Mit dieser Auswahl hat keine Diskussion die geringste Chance.

Es ist dann doch verlockend nachzugehen, die Diskussion wenigstens nebenher anzuhören, also diese nicht in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken, die gestrige von dem österreichischen Rundfunk ausgestrahlte Diskussion, um zu erfahren, was die Verantwortlichen der gesinnungsgemäß zensurierten Website der identitären Regierungspartei am 18. dieses Monats in glockenrechte Freude versetzt, die allein schon durch die Kommentarüberschrift

„Bei Waffengleichstand haben Linke und Feministinnen nicht die geringste Chance“

zum Ausdruck gebracht wird.

Der ORF hat es geschafft, ihr zu einer Diskussionsseligkeit zu verhelfen.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wer zu Diskussionen eingeladen wird. Mit welcher Präzision österreichische Fernsehanstalten bei der Auswahl der Teilnehmerinnen für ihre Diskussionen vorgehen, ja, blind sogar imstande sind, stets die richtigen Teilnehmer einzuladen, die Aussage zu bestätigen: Bei solch einer Auswahl hat keine Diskussion die geringste Chance.

Es hat keine Diskussion die geringste Chance, eine qualitativ hochwertige Diskussion zu werden, eine Diskussion auf der Höhe der Zeit, die, also die Höhe der Zeit, es tatsächlich gibt, wenn es auch Zuseher des österreichischen Fernsehens zurecht verneinten, daß es diese Höhe der Zeit gibt, weil den Zuseherinnen des österreichischen Fernsehens die Höhe der Zeit nicht geboten wird.

Es geht dabei ganz und gar nicht darum, bestimmte Menschen nicht einzuladen, es wird in keiner Weise gesagt, bestimmte Menschen dürfen nicht eingeladen werden. Diese bestimmten Menschen, etwa wie die in die gestrige Sendung eingeladene Birgit Kelle, sind in keiner Weise ein Ärgernis. Nur. Die Einladung von bestimmten Menschen zu Diskussionen offenbart bloß eines, und das ist das Ärgerliche, die Einladenden wollen keine Diskussion auf der Höhe der Zeit. Vielleicht weil die Einladenden selbst nicht auf der Höhe der Zeit sind, und also nur Menschen einladen können, die ihre eigene Höhe widerspiegeln.

Die Einladungspolitik bestimmt die Qualität jedweder Diskussion.

Der Ankündigungstext für die gestrige Sendung im österreichischen Rundfunk reichte bereits, um zu wissen, daß wird keine Diskussion, die es wert ist, in das Zentrum der sonntäglichen Abendgestaltung zu rücken, nicht einmal eine, um so nebenher anzuhören, mit einem Ohr, aber mit keinem Auge anzusehen.

„Vor genau 100 Jahren durften Frauen in Österreich zum ersten Mal wählen. Welche Fortschritte sind seitdem erzielt worden? Darüber diskutieren bei Claudia Reiterer Doris Bures (Zweite Nationalratspräsidentin, SPÖ), Marlene Svazek (Landesparteiobfrau FPÖ-Salzburg), Nina Proll (Schauspielerin), Yasmin Hafedh ( Rapperin und Autorin), Birgit Kelle ( Publizistin, Autorin des Buches ‚Gender Gaga‘) und Erich Lehner (Männlichkeits- und Genderforscher).“

Eine angekündigte Diskussion, eingespannt zwischen Frauenwahlrecht und „GenderGaga“, kann nur eine Diskussion bringen, da muß noch nicht einmal gewußt werden, wer zu dieser eingeladen ist, die alles werden wird, nur eines nicht, eine auf der Höhe der Zeit.

Was für eine andere Diskussion wäre es wohl geworden, also auch die gestrige, wenn schon ein Buch als Grundlage zu dieser Diskussion, ein anderes Buch genommen werden worden wäre, nämlich „Philosophie des Orgasmus“ von Claus-Steffen Mahnkopf. Ein Buch, das tatsächlich und derzeit wie kein zweites deutschsprachiges auf der Höhe der Zeit beste Anregung für Diskussionen auf der Höhe der Zeit ist. Genau zu diesem Thema Mann und Frau.

Was hingegen hat ein Buch zu diesem Thema von einer Autorin zu bieten, die bereits mit dem zweiten Teil ihres zusammengesetzten Titelwortes offenbart, was sie zu bieten hat: …

Da muß gar nicht einmal gewußt werden, wie in Deutschland diese Autorin gesehen wird, wie über sie geschrieben wird, von wem sie in Österreich gelobt wird, etwa von einem Mann, über den einmal am Nebentisch in einem Kaffeehaus ein Mann sagte: „Sollte ich von U. je gelobt werden, dann weiß ich, daß ich ein dummer Mensch bin.“

Diese Autorin schreibt auch und nicht wenig für „Tichys Einblick“ … Roland Tichy, ein weiterer Beispielgeber für die Einladungspolitik österreichischer Fernsehanstalten, der nicht in den österreichischen Rundfunk eingeladen, aber in eine andere österreichische Fernsehanstalt, zu einem Moderator, der wohl in Österreich exemplarisch bestätigt, die Eingeladenen spiegeln das Denkvermögen der Einladenden …

3 Gedanken zu „Mit dieser Auswahl hat keine Diskussion die geringste Chance.

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