Am 1. Mai 2020

Ab 1. Mai 2020 die Wohnungen, die Häuser zu verlassen, hinauszugehen, dafür ist Seb. Kurz.

Und Seb. Kurz mit seinem patriotischem Herzen von unendlichem Auswuchs kennt den österreichischen Kalender gar recht und weiß daher, daß der 1. Mai eines jeden Jahres in Österreich kein Feiertag ist, sondern der 1. Mai ein Tag des Arbeitens und des Einkaufens.

„Unser Ziel ist es, daß mit 14. 4., also mit Dienstag nach Ostern, kleine Geschäfte bis […] wieder öffnen dürfen. Ab dem 1. 5., also ab dem 1. Mai, ist unser Ziel, daß alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen.“

Das sagt der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich wörtlich am 6. April 2020. Es fällt schwer, zu sagen, er habe dies in einer Pressekonferenz wörtlich gesagt, nun öffentlich war es, Mikrofone hörten aufmerksam zu, Kameras nahmen pflichtbewußt seine gefalteten Hände auf, es war eine Pressekonferenz, wie diese zur Norm zu werden scheint in diesem Land, und nicht beschränkt auf eine zeitlich einzugrenzende Situation, mit ihren mehr und mehr „seltsamen Ereignissen“, wie „Die Pest“ beginnt …

Das sagt also der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich, mit Dienstag, 14. April, er sagt nicht ab 13. April, das war ein Montag, ein Feiertag in Österreich, und weil es für ihn ein Feiertag ist, deshalb sagt er ab 14. April, also ab dem nächsten Werktag, und er sagt nicht ab 2. Mai, das wird ein Samstag sein, oder, er sagt nicht ab dem 4. Mai, das wird ein Montag sein, er sagt ab 1. 5., und er sagt das zweimal: ab 1. 5., also ab dem 1. Mai, und so steht es auch auf der Website des Bundeskanzleramtes in Österreich, auch an diesem Werktag, dem 14. April 2020, alle Geschäfte sollen für den zurzeitigen Bundeskanzler an einem Feiertag wieder öffnen dürfen …

Wenn es des zurzeitigen Bundeskanzlers in Österreich Wunsch ist, daß sich am 1. Mai 2020 einander alle begegnen, die in Geschäften, in Einkaufszentren arbeiten, Haare schneiden, die in Geschäften, in Einkaufszentren einkaufen, ihre Haare sich schneiden lassen, so soll ihm dieser Wunsch doch erfüllt werden.

Allerdings mit einer kleinen Veränderung. Da am 1. Mai eines jeden Jahres in Österreich traditionell, weil es eben ein Feiertag ist, alle Geschäfte, alle Einkaufszentren, alle Salons der Friseure und Friseurinnen geschlossen haben, und das auch an diesem 1. Mai 2020 nichts anders sein wird, kann es für die Erfüllung des kanzlerischen Wunsches nur eine Möglichkeit geben.

Treffen von allen am 1. Mai 2020 um 14.00 Uhr auf den traditionellen Plätzen

Ein Treffen von allen auf den Plätzen in ganz Österreich, die traditionell für die Treffen am 1. Mai genutzt werden. Um dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich zu zeigen, wie gerne seinem Wunsch nachgekommen wird, kann es am 1. Mai 2020 in Wien dafür nur einen Platz geben, den Ballhausplatz mit seinem Bundeskanzleramt. Und weil auch der 1. Mai 2020 nach wie vor ein Feiertag ist, mag der zurzeitige Bundeskanzler diesen in seinem Kalender in welcher Farbe auch immer eingefärbt haben, soll der 1. Mai ohne Hast begonnen werden, erst nach einem feiertäglichen Mittagessen zum Ballhausplatz aufgebrochen werden, um vor dem Bundeskanzleramt um 14.00 Uhr …

Solidarismus statt weiter mit „nationalen Kraftakten“

Beim Beklagen der „Hetze gegen Reiche“ will und kann es die ÖVP mit ihrem leader nicht belassen, es muß ihnen, die so reich der „Hetze“ ausgesetzt sind, auch tatkräftig geholfen werden.

