Alle mit Hakenkreuz sind gleich, manche sind gleicher

95.000 Euro soll also die Entfernung des Hakenkreuzes kosten, zu zahlen von den Steuerzahlerinnen in Österreich. Es gibt in Europa Gegenden, in denen kann um 95.000 Euro ein Haus gekauft werden, in dem eine fünfköpfige Familie wohnen kann.

Als das Hakenkreuz vor 85 Jahren aufgemalt wurde, wie leicht muß das damals gewesen sein, ein paar beherzte „Patrioten“ liefen durch den Wald mit ein paar Eimern Farbe, und malten das Hakenkreuz auf die Burg. Sie erstellten wohl keine Kostenpläne, sie brauchten wohl kein Gerüst, im Handkehrum, vielleicht in einer Nacht des Besäufnisses einfach hinaus und hin zur Burg …

Die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie entfernte das Hakenkreuz vor 1938 nicht, sie ließ es nicht übermalen, obgleich sie, wie aus dieser Familie zu hören ist, keine nationalsozialistische …

Die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie entfernte das Hakenkreuz nicht nach 1945, da hatte sie, wie aus dieser zu hören ist, „andere Sorgen“ …

Was in einer Nacht so leicht und vielleicht auch im betrunkenen Zustande möglich war, ein Hakenkreuz zu malen, ist in fünfundachtzig Jahren nicht möglich gewesen zu entfernen, zu übermalen. In 85 Jahren fanden sich keine Menschen, die das Übermalen übernommen hätten, fand sich niemand, der die paar Groschen für einige Eimer Farbe ausgeben wollte, auch die hakenkreuzburgruinenbesitzende Familie sah ihre dafür aufzubringenden Groschen zu schade dafür.

Mit einem Menschen, der beispielsweise den Arm zum sogenannten Hitlergruß erhebt, betrunken und unzurechnungsfähig auf einem Fußballplatz, streitet der österreichische Staat nicht, diesen Menschen verurteilt er, einem Menschen, der sich beispielsweise ein Hakenkreuz auf den Oberarm tätowiert, streitet der österreichische Staat nicht, diesen Menschen verurteilt er und diesem Menschen zahlt der österreichische Staat nicht die Entfernung des Hakenkreuzes auf dem Oberarm oder die Übertätowierung des Hakenkreuzes mit einem anderen Motiv, dieser Mensch muß sich das selbst bezahlen, aber mit einer Familie, die auf ihrem Besitz ein Hakenkreuz seit 85 Jahren sichtbar bis zur adriatischen Küste aufgemalt hat, streitet der österreichische Staat seit Jahrzehnten und bezahlt ihr am Ende die Kosten für die Entfernung.

Es heißt, alle seien gleicher und manche seien gleicher. In diesem Fall könnte es ein wenig abgewandelt heißen: alle mit Hakenkreuz werden vom Staate gleich behandelt, nur manche noch viel gleicher.

Sichtschutz – Wahrzeichen von Kärnten

Nun soll also das Wahrzeichen Kärntens entfernt werden. Nach fünfundachtzig Jahren.

Aber es wird das Wahrzeichen Kärntens bleiben, auch als entferntes Wahrzeichen, wie es bereits Wahrzeichen Kärntens war, als es noch gar nicht auf die Burg aufgemalt, also vor 1934, so wird es auch nach seiner Entfernung Wahrzeichen bleiben, also nach 2019.

