Euxit – Don’t be a Cameron

Das Heft nicht an patriotische Gaunerinnen abgeben, mit der Hetze sind diese ohnehin reichlich überbeschäftigt

Es ist erschreckend, in welchem Ausmaß das Geschäft der patriotischen Gaunerinnen besorgt wird: freiwillig, ohne Not, ohne Grundlage dafür.

EU plebiscite - dont be a cameron

Öxit: Verantwortungslosigkeit hat einen Namen: Wolfgang N. Fellner-Hofer

Es sind in erster Linie Medien, die dieses Geschäft besorgen. Sie verkaufen die patriotischen Gaunerinnen als jene, die das Heft in der Hand hätten. Am deutlichsten ist das abzulesen, an der massiv und breitest transportierten Frage, welches Land denn nun das nächste, welche Länder nun die nächsten sein werden, die Abstimmungen über Austritte aus der Europäischen Union abhalten werden. Sie promoten patriotische Gaunerinnen, geradeso, als wären die patriotischen Gaunerinnen die einzigen Aktiven noch in Angelegenheiten der EU, in der Gestaltung der Europäischen Union. Sie promoten patriotische Gaunerinnen, als ob diese tatsächlich etwas zu sagen hätten, etwas zu einer Weiterentwicklung im positiven Sinn beitragen könnten. Während aber tatsächlich alles, was von patriotischen Gaunerinnen kommt, in einem Wort zusammengefaßt werden kann: Zurück.

Erschreckend dabei ist aber auch, daß Politikerinnen und Politiker von anderen Parteien, daß sogar Verantwortliche auf EU-Ebene hierbei ohne Not mitmachen, indem sie eine rascheste offizielle Austrittserklärung von Großbritannien verlangen, während in Großbritannien selbst der Prozeß noch gar nicht abgeschlossen ist. Die Volksabstimmung war lediglich der erste Schritt, mit einem denkbar knappen Ergebnis. Die jetzt gestellte Forderung nach einer umgehenden Austrittserklärung soll wohl Aktivität suggerieren, aber sie ist bloße Hysterie.

„Tottenham MP David Lammy said: ‚Wake up. We do not have to do this. We can stop this madness and bring this nightmare to an end through a vote in parliament. Our sovereign parliament needs to now vote on whether we should exit the EU.‘

The referendum was an advisory, non-binding referendum. The leave campaign’s platform has already unravelled and some people wish they hadn’t voted to leave. Parliament now needs to decide whether we should go forward with Brexit and there should be a vote in parliament next week.”

Verantwortungsvoll wäre in dieser Situation, wenn also Medien nicht danach fragten, welche Länder werden die nächsten sein. Denn. Das ist nur das, was patriotische Gaunerinnen wollen, in Verfolgung ihrer verschleierten Vorhaben. Obgleich, derart verschleiert sind ihre Vorhaben nicht. Wer lesen kann, kann es lesen. Aber damit es gelesen werden kann, muß es auch breitest veröffentlicht werden.

Verantwortungsvoll wäre in dieser Situation, wenn auf politischer Ebene Gelassenheit das Wort geredet werden würde. Das heißt, ohne Druck den Prozeß in Großbritannien zu einem Abschluß bringen zu lassen. Innerhalb von wenigen Tagen haben bereits über 3,3 Millionen Menschen eine Petition für eine neuerliche Volksabstimmung unterschrieben. Wenn das so weitergeht, wird es nicht mehr lange dauern, bis zehn Prozent der Wahlberechtigten in Großbritannien für eine neuerliche Abstimmung unterschrieben haben werden. Für einen Austritt stimmten rund 17,4 Millionen Menschen in Großbritannien. Und bis jetzt haben bereits 3,3 Millionen für eine neuerliche Abstimmung unterschrieben, das sind schon beinahe zwanzig Prozent von 17,4 Millionen: das ist selbstverständlich ein ungehörige Angabe, aber es zeigt doch deutlich auf, wie knappest das Ergebnis war, möglicherweise nicht einmal mehr eine Mehrheit für den sogenannten Brexit es gerade einmal vier Tage später gibt; wie viele von denen, die für einen Austritt stimmten, haben jetzt auch diese Petition unterschrieben? Der Prozeß ist erst abgeschlossen, wenn im englischen Parlament tatsächlich dem sogenannten Brexit zugestimmt wird. Denn. Rechtlich bindend ist die Abstimmung nicht. Und auch dafür gibt es Anzeichen, daß es keine Zustimmung geben könnte. Jetzt also außerhalb von Großbritannien auf Geschwindigkeit zu setzen, Druck auszuüben, könnte erst den Austritt verantwortungslos besiegeln. Wenn bedacht wird, wie lange sonst Zeit gebraucht wird, auch auf EU-Ebene, um irgendetwas zu entscheiden, ist der jetzt gemachte zeitliche Druck absolut unverständlich. Noch dazu, wenn der Prozess eines möglichen Austrittes noch gar nicht abgeschlossen ist, tatsächlich erst der erste Schritt gesetzt wurde. Der nächste Schritt in Großbritannien könnte schon ein ganz anderer sein, also keiner in Richtung Austritt.

2 Gedanken zu „Euxit – Don’t be a Cameron

  1. Pingback: Peter_ und Harald Vilimsky auf FPÖ unzensuriert zu Brexit und Wahlanfechtung | Prono ever

  2. Pingback: Sebastian Kurz, Donald Trump und Adolf Hitler | Prono ever

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s