Und wie kann den unter „Hetze“ Leidenden in ihrem Wohlstand am besten geholfen werden? Durch die sofortige Ablehnung von „Einzelmaßnahmen“ für die „Reichen“, bei sofortiger Ausrufung eines „nationalen Kraftaktes“, von dem die armen „Reichen, die ohnehin durch „Hetze“ ein schweres Schicksal zu erleiden haben, auszunehmen sind, wie die türkis getupfte Partei mit ihrem leader in ihrem ewig christlichen Lobbyismus für sie wieder einmal beschließt.

Das heißt. Durch die „nationale“ Vernebelung sollen alle, die das Gesamte wieder einmal zu bezahlen haben werden, nicht merken, daß sie es sind, die es wieder einmal bezahlen werden. Sie sollen es nicht nur nicht merken, sie sollen es auch mit Freude und Stolz und zahlreich danken mit ihrer Stimme in allen folgenden Wahlen for the black party and its leader …

Schließlich wird von der schwarzen Partei ein „Kraftakt des Nationalen“ als das Evangelium in Zeiten der Corona verkündet. Und wer kann sich diesem entziehen, wenn das „Vaterland“, wenn die Partei mit ihrem leader, die das „Vaterland“ ist, ruft zum einig Vaterland

Auch die „Reichen“ entziehen sich nicht der frohen Botschaft ihres Vaterlandes, ihr, so spricht die Partei zu ihnen, aber unter der „Hetze“ gar so Geplagten, habt eurer Scherflein mehr schon als genug beigetragen, so gehet hin in Frieden, erfreuet euch eurer Fincas, seiet ohne Furcht, das Vaterland ist mit euch, sorgt für euch, die ihr so schwer beladen, euch zu geben, was des Eures ist, es bleibet genug noch zu nehmen, was des Menschen ist, so spricht zu ihnen der …

Zu nehmen, was der Mensch noch hat. Das ist ein Rätsel seit Menschengedenken. Wie es doch immer wieder möglich ist, daß Menschen, die nichts außer leere Taschen haben, doch immer wieder den schieren Kraftakt vollbringen, die gesamte Zeche jedweder Krise zu bezahlen, während jene, die vor jedweder Krise die Taschen voll haben, während jedweder Krise die Taschen voll haben und nach jedweder Krise die Tasche voll haben …

Statt eines „nationalen Kraftaktes“ endlich einen Akt der Solidarität. Als Auftakt dafür bietet sich der 1. Mai 2020 wie kein anderer Tag in diesem Jahr an. Darum:

Heraus zum 1. Mai!

Ein Heraus zum 1. Mai! kann aber nur der Auftakt sein. Die Gesellschaft auf den Grundlagen eines Solidarismus zu verändern, einen Solidarismus zum zukünftigen Fundament der Gesellschaft zu machen, das ist nicht an einem einzigen 1. Mai zu bewerkstelligen. Aber der 1. Mai, gerade der 1. Mai 2020, kann dafür der Beginn sein. Um es endlich zu einem Ende zu bringen, dieses Vegetieren von einem „nationalen Kraftakt“ zum nächsten „nationalen Kraftakt“, von einer Krise zur nächsten Krise also, unabhängig davon, wodurch Krisen je ausgelöst werden.

Zum Solidarismus könnte jetzt, wo doch alle viel Zeit zum Lesen hätten — aber nur in einem nicht einsehbaren Winkel der Zimmer-Küche-Kabinett-Behausung, denn das Lesen im Freien ist nach der Verhaltensmaßregelung der österreichischen Bundesregierung kein erlaubter Grund für den Aufenthalt im Freien –, sogar ein Buch aufgeschlagen werden, dessen Verfasser Millionen und Millionen von Menschen kennen, dessen Namen sie täglich nennen in den Kathedralen entlang der Autobahnen, entlang der Landstraßen, in den Dörfern …