Das Hakenkreuz, angebracht bereits Jahre vor der totalitären Diktatur der Nationalsozialsten, das Hakenkreuz, angebracht gelassen Jahrzehnte weiter nach der massenmörderischen Totaldiktatur der Nationalsozialistinnen, unabhängig davon, ob weithin sichtbar, ob hinter Sichtschutzbäumen verborgen, ob hinter einem neuen Sichtschutz …

Der Umgang damit ähnelt frappant an den Eingang zu einem sogenannten Erotikkino zum Cruisen in Kärnten. Es wird angepriesen mit einem „Sichtschutz für einen diskreten Zugang“ …

Wer also in das Sexkino hineingeht, beim Hingehen aber nicht gesehen wird, ist niemals in das sogenannte Erotikkino hineingegangen, kennt das gar nicht, kann reinen Herzens sagen, nicht zu wissen, daß es so etwas überhaupt …

Und so verhält es sich auch mit dem Hakenkreuz in Kärnten. Wenn auf Tafeln kein Hakenkreuz zu sehen ist, dann ist alles recht, ist erfüllt, was der derzeitige Landeshauptmann eben erst erneuert fordert:

„‚Keinen Millimeter Platz‘ für Nazi-Symbole
‚Mit der Entfernung dieses Symbol des Nationalsozialismus wollen wir keineswegs unsere Erinnerung entfernen. Vielmehr geht es darum zu zeigen, dass wir aus der Geschichte gelernt haben und sich Kärnten bzw. Österreich heute in aller Deutlichkeit von allen nationalsozialistischen und faschistischen Tendenzen distanziert. Derartige fehlgeleitete Ideologien haben weder in Kärnten noch sonst irgendwo in Österreich auch nur einen Millimeter Platz‘, so“ der Landeshauptmann.

Es war keine Bildungsreise, die in diesem Juni 19 einen Aufenthalt in Klagenfurt notwendig machte, wie sie der Odalrunenwaffenträger aus Christchurch vor einiger Zeit machte, dabei auch das Stiegenhaus hinaufstieg, ehe er zum Mehrfachmörder wurde, sondern auf dem Rückweg aus dem Süden ein Getriebeschaden, der zum Aufenthalt in Klagenfurt nötigte.

Bei diesem erzwungenen Aufenthalt in Klagenfurt wäre es unverzeihlich gewesen, nicht Nachschau zu halten, ob im Stiegenhaus nach wie vor die Tafeln hängen, an denen die Landtagsabgeordneten vorüber müssen, wenn sie zu ihren Landtagssitzungen … sie hängen noch, wie vor Jahren, aber mit keinem Hakenkreuz verziert, die Worte auf diesen selbst sind Zierde genug …

Auch die Wörter auf weiteren Tafeln im Stiegenhaus, wie „Patrioten“ und „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ – ja, in Kärnten haben nicht Demokratinnen „aus eigener Kraft die Demokratie wiederhergestellt“, es waren „Kärntner Patrioten“, nicht Demokraten, wie gemeint werden könnte, haben die Demokratie, die es auch davor nicht gab, wiederhergestellt, für die Wiederherstellung der Demokratie mußten sie viele Jahre vor 1938 auslöschen, diese für nie gewesen erklären …

Es gibt in Österreich eine Partei, die sich recht gerne patriotisch ruft, aber wird der Sichtschutz abgebaut, kommt zum Vorscheinnicht anders auch als beim „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ … In Kärnten hängen eben die Signalwörter im Stiegenhaus zum patriotischen Sitzungssaal …

Der Getriebeschaden läßt sich nicht so schnell beheben. So bleibt nichts anderes über, als die Zeit irgendwie herumzubringen, mit Schlendern durch die Stadt.

Ach, was auf Tafeln in dieser Stadt zu lesen ist, worauf der Stolz Klagenfurts und somit Kärntens gebaut ist, etwa darauf – „als einzige deutsche Stadt Eigentum der Landstände“ …

Beinahe stellt sich Unzufriedenheit ein, daß der Getriebeschaden dann doch rascher behoben sein wird. So bleibt keine Zeit mehr, um den „Kärntner Artilleriebund“ ausfindig zu machen, diesen aufsuchen zu können, um von den „Kärntner Freiheitskämpfen 1914-1919 – 1939-1945“ zu erfahren. Es gab also zwei „Kärntner Freiheitskämpfe“, den einen von „1914-1919“ und den zweiten von „1939-1945“, aber nur einen „Weltkrieg“, so steht es auf dessen Denkmal geschrieben, in Klagenfurt. Wann aber dieser „Weltkrieg“ stattfand, wann Menschen „im Weltkriege“ waren – ein Datum, eine Dauer dieses „Weltkrieges“ ist nicht angegeben.

