Alexander van der Bellen – Heimat mit menschlichem Antlitz

heimat-mit-menschlichem-antlitz-alexander-van-der-bellenAlexander van der Bellen zu wählen, am 4. Dezember 2016, damit noch einmal den wählen zu müssen, der bereits vor Monaten zum Bundespräsidenten gewählt wurde, heißt nicht, das kleinere Übel zu wählen, sondern den einzigen zu wählen, der in dieser Wahl am 4. Dezember 2016 wählbar ist.

Es spricht nicht gegen Alexander van der Bellen, aber gegen das Land Österreich insgesamt, wenn auch er einen Wahlkampf mit Heimat, Tier und Tracht führen muß. Geschuldet wohl der reapolitischen Einschätzung, anders könne in Österreich keine Wahl mehr gewonnen werden.

So gering sind die Ansprüche in Österreich schon geworden. So klein der Mut. Und wohl auch so gering das Vetrauen zu den Wählenden, anderes noch zu wählen, das nicht in Tracht, mit Tier und Heimatjodlerei daherkommt. Und wohl auch so gering das Zutrauen in das Eigene, mit zukunftsgewandten Visionen noch überzeugen zu können, mit weltwirklichkeitshaltigen und zukunftsweisenden Entwürfen, die nichts mit Trachtentierheimat zu haben, sondern mit den realen Gegebenheiten. Antworten sind, ein Heraussteigen aus dem gemeingefährlichen Vergangenheitskitschtopf. Wie soll es sonst je noch eine Entwicklung geben, wenn von links bis rechts alle von der Schneiderin Vergangenheit ihren Rock anmessen lassen?

So wenig also muß 2016 in Österreich ein Kandidat anbieten und darf er wohl nur anbieten, um gewählt zu werden, bloß das Gleiche also wie sein bereits zweimal erfolgloser Mitkandidat, aber mit menschlichem Antlitz. Und realpolitisch stellt sich nicht die Frage, ob dieser kargen Realpolitik zugestimmt werden soll oder nicht. Denn besser noch Heimat mit menschlichen Antlitz zu wählen, als nur Heimat, als bereits am 4. Dezember der Nurheimat ihrem weiteren Aufstieg nichts entgegenzuhalten, wenigstens in einer Wahl noch zu zeigen, ihr Aufstieg ist ein aufhaltbarer.

Wenn am 4. Dezember 2016 Alexander van der Bellen ein zweites Mal die Wahl gewonnen haben wird, dann wird es ein Tag der Freude sein. Weil ein Mensch gewonnen haben wird, der zwar auch mit Heimat, Tier und Tracht warb, aber mit menschlichem Antlitz. Wie der Systemgünstler. Über den Verlierer aber muß kein Wort mehr verloren werden.

So billig also ist 2016 in Österreich Freude schon zu bekommen, es reicht bereits, wenn ein Kandidat gewinnt mit seiner Heimat mit menschlichem Antlitz.

Zu befürchten allerdings ist, das wird die einzige gewonnene Wahl sein für Heimat mit menschlichem Antlitz. Und in den wesentlich wichtigeren Wahlen danach werden die natives with corn bluebottle … spätestens dann wird es Alexander van der Bellen vielleicht reuen, auf Heimat, Tier und Tracht gesetzt  … die Scholle weiter mit aufbereitet zu haben … so wenig weit wird heute in Österreich gedacht. Aber wie könnte es auch anders sein? Dieser Wahlkampf zeigte es besonders auf: die weiter voranschreitende Aufgabe des Politischen zugunsten der Trachtentierheimat, die von Angst beherrscht wird

2 Gedanken zu „Alexander van der Bellen – Heimat mit menschlichem Antlitz

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