Übrigens. Der nach wie vor millionenfach bekannte Verfasser des Buches über „Solidarismus“ war nicht Teilnehmer der Sitzung vor der „Krise“. Aber ein anderer Mann, dessen Produkt zu besitzen, heute noch so viele mit Stolz erfüllt. Auf der Tagesordnung dieser Sitzung stand, die Sicherung des Wohlstands der teilnehmenden Konzernvertreter vor der „Krise“, während der „Krise“ und nach der „Krise“. Das ist ihnen bis heute gelungen, mit einem „nationalen Kraftakt“, den nicht sie, auch damals nicht sie zu stemmen …

Tea Party for a national show of feat

Von einem „nationalen Kraftakt“ spricht nun die ÖVP zur Bewältigung, nein, nicht zur Bewältigung der Krise, sondern für das „wirtschaftliche …“

Sie wird wohl schon mit Eifer dabei sein, beim Entwerfen ihres Plans des gerechten Verteilens der Kosten

Bleibt bloß noch die Frage offen. Wo läßt sie den Plan entwerfen? Wer ist von ihr mit dem Planentwurf des „nationalen Kraftaktes“ beauftragt? Was für ein Team schickt sie zum Tee?

Im Grunde ist das keine allzu schwer zu beantwortende Frage, in diesem Land, in dem das Darben gar recht verteilt.

In einer Filiale der Ibizabank der Wirtschaftskammer, auf einer Tea Party … Zu der mit einer sicheren Aufstellung rechnen können, die ganz ohne Förderung durch den Staat …

Nationalnebel

Die sofortige Ablehnung einer Vermögenssteuer, die sofortige Ablehnung einer Erbschaftssteuer durch die ÖVP mit ihrer Beschwörung eines „nationalen Kraftaktes“ …

„Für das wirtschaftliche Comeback Österreichs nach der Krise benötigt es einen noch nie dagewesenen nationalen Kraftakt und nicht irgendeine Einzelmaßnahme.“

Eine „Einzelmaßnahme“ des „nationalen Kraftaktes“, in dem die ÖVP ihr Heil zu suchen gewillt ist, könnte eine „Erbschaftssteuer“ sein, könnte eine „Vermögenssteuer“ sein.

Die Vermögenssteuer als eine „Einzelmaßnahme, die Erbschaftssteuer als eine „Einzelmaßnahme unter den vielen Maßnahmen, die nun zu setzen sind, lehnt die ÖVP rigoros ab. Stets, wenn ein Land dem Dekret eines „nationaler Kraftakt“ unterworfen werden will, muß sofort jedem Menschen klar sein, für wen die Bewältigung der Krise ein enormer „Kraftakt“ zu sein haben wird.

Mit „nationalem Kraftakt“ sind die Erlässe immer dann überschrieben, wie nun von der türkis getupften schwarzen Partei in Vorbereitung, wenn von allen Menschen in einem Land ein außerordentliche Leistungen verlangt, gefordert, aufgezwungen werden.

Kurz ist es her, als von der ÖVP nicht der Nationalnebel versprüht wurde, um gegen eine Vermögenssteuer, gegen eine Erbschaftssteuer zu sein, sondern ihr Benebeltsein von der Null, um den „Wohlstand“ …

Wessen „Wohlstand“ die ÖVP „sichert“, nun, zu dem gehört nicht der Wohlstand der Menschen auf Zimmer-Küche-Kabinett …

In einem Palais war es vor wenigen Monaten, daß ihr Obmann, benebelt von der Null, gegen Vermögenssteuer und gegen Erbschaftssteuer und für den „Wohlstand“ der … Vor 71 Jahren bereits wurde in einem Land die Erbschaftssteuer eingeführt, und es muß hier nicht wiederholt werden, welche großartigen Maßnahmen damit gesetzt werden konnten.

