Wie lange lebt noch Recep Tayyip Erdoğan und wie kurz wird in Österreich politische Zeit gedacht

Recep Tayyip Erdoğan wird in wenigen Monaten dreiundsechzig Jahre alt sein. Die Lebenserwartung von Männern in der Türkei beträgt etwas mehr als siebzig Jahre.

Aus der Türkei gibt es Stimmen, die einen Beitritt der Türkei zur EU für 2023 wollen. Das wäre in rund sieben Jahren. So schnell wird es nicht gehen, so schnell wird das in Europa von keinem Menschen gefordert, auch nicht von dem derzeit politisch verantwortlichen Personal in der Europäischen Union.

Nach der statistischen Lebenserwartung für Männer in der Türkei aber könnte in rund sieben Jahren Recep Tayyip Erdoğan tot sein. Und mit seinem Tod könnte der antidemokratische und glaubensfanatische Spuk auch schon wieder vorbei sein.

Es ist doch nicht unbekannt, wie schnell sich alles ändern kann, mit einem anderen Regierungspersonal.

Aber speziell in Österreich wird nur auf Recep Tayyip Erdoğan gestarrt. Erdoğan selbst wird wohl glauben, er werde noch Jahrzehnte leben und auf eine irgendeine Weise mächtig sein, und speziell in Österreich wird mit ihm das auch geglaubt und auch angenommen, er werde gegen alle Legistik in der Türkei noch Jahrzehnte regieren.

Das politische Denken speziell in Österreich umfaßt also nicht mehr als den tagespolitischen Zeitrahmen. Die Halbwertszeit des politischen Denkens des derzeit politisch verantwortlichen Personals in Österreich beträgt nicht einmal ein Jahrzehnt. Es wird nur so getan, als würde es in Jahrzehnten denken, aber es spricht nur für den Tag, wenn etwa gesagt wird, für Jahrzehnte kein Beitritt der Türkei zur EU.

In nicht einmal einem Jahrzehnt könnte nach der statistischen Lebenserwartung der Kitschpalastallah, vor dem paralysiert gehockt wird, schon tot sein.

Mit der Lebenserwartungsfrage wurde aber nur begonnen, um zu zeigen, wie stark speziell in Österreich immer noch alles ausgerichtet ist auf die sogenannten starken Männer.

Denn bei dem ganzen Gerede in bezug auf die Türkei mit der Haltbarkeit von einem Tag wird etwas gänzlich ignoriert: das sind Wahlen. Schon die nächsten Parlamentswahlen in der Türkei könnten ein anderes politisches Personal in die Regierung bringen. Und wenn angenommen wird, daß  Recep Tayyip Erdoğan die Wiederwahl gewinnt, dann ist ein Präsident Erdoğan mit spätestens 2024 – statistische Lebenserwartung hin oder her – Geschichte. In gerade einmal acht Jahren ist es mit ihm politisch aus.

Aber speziell in Österreich wird nur von der Türkei gesprochen, während eigentlich der Genauigkeit willen, nur von Recep Tayyip Erdoğan gesprochen werden dürfte. Es erfolgt eine unverantwortliche Gleichsetzung von Türkei und Erdoğan und dementsprechend unverantwortlich die Ausrichtung des politisch verantwortlichen Personals in Österreich. Das nützt nur dem Kitschpalastallah. Und das könnte auch einen Teil dazu beitragen, daß er die Wiederwahl schafft, wenn bis zur Wahl so weitergemacht wird wie bisher.

Statt also genau zu differenzieren zwischen der Türkei und dem Kitschpalastallah, wird nicht nur in bezug auf die Zeit, sondern insgesamt kernlos kurz gedacht. Das Her- und Zugerichtsein auf das Autoritäre hat ja auch einen bequemen Nebeneffekt, es muß nicht politisch nachgedacht werden und dann danach noch politisch gehandelt werden. Beispielsweise darüber, wie können in der Türkei jene Kräfte gestärkt werden, die den von Recep Tayyip Erdoğan und seiner Partei eingeschlagenen antidemokratischen und glaubensfanatischen Weg ablehnen und Gegenkonzepte aufweisen. Und dazu gehörten dann auch Handlungen der aktiven Unterstützung. Um auf diese Weise einen Beitrag zu leisten, daß es mit Recep Tayyip Erdoğan politisch schon früher als in acht Jahren aus ist, weil er die Wiederwahl dann doch nicht schafft.

Wie eine Differenzierung praktisch aussehen könnte? Zum Beispiel. Wird etwa an die Visafreiheit für türkische Menschen gedacht, die derzeit von vielen wegen des Kitschpalastallahs abgelehnt wird, könnte diese durchaus eingeführt werden, aber gleichzeitig keine Visafreiheit ihn. Überhaupt für ihn ein Einreiseverbot. Gerade in Österreich gibt es damit Erfahrung, einen Präsidenten zu haben, der nicht einreisen durfte. Damals differenzierte die USA zwischen dem Präsidenten und den Menschen in Österreich, verhängten also nicht gegen alle Österreicherinnen und Österreicher ein Einreiseverbot, sondern nur gegen den Präsidenten. Aber speziell in Österreich werden alle türkischen Menschen so behandelt, als wären sie der Präsident … 

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