Eckart, zur Veröffentlichung!

So lautet die Schlagzeile einer Tageszeitung in Österreich von heute. Wie muß das vorgestellt werden? Der Bericht sitzt in einem Wartezimmer und wartet darauf, aufgerufen zu werden. Sie sind dran, zur Veröffentlichung. Wie weiß der Bericht aber, daß er gemeint ist? Hat dieser einen Namen? Mit welchem Namen fühlt sich der Bericht sofort erkannt, angesprochen? Vielleicht, nein, bestimmt, wenn ausgerufen wird: Eckart, zur Veröffentlichung!

Eckart muß aber gar nicht auf die Veröffentlichung warten. Es erscheint ohnehin täglich, was in einem solchen Bericht, kurz gesagt, gebündelt stehen könnte, das aber in diesem Bericht, auf dessen Veröffentlichung die Tageszeitung wartet, nicht stehen wird.

Davon erzählt auch dieser Artikel unter der Schlagzeile „FPÖ-Historikerbericht wartet auf Veröffentlichung“, in dem aufgezählt wird, wer daran mitarbeitet. Es werden Namen genannt. Zum Beispiel:

„Der frühere ‚FAZ‘-Redakteur und Professor Reinhard Olt habe einen Beitrag zur Südtirolpolitik der FPÖ geliefert.“ 

Reinhard Olt. Ein Mann, der weniger auf die Seite der Untersucher gehört, als auf die Seite von jenen, die zu untersuchen wären. Nur kurz und nebenher: Es muß nicht gegendert werden. Es wurden von der FPÖ nur Männer beauftragt.

Das wird der FPÖ gefallen, daß Reinhard Olt von dieser Tageszeitung als „FAZ“-Redakteur vorgestellt wird, und nicht als, beispielsweise, Schreiber für die Unzensuriert, also für die gesinnungsgemäß zensurierte Website der identitären Regierungspartei.

Ja, das erzählt auch etwas über Österreich. Was einmal wer war und einmal was tat, das ist für immer. Und was immer wer in der Gegenwart so macht und schreibt, ist zu hüllen in den Vergangenheitsschweigemantel … Österreich, letztes Land des Idealismus — was einst ein „gemäßigter idealistischer Nationalsozialist“ sagte, kann heute ein idealistischer Regierungsmann, der für seine Partei so etwas wie ein Kanzler ist, auch sagen …

Und was Reinhard Olt zur FPÖ und Südtirol in diesen Bericht einbringen kann, nun, es reicht zu wissen, was er bisher zu Südtirol … Reinhard Olt hat eine lebhafte Phantasie, die beweißt er bereits durch seine Pseudonyme: Reynke de Vos, Herrolt vom Odenwald …

Und aus der Mitte entspringt die Extreme, das Identitäre

„Wohin gehört Südtirol?“

Reinhard Olt erzählt auch viel darüber, was in Österreich für Qualität gehalten wird, was auszeichnungswert ist, also in Österreich. Reinhard Olt, ein Mann des zweifachen Ansehens. Wie er zum Beispiel in Italien gesehen wird, und wie er in Österreich ausgezeichnet wird.

„Dennoch stellt sich die Frage, weshalb Speckner doch sehr eng mit dem rechtskonservativen Journalisten Reinhart Olt zusammenarbeitet. Olt ist, wie Speckner, der italienischen Sprache nicht mächtig und hat sich – kleines Detail am Rande – durch seine Übersetzung der sardischen Stadt Alghero mit ‚Algerien‘ bei Historikern nicht wirklich einen guten Namen gemacht. Olt publiziert manchmal mit den Pseudonymen Reynke de Vos oder Herrolt vom Odenwald, wenn er für politisch umstrittene Plattformen schreibt.“

Das hat nicht der ehemalige Minister Töchterle gesagt, als er Reinhard Olt mit dem österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst

Reinhard Olt schreibt also für Qualitätsplattformen, wie „EU-Infothek“; eine Quelle des Wissens auch für die gesinnungsgemäß zensurierte …

Reinhard Olt, der Hochgeistspringer von Plattform zu Plattform … da kann auch eine Plattform ja zum deutschen reich nicht umhin, das oltsche Hochgeistige zu verbreiten.

