Häupl präsentiert kein erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus

Claim News - Komiitee - Antiziganismus - AntisemitismusEs gehört somit nicht zur Sorte fake news:

Häupl präsentiert erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus

Es ist, wie gelesen werden kann, klar als claim news deklariert. Es ist also eine gewünschte Berichterstattung, eine Berichterstattung, die es geben soll, nach den politischen Entscheidungen, die zu fordern sind. Claim news kann darüber hinaus auch verstanden werden, auf etwas aufmerksam machen, und weil es in diesem Fall auch um Geschichte geht, auf die verwiesen wird, um eine Nachforderung, die längst schon erfüllt hätte werden müssen.

Tatsächlich präsentiert wurde im Wiener Rathaus: das erste Monitoring-Komitee gegen Antisemitismus. Und nicht gegen Antiziganismus. Für die oben verlinkte claim news mußte lediglich Antisemitismus durch Antiziganismus ersetzt werden.

Wenn Sie fragen sollten, warum. Nun, es reichte u.a., wie gelesen werden kann, als Anlaß für die Installierung eines Komitees gegen Antisemitismus bereits ein Vorfall, das Beleidigen und das Anpöbeln eines jüdischen Bürgers. Das ist ehrenwert. Hätte es nicht spätestens nach den Morden in Oberwart sofort ein derartiges Komitee geben müssen, nicht beschränkt auf Wien, sondern ein österreichweites und ein ebenfalls parteiübergreifendes Komitee gegen Antiziganismus? Darauf kann es nur eine Antwort geben: Ja!

Ein Komitee gegen Antisemitismus ist die Kür. Ein österreichweites und parteiübergreifendes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus wäre die Pflicht, ist die Pflicht, aber die ist nicht mit süßlichem Geplänkel zu erfüllen.

Ein Komitee gegen Antisemitismus ist nun in der Zeit, in der es plötzlich eine breite Entdeckung der sogenannten Wurzeln jüdisch-christlicher Provenienz gibt, opportun, und die Gefahr, deshalb breit gescholten zu werden, ist gering. Hingegen mit einem Komitee gegen Antiziganismus sind, und da wird es parteigefährdend, sind keine Wahlen zu gewinnen, mit einem Komitee gegen Antiziganismus wird es gesetzgeberisch konkret, sind Bettelverbote wohl nicht mehr so leicht zu verabschieden. Mit einem Komitee gegen Antisemitismus sind die Parteien glücklich beurlaubt, sich etwa konkret mit dem städtischen Personal auseinandersetzen zu müssen. Wie anders hingegen wäre es, ein Komitee gegen Antiziganismus installiert zu haben …

Hierzu beispielhaft ein Zitat aus einem Brief an den Bürgermeister Dr. Michael Häupl:

„Wir von der BettelLobbyWien kritisieren aufs Schärfste, dass Beamte der Stadt Wien die BewohnerInnen als „Bettelbanden“ diffamieren und das Haus und die Wohnungen den Medien gegenüber beschreiben, als würden die Menschen in unhygienischen Zuständen leben. Diese Berichte nähren alte antiziganistische Mythen vom „dreckigen Zigeuner“. Bauliche Mängel mit „unhygienischen BewohnerInnen“ gleichzusetzen, wie es die BeamtInnen offenbar tun, zeugt weder von seriöser Arbeit noch ist es hilfreich zur Bewältigung sozialer Probleme. Ganz im Gegenteil: Diffamierungen gegenüber armutsbetroffenen Menschen – ausgesprochen von BeamtInnen der Stadt Wien (und weiterverbreitet vom Boulevard) – gießen nur noch mehr Öl ins Feuer der Hetze, die ohnehin gegen armutsbetroffene OsteuropäerInnen betrieben wird.“

Das macht die Notwendigkeit dieser claim news, ist zu hoffen, verständlich.

Mit einem Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus würde es vielleicht der SPÖ schwerer fallen, auf die gutter press zu hören, die gutter press zu bedienen, wie, um ein Beispiel noch anzuführen, um die Osterzeit 2017 herum.

Für ein Komitee gegen Antiziganismus gäbe es also viel, recht viel zu tun, wie Sie allein schon anhand der hier veröffentlichten Kapiteln … und in weiteren Kapiteln …

Weshalb es also noch kein Komitee gegen Antiziganismus gibt?