„Den im Weltkriege und in den Kärntner Freiheitskämpfen […]“

Erinnerungen an weitere Tafeln werden dabei unweigerlich wach, an einen anderen Aufenthalt, ebenfalls auf dem Rückweg aus dem Süden, in Kärnten, in Villach …

„der kärntner ist ja per se keine tracht“

Im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes möchte ein Gemeinderat aus St. Veit an der Glan gebeten haben, keine „polemik diesbezüglich…“:

„es geht um kärtnter trachten allgemein… z.b. gailtaler, rosentaler vulgo talschafts- und festtagstrachten … der kärntner ist ja per se keine tracht… bitte daher keine polemik diesbezüglich…“

Es kann verstanden werden, daß im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes, in dem alle eisern im Kärntner Anzug und Blaupunktdirndl stecken, eine Polemik nicht gewollt wird, Polemik unstatthaft ist, Polemik anzuklagen ist als nicht „Erd- und Heimatverbundenheit“ …

Kärntner Trachten - Weltkulturerbe

Dabei war es gar nicht polemisch, was geschrieben ward; es steht doch geschrieben, was für eine wunderbare Idee das sei,  in

Kärntner Trachten: Weltkulturerbe.

Sonderlich ist doch immer wieder, feststellen zu müssen, gerade bei Menschen, die sich aufmachen, die Vergangenheit zu beschwören, aus der Gegenwart eine Vergangenheit wieder zu machen, die Zukunft der Zukunft in der Vergangenheit zu sehen, wie wenig sie von der Vergangenheit wissen, das noch verzeihlich wäre, ließen sie die Vergangenheit ruhen, aber auch, wie wenig sie von der Gegenwart wissen, das nicht verzeihlich ist.

So auch der Gemeinderat aus Sankt Veit an der Glan. Wenn es richtig in Erinnerung ist, wird St. Veit an der Glan als Stadt geführt … so auch der Gemeinderat immerhin von einer Stadt und nicht von einem Dorfe in den Bergen, dessen Bewohner und Bewohnerinnen vielleicht einmal im Jahr hinunter in die Stadt kommen.

Es soll mit dem Wissen um die Gegenwart begonnen werden.

Der Gemeinderat schreibt, es gehe um „kärtnter trachten allgemein“. Es geht auch um den Kärntner Anzug. Dazu hätte er bloß, wie in der Collage zu lesen ist, lesen müssen, was Landesrat Benger schreibt.

Und um das Wissen um die Vergangenheit ist es ebenso karg bestellt.

Der Gemeinderat schreibt, „der kärntner ist ja per se keine tracht…“ — nun, wie leicht hätte es der Gemeinderat heutzutage, sich über die Vergangenheit zu informieren. Ein Naschlagen auf „Wikipedia“ hätte gereicht, um zu erfahren, daß der Kärntner Anzug 1911 „per Dekret der Kärntner Landesregierung zur offiziellen Landestracht für Männer“ …

Möge es von der sogenannten akademischen Diskussion her ein Streitpunkt sein, was eine Tracht und was eine Tracht nicht „per se“ sei, von der Gesetzgebung im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes her ist die Antwort eine eindeutige: „Landestracht“, sogar „offizielle Landestracht“ …

Sonderlich ist der Beweggrund für das Eintreten für die Tracht, 2017 derselbe wie 1911. Was ist in über einhundert Jahren im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes passiert, vorangegangen? Nichts. Bewußtseinsstillstand. Geistiges Im-Kreis-Laufen über einhundert Jahre lang. Seltsam, daß den Im-Kreis-Laufenden nicht längst schon schwindlig geworden ist. Dabei. Allein vom Zusehen des Im-Kreis-Laufens schon unaufhörlich Schwindelattacken …

