Vom Professionalitätsverständnis

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat in einem Interview mit der „ZiB Spezial“ bestätigt, dass es sich bei der Attacke in der Wiener Innenstadt Montagabend „definitiv um einen Terroranschlag“ gehandelt habe. Dieser sei „sehr professionell“ vorbereitet worden. Die Täter seien auch sehr gut mit Waffen ausgerüstet gewesen. Innenminister Kal Nehammer (ÖVP) sprach vom „schwersten Tag für Österreich seit sehr vielen Jahren“. Kanzler Kurz sprach von einem „widerwärtigen Terroranschlag“. Man werde sich diesem Terror nicht beugen und „diese Angriffe mit allen Mitteln entschieden bekämpfen“. „Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“, sagte der Innenminister. „Es ist eine schwere Situation für alle, die wir gemeinsam stemmen können, wenn wir uns diszipliniert verhalten“, meinte Nehammer.

Um in die Innnenstadt von Wien zu gelangen, dafür ist wohl keine sehr große professionelle Vorbereitung vonnöten, auch dafür nicht, dann in einem Umkreis von 75 Metern herumzulaufen und herumzuschießen, wahllos, hilflos …

Die Aussage des zurzeitigen Bundeskanzlers in Österreich über die sehr professionelle Vorbereitung läßt aufhorchen, also über sein Verständnis von Professionalität. Er ist sehr professionell, so professionell wie ein Wirtshausbesucher, wie eine Passantin, die an diesem Abend in der Innenstadt sich aufhält, irgendetwas hört, irgendetwas sieht, falsch sieht, falsch hört, und es dennoch gleich verbreitet, weil sie durch den Besitz eines Smartphones dazu in der Lage ist, und er, der zurzeitige Bundeskanzler, weil er jede Lage ausnutzen muß, vor Medienmikrophone zu gelangen. Professionell müssen menschgemäß die Medien annehmen, von einem Bundeskanzler Informationen zu erhalten, die über den Wert einer Passantin, eines Wirtshausbesuchers hinausgehen und fundierte sind.

Der ohne Plan hilflos herumlaufende und wahllos um sich schießende Mörder wird sich in seiner sehr professionellen Vorbereitung bereits im Tag geirrt haben, die Information mißverstanden haben, wann die Ausgangsbeschränkung in Österreich in Kraft tritt. Vielleicht wollte er, der Mörder, weil er doch mehr oder weniger genau um 20.00 Uhr, also mit Beginn der Ausgangsbeschränkung, mit seinem Morden begann, ein Zeichen des Protests gegen die Ausgangsbeschränkung, die ab Dienstag von 20.00 Uhr bis 06.00 gelten soll, setzen, halt nur einen Tag zu früh, einen Tag zu früh gezeigt, dass er sich mutig und gar nicht feige an die Veordnungen des Staates nicht hält …

„Wer einen von uns angreift, greift uns alle an“, damit hat der Innenminister bereits am Montag die Musketierparole österreichgemäß abgeändert für seine Truppe ausgegeben.

Einer für alle, alle für einen zurücktreten.