Vielleicht, könnte die Denke sein, würde das als Belohnung verstanden werden für Menschen, die ja die „Bevölkerung ausbeuten“ …

Ob, eine abschließende Überlegung, der Mandatar der identitären Parlamentspartei mitgemacht hätte, es ihm seine Partei erlaubt hätte, beim Installieren eines Komitees gegen Antiziganismus?

Bei einem Komitee gegen Antisemitismus mitzumachen, nun, das geht recht, die Aussicht, politische Silberlinge einnehmen zu können, dafür kann sogar eine ungelenke identitäre Partei gelenkig werden …

Außerdem: ein Komitee ist ein Komitee ist ein Komiteetscherl, und wer es genau wissen will, hört der Wirtin Unzensurierta zu, die erzählt, wie das in Wahrheit ist, in der identitären Partei etwa mit dem Antisemitismus …

„Zwanzigköpfige Bettlergruppe“ gewerkschaftlich organisiert

Floridsdorf, Österreich. Aus der überall Aufliegenden, der Österreich vertraut und die Österreich teuer ist, war vor einigen Tagen zu erfahren, daß es am Franz-Jonas-Platz eine „Bettlerszene“ gibt.

Sehr erstaunt darüber, obwohl täglich auf dem Franz-Jonas-Platz unterwegs, nie etwas von der „zwanzigköpfigen Bettlergruppe“ mitbekommen zu haben, ist der Umherliegenden, der nicht nur Österreich, sondern die hochkarätigsten politischen Verantwortlichen in Floridsdorf vertrauen, wieder einmal zu danken, wie sehr sie den Menschen die Augen öffnet, um zu sehen, was sie sonst nicht sehen.

Dermaßen von der breitteuer Daliegenden die Augen geöffnet und von ihr angespornt, selbst aktiv zu werden, selbst herauszufinden, weshalb die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ noch nie gesehen wurde, war die Sache rasch aufgeklärt.

Die „Bettlergruppe“ ist gewerkschaftlich organisiert. Es wird, so wurde es erklärt, strikt auf die Einhaltung der Arbeitszeit geachtet. Sie werden, wurde erklärt, immer vor Dienstbeginn und immer nach Dienstschluß am Franz-Jonas-Platz unterwegs sein. Das wird der Grund sein, weshalb Ihnen die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ noch nie aufgefallen ist. Und zur Mittagszeit, wenn Sie am Franz-Jonas-Platz Ihr Jausenbrot essen, hält die „zwanzigköpfige Bettlergruppe“ eben auch gerade ihre vorgeschriebene und in die Arbeitszeit inkludierte Mittagspause ein. Genauso wie Sie, Sie verbringen Ihre Pause ja auch nicht am Arbeitsplatz. Dem zarten Hinweis, aber die Mittagspause nicht in die Arbeitszeit eingerechnet zu haben, folgt die Feststellung: Sie werden wohl kein Gewerkschaftsmitglied sein.

Und der Mann mit dem Rucksack, von dem die so oft achtlos Irgendwohingeworfene berichtet, wie in der Collage gelesen werden kann, könnte der Mann sein, der in seinem Rucksack eine mobile Stempeluhr, mit der dokumentiert werden kann, daß Arbeitszeit und Mittagspause auch wirklich strikt eingehalten werden, mit sich führt.

Die Frage, ob alle Bettler und Bettlerinnen gewerkschaftlich organisiert sind, ihre Arbeitszeiten kollektivvertraglich geregelt sind, oder nur die von Floridsdorf, konnte nicht beantwortet werden. Zu hoffen wäre es, etwa für jene in Erdberg, an die gerade gedacht werden muß. Im Bericht über diese war von keinem Mann mit Rucksack die Rede; aber es war ja auch kein Bericht von der Teuerhingelegten, wenngleich von der Qualität her ihr ebenbürtig.

