Haben Sie Michael Gruner gesehen?

Die Bananen der Franz BeckettDie Bananen der Franz Beckett

Eine Liebe zu den Hofratswitwen wird es nicht mehr werden, aber mit Nachsicht wird ihnen im Slugar zugehört werden können, wenn sie wieder einmal fragen, haben sie Oskar Werner gesehen. Und wieder ohne eine Antwort zu erwarten, sie wie stets sogleich zu schwärmen beginnen werden, ihn noch erlebt zu haben, in Wien, in Salzburg, seine Prinzen …

Und wenn Sie vorsorgen möchten, einst doch eine schöne Erinnerung zu haben, an diese Welt, in der es nichts Schönes zum Erinnern gibt, streichen Sie alle Ihre Termine der nächsten Tage bis zum 25. März 2017 aus Ihrem Kalender, und eilen Sie auf den Nestroyplatz, in das Theater Hamakom, um Michael Gruner zu erleben.

Es eilt tatsächlich. Nur eine Woche noch. Um einst selbst fragen zu können, haben sie Michael Gruner gesehen. In Wien, seine …

Wie sehr kann das Wesen als Theatergängerin und Zuschauer, das auch ein philosophierendes ist, darüber ins Grübeln kommen – Rotpeter  und Krapp an einem Abend …

Michael Gruner als Rotpeter Krapp.

Zwei Lebewesen, die nicht nur durch die Banane auf das Engste miteinander verbunden sind. Das eine Wesen, das wohl meint, die Banane hinter sich gelassen zu haben, um doch nur, als das andere Wesen, wieder zur Banane zurückzukehren. Das eine Wesen, das nicht die Freiheit suchte, sondern bloß einen Ausweg. Und sein Ausweg, das andere Wesen zu werden, das für sich meint in Freiheit zu sein, aber ohne Ausweg ist. Dieses Wesen, das meint sich zu bewegen, tatsächlich aber nur bewegungslos daliegt, wie Krapp. Aber alles bewegt sich unter uns, und bewegt uns. Freilich für das Wesen von Beckett gibt es die Gegenwart nicht. Von ihm wird die Vergangenheit geraunt, aber kein Zurück zu ihr beschworen. But under us all moved, and moved us, up and down, and from side to side.

Bah! Nicht weiter. Nichts mehr sagen. Es gibt nichts mehr zu deuten … das Wesen ist entschält.

Gehen Sie nur hin. Eilen Sie auf den Nestroyplatz. Michael Gruner zu erleben.

Und wenn Sie einst gefragt werden: Haben Sie Michael Gruner gesehen?  Seine …

Ja!

Ja.

Es wird der Mühe im Leben nicht wert gewesen sein, alle Fragen nach Identität, alle vergeblichen Antworten darauf. Aber Michael Gruner gesehen zu haben, erlebt zu haben, wird eine Entschädigung für alle Mühe gewesen sein, wenn einst Vergangenheit zurück  als Gegenwart … ah, die Abende am Nestroyplatz, im Theater Hamakom – Ja!

„JUDr. Franz Kafka“ – Das freiheitliche oder plumpe Spiel mit dem Antisemitismus

Plumpes Spiel mit dem Antisemitismus - Zur Zeit 31-32 - 1-14-August-2014Der Artikel über Franz Kafka in der aktuellen Ausgabe der freiheitlichen ZZ wurde lediglich überflogen – es gibt profundere Quellen, um sich zu informieren, auch über Franz Kafka.

Eines kann dieser Artikel nicht verleugnen, daß er einzig geschrieben scheint für die Schlagzeile: „JUD…“

Freilich werden sich die ZZler damit herausreden, es handle sich dabei um die Abkürzung für „Juris Utriusque Doctor“ – vorsorglich haben sie das auch in den Artikel hineingeschrieben. Mag es vielleicht irgendwann eine gängige Abkürzung „JUDr.“ gegeben haben – die Recherche lohnt nicht –, aber heute ist es eine, mit der etwa der Duden nicht einverstanden ist.

Daß es ein plumpes Spiel mit dem Antisemitismus ist, muß den ZZlern wohl bewußt sein; denn wohlweislich verzichten sie darauf, bekanntzugeben, wer diesen Artikel verfaßte.

Es wird hier gar nicht der Vorwurf erhoben, die freiheitlichen ZZler seien antisemitisch, zu plump ist es, was sie mit dem Artikel zu Franz Kafka … Vielmehr will festgehalten werden, es sollte „freiheitlich“ und „plump“ synonym verwendet werden, wenn also von der freiheitlichen Gemein-Schaft gesprochen wird, kann für diese auch plumpe Gemein-Schaft eingesetzt werden, und dennoch sofort klar ist, es wird von der freiheitlichen Gemein-Schaft gesprochen, wie auch sofort verstanden wird, wenn von der freiheitlichen Gemein-Schaft gesprochen wird, von der plumpen Gemein-Schaft die Rede ist.

Es kann der plumpen Gemeinschaft nicht einmal der Vorwurf gemacht werden, sie sei antisemitisch, wenn sie nicht einmal weiß, was Antisemitismus ist – jedenfalls, wenn etwa in der plumpen ZZ gelesen wird, deren Einschätzung und Wertung, daß das Werk von Richard Wagner „antisemitismusfrei“

NS Es gab einmal eine Abkürzung für „Juris Utriusque Doctor“, aber die lautete „J.U.D.“ … Nun, vielleicht ist bei der plumpen Gemein-Schaft alles auf diese ihre exorbitante Leseschwäche zurückzuführen, über die gestern

NNS Sie werden sich auch darauf ausreden können, Franz Kafka habe selbst diese Abkürzung verwendet … Nun, nicht alles, was große Dichter schreiben, wird für immer nachgeschrieben. Wird etwa daran gedacht, wie Goethe selbst seinen Namen schrieb, einmal so, dann wieder so, und doch gibt es seit langem die gängige Verständigung darauf, „Goethe“ zu schreiben, also zu ignorieren, wie Goethe selbst seinen Namen schrieb …

NNNS Oder sie werden sich als ein tschechisches Magazin bezeichnen, weil es in Tschechien noch „JUDr.“ gebräuchlich ist. Aber das wäre wohl mehr als ungewöhnlich, schaffen es doch bis heute nicht alle in der plumpen Gemein-Schaft den korrekten Staatsnamen für die Tschechische Republik zu verwenden, sondern sie greifen zu Tschechei, zu einer Bezeichnung also aus einer Zeit …