwischen Herrn Turrini und dem Nachbarskind erwarb er einige Tage zuvor, aufgrund einer Empfehlung vom besten Radiosender dieses Landes. Die Reinigungskraft muß ihm nicht jeden Artikel vorlesen, aber sie hat den Auftrag, ihm unbedingt alle von Andrea Schurian vorzulesen. Und auch der Artikel von ihr über André Heller und Uhren, die es nicht mehr gibt, aber zu tragen sind, verfehlte bei ihm nicht seine Wirkung, von einer Qualität, poetisch, wie der blinde Mensch sagt, als würde André Heller selbst … todesmutig stürze sie sich in die Sprache, wie eben nur eine Meisterin, die über einen Meister … und der Meister werde die Meisterin nicht wie seine Mutter fragen müssen, ob sie eine Meisterin sei, sondern ausrufen: sie ist eine Meisterin! Denn auch das werde er wissen, wie er so vieles wisse, was zum Beispiel Gott sei, auch das wisse er, der Franzi, wie ihn, ist zu lesen, seine Mutter …. von der der blinde Mensch auch heute wieder meint, beim Abspielen des Gespräches zu Topfenstrudel mit Schlag und Tee, sie habe so eine …

Schönbornstandard oder die unerträgliche Propaganda der gewollten Gesetzesunwissenheit

die-unertragliche-propaganda-der-gewollten-unwissenheit„Ich war ein ziemlich unerträglicher Tugendbold für meine Geschwister.“ Das sagt Christoph Schönborn am 25. Februar 2017 im „Standard“. Würde je ein Stück geschrieben werden, in dem eine leitende Figur eines Organisierten Glaubens aufträte, wäre dieser schönbornsche Satz eine Vorlage für einen ersten Monologsatz: „Ich bin ein ziemlicher Unwissensheitsbold für das ganze Land, immer gewesen.“

Diese zwei großformatigen Seiten in der Qualitätszeitung österreichischer Zugerichtetheit über zwei Brüder wären nicht zu erwähnen, könnten ignoriert werden, könnten abgetan werden als Werbung für den einen alten Bruder, dem der um zwei Jahre jüngere alte Bruder beispringt, um für dessen Ausstellung im Kunsthistorischen Museum die Reklametrommel zu schlagen. Vom Wirtschaftlichen her ist gegen eine Werbung kein Wort zu sagen. Zwei großformatige Seiten als Werbung bringen dem „Standard“ eine gute Einnahme. Für diese zwei Bruderseiten wird der „Standard“ aber kein Geld eingenommen haben. Eine Gratiswerbung vom „Standard“ für zwei Brüder. Auch wenn es eine Gratisreklame ist, hat diese mit bezahlten Anzeigen  etwas gemein; sie wird bestellt worden sein. Bleibt nur die Frage, von wem.

Wären es zwei großformatige Werbeseiten üblichen Zuschnitts, auf denen der eine die große Kunst des anderen lobt, würdigt, preist – geschenkt. Aber dem ist nicht so. Es kann nicht einfach selbstverliebt über die eigenen Bildchen gesprochen werden, es können nicht schlicht die Fotochen des alten Brüderchen in den Himmel aufgefahren werden lassen. Es muß schon über die ganze Welt gesprochen werden.

Wenn die Fotografien des altjüngeren Bruders die Tiefenschärfe seiner Gedanken haben, dann wird es verständlich, daß eine Qualitätszeitung nicht umhinkommt, die zweiseitige Werbung bei sich selbst bestellt zu haben:

„Bei uns war die Situation ein bisserl anders. Die Menschen in Syrien müssen selbst entscheiden, ob sie flüchten oder ausharren. Bei uns hieß es nur: Raus mit euch Deutschen!“

Die Qualitätszeitung brachte den Fotobruder mit der Erinnerung an die Beneš-Dekrete … wie schlimmer es doch für die „Deutschen“ war, als jetzt für die Menschen in Syrien, weil nie besitzt ein Mensch eine größere Entscheidungsfreiheit, als in einem Krieg …

Der Fotobruder ist wahrlich ein großer Geist, und als solcher erkennt er punktgenau wahre großer Geister, die er zu würdigen weiß, etwa Hildegard von Bingen mit einem „leuchtenden Schrein“, die bis heute vielen Vorbild in Fragen der Sexualität, des Antisemitismus …

Dieser Gedankenschärfe darf der Ewigelichtbruder nicht nachstehen, und er steht nicht nach. Die Qualitätszeitung stellt die Linse scharf mit der Frage in einer Werbung für eine Ausstellung, ob es denn sinnvoll wäre ein Burkaverbot in Österreich:

„Es ist eine Sache, wenn man, wie jetzt im Regierungsprogramm, sagt, dass bei gewissen Berufsbekleidungen ein Kopftuch oder auch andere religiöse Symbole nicht passen. Eine Polizistin mit einem Brustkreuz oder Kopftuch herumlaufen zu lassen: geht nicht.“

Der Ewigelichtbruder redet aber nur nach, was die Regierung auch nicht weiß, welche Gesetze es nämlich in Österreich gibt, und die Qualitätszeitung weiß es auch nicht, denn sonst hätte sie darauf hingewiesen, welche Gesetze es in Österreich gibt, und wie unnütz also die Diskussion über das Kopftuch zur Uniform, wie unnütz hierzu weitere Gesetze … Es gibt die Polizeiuniformtragevorschrift, in der auf über fünfzig Seiten festgelegt ist, was getragen werden darf, was nicht getragen werden darf.