Floridsdorf - Österreich Bettler sind gewerkschaftlich organisiert

Kärntner Landesverfassung: „Fürsorge“ ist in Deutsch zu vollziehen

Nun gibt es, wie zu lesen ist, die Einigung auf eine neue Formulierung, die Josef Friedrich Perkonig in seinem Bollwerkgrab strammstehen lassen wird, für den ja aber nicht als einzigen die deutsche Sprache in Kärnten die „einzige rechtmäßige“ …

„Artikel 5: ‚Die deutsche Sprache ist die Landessprache sowie Sprache der Gesetzgebung und – unbeschadet der der Minderheit bundesgesetzlich eingeräumten Rechte – die Sprache der Vollziehung des Landes Kärnten.’“

Bestätigt soll aber mit dieser neuen Landesverfassung in Kärnten

„Artikel 7c: ‚Das Land Kärnten bekennt sich gemäß Artikel 8 Abs. 2 der Bundesverfassung zu seiner gewachsenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt, wie sie in Kärnten in der slowenischen Volksgruppe zum Ausdruck kommt. Sprache und Kultur, Traditionen und kulturelles Erbe sind zu achten, zu sichern und zu fördern. Die Fürsorge des Landes gilt allen Landsleuten gleichermaßen.’“ 

auch werden, was stets vermutet wurde, der Kärntner und die Kärntnerin sind Fürsorgefälle.

„Die Fürsorge des Landes gilt allen Landsleuten gleichermaßen.“

Als welche Fürsorgefälle das Land Kärnten alle Landsleute hinkünftig führen wird – ach, Christl, laß mal, das ist ein weites Feld. Zu viele Arten der Fürsorge, wird beispielsweise die Bundesverfassung von Österreich zur Klärung herangezogen, kämen in Frage, in der „Fürsorge“ ebenfalls vorkommt, aber nicht allgemein, sondern sehr konkret.

Nach der österreichischen Bundesverfassung könnte gesagt werden, das Land Kärnten sieht den Kärntner und die Kärntnerin als „Kriegsgräber“ oder als „Säuglinge“ oder als eingeschränkt mündige „Jugendliche“  oder als „Kranke“ und als „Unfälle“. In anderen Zusammenhängen kommt die „Fürsorge“ in der Bundesverfassung nicht vor.

Vielleicht ist der Kärntner und die Kärntnerin für das Land Kärnten eine Mischung aus diesen allen Fürsorgefällen.

Abgesehen davon, wofür „Fürsorge“ in der Bundesverfassung verankert ist, gibt es für „Fürsorge“ Definitionen,

„Fürsorge (von mhd. vür-sorge, entlehnt aus dem lat. prōcūrātĭo zu lat. prō-cūrāre ‚für etw. Sorge tragen; pflegen; verwalten‘) bezeichnet die Sorge für andere Personen. Daraus abgeleitet bezeichnet Fürsorge die Sorge, auf die Menschen unter bestimmten Umständen ein Recht haben, und bezeichnet ebenfalls das aus der Ethik der Barmherzig bzw. der Almosenpraxis erwachsene System der Fürsorge, Obsorge, Sozialhilfe oder Sozialen Sicherheit.

System der Fürsorge, Obsorge oder Sozialhilfe. Sozialfürsorge. Wurde oft gleichbedeutend mit Armenfürsorge bzw. Armenpflege benutzt.“

die dem Land Kärnten ein recht gutes Zeugnis ausstellen, allen Landsleuten gleichermaßen Fürsorge angedeihen lassen zu wollen.

Schon heute beim Anzünden des Grablichts ist die Entscheidung gefallen, unbedingt in Kärnten einwandern zu wollen. Offen ist bloß noch, als wer oder was in Kärnten eingewandert will, als Säugling, als Unfall – sehr verlockend ist, gleich morgen in Kärnten einwandern zu wollen als Kriegsgrab.

Oder vielleicht doch als Bettlerin in Kärnten … Denn. Die Fürsorge wird nun in der Landesverfassung verankert, aber die totale Fürsorge ist in Kärnten lange schon gelebte Praxis, für einen Bettler ist Kärnten das Paradies der Paradiese: vor Jahren bereits wurde in Kärnten die gesetzliche Erlaubnis erteilt, nicht zu betteln.

karntner-landesverfassung-fursorgefalle

Granteln Sie nur auf der Gasse – oder posten Sie auch schon?

das-goldene-wiener-herz

„Alles Zigeuner. So ein Gesindel.“

So redet ein Mann laut auf eine Frau ein, hinter denen hergegangen werden mußte, von „Wien Mitte – The Mall“ Richtung Rochusmarkt, auf der Landstraßer Hauptstraße. Einen Tag vor dem 24. Dezember 2016.

