documenta neunzehnfünf

Nach einem im Keller verbrachten unruhigen Tag eingeschlafen. Sogleich stellt sich ein Traum ein, aber ein mit Bildern geizender Traum. Nur ein einziges unbewegtes Bild

Documenta - Kasseltraum

zu Johann Messe, der aus seinem Kasselroman liest, aber nur eine einzige Stelle, immerzu nur diese eine einzige Stelle, als wäre diese eine einzige Stelle der gesamte Roman, und da der Traum nur dieses eine einzige Bild bereit ist herzugeben, erstaunt es nicht, beunruhigt es nicht, es muß damit abgefunden werden, daß auch der Roman nur diese eine einzige Stelle schon der gesamte Roman ist, und der Traum muß es sich gefallen lassen, Geizhals gescholten zu werden.

am ende ist das alles was bleibt dachte ich der blick zurück auf nichts vielleicht wollte ich deshalb plötzlich verzweifelt nach vorne schauen doch was ich dort sah war genau das wovor ich floh die bedrückende wirkung die eva brauns parfümflakon auf mich hatte und natürlich die unwiederbringliche vergangenheit die ich glaubte überwunden zu haben einschließlich meines rundgangs durch das im fridericianum ausgestellte gehirn ich befand mich in deutschland und fragte mich andauernd ob ich wirklich dort war auf der königsstraße dem hessenland zu und andauernd welche verbindung es wohl zwischen avantgardekunst und dem handtuch geben mochte das Adolf hitler gehört hatte kurz gesagt es tat mir in der seele weh zu sehen dass kriegsverbrecher und gegenwartskunst sich verbanden und sei es nur in der kunst

Und dazu ständig noch, aber nur der Refrain

ich möchte lieber nicht

ist zu hören, geträllert von Johann Messe, der, wird ebenfalls zugleich oder zeitgleich von einer dritten Johann-Messe-Stimme nerventötend gewispert, zu dem der Traum, wie ihm zum Beweis, gieriger und geiziger als Grandet, mehr noch, gar der Vater des Geizes zu sein, kein einziges weiteres Bild herzeigen will, nur dieses eine einzige Bild mit dem ordentlich gefalteten oder hingelegten Handtuch … Johann Messe sitzt dabei stramm in einer Badewanne in der Küche einer Villa und ihm trägt Johann Messe, der Johann Messe immerzu bloß mit diesen vier Wörtern mehr sprechend als singend dazu die Begleitmusik macht, immerzu diese eine einzige Passage …

ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich ich möchte lieber nicht ich möchte lieber nicht ich

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