Einig Nationalnebel von ÖVP und FPÖ

Daß auch die FPÖ wie die ÖVP sofort gegen eine Erbschaftssteuer, gegen eine Vermögenssteuer reitet, nun, das kann nicht überraschen, ist sie doch die Partei des kleinen Mannes mit Millionen in den Taschen

Kurz ist es her, als ein für kurz gewesener Finanzstaatssekretär aus der FPÖ den Steuersatz für den kleinen Mann mit Millionen in den Taschen senken wollte, dafür aber für die große Frau mit den Löchern in den Taschen die hohen Steuersätze beibehalten …

Und nun spricht der für kurz gewesene Innenminister von der Partei des arbeitenden Geldes von einer „Todessteuer“ und verbreitet seine „Grauslichkeiten“ gegen Vermögenssteuer und gegen Erbschaftssteuer, wenn er seine Wahrheit verkündet, wer von einer Erbschaftssteuer oder von einer Vermögenssteuer …

Fahrenheit 32

Beinahe wollte Ärger über die Polizei aufkommen, als zwei Polizisten und eine Polizistin einen Menschen, der lesend ganz allein auf einer Wiese saß, in einem Radius von mindestens vierzig Metern um ihn herum kein zweiter Mensch, nur der Mensch mit seinem Buch allein, weit entfernt von allen anderen Menschen im Park, auch kein Hund, keine Katze hielten sich innerhalb dieses Umkreises von vierzig oder gar fünfzig Metern auf, in der Zeit der Beobachtung dieser Szene kam nur ein Insekt einmal bis sieben oder sechs Meter an den lesenden Menschen heran, dazu anhielten, sofort den Park zu verlassen, in der Sekunde nach Hause sich zu begeben, da es nur drei Gründe geben würde, das Haus zu verlassen, nämlich Einkauf, Arbeit und Unterstützung von anderen Menschen.

Lesen ist kein Sport und ein Buch keine frische Luft …

Sie vergaßen dabei allerdings auf zwei weitere Gründe, nämlich auf Sport im Freien und auf das Schnappen von frischer Luft, wie es der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich taxativ aufzählt. Es kam aber kein Ärger über die Polizei auf. Die vergeßliche Polizistin und die zwei vergeßlichen Polizisten zählten zwar nicht alle erlaubten Gründe auf, um die Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnung verlassen zu dürfen. Aber in angestrengten Zeiten sollte doch die Nachsicht erste Tugend sein.

Das Lesen von Büchern außerhalb von Zimmer-Küche-Kabinett jedoch gehört nicht zu den erschöpfend aufgezählten Gründen, die es erlauben, in das Freie sich zu begeben.

Die zwei Männer und die Frau der Polizei befolgten also, wie es sich für nehammerische Unterstellte geziemt, bloß die Direktive des zurzeitigen Bundeskanzlers.

Was würde das auch für ein Bild vermitteln, daß es noch Menschen gibt, die lesen, dazu auch noch öffentlich, nicht in einem uneinsehbaren Winkel der Zimmer-Küche-Kabinett-Behausung. Darüber werden die zwei Polizisten und die Polizistin wohl nicht nachgedacht haben bei ihrer Befolgung der Direktiven, die ausgegeben werden von Menschen, die nicht auf Zimmer-Küche-Kabinett wohnen.

Dabei, was für ideale Temperaturen wetterbedingt für das Lesen im Freien, für Bücher aber die Temperatur abgesenkt auf Fahrenheit 32 …

So kam kein Ärger über die drei Amtshandelnden auf, aber Erleichterung.

Erleichterung darüber, daß sie nicht kontrollierten, ob der von ihnen im Auftrage zu verjagende lesende Mensch schon die „Corona-App“ installiert habe. Es gibt dazu zwar noch keine Verpflichtung, aber der zurzeitige Bundeskanzler spricht ständig davon, und auch der Präsident hat bereits seine Liebe zur Coronaappverpflichtung bekundet, unentschieden zwar, aber so ist eben in der Liebe. Wer weiß schon, was Amtshandelnden mit Aussagen von ihren Obersten im Ohr, alles einfällt, aus vorauseilendem Gehorsam, und, wie gewußt wird, der vorauseilende Gehorsam ist ein Hund. Hätten sie es dem lesenden Menschen geglaubt, dass er für das Installieren von sogenannten Apps keine Maschine besitzt? Hätten sie ihn statt nach Hause in ein Geschäft geschickt, zum sofortigen Erwerb einer solchen Maschine, auf eigene Kosten wohl, das wäre nur billig und recht, wenn die Überwachten die Kosten für die Überwachenden …

Im Zusammenhang von Masken, Abstand und auch von Tracking schreibt der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich von einem „Kulturwandel“ … Schön, daß es für diesen Mann, der sonst doch stets für das Beharren auf alte Kultur und alte Werte, ein „Kulturwandel“ doch vorstellbar geworden zu sein scheint. Beunruhigend allerdings sein ihm nun doch vorstellbarer „Kulturwandel“ in der Kurzschließung mit „Tracking“ etwa.

