Sichtschutz – Wahrzeichen von Kärnten

Nun soll also das Wahrzeichen Kärntens entfernt werden. Nach fünfundachtzig Jahren.

Aber es wird das Wahrzeichen Kärntens bleiben, auch als entferntes Wahrzeichen, wie es bereits Wahrzeichen Kärntens war, als es noch gar nicht auf die Burg aufgemalt, also vor 1934, so wird es auch nach seiner Entfernung Wahrzeichen bleiben, also nach 2019.

Das Hakenkreuz, angebracht bereits Jahre vor der totalitären Diktatur der Nationalsozialsten, das Hakenkreuz, angebracht gelassen Jahrzehnte weiter nach der massenmörderischen Totaldiktatur der Nationalsozialistinnen, unabhängig davon, ob weithin sichtbar, ob hinter Sichtschutzbäumen verborgen, ob hinter einem neuen Sichtschutz …

Der Umgang damit ähnelt frappant an den Eingang zu einem sogenannten Erotikkino zum Cruisen in Kärnten. Es wird angepriesen mit einem „Sichtschutz für einen diskreten Zugang“ …

Wer also in das Sexkino hineingeht, beim Hingehen aber nicht gesehen wird, ist niemals in das sogenannte Erotikkino hineingegangen, kennt das gar nicht, kann reinen Herzens sagen, nicht zu wissen, daß es so etwas überhaupt …

Und so verhält es sich auch mit dem Hakenkreuz in Kärnten. Wenn auf Tafeln kein Hakenkreuz zu sehen ist, dann ist alles recht, ist erfüllt, was der derzeitige Landeshauptmann eben erst erneuert fordert:

„‚Keinen Millimeter Platz‘ für Nazi-Symbole
‚Mit der Entfernung dieses Symbol des Nationalsozialismus wollen wir keineswegs unsere Erinnerung entfernen. Vielmehr geht es darum zu zeigen, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und sich Kärnten bzw. Österreich heute in aller Deutlichkeit von allen nationalsozialistischen und faschistischen Tendenzen distanziert. Derartige fehlgeleitete Ideologien haben weder in Kärnten noch sonst irgendwo in Österreich auch nur einen Millimeter Platz‘, so“ der Landeshauptmann.

Es war keine Bildungsreise, die in diesem Juni 19 einen Aufenthalt in Klagenfurt notwendig machte, wie sie der Odalrunenwaffenträger aus Christchurch vor einiger Zeit machte, dabei auch das Stiegenhaus hinaufstieg, ehe er zum Mehrfachmörder wurde, sondern auf dem Rückweg aus dem Süden ein Getriebeschaden, der zum Aufenthalt in Klagenfurt nötigte.

Bei diesem erzwungenen Aufenthalt in Klagenfurt wäre es unverzeihlich gewesen, nicht Nachschau zu halten, ob im Stiegenhaus nach wie vor die Tafeln hängen, an denen die Landtagsabgeordneten vorüber müssen, wenn sie zu ihren Landtagssitzungen … sie hängen noch, wie vor Jahren, aber mit keinem Hakenkreuz verziert, die Worte auf diesen selbst sind Zierde genug …

Auch die Wörter auf weiteren Tafeln im Stiegenhaus, wie „Patrioten“ und „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ – ja, in Kärnten haben nicht Demokratinnen „aus eigener Kraft die Demokratie wiederhergestellt“, es waren „Kärntner Patrioten“, nicht Demokraten, wie gemeint werden könnte, haben die Demokratie, die es auch davor nicht gab, wiederhergestellt, für die Wiederherstellung der Demokratie mußten sie viele Jahre vor 1938 auslöschen, diese für nie gewesen erklären …

Es gibt in Österreich eine Partei, die sich recht gerne patriotisch ruft, aber wird der Sichtschutz abgebaut, kommt zum Vorscheinnicht anders auch als beim „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ … In Kärnten hängen eben die Signalwörter im Stiegenhaus zum patriotischen Sitzungssaal …

Der Getriebeschaden läßt sich nicht so schnell beheben. So bleibt nichts anderes über, als die Zeit irgendwie herumzubringen, mit Schlendern durch die Stadt.

Ach, was auf Tafeln in dieser Stadt zu lesen ist, worauf der Stolz Klagenfurts und somit Kärntens gebaut ist, etwa darauf – „als einzige deutsche Stadt Eigentum der Landstände“ …

Beinahe stellt sich Unzufriedenheit ein, daß der Getriebeschaden dann doch rascher behoben sein wird. So bleibt keine Zeit mehr, um den „Kärntner Artilleriebund“ ausfindig zu machen, diesen aufsuchen zu können, um von den „Kärntner Freiheitskämpfen 1914-1919 – 1939-1945“ zu erfahren. Es gab also zwei „Kärntner Freiheitskämpfe“, den einen von „1914-1919“ und den zweiten von „1939-1945“, aber nur einen „Weltkrieg“, so steht es auf dessen Denkmal geschrieben, in Klagenfurt. Wann aber dieser „Weltkrieg“ stattfand, wann Menschen „im Weltkriege“ waren – ein Datum, eine Dauer dieses „Weltkrieges“ ist nicht angegeben.

„Den im Weltkriege und in den Kärntner Freiheitskämpfen […]“

Erinnerungen an weitere Tafeln werden dabei unweigerlich wach, an einen anderen Aufenthalt, ebenfalls auf dem Rückweg aus dem Süden, in Kärnten, in Villach …

2 Gedanken zu „Sichtschutz – Wahrzeichen von Kärnten

  1. Pingback: Peter Goëss, Besitzer einer Hakenkreuzburg – 95.000 Euro für die Entfernung eines Hakenkreuzes | Prono ever

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