Eines der „hässlichsten Autos der Welt“ steht in der Rasumofskygasse auf der Landstraße

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Was für eine Gasse. Erlesen, die Rasumofskygasse in Wien. Am Erdberg. Ehe sie ansteigt auf der linken Seite das Haus, in dem Robert Musil lange Zeit lebte. Und dann gleich auch noch. Wenn das Steilste der Gasse überwunden, im Auslauf der Kurve auf der rechten Seite eines der „hässlichsten Autos der Welt“.

Und auch. Was für Unterschied zwischen wirklicher Welt und digitaler Welt.

Als das erste Mal dieses Auto, das zu den „zehn hässlichsten Autos der Welt“ gezählt wird, gesehen wurde, war zu denken, das wird wohl so eine Figur sein, nach der so viele Menschen jagen – wurmple game ... da aber kein einziger Mensch in der Nähe gesehen ward, der auf sein Smartphone starrt, mußte erkannt werden, das ist keines der in diesem Spiel nachzujagenden Teile.

In  der digitalen Welt dann die Aufklärung. Diese Figuren gibt es nur digital, es gibt keine über die Welt materialisiert verstreuten. Alles ist digital, auch die Jagd ist eine digitale. Das erklärt auch, weshalb keine Massen an Smartphones geklebte Menschen in der Rasumofskygasse.

Später dann auch die digitale Aufklärung darüber, was in der Rasumofskygasse tatsächlich gesehen wurde: eines der „zehn hässlichsten Autos der Welt“. Auf dem Foto ist dieses Auto schlecht zu erkennen. Die wirkliche Welt kann milde zu den Häßlichen und zu dem Häßlichsten sein. Wie schonungslos hingegen die digitale Welt, in der werden die Häßlichen und das Häßlichste unbarmherzig in aller Klarheit und in aller Sichtbarkeit vorgeführt.

Es wird nicht überraschen zu lesen, auf welcher Website diese Werbung für die „10 hässlichsten Autos der Welt“ ausschließlich zu lesen war. Es scheint, auch die Werbung ist von dem Authentischen ganz und gar sklavisch fasziniert. Das Häßlichste, das Menschen zu erzeugen imstande sind, wird beworben auf einer Site, die für das Häßlichste steht, das Menschen geistig hervorzuwürgen imstande sind.

Die digitale Welt aber ist bloßes Ebenbild der wirklichen Welt. Die Milde oft nur ein Nebenprodukt der Verhältnisse. Wie hier unterworfen den Wetter- und Lichtbedingungen und der Qualität des Werkzeugs zum Fotografieren. Wie schonungslos die wirkliche Welt ist, erfährt aber auch dieses Auto, dem nur ein Platz in der Einfahrt zur Tiefgarage zugewiesen ist. Es darf nicht bei den anderen Autos stehen. Großzügig ist ihm zwar ein überdachter, aber doch ein durch und durch einsamer Platz zuerkannt, vor der Schwelle zur Gemeinschaft und also zur Geselligkeit. Allein steht es vor der unbewachten Schwelle und somit auch um die Möglichkeit gebracht, Fragen zu stellen, weshalb es nicht hinein …

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Ein Gedanke zu „Eines der „hässlichsten Autos der Welt“ steht in der Rasumofskygasse auf der Landstraße

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