Und das ist nachzutragen. Zur „Reportage“ von Martina Prewein. Was zwischen Wien Mitte und Rochusmarkt also auch zu hören und zu erleben ist. In der „Reportage“

Tatort Kronenmarkt: In den Fängen des medialen Bettels

von Martina Prewein geht es um das Betteln auf dem Rochusmarkt. Dritter Wiener Gemeindebezirk. Und beim Betteln fällt sofort viel zu vielen das Wort „Zigeuner“ ein, und es muß in Berichten über bettelnde Menschen nicht einmal mehr ihre ihnen zugeordnete ethnische Herkunft vorkommen. Die Lesenden von solchen Berichten sind derart konditioniert, daß sie sofort selbst die ethnische Herkunft nachliefern, oder wie es heutzutage heißt, posten.

So redet also der Mann auf die Frau ein. Wohl ein Wiener Ehepaar. Älter schon. Derart laut redet er auf sie ein. Auf der Höhe Invalidenstraße, daß gedacht wurde, das müssen Menschen sogar auf der Höhe Beatrixgasse, die etliche Meter von der Kreuzung Mall-Invalidenstraße …

„Alles Zigeuner. So ein Gesindel. Ich erkenne mein Wien nicht wieder“. Wenn die was von Arbeit …“

Frau, leiser: „… laufen sie davon.“

Mann: „Ich hasse Wien nur noch.“

Was diese Erregung vor allem bei dem Mann auslöst, war nicht auszumachen. Plötzlich schreit er einfach los: „Alles Zigeuner.“ Ohne daß sie von irgendwem aufgehalten werden, oder gar angebettelt werden, geht das Schreien von „So ein Gesindel“ los.

Das Wien, das dieser Mann nicht mehr erkennen will, ist – hätte ihm sofort gesagt werden sollen – nach wie vor zu erkennen, nicht unbedingt mehr auf der Straße, aber umso mehr im Internet. Dieses Granteln. Das nie nur harmlos gewesene Granteln passiert nun im Internet. Exemplarisch auf der Copysite der identitären Parlamentspartei. Als gäbe es eine nicht verabredete Übereinkunft, das goldene Wiener Herz nur noch im Internet schlagen, zuschlagen, um sich schlagen zu lassen.

Freilich, die Zeiten modern. Und der Gestank des Grantelns mag nicht mehr gerochen werden. Deshalb wohl werden Grantler heutzutage „Wutbürger“ genannt. Als hätten moderne Informationstechnologien Grantlerinnen in Bürgerinnen einer neuen Qualität verwandelt.

Ohne die „Reportage“ von Prewein wäre diese Begebenheit nicht mehr erinnert worden. Wohl auch wegen des Versäumnisses, nicht gleich reagiert zu haben, nicht sofort diesen Mann und diese Frau angesprochen zu haben. Überwältigt von derartigen Aussagen kommen zu oft die richtigen Antworten darauf erst viel später, zu spät in den Sinn,  oft erst nach Wochen, beispielweise nach dem Lesen einer „Reportage“. Aber nicht nur Antworten, sondern auch Fragen. Die etwa diesem Mann und dieser Frau hätten gestellt werden können – beispielweise:

Grantelns’ nur auf der Goss’n – oder postens’ a schon?

Tatort Kronenmarkt: In den Fängen des medialen Bettels

Tatort Kronenmarkt.jpg

Wer im dritten Wiener Gemeindebezirk seit Jahrzehnten in unmittelbarer Nähe zum Rochusmarkt wohnt und soher den Rochusmarkt oft zu queren hat, den Rochusmarkt auch zum Einkaufen oder zum Verweilen bei einem Getränk aufsucht, wird meinen, nach dem Lesen von „In den Fängen der Bettler-Mafia“ in der „Neuen Kronen Zeitung“ vom 1. Jänner 2017, in einer Parallelwelt zu leben, oder Martina Prewein erzählt von einer ihr zugetragenen Parallelwelt, die so, wie sie berichtet, am Rochumarkt und um den Rochusmarkt je nicht erlebt wurde und erlebt wird.

