„Damit sich die Farben Schwarz-Rot-Gold wieder erheben können“, bleibt Norbert Hofer im Parlament sitzen und verrechnet seine Ab-Loge

Kurz Hofer - Schwarz-Rot-Golden wieder erheben

Sebastian Kurz in der Halle, im September 2017, beim Gröwaa:

„Das ist der größte Wahlkampfauftakt, den Österreich je gesehen hat.“ Als erstes forderte er nach deutschem Vorbild eine Richtlinienkompetenz für den Bundeskanzler, denn dieser müsse die Möglichkeit haben zu führen und zu entscheiden. Deutschland habe es weit gebracht: „Wir können es auch, wenn wir klare Verhältnisse schaffen.“  

Und Sebastian Kurz unablässig vom Gröwaa bis zur Wahl am 15. Oktober 2017:

„Österreich wieder zurück an die Spitze.“

Norbert Hofer in der Hofburg im Februar 2017, auf dem Ab:

„Wir wollen dieses Land aus der Mittelmäßigkeit erheben. Und, wenn ich hier in diese Runde sehe, dann sehe ich Persönlichkeiten, die dazu in der Lage sind. Wieder, etwas ganz Besonderes aus diesem Land zu machen.“ 

„Doch ich trage diese Fahne! Und ich trage sie mit Stolz!“ (Klopft sich auf die schwarz-rot-goldene Fahne auf seiner Brust). 

Kurz Rede beim Gröwaa - Hofer Rede auf dem AB 2017

„Damit sich die Farben Schwarz-Rot-Gold wieder erheben können.“ Lehrt Norbert Hofer. Und es ist eine Lehre. Auch von einem Norbert Hofer kann gelernt werden, daß nämlich Farben Ärsche haben, denn wie sonst könnten sie sich erheben? Aber sie, die Farben, haben sich noch nicht erhoben. Sie, die Farben, scheinen zur Zeit noch mit ihren Ärschen auf ihren Stühlen festzukleben, zu schwach zu sein, um sich von ihren Stühlen zu lösen. Aber Norbert Hofer steht bereit, ihnen zu helfen, vom festgeklebten Stuhl sich zu lösen zur Erhebung; vielleicht leiht er ihnen, den Farben, seinen Stock als Hebhilfe, um aus dem Stuhl doch noch zu kommen …

Sebastian Kurz will führen, nach dem Vorbild Deutschlands. Österreich zur Spitze erheben, und schaut nach Deutschland. Norbert Hofer will aus diesem Land wieder etwas ganz Besonderes machen, unter der schwarz-rot-goldenen Fahne. Deutschland, sagt Sebastian Kurz, habe es weit gebracht. Von welchem Deutschland spricht er. Bei diesem Gleichklang der Leersätze kann es bloß das Deutschland der identitären Parlamentspartei sein. Wohin es das Deutschland mit der schwarz-rot-goldenen Fahne, die Norbert Hofer mit Stolz trägt, gebracht hat, mit einem Österreicher an der Spitze, das wird gewußt, es erklomm den tiefsten Tiefengipfel.

Fahnen, Fahnen, Fahnen über …

Balluniform mit deutscher Schleife: Präsident NR III droht Ministeramt

Nach dem 15.10.2017 könnte es eine identitäre Regierungspartei geben. Deshalb davor nicht nur kurz daran denken, etwa auch an das: Identitäre besingen die „goldene Fahne“ der „Deutschen Arbeitsfront“.

Dabei. Was sind Fahnen? Bemalte Fetzen. So inhaltsreich wie Leersätze. Angelehnt daran, kann gesagt werden, Fahnen sind Leerfetzen, zum Wärmen unbrauchbar, im Grunde zu Nichts nutze … Aber teuer kommen sie, vor allem durch jene, die sie mit Stolz tragen …

Goldloge auf dem Ab - Hofer 2017

Und sich verköstigen lassen. Wie nachvollziehbar ist es, daß etwa ein Norbert Hofer nicht will, daß ein Medium wie das „Profil“ gelesen wird, in dem beispielsweise für ihn, Hofer, ungehörige Fragen gestellt werden, weshalb Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für sein Goldlogenvergnügen aufzukommen haben, weshalb er seinen Ab-Besuch über das Parlament …