In dieser Vorschrift ist alles geregelt. Es ist sogar geregelt, daß beim Tragen der Uniformhemden, der Uniformblusen alle Knöpfe zu schließen sind. Es ist sogar geregelt, was darunter getragen werden darf, nämlich nur ein dunkles Leibchen. Es ist sogar geregelt, daß die Ärmel aufgekrempelt werden dürfen. Regelungen über Regelungen. Es ist gestattet, die Kopfbedeckung im Fahrzeug abzulegen. Einsatzuniform mit der Tellerkappe ist zu tragen, oder bei entsprechender Witterung die Winterkappe oder das Barrett … Wenn zwei oder mehrere uniformierte Bedienstete gemeinsam … haben sie einheitlich adjustiert zu sein. Das Tragen von ziviler Oberbekleidung zur Uniform ist verboten. Nicht einmal Taschenuhren dürfen sichtbar getragen werden.

Und so weiter und so fort.

Gerhard Botz putzt sich seine Dollfuß-Lupe und entdeckt die weite Welt

Um dann aus seiner internationalen Umgebung für die Provinz, in der er lebt, zu schreiben, eine ausführliche Analyse unter dem Titel „Dollfuß: Mythos unter der Lupe – Wie faschistisch war der ‚Austrofaschismus wirklich?“, veröffentlicht in der Tageszeitung „Der Standard“ vom 21. Februar 2015.

Und es stellen sich zu dieser botzigen Analyse viele Fragen ein.

Meint Gerhard Botz es sei notwendig und deshalb seine Analyse, es sei in Österreich notwendig, darauf hinzuweisen, daß Österreich damals kein Einzelfall war? Nein, das wird gewußt, das ist bekannt. In ganz Europa grassierte dieses, um es salopp und verkürzt zu sagen, Faschismusfieber. Eine Fleißaufgabe also.

Eine Fleißaufgabe, aber zu welchem Zweck?

Um darzustellen, daß Dollfuß zwar schon ein schlimmer Finger gewesen ist, aber nicht vollfaschistisch? Sondern bloß halbfaschistisch, weil vollfaschistisch, das aber wäre wirklich schlimm, halbfaschistisch jedoch, das geht, das ist der österreichische Weg, damit könnte auch heute wieder gelebt werden, in einer Zeit, in der viele, viel zu viele eine gewisse Partei wählen – davon aber später …

Korneuburger Eid Heimwehr - Beschreibung Faschismus von Gerhard Botz

Gegenüberstellung „Gelöbnis der Heimwehr“ und botzige Beschreibung „Idealtypus des Faschismus“

Möglicherweise denkt Gerhard Botz, was er aber nicht geschrieben hat, sich deshalb das Dollfuß-Regime als eine halbfaschistische Diktatur, weil Engelbert Dollfuß mit Rüdiger Starhermberg einen Vizekanzler zur Seite hatte, dessen Heimwehr sogar Gerhard Botz als „eindeutig faschistisch“ eingestuft in seiner Analyse zugeben muß. Starhemberg wurde beinahe der Nachfolger von Dollfuß und blieb bis 1936 Vizekanzler. Hier bleibt bloß noch die Fragen offen? Was war die zweite Hälfte? Nationalsozialistisch? Hitlerisch? Schließlich wollte Engelbert Dollfuß alles machen, „was die Nazis versprechen“ … Das war 1933. Und 1933 wurde bereits genau gewußt, was mit Adolf Hitler, was mit dem Nationalsozialismus kommen wird, was versprochen ward. Die Zeitgenossinnen und Zeitgenossen von Engelbert Dollfuß wußten es – nicht nur ein Thomas Mann wußte es schon –, Dollfuß, der selbst machen wollte, „was die Nazis versprechen“ … „einen rücksichtlosen Vernichtungskampf“, ein „Überhitlern“ …

Zu welcher Ecke hin will Gerhard Botz nun sein Denken lenken? Der so genau weiß, aus welcher Perspektive heraus andere denken, wenn er schreibt:

