Maria Fekter huldigt halt geschichtsunbefleckt Leopold Kunschak

Es ist schlicht christschwarze Tradition, bis herauf zum zurzeitigen Obmann Michael Spindelegger, dem „österreichischen Streicher“ auf vielfältige Weise Tribut zu zollen, einen rabiaten Antisemiten weiter als Vorbild für christschwarze Politik haben zu wollen. Von daher überrascht es nicht, daß nun, auch, Maria Fekter einen ihren besonderen Beitrag zur kunschakschen Erinnerungspflege der ÖVP ablieferte.

Was Maria Fekter mit ihrem kunschakschen Beitrag damit noch ablieferte, ist ein erschreckendes Beispiel des Bildungszustandes, auch, in diesem Land, hinauf bis zur sogenannten Staatsspitze hinunter, in dem ständig propagiert wird, Bildung sei die wichtigste Voraussetzung, um vor allem auf dem Arbeitsmarkt heute überhaupt noch bestehen zu können. Jedoch, was heute mehr denn je festzustellen ist, ist die zertifizierte Dummheitserhaltung, vom Tisch gefegt die Qualität der Bildung, was mehr und mehr bleibt, das Starren auf ersessene Zeugnisse …

Der kunschaksche Beitrag von Maria Fekter ist, um es für den gesamten an einer Aussage zu konkretisieren, geschichtlich unbefleckt, denn Maria Fekter sagt,

[a]ußerdem bauen wir gerade enorme Feindbilder in Europa gegen die Banken und die Reichen, die Vermögenden auf. So was hatten wir schon einmal, damals verbrämt gegen die Juden, aber damals waren ähnliche Gruppierungen gemeint. Es hat das zwei Mal in einem Krieg geendet.“ Jedenfalls „müssen wir uns wirklich alle anstrengen, damit so ein Szenario mit Sicherheit nicht kommt.

Es waren damals nicht ähnliche Gruppierungen gemeint, es ging damals tatsächlich gegen Juden, nicht weil es unter ihnen Vermögende gab, sondern ausschließlich weil sie Juden waren, und es ging damals nicht verschleiert gegen Juden, sondern ganz offen, auch von der christschwarzen Ikone Leopold Kunschak, der, bereits in der I. Republik,  christschwarze Lösungen für Juden hatte: Auswanderung oder Konzentrationslager.

Und zur geschichtlichen Unbeflecktheit der Maria Fekter gesellt sich ein Mangel an Abstraktionsvermögen, wie ihr Bezug auf den polnischen Finanzminister in der nachträglichen Verharmlosung ihres kunschakschen Beitrages zeigt. Es mag die Warnung von Jacek Rostowski vor einem Krieg überzogen sein. Einen Diskurs bei Zeiten allerdings darüber zu führen, was passieren könnte, wenn die Eurozone und dann in Folge die als großes Friedensprojekt gedachte Europäische Union zerbräche, ist vor allem präventiv nicht unwichtig, um in erster Linie einen Rückfall in extrem nationalistische Zeiten zu verhindern. Jedoch mußte Jacek Rostowski dafür nicht zu kunschakschen …

Etwas ist an dieser nachträglichen Relativierung des kunschakschen Beitrages von Maria Fekter zusätzlich noch aufmerkenswert, ihr Hinweis, sie lehne Feindbilder sowohl von rechts als auch von links ab … Es ist unbestritten, Hetze ist absolut abzulehnen, wobei es ganz gleich ist, ob von links oder von rechts versucht wird, politische Arbeit durch gemütliches Herstellen von Feindbildern …

Jedoch, bei Maria Fekter klingt es nach einer Formulierung einer Angehörigen der Freiheitlichen, die sich besonders damit hervortun, Extremes menschgemäß von links als auch von rechts ablehnend sich zu präsentieren, aber bloß, um eigene Beiträge dazu zu relativieren, zumeist aufgrund massiver Kritik von Dritten erfolgt nachträglich die taktische Abschwächung und Verharmlosung …

5 Gedanken zu „Maria Fekter huldigt halt geschichtsunbefleckt Leopold Kunschak

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