Was die Mannen und Frauen der Identitäten Parlamentspartei lesen sollen, dafür haben sie einen eigenen Bildungssprecher mit einem recht reichlich gefüllten Magazin …

Aber, wie am 9. November im österreichischen Parlament bestätigt wurde, das Parlament ist ja bloß

Personalwarteraum mit Einbauverköstigungsbudel …

und wenn die blauverrührt-blaue Regierung angelobt, wird das ganze Land bloß das noch sein …

Regierungsverhandlung von Blau und Blauverrührt in Österreich: Die Rechtbesten des Landes stuhlreiten in ihre Zukunftsverköstigung

 

In Österreich am 9. November

In Österreich am neunten November - Kurz Seb ist dankbar

Wie schön Sebastian Kurz sprechen kann, das durfte schon erlebt werden:

Kurz im Hübner

Aber Sebastian Kurz kann auch schön zwitschern, wie er am 9. November 2017 es beweist:

„Bin sehr dankbar, dass ich am Gedenktag zu den Novemberpogromen auch Überlebende des Holocaust treffen durfte. Es ist unsere Verantwortung, die jüdische Gemeinschaft in unserer Gesellschaft zu fördern & uns weiterhin entschieden gegen jede Form des Antisemitismus einzusetzen.“

Und weil Sebastian Kurz gar so dankbar ist, setzt er auch Handlungen, die ein jedes gezwitscherte Wort bestätigen. Und auch die Frauen und Männer der Partei, mit der nun eine Regierung bilden möchte, können das nur bei ihr Ehr‘ bestätigen, allen voran

Norbert Hofer: „Ich bin kein Antifaschist“: Das wird seine Wählenden recht freuen zu hören.

„Wiederbeleben des Faschismus“ – Stein antwortet, Hofer nicht

„Es sollten alle Juden in einer Aufführung von Nathan verbrennen“ – Für die freiheitliche ZZ aber sind Wagners Zeilen antisemitismusfrei

FPÖ unzensuriert, Franz Dinghofer: „Konflikt mit diesen Untermenschen kann man sicher nicht friedlich lösen“

Antisemitismus und das Halsbandmaß des Sebastian Kurz

FPÖ unzensuriert fördert das Rechtbeste zutage: Antisemitismus, NS-Verharmlosung, Mordlust

Hofer-Strache sagen „nicht: Ich bin der Faschismus.“ FPÖ-ZZ schreibt: „Wiederbeleben des Faschismus“

„Ein neuer Eurofaschismus mit Südtirol als symbolischem Startpunkt“ und die Ballpolkarede von He.-Chr. Strache nicht ohne Südtirol

Alphabet of Enlightenment, H to U: Haverbeck, Hofer, Holocaust, Rosenkranz, Strache, Uncut

Antiromaismus und Antisemitismus

Werner Fasslabend vollbringt ein Wunder: ein Antisemit wird gewandelt in ein Kind mit Vorurteilen

Es gibt noch viele weitere Kapitel, die hier gelistet werden könnten, um zu beweisen, daß Sebastian Kurz für seinen zitierten gezwitscherten Einsatz tatsächlich auf die rechtbesten Kräfte im Lande setzt, um gegen …

Wie gut also, daß es dafür Sebastian Kurz gibt. Der sich berufen kann auf eine christliche Tradition des Einsatzes gegen … etwa auf den „österreichischen Streicher“

Was für ein nettes Photo Sebastian Kurz seinem Gezwitscher beifügt, wie brav er mit gefalteten Händen und gesenktem Kopf, gar unschuldig wie … und weil die Tradition schon angesprochen ist, so wird wohl Maria vor ihrem Tischlergatten gestanden sein, als sie ihm erzählte vom Wunder des unbefleckten Fremdgehens mit dem Schuster …

 

Und dann gibt es auch noch den Bundespräsidenten, der erst kürzlich starke Worte fand:

Erinnern ohne das entsprechende Handeln ist Null-Erinnern

Das hat der Bundespräsident nicht gesagt, aber vielleicht doch ein wenig gemeint, als er sagte: „Das Erinnern ist unsere gemeinsame Verantwortung.“

