Von den Glücklichen in Zeiten der Corona oder kurz von den „Kulturverliebten“

Wie recht Sebastian Kurz doch hat, Verliebte brauchen wirklich nichts zum Leben. Verliebte leben, wie seit jeher gewußt wird, allein von Luft …

… hingegen die Organisierten Glauben, oh weh! Ach, die armen Organisierten Glauben, die nicht von der Liebe leben, sie brauchen eben zu den Kirchensteuern auch ihre Veranstaltungen zum forschen Herumreichen der Klingelbeutel.

Und was wäre Sebastian Kurz bloß für ein Bundeskanzler, würde er sich nicht um sie, die nicht von der Liebe leben, so aufrecht und wahrhaftig kümmern, ihnen nicht ihre eigenen Veranstaltungen nach ihren eigenen Regeln belassen, ihnen nicht ihr Schutzpatron sein? Was wäre er dann? Bloß ein Bundeskanzler eines Staates von Kulturverliebten.

Wie müssen doch seine Gebete in der Kirche zum Heiligen Engelbert, in die er rasch vorbei an all den aufgeklärten Stätten der Kultur und Kunst eilt, von ihm erhört worden sein, selbst kein Kulturverliebter geworden zu sein und je noch zu werden, der Kelch der Aufklärung an ihm vorübergegangen ist. Der Kelch der Sünde, wie diesen seine heiligen Geister gottergeben nennen.

Und wie nur ein Bundeskanzler es wissen kann, wie nur ein Bundeskanzler die Wahrheit weiß, weiß Sebastian Kurz, daß kein Mensch nach Österreich kommt, um die Stätten der Kultur und Kunst zu besuchen. Einzig der Gottesdienste wegen kommen Jahr für Jahr Millionen von Menschen nach Österreich, um den Gottesdiensten in Pfaffenstätten, den Hochämtern in Kirchstetten, den Messen in Heiligenkreuz beizuwohnen. Wegen der Veranstaltungen in Pfaffenstätten, in Kirchstetten, in Heiligenkreuz kommen Jahr für Jahr Millionen von Menschen nach Pfaffenstätten, Kirchstetten, Heiligenkreuz, um das in diesen Diensten Geschaffene zu bewundern.

Um das einzig in diesen Aufführungen Geschaffene willen ist Österreich weltberühmt, ist Österreichs einziger Schatz, von dem noch in zweitausend Jahren die Menschen zehren werden.

Aber das können Kulturverliebte nicht wissen, denen nicht die Gnade der Offenbarung zuteil ward, wie sie Sebastian Kurz täglich erfährt, dem die Vorsehung in ihrer Gnade ihre gesamten Wahrheit mündlich offenbart, so groß ist ihre tägliche Güte gegen ihn, sie es ihm erspart, je ein Buch aufzuschlagen. Ein Buch aufzuschlagen, das wäre wohl die größte Versuchung, ewige Verlockung, selbst ein Kulturverliebter zu werden.

Und auch an diesem Tag, dem 2. November ´20, widersteht er der Versuchung, ein Kulturverliebter zu werden, widersagt er der Kultur, spricht er das Bannwort Kulturverliebter, auf daß deren schädlicher Geist niemals Macht über ihn bekomme, sie auf ewig in die Flucht geschlagen, fern von Pfaffenstätten, Heiligenkreuz und Kirchstetten ihr Leben …