„Vor 80 Jahren mochte eine antifaschistische Rhetorik im politischen Kampf gegen die Zerstörer der österreichischen Demokratie noch ihren Sinn gehabt haben, vielleicht auch noch nach 1945, als die meisten Täter wie Opfer des 12. Februar noch lebten (und Letztere in der disziplinierenden Umklammerung der großen Koalition bald wieder schweigen mussten). Eine ähnliche terminologische Zuspitzung lässt sich auch bei zeitgenössischen Schriftstellern und heutigen Historikern – nicht jedoch bei dem international meistzitierten, kürzlich verstorbenen Eric Hobsbawm! – in Großbritannien beobachten, wo die englische Linke sich ab 1934 vehement für ihre österreichischen Genossen einsetzte und damit auch von Mussolini faszinierten Konservativen entgegenzutreten suchte. Wissenschaftlich ist heute (wie schon vor Jahrzehnten) das Konzept „Austrofaschismus“ höchst fragwürdig und wird fast nur von solchen Historikern (und einigen Politologen) und von einheimischen Essayisten und Dichtern auch hoher schriftstellerischer Qualität verwendet, die oft aus einer strikten Österreich-Perspektive heraus zu denken scheinen.“

Zu welchem Zweck also schreibt im Februar 2015 Gerhard Botz seinen putzigen Versuch? In einer doch weit verbreiteten Tageszeitung, mit dem er doch auch vermittelt, das Dollfuß-Regime sei nicht so schlimm, eben bloß „halbfaschistisch“ gewesen, sich auch bemüßigt fühlt, zu beweisen, das Dollfuß-Regime hätte gar nicht so Grauenvolles vorgehabt, wie beispielsweise die Nazis.

Es wird einem Historiker unverständlich sein, Geschichte ausschließlich durch die Lupe der Gegenwart zu betrachten, aber die Gegenwart gibt eine mögliche Antwort darauf, zu welchem Zweck eine doch weit verbreitete Tageszeitung in Österreich das veröffentlicht, zu welchem Nutzen diese Verniedlichung, diese Harmonisierung. Wird daran gedacht, daß in Österreich eine Partei zurzeit in deren Magazin offen über das „Wiederbeleben des Faschismus“ nachdenken läßt, ist es nicht unpraktisch von einem anerkannten Historiker bescheinigt zu bekommen, es sei in Österreich nicht voll faschistisch gewesen, bloß „halbfaschistisch“, das Schlimme im Vergleich zu anderen Ländern war halbschlimm, kein Grund zur Sorge, kein Grund zur Furcht, auch ein „neuer Eurofaschismus“ in Österreich werde nur halb … österreichisch halt, und ohne Deutschland nicht voll …, sondern halbschlimm und vollgemütlich … Für eine ÖVP und für nicht wenige in der SPÖ und in einem kleinen Städtchen warten auch Grüne auf eine Unterstützung, eine Entlastung, wenn es um Koalitionen mit dieser Partei … Und die FPÖ wird noch aus einem anderen Grund ihre Freude an den botzigen Formulierungen haben, wenn es gilt gegen „solche Historiker, Essayisten und Dichter“ zu wettern, die antifaschistisch sich äußern, dann haben sie mit Gerhard Botz eine „unverdächtige Person“, die sie zitieren können, um …

PS Es ist aber Gerhard Botz hoch anzurechnen, daß er seine Empathie mit Engelbert Dollfuß nicht so weit treibt, die Zeit des Dollfuß-Regimes auch gleich als eine Zeit bloßer „innenpolitischer Wirren“ darzustellen, das erst vor kurzem die steirische Wirtschaft

Österreichischer Standard: Im Dienste der FPÖ als Kurier

Wie unbedeutend und unwichtig muß NR Wendelin Mölzer sein, daß nicht er erwähnt wird, wenn es um die „rechtsrechte Wochenzeitung Zur Zeit“ im Zusammenhang mit Pegida geht, sondern sein Vater, Andreas Mölzer? Wie auch heute wieder, in der Tageszeitung „Kurier“. Das mag nicht beurteilt werden. Von seiner Position her ist er jedoch nicht unwichtig, ist er doch auch Abgeordneter des österreichischen Parlaments, Wendelin Mölzer, der die „rechtsrechte“ ZZ der identitären Gemein-Schaft als Chefredakteur führt. Im Gegensatz dazu ist Andreas Mölzer heute nur noch unbedeutend und nur noch unwichtig, weil ohne Ausübung irgendeines politischen Mandats, also nicht wichtiger als ein Nichtwahlkandidat Nagel …

nagel veröffentlicht in der rechtsrechten Zur Zeit des Wendelin MölzerAber auch der „Kurier“ ist eben ein freundlicher Bote der FPÖ und überbringt heute eine Information, die in der Vergangenheit relevant war, als Andreas Mölzer noch ein freiheitlicher Mandatar war, in Wahlen antrat – nun tritt er bloß noch hin, schreibt sich seinen Teil … Das ist eine Information, die in der Gegenwart für Leser und Leserinnen keinen aktuellen und auch keinen sonstigen Wert haben, die wertvoll nur für die FPÖ ist, die damit … Was ist daran noch von Interesse, was ein Ehemaliger … Aber für den „Kurier“ muß und will kein eigener und kein ganzer Artikel geschrieben werden. Es wurde dazu ohnehin bereits alles gesagt, was dazu zu sagen ist:

Dafür ist dem Standard die Nächstenliebe der FPÖ gewiß