Es hat sich bestätigt, was in „Kärntner Trachten: Weltkulturerbe“ erst nur vermutet wurde. Wer Kärnten kenne, wisse, es werden alle dafür sein. Und wie in der Collage gelesen werden kann, ist, wie der Landesrat schreibt, die gesamte Kärntner Landesregierung dafür, das Kärntner Trachten als Erbe bei der Unesco

Alle in der Regierung vertretenen Parteien also, wie auch anders, im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes …

Und wieder wird, wie gelesen werden kann, es dafür Geld geben, Steuergeld … im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes gibt es dafür Steuergeld, mag ein Haider Trachtenreichhauptmann sein, mag wer immer der Trachtenreichhauptmann sein — und nicht einmal ein Grüner wagt es, dagegen zu sein …

Der Stolz auf die Tracht läßt dankbar die leere Schüssel im Gebet vergessen

Vielleicht ist es ja auch recht gut angelegtes Steuergeld, das Steuergeld für Förderungen von Trachten. Ein Vorbild für ganz Österreich. Wenn es, wieder einmal, so richtig losgeht, mit Einsparungen, mit Kürzungen, wie eben in Oberösterreich begonnen, wenn die Menschen nichts mehr haben werden, dann bleibt ihnen der Stolz auf die Trachten, ruhig versammelt um den Tisch, wie vor bald einhundert Jahren von Albert Egger-Lienz gemalt.

Ein System, das nicht nur im heiligen Trachtenreich brauen Stoffes funktioniert. Ein System auch unvergessen für Menschen von außerhalb.

Eben erst ist einer in das österreichische Parlament eingezogen …

Maximilian Krauss: „Unvergessen“ System Haider

Und einer, jetzt noch Landesrat im heiligen Trachtenreich braunen Stoffes, könnte bald Minister werden, einer der recht nicht vergessen wird, sollte er Minister werden, was er im heiligen Trachtenreich brauen Stoffes gelernt …

Leer wird die Schüssel nicht sein, das wäre Panikmache, sie wird recht gut gefüllt sein — mit nahrhafter Brennsuppn …

PS Nach der Aufzählung des Landesrates wurde darauf vergessen, die „Watschen“ zur Beantragung der Adelung durch die Unesco aufzunehmen. Denn.

Zur Tracht gehören die Watschen, der Tritt

 

Kärntner Trachten: Weltkulturerbe

ÖVP-Abgeordnete sind im Anzug, einen Antrag einzubringen, daß Kärntner Trachten zum Weltkulturerbe erhoben wird, und sie erhoffen sich, daß auch die anderen Parteien dem ÖVP-Antrag zustimmen.

Was für eine wunderbare Idee.

Es kann nur, wer Kärnten kennt, von allen dafür Zustimmung geben. Und dann sofort an die Unesco den Antrag schicken. Das kann noch am selben Tag passieren, gleich nach der Abstimmung. Denn. Die Begründung liegt ja schon vor. Seit vierzig Jahren liegt die Begründung vor, wartet seit vierzig Jahren darauf, an die Unesco geschickt zu werden.

Diese für den Kärntner Anzug so einnehmende Begründung hat vor vierzig Jahren ein Heimatdichter geschrieben. Und diese Begründung wird der Unesco vollauf genügen, sich dem Wunsche nie und nimmer verschließen zu können.

Die Begründung für den Kärntner Anzug kann für jede Tracht herangezogen werden, dieser ist sozusagen die Haupttracht kärntnerischer Trachten, das Evangelium kärntnerischen Trachtens.

Sollte die Unesco wider Erwarten eine zusätzliche Erklärung haben wollen, zur von den ÖVP-Abgeordneten angesprochenen „kulturellen Identität“, wird das eine leichte Übung sein, ihr dafür eine fundierte Erklärung nachzureichen, ein paar Absätze von François Jullien wird sie zufriedenstellen.