Es gibt Menschen, die betteln, auf der Landstraßer Hauptstraße, im Umfeld vom Rochusmarkt, das ist ohne Zweifel so. Es kann aber gar nicht genau erinnert werden, wann es das letzte Mal war, um Geld gefragt worden zu sein, am Rochusmarkt und um den Rochusmarkt herum. Es muß Monate her sein, vielleicht waren es im gesamten letzten Jahr zwei oder drei Menschen, die um etwas Geld fragten. In Erinnerung ist bloß eine junge Frau vor „Wien Mitte – The Mall“, die um Geld fragte, das sie brauchte für einen Schlafplatz. Das war im November. Und die junge Frau war nicht aus Rumänien, nicht aus Bulgarien, sondern nach ihrem Dialekt eine aus dem Niederösterreichischen, also eine, wie es in rechten Kreisen jetzt recht gerne gesagt wird, „Bio-Österreicherin“.

Beim Lesen der „Reportage“ von Martina Prewein kann auch gedacht werden, ihre Zeitung sei nun gänzlich zu einer Copy-Zeitung verkommen, ihr totales Vorbild sei nun die Copysite der identitären Parlamentspartei. Nicht, daß Martina Prewein es von der Copysite kopiert hätte, aber im Mißton ganz wie die Copysite der identitären Parlamentspartei …

Und das würde nicht überraschen, ist doch die Copysite der identitären Parlamentspartei für diese Tageszeitung eine Nachzueifernde in Sachen „Glaubwürdigkeit“ …

„Manipulation a la ‚Unzensuriert’/Mit Begrifflichkeiten belogen wie die übrigen Lügenmedien.“

Die „Reportage“ von Martina Prewein klingt wie der Bericht von der Tageszeitung „Die Presse“ – veröffentlicht vor drei Jahren. Aber unzensuriert veredelt. Der Vergleich zwischen dem, wie in der Collage gelesen werden kann, drei Jahre alten Bericht und der drei Tage alten „Reportage“ macht es mehr als deutlich, was von der Prewein-„Reportage“ zu halten ist.

Und es geht, wie stets, gegen Menschen, die nach wie vor als „Zigeuner“ stigmatisiert sind und werden, wie auch ein Posting zum drei Jahre alten Bericht es deutlich macht.

Es überrascht nicht, daß Martina Prewein eine Fernsehserie zum Anlaß nimmt, ihre „Reportage“ – also eine erfundene Geschichte zur Vorlage, zur Inspiration, zum Einstieg für ihre „Reportage“ …

Auch zur Weihnachtszeit, Klingelingeling, Tatorte überall

Und wem fällt bei dieser Zeitung, für den sie ihre „Reportagen“ schreibt, nicht Jörg Haider ein, der Liebling des einstigen Patriarchen. Jörg Haider, die identitäre Parlamentspartei: das ist Tradition … „Wie die Zigeuner“, auch Jörg Haider war nicht frei vom Einfluß eines Martin Luther, ob direkt oder auf Umwegen, das ist einerlei:

Streiten wie die Freiheitlichen in ihren Baracken

Roma und Sinti

Wie über Zigeuner geschrieben wird – einst und jetzt

Wie nun weiterleben? Im dritten Wiener Gemeindebezirk, in unmittelbarer Nähe des Rochusmarktes. In der bisher gekannten Welt am Rochusmarkt? Oder Hinüberwechseln in die Parallelreportagenwelt? Entscheide, wer kann …

Auch zur Weihnachtszeit, Klingelingeling, Tatorte überall

Antiziganismus - Antiromaismus - Der Tatort als Tatort.png

Es gab also am 26. Dezember 2016 einen „Tatort“, in dem es um Bettlerinnen und Bettler ging. Mit dem verheißungsvollen Titel passend zur Geburt des Papstes Fetisches: „Klingelingeling“. Mit dem Betteln klingelt es also so richtig in den Pappbechern, mit Betteln ist das große, große Geld zu machen. Das schon gefragt werden möcht‘, weshalb verlegen sich nicht alle auf das Betteln, und lassen Börsen Börsen sein. Ja, mit dem vielen, vielen Geld aus den Pappbechern lassen sich leicht Villen, Paläste bauen, wie allenthalben zu hören ist, in Rumänien, und wer diese dort baut, Sie wissen es auf Anhieb bereits jetzt, ohne diese Ihnen schon an dieser Stelle nennen zu müssen.