Äußerst beunruhigend also, wenn die für wenige Wochen beschränkt notwendigen Maßnahmen blieben, weit darüber hinaus, ohne Notwendigkeit wie jetzt, um eine sogenannte Krise nur von kurzer Dauer sein zu lassen.

Die Einschränkung der Reisefreiheit, von der er auch bereits spricht, fällt für ihn wohl auch unter „Kulturwandel“.

Das wäre dann tatsächlich ein „Kulturwandel“, wenn diese Maßnahmen in einem Jahr, in zwei Jahren und in den Jahren darauf weiter in Kraft blieben, das wäre dann tatsächlich ein „Kulturwandel“, beschönigend gesagt, das richtige Wort dafür wäre Überwachungsausbau.

In Büchern kann gelesen werden, daß es noch kein „Kulturwandel“ ist, wenn Maßnahmen für ein paar wenige Wochen gesetzt werden, wenn Maßnahmen auf ein paar wenige Wochen beschränkt sind.

Er wird „Kulturwandel“ vielleicht beim Sport im Freien, beim Frischluftschnappen aufgeschnappt haben, und es wird ihm das Wort wohl gleich gefallen haben, ohne über dessen tatsächliche Bedeutung … wie er überhaupt gerne aufgeschnappte Wörter in Zusammenhängen verwendet, in denen diese vollkommen fehl am Platz …

Karge Gerechtigkeit

Es sollte durchaus Seb. Kurz zum Vorbild genommen werden, sich also mit „anderen Sorgen“ zu beschäftigen, als ständig auf das Coronavirus zu starren, das ohnehin mit dem berühmten freien Auge nicht zu sehen ist, aber nicht, wie er, Seb. Kurz, um das total Fernliegende eines vollkommen Danebenliegenden, sondern tatsächlich um Naheliegendes, etwa darum, „Gerechtigkeit zu schaffen“.

„Gerechtigkeit zu schaffen ist uns als neue Volkspartei ein zentrales Anliegen. Darum wollen wir die Pflege langfristig sichern und das Gesundheitssystem stärken. Gerechtigkeit heißt aber auch, dass wir jene, die viel für unser Land leisten, entsprechend entlasten. Und ist es ein Anliegen, dass die Familien echte Wahlfreiheit und Frauen die gleichen Chancen haben.“

Dieses Bild von „Gerechtigkeit zu schaffen“, wie es auf der Website des Seb. Kurz steht, sagt bereits mehr als die berühmten tausend Worte.

Das Bild von „Gerechtigkeit zu schaffen“ kann nur in einer für das Geisthaltige besonderen Umgebung gezeichnet worden sein, wie so vieles, das …

Das Bild von „Gerechtigkeit zu schaffen“ aber zu diesem Bild sagt nicht mehr als tausend Worte, sondern alles. Das Bild zeigt keinen Boden für Gerechtigkeit. Sondern Wasser, in das die Gerechtigkeit …

Es gibt auf der Website des Seb. Kurz doch auch ein Bild mit festem Boden. Es ist ein Bild des Ausblicks für Österreich. Wohin Seb. Kurz Österreich „bringen“ möchte. Wo für ihn Österreich „vorne“ sein soll. Es ist ein fester Boden, aber ein karger Boden. Auf dem nichts wächst. Geröll. Nur Geröll. Nackter Schutt. Ein Untergrund, auf dem voranzukommen, ein vergebliches Unterfangen.

Statt in Gerechtigkeit zu schwimmen, wie von der Zukunft einst erträumt, wird das Glück der Menschen sein, dem Ertrinken entgangen, für ein fortan karges Leben.

