Abuses of Countries. No more comedy. By Donald Trump.

Von Thomas Bernhard gibt es das aus seinen Schriften zusammengetragene Buch „Städtebeschimpfungen“. Und nun das Buch Abuses of Countries No more comedy. By Donald Trump.

Daß es das Buch Länderbeschimpfungen noch nicht gibt, liegt vielleicht daran, es wird einfach nicht gewußt, wie es angelegt werden soll. Als eine Komödie von Donald Trump? Als eine Tragödie von Thomas Bernhard? Es spräche viel davon, es nicht als Erzählung, sondern einfach als Dramlolett von Thomas Bernhard herauszubringen, mit einer einzigen sprechenden Figur, nämlich Donald Trump, und was Donald Trump in diesem Dramolett zu sprechen hat, ist das, was eben Donald Trump je sagt, über Länder, in der Art also wie Thomas Bernhard über Städte aber auch Länder schrieb, etwa in seinem Weltverbesserer:

Montreux ist ein kaltes Loch
in welchem sich jeder dritte den Tod holt
In der Schweiz fühle ich mich immer
wie in die Falle gelockt

Nicht ein frei erfundenes Dramolett aber, sondern, einfach wie kurz gesagt, ein Dokumentardramolett, und das beginnt je mit dem, was Donald Trump stets zuletzt

Und dann kommt die komplette Familie
aus China oder Indien oder einem anderen
Höllenloch hinterher

von sich gibt, also mit dem letzten Spruch soll jede Aufführung beginnen. Ein Dokumentardramolett das jedenfalls stets aktuell zu halten ist, da doch kein Monat vergeht, in dem Donald Trump nicht etwas über ein Land weiß, was bis dahin kein Mensch weiß, ebenso umfassend informiert und ebenso umfassend gebildet wie Thomas Bernhard, wenn dieser ebenfalls nicht nur aber auch über Städte und Länder …

Das Bühnenbild für dieses Dokumentardramolett ein eirundes Büro,

und die Regieanweisung ebenfalls so einfach wie kurz: Während der gesamten Aufführung sitzt Donald Trump in seinem goldenen Autostuhl, seine nackten Füße in einem mit dampfendem Goldwasser gefüllten goldenen Lavoir, sein Diener mit goldenem Haar in einem goldenen Paillettenrock wäscht ihm während der gesamten Aufführung die Füße, während er, Donald Trump, über Länder und Menschen spricht, wobei er den Namen seines Dieners immer wieder ausruft, um sich seines Dieners volle Aufmerksamkeit zu sichern:

Die komplette Familie
aus China
Jesus
Indien

Das wäre ein zu „Städtebeschimpfungen“ passender weiterer Band.

Heutigentags hätte Thomas Bernhard vielleicht den Plan aufgegeben, ein Stück über einen rennfahrenden Geistesmenschen zu schreiben, dafür aber mit seiner Vorliebe für hochgestellt begüterte Geistesmenschen

ein Stück mit dem einfachen wie kurzen Titel Trump … Und vielleicht hätte er es in seiner Selbstverwertung ganz nach seinem Stück Elisabeth II. geschrieben, in dem ein Herr Herrenstein im Rollstuhl sich ängstigt, während seine vom Neffen Eingeladenen auf das Eintreffen der Königin in Wien warten, Herrenstein sich also davor fürchtet, verlassen, alleingelassen zu werden, denn sein Bettdiener Richard, der nach Amerika, nach Kalifornien will, könnte Herrenstein endgültig verlassen für das von ihm Richard unterstellte neue Verhältnis mit Herrn Dr. Schuppich …