Es gibt dazu einen offenen Brief der Bettellobby in Österreich, in dem auf diesen „Tatort“ näher eingegangen wird. Es wird der Vorwurf, die Vermutung behandelt, das Betteln sei kriminell organisiert, „mafiös“ strukturiert. Es wäre wohl zu romantisch gedacht, es könnte beim Betteln zu keinen kriminellen Machenschaften kommen. Sonderlich daran ist aber doch eines. Sowohl die Polizei in Deutschland als auch in Österreich spricht selbst immer wieder davon, wie schwer bis unmöglich es sei, kriminell organisiertes Betteln nachzuweisen, weil es keine Bettlerinnen und Bettler gäbe, die das bestätigen, bezeugen würden. Es wird vermutet, sie hätten zu viel Angst davor, gegen die „Bettlerbosse“ auszusagen. Sogar in den Betlehems der Mafia – in Italien, in den Vereinigten Staaten – gab und gibt es immer wieder Mitglieder der Mafia, die als Kronzeugen gegen die Mafia … nur unter den Bettlerinnen und Bettlern will niemand  sich finden lassen, der oder die gegen ihre „Hintermänner“ auszusagen bereit ist. Beurteile das, wer kann …

In dem offenen Brief wird auch von „rassistischer Hetze“ gesprochen. Das kann genauer benannt werden. Es geht – auch zur Weihnachtszeit – um Antiziganismus, Antiromaismus.

In diesem „Tatort“ als Tatort.

Denn. Es ist von „rumänischen“ Bettlern und Bettlerinnen die Rede. Und wenn von „rumänisch“ gerade im Zusammenhang mit Bettlerinnen die Rede ist, ist in Österreich die automatische Übersetzung von „Rumänen“: „Zigeuner“. Ein weiteres, starkes Indiz: es wird eine Geschichte erzählt, deren Mittelpunkt Babys sind. Es mag den Macherinnen und Machern an ihrem Tatort nicht aufgefallen sein, wie sehr sie bei ihrer Tat von dem kollektiven Gedächtnis geleitet wurden, wie sehr einer ihrer Hintermänner ihres Tatortes auch ein Martin Luther gewesen sein könnte. Denn seit den Tagen auch

Holocaust ist gleich Shoa und Porajmos

Promoting Luther`s teaching by Playmobil

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

Ach, bettelten bloß Deutsche – Freiheitliche prangerten Rassismus an

eines Martin Luther bis herauf in die Gegenwart spielen Kinder eine wesentliche und also eine gegen „Zigeuner“ gerichtete Rolle. Das aber kann nur vermutet werden, daß einer ihrer Hintermänner Martin Luther … die Macherinnen und Macher dieses Tatortes werden, ist zu befürchten, nicht gegen ihre Hinterfrauen aussagen, schon gar nicht gegen den Boss Luther – wohl nicht aus Angst, sondern weil sie es selbst gar nicht wissen, genauer, bewußt nicht wissen wollen, aber es unbewußt nur allzu genau wissen und sich davon leiten lassen – das Unbewußte macht die Politik, ist die Politik … Vielleicht ist doch auch ein wenig Angst dabei, metaphysische Angst, und gerade Weihnachten als einen solchen Tatort kann Fürbitte vom Boss Luther bei seinem Boss, der er auch selbst ist, nicht schaden …

Wenn von „Rumänen“ gesprochen wird, gerade im Zusammenhang mit dem Betteln, sind „Zigeuner“ gemeint, und „Zigeuner“ im lutherischen Sinne seit fünfhundert Jahren … Ein weiteres Indiz dafür: Es heißt, Täterinnen kehren stets an ihren Tatort zurück. Auch in diesem Fall ist es nicht anders. Wie in der Collage gelesen werden kann, war der „Tatort“ auch in der Vergangenheit ein Tatort des Antiziganismus, Antiromaismus. Damals mußte noch von Roma und Sinti gesprochen werden. Inzwischen reicht es von „Rumänen“ zu sprechen, wenn Roma und Sinti gemeint werden wollen. Na ja, ganz ohne Hinweise geht es doch nicht, um sicher zu gehen, daß auch alle wissen, wer gemeint ist, das läßt sich auch bildlich arrangieren …

Antiziganistinnen und Antiromaisten meinen klüger geworden zu sein, aber sie bleiben, was sie sind, Täter, die an ihren Tatort zurückkehren, dabei etwas vorsichtiger agieren. Denn. Wer will schon Rassist genannt werden, der sich selbst so gar nicht als Rassistin versteht und sieht?