Zukunft geht mit Sebastian Kurz keine Koalition einSo kann es um die Zukunft
Nicht bange werden
Denn zum einen hat
Sebastian Kurz das
Ultimative Heil-
Mittel gefunden
Gegen …: Re-
Gieren mit …
Und verköstigen
Nach Opas ur-
Alten Rezepten
So kann es um die
Zukunft nicht
Bange werden
Denn dermaßen zum
anderen findet die
Zukunft
Nicht wieder
Den Weg nach
Österreich

Erinnern ohne das entsprechende Handeln ist Null-Erinnern

Federal President of Republic of Austria Dr Alexander Van der Bellen - Free Raif Badawi

Alexander Van der Bellen, nun Bundespräsident in Österreich, versendet hehre Tweets und Postings, auch am heutigen Tag, 5. November 2017.

„Das Erinnern ist unsere gemeinsame Verantwortung.“ Postet Alexander Van der Bellen. Ein derartiger Leersatz von dem österreichischen Bundespräsidenten wird gerne aufgenommen, um zwei hinzuzufügen:

Handeln in der Gegenwart, Alexander Van der Bellen, ist Erinnern. 

Erinnern ohne das entsprechende Handeln in der Gegenwart, Alexander Van der Bellen, ist Null-Erinnern. 

Ein hehres Posting des Bundespräsidenten betrifft die Eröffnung der Gedenkstätte in Mattersburg. Alexander Van der Bellen ist dabei.

Es wird in Österreich bald die nächste Regierung angelobt werden. Eine Angelobung hat durchaus den Charakter einer Eröffnung. Alexander Van der Bellen wird dabei sein. Und wen wird er angeloben? Wie werden die von ihm angelobten Minister und (falls es welche geben wird) Ministerinnen, der von ihm angelobte Bundeskanzler und der von ihm angelobte Vizebundeskanzler seine Angelobungsworte verstehen? Vielleicht werden sie hören: Das Buffet ist eröffnet! Die Tische werden reichlich gedeckt sein, wer die Gaben und wer die Rechnung bekommen wird, das kann jetzt schon ausgerechnet werden.

„Das Erinnern ist unsere gemeinsame Verantwortung.“ Es darf, Alexander Van der Bellen, erinnert werden:

Hofer-Strache sagen „nicht: Ich bin der Faschismus.“ FPÖ-ZZ schreibt: „Wiederbeleben des Faschismus“

Martin Graf, schlicht also kurz: Hübner schon wieder.

Das Erinnern ist der ÖVP-Partnerin in der zu erwartenden nächsten österreichischen Regierung höchste Verantwortung, für das auch der blaue Bildungssprecher exemplarisch steht, der nun ein Untergruppenleiter in den Koalitionsverhandlungen ist:

FPÖ-ZZ „wünscht weiteste Verbreitung“ der „braunen Festschrift“ für Rolf Kosiek, einen „radikalen Antisemiten und Rassentheoretiker“

Das zweite Posting betrifft Lackenbach. Eine Kranzniederlegung. Alexander Van der Bellen ist dabei. Für die betroffenen Menschen in der Vergangenheit gibt es einen Kranz der Erinnerung, ein Handeln für die Menschen in der Gegenwart, ja, aber kein positives … ein negatives Handeln und Reden gegen sie, ja, ein Handeln, daß ihnen die Vergangenheit wie die Gegenwart vorkommen muß. Und vorne mit dabei stets welche aus der bald Regierungspartei zu nennenden …

Antiromaismus

Antiziganismus

Sinti

Bei der Kranzniederlegung in Lackenbach war auch der Landeshauptmann, der bereits mit der identitären Parlamentspartei … Hierzu fällt ein Vorgänger von ihm, der vielen heute noch ein recht ehrenreicher …

Der Landeshauptmann von Burgenland ist in der Welt berühmt

Und mit dabei sein wird die Ahnherrin in effigie, wenn der Gabentisch für die Regierung eröffnet werden wird durch den Bundespräsidenten …

