An der Zeit vorbei: Diskussionen in österreichischen Fernsehanstalten

Wie könnte das Niveau von Diskussionen in österreichischen Fernsehanstalten angehoben werden? Also Diskussionen in österreichischen Fernsehanstalten auf die Höhe der Zeit gebracht werden?

Es werden wohl die Menschen, die zu Diskussionen in österreichische Fernsehanstalten eingeladen werden ein paar Fragen mehr stellen müssen, kurz gesagt, die Arbeit der Einladenden aus den österreichischen Fernsehanstalten übernehmen müssen.

Vorvorvorvorgestern, kurz: am letzten Sonntag, erzählte Claudia Reiterer zu Beginn der Diskussion in ihrer Fernsehanstalt, wie ein Einladungsgespräch im österreichischen Rundfunk abläuft.

Werde ein Mann kontaktiert, sage dieser sofort zu, und frage nach seiner Zusage erst, worum es denn in der Diskussion gehen werde. Werde eine Frau kontaktiert, frage sie zuerst, worum es denn in der Diskussion gehen werde, und lehne dann oft eine Teilnahme ab.

Am Ende dieser vorvorvorvorgestrigen Diskussion stellte Claudia Reiterer ihre Idee in Form eines Appells vor, wie Diskussionen in österreichischen Fernsehanstalten zukünftig auf ein, nein, nicht höheres Niveau, sondern Diskussionen zu fünfzig Prozent mit Männern und zu fünfzig Prozent mit Frauen — aber eine nach Geschlechtern ausgeglichene Diskussion macht noch keine Diskussion, vor allem auf der Höhe der Zeit …

Die von österreichischen Fernsehanstalten Angefragten zu einer Diskussion sollten also mehr Fragen stellen, als nur die, von der Claudia Reiterer erzählte, und zwar genau in der Reihenfolge:

Was ist das Thema der Diskussion?

Wie lautet Ihr Titel der Diskussion? In welches inhaltliche Korsett haben Sie Ihr Diskussionsthema durch Ihren Ankündigungstext bereits gezwängt? Lesen Sie Ihren Ankündigungstext vor.

Mit Diskussionstitel und Diskussionsankündigungstext wird es für Angefragte bereits klar, zu dieser Diskussion zu gehen, das hat … oder besser, Angefragte bringen zu Titel und Text Vorschläge ein, die von den Anfragenden auch tatsächlich übernommen werden müßten, um beste Voraussetzungen zu schaffen, daß eine Diskussion doch eine wird, auf der Höhe der Zeit …

Dann bleibt eine Frage noch, eine letzte Frage, die Angefragte unbedingt zum Schluß eines Einladungsgesprächs zu stellen haben …

Wen laden Sie noch zur Diskussion ein?

Im idealtypischen Fall nennen die Anfragenden Namen, die versprechen lassen, daß es doch eine Diskussion auf der Höhe der Zeit könnte werden. Im österreichischtypischen Fall werden die Anfragenden Namen nennen, auf die es nur eine Antwort geben kann, die zugleich Bestätigung der Nichtteilnahme ist …

Dann lassen Sie doch den Bildschirm lieber gleich tonlos schwarz!

Stellvertretend für solch einen Diskussionsteilnehmer kann exemplarisch ein Name von einem Mann stehen, der erst vor kurzem in einer österreichischen Fernsehanstalt in einer Diskussion – Henryk M. Broder …

Übrigens, das aber nebenher, sozusagen als kurzen Schluß … Es ist eine belanglose Frage, eine, auf die keine Antwort erwartet wird. Ob der zurzeitige Vizekanzler in Österreich seinem Sohn eigentlich den Vornamen von Broder geben wollte, von einem Mann also, der diskussionsmäßig auf gleicher Höhe mit dem zurzeitigen Vizekanzler unten im tiefen Tal austritt, aber beim Schreiben des Vornamens sich wieder einmal die identitärtypische Schreibschwäche …

Ein Gedanke zu „An der Zeit vorbei: Diskussionen in österreichischen Fernsehanstalten

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