Heinz-Kettenbrief Strache in Zeiten von Corona

N. Fellner: „Jetzt hat die Bundesregierung diese Woche wieder neue Maßnahmen verkündet, u. a. eine Maskenpflicht in Supermärkten […] Noch härtere, noch schärfere Maßnahmen. Wie sehen Sie denn diese neuen Maßnahmen, sind diese Ihrer Meinung nach notwendig oder kommen die gar vielleicht zu spät oder hätte man schon früher diese Maßnahmen setzen müssen?“

H.-Kbr. Strache: „Wir erleben eine noch nie dagewesene Ausnahmesituation und natürlich kann man jetzt im Rückblick da oder dort vielleicht festhalten, daß nach den italienischen Entwicklungen, wenn es darum geht, die Grenzen auch wirklich zu schließen und dicht zu machen, wenn es darum geht, so wie auch in Tirol, wo ja Coronafälle evident gewesen sind, und man erleben mußte, daß Politiker, nämlich Verantwortungsträger, unverantwortlicherweise weggesehen haben und fahrlässig mit ihrem Verhalten zugelassen haben, dass es zu Ansteckungen gekommen ist. Wir hätten natürlich von Beginn an rasch die Risikogruppen speziell auch schützen und separieren können.“

Und so weiter und so fort.

So beginnt das Interview am 31. März ’20. Es gehört schon viel Abgründiges dazu, einen Mann fast eine halbe Stunde zu befragen, über die richtig oder nicht richtig, rechtzeitig oder nicht rechtzeitig gesetzten Maßnahmen, einen Mann mit dieser seiner Vergangenheit, einen Mann, der im Mai ’19, also vor nicht einmal einem Jahr, Österreich in eine „noch nie dagewesene Ausnahmesituation“ brachte, einen Mann, kurz ist es her, als Maßnahme gegen das Corona-Virus einen Kettenbrief empfahl.

Bei derart Abwegigem fällt es schwer, die richtige Antwort darauf zu finden, wird hier ein Helmut Pilhar interviewt oder interviewt ein Helmut Pilhar einen …

H.-Kbr. Strache kandidiert wieder. Nicht einmal ein Jahr nach der von ihm verursachten „Ausnahmesituation“ verkündet er unter größter medialer Aufmerksamkeit, mit einer weiteren Partei, diesmal mit der DÖP, sich der Wahl in Wien im Herbst ’20 zu stellen.

Es ist in Österreich aber nicht das einzige Medium, das sich als Wahlhilfeanstalt für ein derartiges Personal mit der einzigen Kompetenz, „Ausnahmesituationen“ zu verschulden, versteht. Wie, um ein Beispiel noch zu bringen, ein weiteres Medium am 11. Februar ’20 veranschaulicht. Dieses Medium der Sorte Umsonst bringt nicht den Eurofighter-Fall als Aufmacher, sondern sein Aufmacher auf der ersten Seite ist „Strache nach Unfall auf Krücken“ …

Der Bericht, wenn überhaupt von einem Bericht gesprochen werden kann, über den Eurofighter-Fall irgendwo in der Umsonst, drei kurze Sätze, leicht zu übersehen, leicht zu überlesen. Es könnte von der Unfähigkeit gesprochen werden, die Wertigkeit und die Wichtigkeit von Aufmachern bestimmen zu können, an diesem Tag hätte der Eurofighter-Fall der Aufmacher sein müssen, und nicht die Krücke des … Aber es ist nicht Unfähigkeit, sondern der Abgrund österreichischer Medien, aus dem solche Aufmacher kriechen, als Wahlhilfe für Männer und Frauen von der Zugerichtetheit eines …

Im Hinterhof von Orbán

Am 30. März ’20 sagt der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich zu Hans Bürger, er habe, ehrlich, nicht die Zeit, im Moment habe er, ganz ehrlich, andere Sorgen, als sich mit Ungarn – ganz recht ehrlich …

Was für „andere Sorgen“ der zurzeitige Bundeskanzler in Österreich hat, verrät der zurzeitige Bundeskanzler nicht Hans Bürger, aber dem Unternehmen Twitter, es ist seine tatsächliche Sorge, wie eine „Regierung der nationalen Einheit“ installieren, in Venezuela …