Hofschreibe für M. T. Habsburg, Mutterregentin des Antiziganismus

Bei dieser Gelegenheit fällt ein altes Posting vom Bundespräsidenten ein, als er noch kein Bundespräsident war. Vom 13. Jänner 2015. Wenn Sebastian Kurz sich Bundeskanzler nennen wird dürfen, wird das drei Jahre her sein, daß Alexander Van der Bellen postete: „Free Raif Badawi“ … Frei ist Raif Badawi noch immer nicht. Freilich, ein österreichischer Bundespräsident kann wenig bis nichts in der Welt ausrichten, aber hat Alexander Van der Bellen seit er Bundespräsident wenigstens der Diktatur ausrichten lassen, seine Meinung, er spreche sich für die Freilassung aus? Aber auch, wie er generell zum Personenkultzentrum in Wien steht? Von Sebastian Kurz wird wenigstens gewußt, wie er zum Kerker von Raif Badawi und wie er zum Personenkultzentrum ganz nach seinen feudalchristlichen Werten steht …

Wishing Kurz New Nemesis …

Abschließend muß eingestanden werden, zu einem erst kürzlich gesprochenen Leersatz von Alexander Van der Bellen, daß jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden, fällt kein Leersatz ein. Es kann nur wiederholt, wie paradox …

Mit Vergangenheitsweichenstellparteien will Alexander Van der Bellen als Bundespräsident in die Zukunft

President of Republic Austria Dr Alexander Van der Bellen - Free Raif Badawi.png

 

Kurz im Hübner

Das feudal-christliche Fest am 15. Oktober 2017 fand im Hübner statt. Die Hochrechnung wurde im Hübner bejubelt, nicht nur das Ergebnis von der feudal-christlichen, also eigenen Partei, sondern auch das Ergebnis

Kursalon Hübner, ein von Heinz-Christian Strache gewählter treuer Boden für ein Sommergespräch

von der identitären Parlamentspartei, also von der, wie diese wohl schon genannt werden kann, Schwesterpartei – eingedenk des Frauenbildes von diesen beiden Parteien ist es wohl richtiger zu sagen: Bruderpartei.

Am 15. Oktober 2017 brachte Sebastian Kurz ein neues Wort: „ordentlich“. Bisher verwendete er recht brav „Veränderung“ in allen möglichen Phrasen, nun verwendet er „ordentlich“ in allen möglichen Phrasen. Etwa im Hübner: ordentlich feiern.“ In einem Interview: ordentlich arbeiten

Kurz im Hübner sagte, zum Publikum, es solle jetzt einmal ordentlich feiern, es habe sich das verdient. Er sagte nicht „wir sollen jetzt einmal ordentlich feiern, wir haben uns das verdient“ … er sprach also als uralter Firmenpatriarch zu seiner Belegschaft, der sich nicht als Teil der Belegschaft versteht, sondern als „Chef“, der schon einmal großzügig das ordentliche Feiern … und morgen gehe es wieder ordentlich zur Arbeit —

Ein mittlerweile seliger Bruder von der Hübner-schon-wieder-Partei hatte auch viel dafür über, ordentlich beschäftigt zu sein …

Es wird wohl keinen Rechtsstreit darüber geben, sollte der Bruder aus feudal-christlichen Partei demnächst eine Phrase aus ihm zwei lieben Wörter verwenden: ordentlich neu. Der Bruder aus dem Steiermärkischen wird es wohl mit rechter Freude hören, wenn seine „Neue Ordnung“ in einer Variation …

Was er bisher schon durch sein Programm sagte, ohne es so direkt zu sagen, ist: Brennsuppn macht auch ordentlich satt …

Sebastian Kurz - im Hübner

 

Dreisatz des Schreckens

Strache - Kurz loben Orban - Österreich bekommt Orban

Wenn es nach den Umfragen geht, sieht es in Österreich derzeit, am 12. Oktober 2017, so aus, oder respektive und was mit Umfragen versucht wird herbeizuschreiben, ist ein Wahlergebnis, das eine Mehrheit bis hin zu einer Verfassungsänderungsmehrheit für die feudal-christliche Partei und für die identitäre Parlamentspartei bringen soll.

Und mit einem solchen Wahlergebnis wird es wohl zu keiner anderen Regierung kommen als zu einer der identitären Parlamentspartei und der feudal-christlichen Partei.

