Von der Sage des Bezwingers des Drachens Sieben Prozent

Sebastian Kurz am 28. August ’20:

„[…] mit einer weltwirtschaftskrise zu tun […] wir als kleines österreich bleiben da nicht verschont. dieses jahr wird unsere wirtschaft um rund sieben prozent einbrechen […] comeback unserer wirtschaft […] damit das gelingt, müssen wir […]“

Und Sebastian Kurz spricht weiter, viel und bleibt ganz allgemein, von Herausforderungen, was alles getan werden müsse, um die Krise eines siebenprozentigen Einbruches … wen er schon alles gebeten habe, etwas zu tun, beispielsweise die Wirtschaftsministerin, den Finanzminister, als ob dieser jetzt Zeit hätte für sieben Prozent, in seinem Wahlkampf, den er führt, um am Ende im jetzigen lichtlosen Tunnel zu bleiben …

Sieben Prozent – Sebastian Kurz, der Held der sieben Prozent, der Bezwinger des Drachens Sieben Prozent

Sieben Prozent – den Toten, die das Jahr 1945 etwa erlebten, wird nach dem Anhören seiner Sage fortan nicht mehr die Frage quälen, ob sie 1945 in Österreich die richtige Regierung zum richtigen Zeitpunkt hatten, sie werden sich beruhigt umdrehen und sich sagen, es war ein Glück nicht die vom Sieben-Prozent-Bezwinger angeführte Regierung gehabt zu haben

… mit dieser wären sie, werden sie bequem seitlich liegend meinen, im lichtlosen Tunnel geblieben. Es hätte nicht nur weiter gefehlt an Geld für Kerzen, Christbäume, für Essen, sondern auch für die Elektrifizierung der Tunnel …

So nachträglich entspannt wie sie sein können, werden sie wohl auch zum Witzeln aufgelegt sein, der Drache Sieben Prozent ein Baby-Elefant … Die sieben Prozent, eine Sommer-Annahme, ob es dann, wenn das Jahr ’20 wirklich um sein wird, tatsächlich ein Einbruch von sieben Prozent sein wird, kann für den Baby-Elefanten nur gehofft werden, sonst wäre es ein armer Baby-Elefant, der statt zu wachsen gleich wieder schrumpft …

Einen Einbruch von neunundfünfzig Prozent, also einen zweiundfünfzig Prozent höheren Einbruch hatte 1945 die Regierung in Österreich zu … und jetzt 7 Prozent, gerade einmal schwache 3,2 Prozent mehr als 2009 … viele werden wohl auch das als Glück empfinden, daß der Bezwinger nicht schon 2009 die Regierung anführte, das Glück darüber, im Leben eine Sage nicht zweimal hören zu müssen, er hätte wohl auch 2009 nichts anderes erzählt, beim damaligen Einbruch der Wirtschaft um 3,8 Prozent, nur halt ohne Corona …

Zu Beginn seiner Sage betont Sebastian Kurz, „2020“ sei bisher ein „besonders herausforderndes“ und „ein noch nie dagewesenes Jahr“. Wie wahr von ihm gesagt, daß dieses Jahr noch nie dagewesen ist, nach dem in Österreich verwendeten Kalender eine vollkommen richtige, eine absolut wahre Aussage, nach anderen Kalendern war das Jahr 2020 schon einmal da, aber auch im übertragenen Sinn finden sich Jahre in der Vergangenheit, die mit 2020 mehr als nur mithalten können.

Auch gleich zu Beginn seiner Sage greift Sebastian Kurz wieder einmal zu einem geglückten Spruch: „Es gibt schön langsam Licht am Ende des Tunnels.“

Es gibt schon lange Licht im Tunnel, zum Glück. Kein Mensch braucht sich in einem lichtlosen Tunnel mehr vorzutasten, in ständiger Furcht und Angst, in der Dunkelheit sich das Genick zu brechen, bis er endlich wieder im Licht …

Es kann natürlich auch sein, daß dem Bundeskanzler voran der Regierung die sieben Prozent ein nachtschwarzer Tunnel sind, in dem er nach dem Licht sucht, das ihn aus dem Tunnel sicher leiten soll, und er, während er in der Tunnelschwärze nach einem Ausgang tappt, das Licht schon sieht, wie Menschen etwa, die von ihren Erfahrungen mit dem Licht am Ende des Tunnels erzählen, und denen oft nüchtern wissenschaftliche Erklärungen dafür vorgelegt werden, wie in der Art von dieser:

„Vor allem ein exzessiv erhöhter CO2-Spiegel beeinflusst signifikant die visuelle Wahrnehmung. Als Korrelat der Empfindung eines Lichts am Ende des Tunnels nimmt man eine Einengung des Gesichtsfelds auf den besser versorgten fovealen Bereich an. Der visuelle Kortex kann Farb- oder Formillusionen generieren, da Halluzinationen und echte Wahrnehmungen dieselben Hirnregionen benutzen.“