Besser schlecht übersetzt, als schlecht gewählt.

Un flic - Besser schlecht übersetzt als schlecht gewählt

In der fellnerischen Wahlveranstaltung sprach Sebastian Kurz nicht wenig oft von sich als „Chef“.

Hans C. Blumenberg fand in seiner Filmbesprechung „Räuber gleich Gendarm“ die deutsche Übersetzung von „Un flic“ mit „Der Chef“ eine schlechte.

Es ist keine schlechte, „Chef“ mit „Flic“ zu übersetzen. Ganz nach altem Volksmund:

Besser schlecht übersetzt, als schlecht gewählt.

Interessant an dieser Wahlveranstaltung mit den Kandidaten von der ÖVP und der identitären Parlamentspartei waren die Versprecher von dem Flic.

Besonders einer seiner Versprecher ist herauszustreichen.

Als es um die Entlastung von Menschen mit mittleren und kleinen Einkommen ging, versprach sich Kurz. Sie werden, versprach sich Kurz, „mehr Steuern zahlen“. Er besserte rasch aus auf „weniger“. Aber sein Versprechen „mehr Steuern zahlen“ offenbart doch, was von ihm zu erwarten ist, entspricht mehr seinen Ansagen (und der jahrzehntelangen Praxis seiner ihn christlich-feudal ausgetragenen Partei), die mögen einen Alexander Gauland in seinem fernen Deutschland im nahen Deutschland bewegen, Sebastian Kurz gut zu finden, aber sonst …

Diesen Versprecher von Kurz, vor allem dieses Versprechen sollte unbedingt nicht vergessen werden, bis zum 15. Oktober 2017. So besehen sind solche Veranstaltungen im Fernsehen, sogar die mit Wolfgang Fellner, nicht ganz unnütz.

Besser schlecht übersetzt, als schlecht gewählt.

Die Rückübersetzung von „Chef“ in das Französische ist auch dem geschuldet, daß nicht wenige in Österreich davon schreiben, wohl um Kurz zu schmeicheln, Macron und Kurz ähneln einander, Vergleiche bemühen, die wohl Kurz in ein recht gutes Licht … tatsächlich aber ist es ein verzerrter Vergleich.

Emmanuel Macron gründete eine Partei, Sebastian Kurz nicht. Bei Macron wird von einer Bewegung gesprochen. Kurz spricht von einer Bewegung. Mit größter Nachsicht könnte gesagt werden, Kurzens Bewegung ist eine halbe Bewegung – eine halbe Bewegung aber ist Null-Bewegung. Halbe Kraft ist null Kraft, heißt es schon in einem Theaterstück von einem zeitgenössischen Schriftsteller, und genauso verhält es sich mit einer halben Bewegung. Halbe Bewegung ist null Bewegung.

Was sonst noch zu „Chef“ einfällt. Es gibt viele Vermutungen darüber, über die Herkunft des Wortes „flic“, was der Hintergrund von „flic“ ist. Von „Fliege“ ist die Rede, auch von „Nationalgardist“, im Duden wird es hergeleitet von „Flick“: „Knabe“.

Das ist nicht uncharmant, die Herleitung von „Flick“. Es hat etwas Zutreffendes: Sebastian Kurz möchte flicken. Eine Hose etwas flicken, das kann in der Not auch ein Mann mit ungeübten Händen für das Nähen, also ein Mann im traditionellen Verständnis wohl auch eines Sebastian Kurz. Eine neue Hose aber nähen, das kann er nicht. Hierzu bedarf es mehr, sehr viel mehr, als nur einmal sich vorzunehmen, ein Löchlein mit einem Fleck …

Besser schlecht übersetzt, als schlecht gewählt.

„Flic“ wird zumeist mit „Bulle“ übersetzt. Eine Übersetzung, die auf Sebastian Kurz nicht zutrifft. So dünn, so schmächtig er ist. An einen ganzen Bullen läßt er nicht denken, an einen halben Bullen vielleicht, aber ein halber Bulle …

Wie oft Sebastian Kurz in dieser Veranstaltung sich selber „Chef“ nannte.

Diese Eigenbezeichnung von ihm offenbart auch seinen gesamten Zugang zur Demokratie. Ein Zugang, den sonst niemand mehr als einen direkten zur Demokratie …

Das ist das eine.

Das andere ist.

Wer sich selbst ständig als „Chef“ bezeichnen muß, als Beweis, Chef zu sein, ist nur ein halber Chef. Ein halber Chef ist ein Null-Chef. Wer erinnert sich nicht an die alten Chefs in den Firmen, an die Patriarchen, wertungsfrei gesagt, die Autorität ausstrahlten, ohne von sich ständig als „Chef“ sprechen zu müssen. Und neben ihnen ihre nervenden Söhne, die stets durch Fabrikhallen plärrten, sie seien „Chef“. Nun plärrt Sebastian Kurz durch das ganze Land „Richtlinienkompetenz“. Vielleicht schreien jetzt die Söhne auch nicht mehr in den Hallen, sie seien „Chef“, sondern „Kompetenz“. Und die Arbeitenden verstehen dieses Pochen auf „Kompetenz“ richtig, lächeln bloß müde dazu, sie wissen, es ist nur verzweifeltes Schreien nach Kompetenz, also danach, auch etwas Können zu wollen …

2 Gedanken zu „Besser schlecht übersetzt, als schlecht gewählt.

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