Und das heißt:

He.-Chr. Strache lobt Orbán.
Seb. Kurz lobt Orbán.
Österreich bekommt V. Orbán.

Wenn das kein Syllogismus des Schreckens ist — —

Und damit Orbán gleich zweimal: einmal als Kanzler, einmal als Vizekanzler.

Und der Schrecken wird noch größer, wenn diese zwei Parteien dazu auch noch im Parlament die Zweidrittelmehrheit bekämen, und mit dieser die Verfassung ändern könnten, wie es diesen beiden Parteien gerade gefällt und einfällt.

Müßig zu schreiben, das wird ohnehin zur Genüge gewußt, was es heißt, Orbán zu bekommen. Es ist nicht Viktor Orbán als Person damit gemeint, sondern seine Geisteshaltung, oder genauer, seine Geistesverfassung, und diese ist eine Ungeistige, ein Ungeist, von dem gehofft wurde, er werde aus seinem Vergangenheitsgrab nicht mehr herausgezerrt werden können.

Bemerkenswert an dieser Fernsehschau zwischen Strache und Kurz war auch, daß Sebastian Kurz als Anerkennung und Reklame für sich Norbert Hofer anführt. Was den Wert von Urteilen eines Norbert Hofer betrifft, nun, in der Gerichtssprache gibt es dafür einen Begriff: Fehlurteil. Als die Menschen in Österreich Norbert Hofer nicht zum Bundespräsidenten wählten, und das ist nicht einmal ein Jahr her, schätzten sie Norbert Hofer richtig ein, sie wußten, mit Norbert Hofer ist weder eine „gute“ noch eine „neue Politik“ umzusetzen. Nur Sebastian Kurz schätzt es immer noch anders ein. Der eine ist bereits nicht gewählt, und der andere, wenn die Menschen in Österreich bei ihrer richtigen Einschätzung bleiben, wird am 15. Oktober 2017 auch nicht gewählt werden.

Was anläßlich dieser Fernsehschau ebenfalls wieder auffallend war, Sebastian Kurz spricht wieder und also immer wieder davon, er sei der „Chef“, er sei der „Chef“ der feudal-christlichen Partei, er wolle der „Regierungschef“ werden … Das ist rührend. Das erinnert an die patriarchalisch zugerichteten Buben von patriarchalischen Firmenchefs, die in der Krachledernen und Haferln durch die Lagerhallen trampeln, wie das Rumpelstilzchen im tiefen Wald, und schreiend darauf beharren, sie seien die Chefs, obgleich die Belegschaft weiß, die Buben sind nur die Buben der Chefs. Das zur Führungsqualität von Sebastian Kurz, der von sich träumt, wie er führt … Das Beharren der Buben von den Chefs kleiner Firmen darauf, daß sie die Chefs seien, ist von ihnen in einer Hinsicht nicht unrichtig, der Ort, wo sie das behaupten, ist der richtige Ort. Denn sie, die Buben, werden eines Tages die Firmen ihrer Papas erben. Aber Sebastian Kurz, nun, er verwechselt Österreich mit einer kleinen Firma, er läuft durch Österreich, als wäre er in der kleinen Milchabscheiderreinigungsfirma seines Papi …

Und weil es zum Milchabscheiderreinigungsbetrieb paßt, zur Belegschaft, die sich das Chefgeschreie der Buben anhören müssen, ist noch eine Fernsehschau mit Sebastian Kurz zu erwähnen, diesmal mit Christan Kern. Ausgestrahlt vom Fernsehsender Puls 4. Dazu bietet sich zunächst einmal ein Kalauer an: Sebastian Kurz am Puls der Zeit vorbei. Es ging um Betriebsräte. Und Sebastian Kurz meinte: „Da geht es nur um die Interessen der Gewerkschaft.“ Eine kurz’sche Aussage, die noch einmal tief blicken läßt, was die Belegschaft von einem Buben, der die Mähbalkenreparaturwerkstätte am Lande von seinem Papi erbt, zu erwarten hat: Brennsuppn und Erdäpfel …