PS An dem Fernsehtatort des Antiziganismus, Antiromaismus sagen die Wiederholungstäter, den Bettlern und Bettlerinnen solle kein Geld gegeben werden, als Handlungsanleitung. Wer kennt diese Handlungsanleitung nicht? Aus einschlägigen Kreisschaften. Sollte das im Fernsehtatort Realismus darstellen? Freilich, es ist Realismus, in Österreich etwa der Realismus der identitären Parlamentspartei …

jorge-mario-franziskus-bergoglio-kust-seinen-fetischPPS Mit einem Kinde als Brieftaschenöffner kann schon recht ordentlich verdient werden, wie vor allem ein Organisierter Glaube es seit über eintausend… Paläste überall – nicht nur in Rumänien, Bettelei mit dem Kinde nicht nur zur Weihnachtszeit …

PPPS Gab es schon einen „Tatort“, in dem die Handlungsanleitung vorkam, es sollen beispielsweise in Deutschland, in Österreich keine Produkte gekauft werden, die von Menschen in fernen und absolut armen Ländern unter kriminellen Bedingungen und oft unter lebensbedrohenden Bedingungen hergestellt werden müssen?

Mâneasca Klingelingeling Tatort.png

Wie über Zigeuner geschrieben wird – einst und jetzt

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Wer Berichte von Medien der Gegenwart mit Berichten von Medien der Vergangenheit vergleicht, könnte meinen, seit Jahrhunderten sei kein Jahr mehr vergangen, auch das deutsche reich sei daher immer noch nicht untergegangen, sondern existiere nach wie vor, zwar nicht für alle, aber für Menschen, die nach wie vor als Zigeuner stigmatisiert sind und weiter stigmatisiert werden. Denn. Das Sprechen und Schreiben über sie in der Gegenwart unterscheidet sich in keiner Weise vom Sprechen und Schreiben über sie in der Vergangenheit.

„Unter dem Titel ‚Zigeunerplage‘ veröffentlicht die SLZ folgende Meldung: ‚Wie uns
aus Maxglan mitgeteilt wird, führen die dortigen Bewohner über das Treiben der in
der Nähe der Kendlersiedlung in Wohnwägen hausenden Zigeuner
verständlicherweise Klage. Geschäftsleute werden von den Zigeunern auf alle
mögliche Art betrogen, auch die Bauern können der Plage kaum Herr werden. Die
Bevölkerung erwartet, daß sie bald von diesen aufdringlichen und betrügerischen
Elementen befreit wird.‘
SLZ, 27.7.1939, S. 7.“

Wie in der Collage gelesen werden kann, unterscheiden sich Berichte aus März 1939 und Oktober 2016 nicht in dem Ausmaß, daß gesagt werden könnte, es wurde irgend etwas aus der Geschichte gelernt. Das ist aber nur ein Beispiel.

Und damit ein weiteres Beispiel, daß es für Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten keinen Unterschied gab zwischen Zigeunern

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

und Juden, diese Menschen waren für sie gleichgestellt in deren gesinnungsgemäßen Bestimmung zur „Ausrottung“. Wie in diesem Zeitungsarchiv aus Salzburg ebenfalls zu lesen ist -„Von verderbtem Blut von Juden und Zigeunern.“

Es wurde diesmal Salzburg als Beispiel gewählt, weil es nach wie vor eine Debatte über den „Lieblingsbildhauer“ von Adolf Hitler, über den „Reichsmarmormeister“ Thorak … Auch diese Debatte zeigt auf, wie lächerlich die Enteignung des Geburtshauses von Adolf Hitler … Um Pilgerstätten verhindern zu wollen, müßten in diesem Land täglich Enteignungen und Abrisse und andere Verwendungen …

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

Und ein Bild, das Adolf Hitler, einen Mann, der sich auch recht gern etwas Schmückendes ab und an ansteckte, mit Hindenburg, mit einem Mann also, der sich einst als „Schutzherr“

Eine uralte Erfahrung: Schutzherr und Demokratie passen nicht zueinander

verstand, ruft in Erinnerung, auch das ist ungebrochen, dieser Wille, „Schutzherr“ sein zu wollen, diese Sehnsucht nach einem „Schutzherrn“.