Was einem österreichischen Wissenschaftsminister ehrenkreuzwert ist, kann einer ja zum deutschen reich nur recht …

Kurz: Olt, Österreich, alles roger.

Alles roger? … eine Plattform, für die Olt ebenfalls seit kurzem, wie im September 18 stolz verlautbart von Seumig …

Ob der oltsche Beitrag zu Südtirol so feierlich ausgefallen ist wie seine Rede zur Kerschbaumer-Gedenkfeier? Kerschbaumer muß ein ehrenwerter Mann gewesen sein, sonst wäre doch ein österreichischer NR-Präsident III nicht auch einmal zu einer kerschbaumerischen Gedenkveranstaltung …

Das verbindet einen Olt mit einem NR-Präsidenten III, aber auch mit einem zurzeitigen Vizekanzler in Österreich: das treureiche Gedenken an ehrenwerte Männer in den nördlichen Bergen Italiens:

„Respektvolles Gedenken“ von He.-Chr. Strache, dem nächsten Vizekanzler, gilt Peter Kienesberger, einem mit „Norbert Burger der vier Gründer der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei (NDP)“

Was der FPÖ noch gefallen könnte, an diesem Artikel.

„Nicht fehlen darf das Kapitel Restitution – also die Arbeit der schwarz-blauen Koalition in der Ära Wolfgang Schüssel (ÖVP). ‚Wir wollen hierbei Berichte den Historikern zur Verfügung stellen, auch welchen aus Israel.‘ Hier sei man noch auf der Suche nach Wissenschaftern. ‚Jedenfalls wurde bei der Restitution alles von der FPÖ mitgetragen, das muss man ganz offen und deutlich sagen.'“

Das wird ihr gefallen. „Alles von der FPÖ mitgetragen.“ Damals vor allem von ihr vorgetragen: „Später Dank und Anerkennung“. Für wen? Sie kennen die Antwort. Das ist gesinnungsgemäße Kontinuitität. Und jetzt, noch etwas später, ein zurzeitiges Denkmal …

Und wen nennt die Tageszeitung im Artikel unter der Schlagzeile „FPÖ-Historikerbericht wartet auf seine Veröffentlichung“ noch? Höbelt, naturgemäß, hätte Bernhard geschrieben, oder, wie ein anderer schreiben würde, menschgemäß. Richtig aber ist nur: Höbelt, gesinnungsgemäß …

Lothar Höbelt hat seine Vergangenheit bereits aufgearbeitet: „8. Mai 1945: Tag der Niederlage“ nach dem „sogenannten Holocaust“.

Kurz gesagt, weshalb sollte überhaupt auf die Veröffentlichung eines Berichts gewartet werden, von dem ohnehin gewußt wird, was mit diesem Berichtet gewartet werden soll. Dafür allein steht schon der Mechaniker als Leiter dieser Parteiverschönerungswerkstätte, also Wilhelm Brauneder, der naglerische Schreibkollege aus der Fuhrmanngasse 18 …

Sein Schreibkollege aus der Fuhrmanngasse 18 wurde doch nicht in die Parteiverschönerungswerkstätte berufen, wenngleich er recht dazu gepaßt hätte, gesinnungsgemäß …

Und auch dieser braunederische Schreibkollege erzählt viel über Österreich, diese Plattform der höchst rechten Qualität, mit Verlagen, deren Wert nur ein zurzeitiger Chef ermessen kann …

FPÖ-Historikerbericht wartet auf seine Veröffentlichung

 

3 Gedanken zu „Eckart, zur Veröffentlichung!

  1. Pingback: Bernd F. K. und H. C. Strache: „Europa darf Afrika nicht weichen – „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten.“ | Prono ever

  2. Pingback: Von der Sonderbehandlung zur Sonderbehandlung. Zur Zeit, Waldhäusl. | Prono ever

  3. Pingback: FPÖ unzensuriert: „Sind die Identitären die neuen Juden? – Wehret den Anfängen!“ | Prono ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s