Wie die Menschen in Österreich schon durch die Nichtwahl von Norbert Hofer die richtige Wahl trafen, weil sie es richtig einschätzten, daß mit diesem für sie vor allem keine „gute“ und vor allem keine „neue“ und schon gar nicht eine „Politik“ zu erwarten ist, werden Sie auch diesen von Norbert Hofer gelobten Kurz die richtige Wahl treffen. Und weil der Bub gar so anrührend ist, wird ihm von ganzen Herzen gewünscht, sein Papi möge eine Mähbalkenmesserschleifwerkstätte am Lande besitzen, die er eines Tages zu seinem kleinen Glücke erben könne, übernehmen könne, sich dann mit Recht Milchabscheiderreinigungschef …

… und zufrieden mit sich sein, wenn auch er tatsächlich am 15. Oktober 2017 wählt einen …

neuen politischen Stil: also nicht schwarz, nicht rot und nicht blau.

Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach der Kandidatur

Efgani Dönmez - Katar und die Türkei - da waren es nur noch zwei

Nun verschickt Efgani Dönmez eine Presseaussendung, mit der er beweisen will, daß er auch Saudi-Arabien scharf kritisiert. Und verweist zum Beleg auf die Pressekonferenz vom 3. Juli 2017 in Berlin.

Und das ist auch wahr. Saudi-Arabien wird neben Katar und die Türkei explizit in dieser Pressekonferenz genannt. Ebenso wahr ist es, auf der Website von „Stop extremism“ kommt Saudi-Arabien nicht vor. Sondern explizit nur die Türkei und Katar.

Nach einem alten Spruch könnte hierzu gesagt werden. Es gibt eine Zeit kurz vor der Kandidatur. Und es gibt eine lange Zeit nach der Kandidatur.

Am 7. Juli 2017 wurde Efgani Dönmez als Kandidat der ÖVP präsentiert.

Am 3. Juli 2017 in Deutschland Kritik auch an Saudi-Arabien. Am 7. Juli 2017 in Österreich Präsentation des ÖVP-Kandidaten … Bleibt nur noch die Frage, seit wann auf der Website von „Stop extremism“ nur noch die Türkei und Katar explizit angeführt werden. Und seit wann Saudi-Arabien nicht mehr? Oder wurde Saudi-Arabien noch nie auf der Website genannt, immer bloß schon Katar und die Türkei?

Efgani Dönmez - Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach der Kandidatur.png

Aber das ist eigentlich vollkommen belanglos. Und darüber wurde auch schon ausführlich am 4. Oktober 2017 geschrieben: Efgani Dönmez mit dem Gütesiegel

Was aber nicht belanglos ist, das sind die Forderungen von Efgani Dönmez und seinem Verein. Deshalb muß es noch einmal angesprochen werden, was bereits geschrieben wurde im oben verlinkten Kapitel.

Efgani Dönmez - Forderungen stop extremism

Allein die Forderung von Efgani Dönmez und seinem Verein, „bei extremistischem Hintergrund kündigen“ zu können „ohne Anspruch auf Abfertigung“ reicht mit einem Blick gerade auf das neue Abfertigungsgesetz bereits aus, um sich zu fragen, mit diesem Wissen um Gesetze und Arbeitsrecht will dieser Mann tatsächlich Abgeordneter im österreichischen Parlament werden. Dafür wird er höchstens von einem Mann gelobt werden können, von seinem nunmehrigen „Chef“, den er auch zu loben weiß. Zwei Männer, die immerhin das ganz genau wissen, wen sie zu loben haben, nämlich einander.

Es gibt weitere Forderungen von dieser Qualität. Aber es muß auch das nicht wiederholt werden, was bereits im Kapitel Efgani Dönmez mit dem Gütesiegel … aber bedacht werden, nicht nur aber vor allem am 15. Oktober 2017.

Ein Mann ohne Kultur

Sebastian Kurz - Mann ohne Kultur

Trotz vielfacher Anfragen, so Martin Traxl, stand Sebastian Kurz nicht zur Verfügung. Um Fragen nach seinem Kulturverständnis zu beantworten. Es wurden, so Traxl, die für die Redaktion aussichtsreichste Kandidatin und die aussichtsreichsten Kandidaten der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 eingeladen, um Fragen zur Kulturnation Österreich zu beantworten.

