„Zwanzigköpfige Bettlergruppe“ gewerkschaftlich organisiert

Floridsdorf, Österreich. Aus der überall Aufliegenden, der Österreich vertraut und die Österreich teuer ist, war vor einigen Tagen zu erfahren, daß es am Franz-Jonas-Platz eine „Bettlerszene“ gibt.

Sehr erstaunt darüber, obwohl täglich auf dem Franz-Jonas-Platz unterwegs, nie etwas von der „zwanzigköpfigen Bettlergruppe“ mitbekommen zu haben, ist der Umherliegenden, der nicht nur Österreich, sondern die hochkarätigsten politischen Verantwortlichen in Floridsdorf vertrauen, wieder einmal zu danken, wie sehr sie den Menschen die Augen öffnet, um zu sehen, was sie sonst nicht sehen.

Dermaßen von der breitteuer Daliegenden die Augen geöffnet und von ihr angespornt, selbst aktiv zu werden, selbst herauszufinden, weshalb die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ noch nie gesehen wurde, war die Sache rasch aufgeklärt.

Die „Bettlergruppe“ ist gewerkschaftlich organisiert. Es wird, so wurde es erklärt, strikt auf die Einhaltung der Arbeitszeit geachtet. Sie werden, wurde erklärt, immer vor Dienstbeginn und immer nach Dienstschluß am Franz-Jonas-Platz unterwegs sein. Das wird der Grund sein, weshalb Ihnen die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ noch nie aufgefallen ist. Und zur Mittagszeit, wenn Sie am Franz-Jonas-Platz Ihr Jausenbrot essen, hält die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ eben auch gerade ihre vorgeschriebene und in die Arbeitszeit inkludierte Mittagspause ein. Genauso wie Sie, Sie verbringen Ihre Pause ja auch nicht am Arbeitsplatz. Dem zarten Hinweis, aber die Mittagspause nicht in die Arbeitszeit eingerechnet zu haben, folgt die Feststellung: Sie werden wohl kein Gewerkschaftsmitglied sein.

Und der Mann mit dem Rucksack, von dem die so oft achtlos Irgendwohingeworfene berichtet, wie in der Collage gelesen werden kann, könnte der Mann sein, der in seinem Rucksack eine mobile Stempeluhr, mit der dokumentiert werden kann, daß Arbeitszeit und Mittagspause auch wirklich strikt eingehalten werden, mit sich führt.

Die Frage, ob alle Bettler und Bettlerinnen gewerkschaftlich organisiert sind, ihre Arbeitszeiten kollektivvertraglich geregelt sind, oder nur die von Floridsdorf, konnte nicht beantwortet werden. Zu hoffen wäre es, etwa für jene in Erdberg, an die gerade gedacht werden muß. Im Bericht über diese war von keinem Mann mit Rucksack die Rede; aber es war ja auch kein Bericht von der Teuerhingelegten, wenngleich von der Qualität her ihr ebenbürtig.

Floridsdorf - Österreich Bettler sind gewerkschaftlich organisiert

2 Gedanken zu „„Zwanzigköpfige Bettlergruppe“ gewerkschaftlich organisiert

  1. Pingback: Häupl präsentierte kein erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus | Prono ever

  2. Pingback: Wie recht Doron Rabinovici mit seiner „elenden Praxis“ in Österreich doch hat | Prono ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s