Sie kamen bis Meter Achthundertfünfzig

Identitäre kamen nur bis Westbahnhof

Der entscheidende Satz an diesem Samstag, dem 11. Juni 2016, wurde von einem Sprecher der Identitären vor der Wiener Stadthalle gesagt. Er meinte, wenn nicht so viele Medien anwesend wären, „wären wir um ein Drittel weniger“.

Seitens der Polizei wird eine Schätzung von „bis 800“ abgegeben, die Identitären nehmen diese Schätzung wohl recht dankbar auf und meinen „über 800“ … Hingegen die Schätzung der Polizei in bezug auf die Gegendemonstration: „500“ … Nun ja, die Fotos unten, aufgenommen von der Wiener Stadthalle bis zum Westbahnhof, geben bereits ersten einen Eindruck, was von diesen wohlmeinenden Schätzungen zu halten ist.

Ach, nicht einmal eintausend Menschen. Da ist es die treulieb‘ Pflicht, die ehrenreiche Aufgabe der Mannschaft und Frauschaft der Website der identitären Parlamentspartei, den außerparlamentarischen Identitären beizustehen, die Eintausend herbeizuzaubern; schließlich sind doch alle Identitären geeint durch die Vorstellung, Patrioten zu sein.

 

Zurück zum entscheidenden Satz dieses Tages.

Eine derartige mediale Aufmerksamkeit für ein Grüppchen mit fahnengeschmückten Stangen spornt natürlich eine derartige Gruppierung an, verhilft ihr zu einer Bekanntheit, die in keiner Weise der Bedeutung dieser Gruppierung entspricht.

Ohne Medien „wären wir um ein Drittel weniger“. Das heißt, es wären dann so etwa um die 150 Identitäre gewesen. Es waren auch Frauen dabei. Sollen diese Identitärinnen genannt werden? Die Befürchtung, es könnte bei schlampiger Aussprache als Identinärrinnen verstanden werden, ist zu groß. Deshalb fällt die Wahl auf eine geschlechtsneutrale Bezeichnung: Identis. Und Patriotis, um auch das geschlechtsneutral zu formulieren.

Über die Demonstration der Identis selbst ist nichts zu schreiben. Es war eine Demonstration, über die nur eines zusammengefaßt gesagt zu werden braucht: Polizei und Medien mit Identis kamen achthundertfünfzig Meter weit. Nicht einmal einen Kilometer schafften Patriotis.

Und der einzige wichtige Satz, der einzige zitierbare Satz von diesem ganzen Nachmittag des 11. Juni 2016 ist der Satz, ohne Medien „wären wir um ein Drittel weniger“ … Das ist der einzige Inhalt, dem fortan die ganze Aufmerksamkeit zu gelten hat: der Medienarbeit in diesem Land.

Die absolute Inhaltslosigkeit der Identis zieht also Medien an – der Vergleich mit dem Licht, das die Mücken anlockt, wäre im Zusammenhang mit Identis ein absoluter falscher –, hingegen meiden Medien …  veränderungsaktive Initiativen und Projekte in Österreich …

NS Das ist doch noch erwähnenswert. Identis wollten eigentlich von der Wiener Stadthalle bis zum Schloß Schönbrunn. Aber Identis kamen bloß bis zum Westbahnhof. Das ist eine Strecke von zehn Minuten Gehzeit. Identis brauchten für diese zehn Minuten natürlich viel, viel länger. Für achthundertfünfzig Meter konnten sie sich der Illusion hingeben, sie können die Straße erobern, aber daraus ist nichts geworden. Deshalb setzen Identis derart auf die Medien, und die Medien machen freiwillig und ohne Not mit, obgleich Identis nichts anzubieten haben, oder richtiger, sie bieten eben genau das an, was österreichische Medien gerade noch verstehen können: Inhaltslosigkeit.

NNS Beim Anblick dieser wenigen Fahnenstangenträgerinnen wurde gedacht, wenn diese wenigen alle wären, die die identitäre Parlamentspartei wählen, würden vielleicht auch die Medien das Interesse verlieren, weil es einfach eine von der Zahl her vernachlässigbare Gruppe wäre … inhaltlich sind sie es schon längst, waren es eigentlich immer …

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Ein Gedanke zu „Sie kamen bis Meter Achthundertfünfzig

  1. Pingback: Identitäre Demonstration 11. Juni 2016 in Wien: Schreibstaffel von FPÖ unzensuriert mit dabei | Prono ever

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