Kärnten. Reich an Schätzen, kurz: ein Schätzenreich, in dem gar vieles wert ist, als Weltkulturerbe geadelt zu werden, wie beispielsweise die Tafeln im Landhaus

Und wenn Kärntner Trachten Weltkulturerbe sein werden, was für ein Stolz wird auf dem ganzen Lande sein, und wie stolz wird diese auch getragen werden, wenn es weit über die Grenzen hinausgeht, und wenn es einmal weit über die Grenzen hinausgeht, wird dafür die Haupttracht angelegt, der Kärntner Anzug, wenn es einmal etwa ins Oberösterreichische geht, um dort den Lichtbratlmontag, der längst schon Kulturerbe ist, im ehrenreichen Kärntner Anzug zu begehen. Volksverbindend wird das sein, von Erbe zu Erbe …

Und wenn Kärntner Trachten Weltkulturerbe sein werden, wird kein Mensch einem anderen Menschen laut sagen müssen, welche Sprache er zu sprechen hat, im Schätzenreich; der weltkulturerbliche Anzug wird es für ihn sagen, es wird reichen, sich in Kärntner Tracht hinzustellen vor jeden, um zu wissen, wie die Red‘ im Lande zu sein hat.

Und wenn das Kärntner Trachten Weltkulturerbe sein wird, wird es eine Heimkehr sein, wie es einst die recht große Volksschauspielerin beschwor, daß es so kommen wird … „Heimkommen werden wir bestimmt.“

Kärntner Anzug

 

Kriterienkatalog auf Kärntnerrotrealismusart

SPÖ arbeitet Kritierienkatalog ab zum Erhörtwerden von FPÖ

Die einfachste Widerlegung wäre, das, was das Magazin „Profil“ unter der Überschrift „Widerstand gegen Rot-Blau in der Sozialdemokratie bröckelt“ berichtet, hier nur Wort für Wort abzuschreiben, mit dem freundlichen Ersuchen versehen, es mit der Realität abzugleichen.

Dennoch ein paar Sätze dazu.

Hans Sallmutter sei überrascht über so manche Position der FPÖ im Sozialbereich. Wer nicht, wer nicht. Wer kennt nicht die vielen Beiträge in den sogenannten sozialen Medien zu der Frage, wie sozial ist die FPÖ wirklich. Und dazu die vielen Auflistungen, die zeigen, wie es die FPÖ mit dem Sozialen real hält, sie hält es an der Leine zum Eigennutz.

Meint Hans Sallmutter mit dem Nachwuchs, der weniger radikal und ideologisch in seinem Auftreten sei, Andreas, nein, anderer Vorname, Norbert Hofer? Oder den gar so jungen Wendelin aus dem Bollwerkvaterhause … Oder den an jungen Jahren wohl wirklich noch Nachwuchs zu nennenden Ablehner

Die FPÖ spräche, so Hans Sallmutter, nicht mehr „nur die Rassisten und Ewig-Gestrigen“ an. Die Wahlerfolge von solchen Parteien, das zeigt auch die Geschichte, sind darin begründet, daß sie eben nicht nur „die Rassisten und Ewig-Gestrigen“ ansprechen, sondern alle, denen der Rassismus und das Ewig-Gestrige vollkommen gleichgültig sind, um noch die harmloseste, wenn auch nicht erfreuliche Begründung anzuführen.

Mit Robert Misik hat Hans Sallmutter gleich seinen Kronzeugen gefunden für die linkstendierten Menschen … Und mehr Kronzeugen braucht ein Hans Sallmutter auch nicht. Rot-Blau also wäre, so Robert Misik, „weniger unappetitlich“ als eine schwarz-blaue Koalition. Das ist ein schmackhaftes Gericht, das Robert Misik servieren will: „Sozial“ kommt im Parteinamen des Obmannes vor, der ihm einen Buchauftrag einbrachte, und „national“ steuert die Partei bei mit dem gar so recht Hans Sallmutter gefallenden Nachwuchs.