Alle Eingeladenen nahmen diese Einladung an.

Nur einer nicht: Sebastian Kurz.

Sebastian Kurz nahm die Einladung nicht an, trotz vielfacher Anfragen. Vielleicht wählten sie beim Bitten um seine Teilnahme die falsche Anrede, verwendeten nicht das von ihm so heiß begehrte Wort, von dem noch zu sprechen sein wird, ein weiteres Mal.

In diesem Fall hätte das wohl keine Wirkung auf ihn gehabt, ihn so anzusprechen, wie es ihn befriedigt, ihn zum Kommen zu bringen – die Furcht vor Kultur und Kunst …

Dabei. Es waren leichte Fragen. Es waren wirklich die leichtesten Fragen, die zu Kultur und Kunst je gestellt werden können. Allerweltsfragen. Und Allerweltsantworten. Dennoch: alle beantworteten diese leicht und bravourös. Sogar He.-Chr. Strache schaffte es, erfolgreich zu verbergen, für welche Kunst und Kultur seine identitäre Parlamentspartei tatsächlich …

Nur Sebastian Kurz schwänzte die Frageminute.

Was heißt das?

Sebastian Kurz hatte also Angst vor den leichtesten Fragen zur Kultur. Angst davor, daß er zu den leichtesten Fragen, die er erwarten konnte, nichts, gar nichts hätte sagen können. Seine Antwort auf jede der leichtesten Fragen sein Schweigen nur gewesen wäre. Vielleicht hätte er gerade noch stottern können, in seinem weinerlichen Ton, das sei nicht seines, bei Kunst und Kultur wären keine Routen zu schließen, es tue ihm leid, zu Kultur und Kunst falle ihm nichts, da sei sein Kopf wie leer, er strenge sich an, er bemühe sich, aber er verstehe das Wort Kultur nicht, so könne er auch keine Verbindung herstellen, nicht einmal zu Flüchtlingen, die ihm sonst ja immer so leicht einfallen, bei jedem Thema, auch bei Themen, mit denen Flüchtlinge gar nichts zu tun haben, er fragen hätte müssen, Entschuldigung, was ist Kultur, was ist Kunst, was heißt das: Kulturnation …

Der Titel muß soher richtig lauten: Das Kulturunverständnis von Sebastian Kurz. Auch: Das Unwissen von Sebastian Kurz, auch von Kunst und Kultur.

Das ist also ein Mann, der will, daß die Menschen ihn in einem so ausreichenden Maße wählen, daß er zum Bundeskanzler gemacht wird, zum Bundeskanzler in einem Land, das sich als Kulturnation verstehen will.

Ein Mann ohne Kultur will Bundeskanzler in einem Land mit Kultur werden.

Ein Mann ohne Kultur will, so sagt er, Österreich zurück an die Spitze bringen, und was das für eine Spitze sein wird, das konnte festgestellt werden, auch anhand von konkreten Handlungen seiner Partei:

Mit einem Kanzler Sebastian Kurz Weltspitze in Kunst- und Kulturlosigkeit.

PS Sebastian Kurz hätte die Einladung wohl angenommen, wäre es nicht um Kunst und Kultur gegangen, sondern darum, was er ist: „Chef“. Da wäre er in seinem Element gewesen, da hätte er sofort korrigierend eingreifen können. Wie am vergangenen Sonntag, im Fernsehen, als er angesprochen wurde als „Teil Ihrer Bewegung“, wußte er sofort korrigierend zu sagen, ein einziges Wort: „Chef“. Das sollten sich vor allem jene merken, die meinen, mit ihm, Kurz, Teil einer Bewegung zu sein. Für Sie stimmt es, Teil einer Bewegung zu sein. Für Kurz nicht. Kurz ist nicht Teil Ihrer Bewegung. Ein Mann ohne Kultur ist „Chef“.

PPS Für eine Wahl reicht es zwar nicht aus, aber es muß dem Mann ohne Kultur schon hoch angerechnet werden, daß er – wenn er die Bedeutung von „Bundeskanzler“ wohl auch nicht in ihrer gesamten Tragweite versteht – weiß, es heißt Bundeskanzler, und nicht „Chef“.