… dem zurzeitigen Bundeskanzler ist dies seine recht, recht große und recht wirkliche Sorge, geplagt von dieser ihn überwältigenden Sorge erwacht er aus christlichen Träumen frühmorgens des 31. März ’20 und muß sich augenblicklich dadurch erleichtern, seine Sorge um eine „Regierung der nationalen Einheit“ sogleich mit Tweet zu teilen …

In Venezuela wird es vielleicht von einigen mit recht großem Dank aufgenommen werden, daß dem zurzeitigen Bundeskanzler in Österreich seine tatsächliche Sorge der Installierung einer „Regierung der nationalen Einheit“ gilt, und in Venezuela wird es diesen vielleicht ebenso verlockend erscheinen, dergestalt diese auf dem kürzesten Weg zu erreichen, indem als erste Maßnahme unumgänglich, das Coronavirus türkis anzustreichen …

Gasmaske …

Was die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei und für kurz ein weiteres Mal gewesene Regierungspartei damit wohl ausdrücken will, daß sie ihren Kommentar „Kommt bald Schutzmaskenpflicht für alle Personen im öffentlichen Raum?“ mit einer russsischen GP-5-Gasmaske bebildert?

Zu erfahren ist, daß es eine ABC-Schutzmaske, produziert zwischen 1962 und 1990, an die sowjetische Zivilbevölkerung zum Schutz gegen chemische und biologische Kampfstoffe ausgegeben, mit einem Gewicht von 1,1 kg, und mit Aspest …

Ist es von der gesinnungsgemäß zensurierten Website als Empfehlung gemeint, sich mit einer russischen Gasmaske mit gesundheitsförderlichem Aspest vor dem Coronavirus zu schützen? Also eine weitere Empfehlung auf dem Niveau des für kurz gewesenen Vizekanzlers, für einen eigenen Infektionstest nicht zu atmen?

Ach, es wird nur eine gedankenfreie Bebilderung sein, gezogen auf einer Gesinnungsscholle, auf der nichts anderes wächst, vor allem nichts Neues, auf der nichts wächst, die bloß mit Vergangenheitsgestrüpp überwuchert ist.

Die Denunziation in Zeiten der Corona

„Man fühlt sich in [Gestapo]-Zeiten zurückversetzt, wenn man das aktuellen Behörden-Aktivitäten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise mitverfolgt.“

Selbstverständlich schreibt die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Parlamentspartei und für kurz gewesene Regierungspartei nicht, die Gestapo würde grüßen lassen, sondern „Metternich lässt grüßen …“

Weshalb sie dabei auf den vor 247 Jahren geborenen Metternich zurückgreift und nicht auf die Gestapo, deren „Macht-Phantasien“ heute lebende Menschen selbst noch erlebt haben, zu erleiden hatten, von diesen „Macht-Phantasien“ der Gestapo noch erzählen können, die „Macht-Phantasien“ der Gestapo also tatsächlich noch lebendige Erinnerung sind, hingegen die von Metternich …

Nun, ohne groß in die Geschichte gehen zu wollen, wird der Grund wohl darin zu finden sein, daß Metternich ihr kein Freund, daß Metternich zu jenen gehört, die zu stürzen und zu verjagen sind, wie einst Metternich gestürzt und verjagt …

Was den Menschen, die die „Macht-Phantasien“ der Gestapo noch erlebten, zu erleiden hatten, sofort bedrückend auffallen wird, in diesen Tagen des Frühjahrs ’20, sind die, wie sie auch bereits genannt werden, „Corona-Blockwarte“ – die Denunziation in Zeiten der Corona …

Aber das würde, fürchten sie wohl, recht an sie selber erinnern, wie sie Menschen denunzieren, ach, bloß aus Eintritt für ihre „Volksangehörigen“ …

Was für eine Fixierung auf die Vergangenheit.

Dabei müßte gerade für die Überwachung in Zeiten der Corona nicht in die Vergangenheit, in keine Vergangenheit, weder in die von Metternich noch in die der Gestapo, abgetaucht werden, es kann ganz in der Gegenwart geblieben werden, in China, das nun die Bühne ist, auf der die Welt ihre Probe hält …