Ach, und zum Schluß, Peter Kaiser. Das von ihm Erwartbare wird geliefert. Das Erwartbare eben. Es war von Beginn an klar, Einen Kärntnerinnenrotrealisten einen Kriterienkatalog erstellen zu lassen, heißt, das Erwartbare erfüllt zu bekommen.

Das Erwartbare ist aber stets das Enttäuschende.

Bei Kärntnerrot kommt nur blau heraus.

Peter Kaiser ist aber auch zu verstehen, wer jahrelang an solchen Tafeln, die im Kärntner Landhaus hängen, vorbei muß, hat keine Bedenken, hat sich daran gewöhnt, fände es nur diesem Kärntnerrotrealismus entsprechend angepaßt, hingen Tafeln nicht nur an der Wand, sondern gingen auch demnächst am Ballhausplatz ein und aus.

Aber eines muß der Sozialdemokratie respektvoll gelassen werden. Sie arbeitet bereits nach dem Kriterienkatalog, der, schreibt die Tageszeitung „Kurier“ am 27. Mai 2017, im Sommer 2017 veröffentlicht werden dürfte. Der Kriterienkatalog, nach dem die Sozialdemokratie bereits arbeitet,

Plan F: Regierungsprogramm 1718 im Kulturland Österreich

ist nämlich der, den sie für die FPÖ erfüllen muß. Diesen Kriterienkatalog muß die SPÖ erfüllen, damit die identitäre Parlamentspartei mit ihr überhaupt eine Koalition eingeht. Und sie ist ordentlich fleißig dabei. Die SPÖ wird die Hoffnung der FPÖ nicht sterben lassen. Es wird schon gewußt, daß den Plan des Mannes, der sich bereits eine misiksche Biographie verdient hat, der erste Buchstabe des Alphabets ziert, aber nach dem Kärntnerrotrealismus kommt nur der sechste Buchstabe der Realität nahe.

Den Kriterienkatalog, den die SPÖ für die FPÖ abzuarbeiten hat und bereits abarbeitet, zu schreiben begonnen hat, diese Ehre darf ihm nicht vorenthalten werden, war … ach, Kärnten is lei ans, a Burgenlandle a klans …

Das Regierungsprogramm von Rot-Blau im Burgenland zu „Kultur und Kunst“ – Eine Aufgabe

Beizeiten darüber nachgedacht zu haben, nämlich über eine neue Realpolitik, wäre wohl sinnvoller gewesen,

Österreich. Die alte Realpolitik ist tot. Für eine neue Realpolitik.

Koalition mit der identitären freiheitlichen Gemein-Schaft – Erinnerung für die Zukunft

als jetzt mit dem beschämenden Schauspiel beginnen zu müssen, sich die identitäre Parlamentspartei regierungsschönzureden …

Kärntner Landesverfassung: „Fürsorge“ ist in Deutsch zu vollziehen

Nun gibt es, wie zu lesen ist, die Einigung auf eine neue Formulierung, die Josef Friedrich Perkonig in seinem Bollwerkgrab strammstehen lassen wird, für den ja aber nicht als einzigen die deutsche Sprache in Kärnten die „einzige rechtmäßige“ …

„Artikel 5: ‚Die deutsche Sprache ist die Landessprache sowie Sprache der Gesetzgebung und – unbeschadet der der Minderheit bundesgesetzlich eingeräumten Rechte – die Sprache der Vollziehung des Landes Kärnten.’“

Bestätigt soll aber mit dieser neuen Landesverfassung in Kärnten

„Artikel 7c: ‚Das Land Kärnten bekennt sich gemäß Artikel 8 Abs. 2 der Bundesverfassung zu seiner gewachsenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt, wie sie in Kärnten in der slowenischen Volksgruppe zum Ausdruck kommt. Sprache und Kultur, Traditionen und kulturelles Erbe sind zu achten, zu sichern und zu fördern. Die Fürsorge des Landes gilt allen Landsleuten gleichermaßen.’“ 

auch werden, was stets vermutet wurde, der Kärntner und die Kärntnerin sind Fürsorgefälle.

