Alle mit Hakenkreuz sind gleich, manche sind gleicher

95.000 Euro soll also die Entfernung des Hakenkreuzes kosten, zu zahlen von den Steuerzahlerinnen in Österreich. Es gibt in Europa Gegenden, in denen kann um 95.000 Euro ein Haus gekauft werden, in dem eine fünfköpfige Familie wohnen kann.

Als das Hakenkreuz vor 85 Jahren aufgemalt wurde, wie leicht muß das damals gewesen sein, ein paar beherzte „Patrioten“ liefen durch den Wald mit ein paar Eimern Farbe, und malten das Hakenkreuz auf die Burg. Sie erstellten wohl keine Kostenpläne, sie brauchten wohl kein Gerüst, im Handkehrum, vielleicht in einer Nacht des Besäufnisses einfach hinaus und hin zur Burg …

Die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie entfernte das Hakenkreuz vor 1938 nicht, sie ließ es nicht übermalen, obgleich sie, wie aus dieser Familie zu hören ist, keine nationalsozialistische …

Die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie entfernte das Hakenkreuz nicht nach 1945, da hatte sie, wie aus dieser zu hören ist, „andere Sorgen“ …

Was in einer Nacht so leicht und vielleicht auch im betrunkenen Zustande möglich war, ein Hakenkreuz zu malen, ist in fünfundachtzig Jahren nicht möglich gewesen zu entfernen, zu übermalen. In 85 Jahren fanden sich keine Menschen, die das Übermalen übernommen hätten, fand sich niemand, der die paar Groschen für einige Eimer Farbe ausgeben wollte, auch die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie sah ihre dafür aufzubringenden Groschen zu schade dafür.

Mit einem Menschen, der beispielsweise den Arm zum sogenannten Hitlergruß erhebt, betrunken und unzurechnungsfähig auf einem Fußballplatz, streitet der österreichische Staat nicht, diesen Menschen verurteilt er, einem Menschen, der sich beispielsweise ein Hakenkreuz auf den Oberarm tätowiert, streitet der österreichische Staat nicht, diesen Menschen verurteilt er und diesem Menschen zahlt der österreichische Staat nicht die Entfernung des Hakenkreuzes auf dem Oberarm oder die Übertätowierung des Hakenkreuzes mit einem anderen Motiv, dieser Mensch muß sich das selbst bezahlen, aber mit einer Familie, die auf ihrem Besitz ein Hakenkreuz seit 85 Jahren sichtbar bis zur adriatischen Küste aufgemalt hat, streitet der österreichische Staat seit Jahrzehnten und bezahlt ihr am Ende die Kosten für die Entfernung.

Es heißt, alle seien gleicher und manche seien gleicher. In diesem Fall könnte es ein wenig abgewandelt heißen: alle mit Hakenkreuz werden vom Staate gleich behandelt, nur manche noch viel gleicher.

Ein Gedanke zu „Alle mit Hakenkreuz sind gleich, manche sind gleicher

  1. Pingback: Hakenkreuz, Ibiza und FPÖ oder Strache auf der Suche nach der Unschuld | Prono ever

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