„Die Fürsorge des Landes gilt allen Landsleuten gleichermaßen.“

Als welche Fürsorgefälle das Land Kärnten alle Landsleute hinkünftig führen wird – ach, Christl, laß mal, das ist ein weites Feld. Zu viele Arten der Fürsorge, wird beispielsweise die Bundesverfassung von Österreich zur Klärung herangezogen, kämen in Frage, in der „Fürsorge“ ebenfalls vorkommt, aber nicht allgemein, sondern sehr konkret.

Nach der österreichischen Bundesverfassung könnte gesagt werden, das Land Kärnten sieht den Kärntner und die Kärntnerin als „Kriegsgräber“ oder als „Säuglinge“ oder als eingeschränkt mündige „Jugendliche“  oder als „Kranke“ und als „Unfälle“. In anderen Zusammenhängen kommt die „Fürsorge“ in der Bundesverfassung nicht vor.

Vielleicht ist der Kärntner und die Kärntnerin für das Land Kärnten eine Mischung aus diesen allen Fürsorgefällen.

Abgesehen davon, wofür „Fürsorge“ in der Bundesverfassung verankert ist, gibt es für „Fürsorge“ Definitionen,

„Fürsorge (von mhd. vür-sorge, entlehnt aus dem lat. prōcūrātĭo zu lat. prō-cūrāre ‚für etw. Sorge tragen; pflegen; verwalten‘) bezeichnet die Sorge für andere Personen. Daraus abgeleitet bezeichnet Fürsorge die Sorge, auf die Menschen unter bestimmten Umständen ein Recht haben, und bezeichnet ebenfalls das aus der Ethik der Barmherzig bzw. der Almosenpraxis erwachsene System der Fürsorge, Obsorge, Sozialhilfe oder Sozialen Sicherheit.

System der Fürsorge, Obsorge oder Sozialhilfe. Sozialfürsorge. Wurde oft gleichbedeutend mit Armenfürsorge bzw. Armenpflege benutzt.“

die dem Land Kärnten ein recht gutes Zeugnis ausstellen, allen Landsleuten gleichermaßen Fürsorge angedeihen lassen zu wollen.

Schon heute beim Anzünden des Grablichts ist die Entscheidung gefallen, unbedingt in Kärnten einwandern zu wollen. Offen ist bloß noch, als wer oder was in Kärnten eingewandert will, als Säugling, als Unfall – sehr verlockend ist, gleich morgen in Kärnten einwandern zu wollen als Kriegsgrab.

Oder vielleicht doch als Bettlerin in Kärnten … Denn. Die Fürsorge wird nun in der Landesverfassung verankert, aber die totale Fürsorge ist in Kärnten lange schon gelebte Praxis, für einen Bettler ist Kärnten das Paradies der Paradiese: vor Jahren bereits wurde in Kärnten die gesetzliche Erlaubnis erteilt, nicht zu betteln.

karntner-landesverfassung-fursorgefalle

Tafeln können Ihre Wahrnehmung beeinträchtigen, nicht nur die von Christian Benger

Kärnten - Tafeln können Ihre Wahrnehmung beeinträchtigen.jpg

Die Warnhinweise zu Medikamenten sind nützlich, auch wenn sie viel zu selten aufmerksam gelesen, noch seltener beachtet und kaum beherzigt werden. Vielleicht hätten bei den Tafeln im Kärntner Landhaus angebrachte Warnhinweise, daß also das Lesen und vor allem das oftmalige Lesen die Wahrnehmung beeinträchtigt und am Ende sogar zur völligen Erblindung führt, auf Christian Benger eine positive …

Es darf, um sich eine Spekulation zu erlauben, daran gezweifelt werden. Das ständige berufliche Vorbeimüssen an diesen Tafeln … um negative Wirkungen zu vermeiden, ist es wohl immer noch am besten, etwas nicht mehr anzubieten, oder endlich zu entfernen, wie eben die Tafeln im Kärntner Landhaus. Über die schädliche Wirkung dieser Tafelmedikation gibt es bereits viele Kapitel, so daß es nicht ein weiteres Mal ausführlich zu erzählen ist.

Eisenstadt und Klagenfurt – Ein Vergleich zu Lasten Kärntens

Gerade in Kärnten, nicht nur in Klagenfurt, auch in Villach, um noch eine Stadt zu nennen, ist die Tafelmedikation – genug, es können die Kapitel dazu gelesen werden. Der Einfluß des Geschriebenen darf allerdings auch nicht überbewertet werden. Aber einem einzigen Haus gilt in Österreich die Sorge, das in einem derart kleinen Land auch geographisch nicht weit weg von Kärnten steht.

Als Bernhard C. Bünker über den Geist des Kärntner Anzuges schrieb, war Christian Benger in einem Alter, das von größter Neugier gekennzeichnet ist, und er wird das von Bünker über den braunen Anzug Geschriebene vielleicht ebenfalls gelesen haben. Und wenn noch einmal spekuliert werden darf, daß er das las,

Bernhard C. Bünker und die vierzigste Wiederkehr der Tracht

so muß festgestellt werden, es hatte auf ihn keinen Einfluß. Benger trägt, wie es scheint, recht gern den Anzug.

Das Geschriebene kann nur in einem entsprechenden Umfeld Einfluß nehmen. Das kärntnerische Umfeld ist keines, auf dem ein Text von Bernhard C. Bünker zur Wirkung heranreifen kann, bis zum heutige Tage, wie nun auch Christian Benger bestätigen will.

Worum es aktuell geht? Es geht um die Landesverfassung in Kärnten. Es geht um das Slowenische und das Deutsche. Nun ist zu hören, es soll nach einer Kompromißformulierung, nachdem sich Trachtler Benger gegen die geplante Formulierung vehement zur Wehr setzt, gesucht werden. Eine wird bereits verbreitet:

„Die Fürsorge des Landes und der Gemeinden gilt den deutsch- und slowenischsprachigen Landsleuten gleichermaßen, besonders ersteren.“

Das also wäre ein vorauseilender Kompromiß, weil die vorgesehene Formulierung

„Die Fürsorge des Landes und der Gemeinden gilt den deutsch- und slowenischsprachigen Landsleuten gleichermaßen.“

Benger nicht in seine Trachtentasche hineinbekommen will.

Der Kompromiß , sollte die Formulierung tatsächlich etwa nach dieser getauscht werden, wird einen Menschen in Kärnten besonders recht gefallen, einen Menschen, der zwar schon lange tot ist, aber der Geist, für den er eintrat und stritt, weiter die Grenzen Kärntens eng schreibt. Denn. Dieser Mann schrieb einst:

„Mein Vater konnte slowenisch reden und singen, wie alle Menschen seiner Generation im Rosentale, er sprach gleich ihnen mit Vorliebe slowenisch, er dachte wahrscheinlich auch darin, noch beschied sich die deutsche Sprache mit dem Range eben einer zweiten, nicht aber der einzigen rechtmäßigen. Mein Vater heiratete eine Bauerntochter aus der deutschen Gegend … und so wurde deutsch meine Muttersprache, das Slowenische habe ich erst auf der Gasse gelernt.“

Es kann abschließend nur ein weiteres Mal geschrieben werden:

Für eine „neue Zeit“ sind in Kärnten u.v.a.m. Tafeln auch abzumontieren

Das ist längst nicht mehr und war eigentlich nie nur auf Kärnten zu beziehen, wie etwa die jüngste Geschichte um den Staatspreis es wieder zu deutlich machte, bei der es auch um das Slowenische und das Deutsche ging. An der waren aber keine Trachtler und Trachtlerinnen beteiligt, sondern …

großer österreichischer staatspreis für literatur