Werner Fasslabend vollbringt ein Wunder: ein Antisemit wird gewandelt in ein Kind mit Vorurteilen

Wem gestern vom Bildschirm „Hohes Haus“ flimmerte, erlebte ein Wunder: Werner Fasslabend wandelt einen antisemitischen Mann in ein Kind mit Vorurteilen.

Gütig und milde sprach Wener Fasslabend in diesem Bericht aus Anlaß der Verleihung der diesjährigen Leopold-Kunschak-Preise im Parlament und hat wohl damit die Sendungsmacher und Sendungsmacherinnen beschämt, die Leopold Kunschak als einem vehementen Antisemiten vorstellten, auch noch nach dem Holocaust

Ein Kind seiner Zeit sei Leopold Kunschak also gewesen, sprach der Herr mit Verständnis für Leopold Kunschak, ein Kind seiner Zeit, weil, Werner Fasslabend vom Herrn zum Vertreter von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern übergehend, die Arbeitermasse ausgenutzt … Leopold Figl sprach noch von einem ökomischen Antisemiten, um Leopold Kunschak vom rassistischen Antisemitismus zu reinigen, erst Werner Fasslabend aber gelingt das Wunder, aus einem antisemitischen Mann ein Kind zu machen, seiner Zeit im Jahre 2011 …

Was für eine Unabhängigkeitserklärung Österreich 1945 wohl bekommen hätte, wenn an dieser nicht nur Leopold Kunschak, sondern auch Werner Fasslabend in der Blaimscheinvilla mitgearbeitet hätte? Möglicherweise eine mit einer Präambel von der Art: Alle waren nur Kinder ihrer Zeit, bloße Kinder mit Lust und Freude am Spielen mit Konzentrationslagern?

Mit denen Leopold Kunschak schon 1920 spielen wollte.

Es gibt Kinder ihrer Zeit, und es gibt auch immer andere Kinder in der gleichen Zeit, solche Kinder, die beispielsweise Menschen vor der Vernichtung durch die anderen Kinder in der gleichen Zeit retten.

Die Verleihungen der Leopold-Kunschak-Preise sind für Wener Fasslabend immer wieder eine gute Gelegenheit, Wunder zu vollbringen. Sein größtes Wunder möglicherweise war jenes von 2001, als er verkündete, höret, Leopold Kunschak habe die Welt schöner, erfolgreicher, sozialer …

Es war nicht nur eine Sendung eines fasslabendsches Wunders, sondern auch eine der Besonnenheit, denn Karl-Heinz Kopf sprach so vernünftig davon, das Soziale nicht überzubetonen, nicht übersozialisieren, sondern es, lehrt Karl-Heinz Kopf, in eine Balance nach der katholischen Soziall…

Ein passender Abschluß könnte diesmal gemäß den vielen christlichen Wandlungen, die heute noch nachgespielt werden, eine abgeänderte Anrufung sein: Gegrüßet seist du Österreich, du bist gebendeit unter den Ländern, und gebendeit sind deine schwarzen Minister und Ministerinnen …

Ein Gruß, der nicht nur stimmte, als Werner Fasslabend auch noch Minister war …

Michael Spindelegger und Leopold Kunschak, daß die Solidarität wieder reiche bis zu Kraut und Kartoffeln, ohne Fleisch

Zu Leopold Kunschak wurde auch hier einiges schon geschrieben, genauer, nicht zu Leopold Kunschak, sondern zu seinem Platz in der Gegenwart,  den die ÖVP ihm reinhält … Denn Literatur über Leopold Kunschak und die christlichsoziale Arbeitnehmerbewegung gibt es ohnehin …

Seltsam jedoch mutet es an, wenn ein Vizekanzler im Jahr 2011 etwas von Leopold Kunschak für seine heutige Politik empfangen möchte, es ist zumindest irritierend zu lesen, wie ein Obmann der ÖVP, der nächste Obmann sich also dieses Brauches hingibt, vor Leopold Kunschak sich tief verneigt … Freilich, es war eine Festrede von Michael Spindelegger, und Festreden sind menschgemäß in erster Linie Phrasen, die gedroschen werden, aber dieses Heu wird auch eingebracht, wenn es um Konkretes geht, beispielsweise Karl-Heinz Töchterle zwar Streichungen von Förderungen bedauert, die aber wegen der Budgetsanierung notwendig seien, während Millionen für

Michael Spindelegger sagte gestern in dieser gestrigen Denke u.a., wie er in der Presseaussendung seiner Partei zitiert wird:

Spindelegger ging in seiner Festrede vor
allem auf die beachtenswerte Tätigkeit von Leopold Kunschak als
Arbeiterführer ein. „Kunschak kann uns in seinem Lebenswerk viel für
unsere Parteiarbeit und Politik mitgeben“, so Spindelegger weiter.

[D]ass Arbeitnehmer weder nur zur
Vermehrung des Reichtums benutzt, noch rein an der physischen
Leistung gemessen werden dürften und Schutz und Rücksicht auf
Wohlergehen, Alter und Geschlecht erforderlich seien, unterstrich
Spindelegger.

Auch die ÖVP des Jahres 2011 könne sich daran ein Beispiel nehmen;
auch sie sei eine Bewegung, die viele umfassen will und nicht auf
die Anliegen der kleinen Leute vergessen dürfe.
Kunschak habe zudem den Solidaritätsgedanken
„Wer selber nicht mehr kann, darf auf die anderen vertrauen,
aber nicht der, der selber nicht will“ verfolgt.
Diese Art der Weichenstellung habe er wie kein anderer
bewerkstelligt. Das sei bis heute aktuell.
„In der heutigen Zeit heißt das, dass wir sehr wohl
ein Sozialnetz brauchen, auf das jeder vertrauen kann,
wenn alle Stricke reißen“.
Diese Solidarität dürfe allerdings nicht ausgenützt
werden, da dies den Solidaritätsgedanken
überfordern würde, schloss Spindelegger.

Ein Arbeiterführer, der höllenhimmelväterlich für das Wohlergehen, für Schutz, Rücksicht, auf die Anliegen der kleinen Leute, Solidarität für, wer selber …, die eigenen Früchte in der eigenen Familie … Die Welt der Schwarzen im Jahre 2011, in der es kleine Leute gibt, auf die doch auch Rücksicht zu nehmen sei, und wenn sie wollen, wie gewollt wird, dürfen sie auch mit Schutz rechnen, wie Unmündige darauf sich verlassen dürfen, es werde für ihr Wohlergehen gesorgt, es wird für sie gewußt, woran sie sich gütlich halten sollen, wenn das ihnen zugestandene Geld nicht reichen sollte für Fleisch, wie es bereits Leopold Kunschak in der ersten Republik … Über die Solidarität mit Beschränkung könnten Menschen, die heute ihre Länder aus mannigfachen Gründen zu verlassen gezwungen sind, viel erzählen, und viele können nichts mehr erzählen, aber das waren nach diesem Solidaritätsgedanken ohnehin Menschen, die selber nicht wollten, und weil sie selber nicht wollten, lieber auf sich nahmen, im Meer vor dem schwarz geführten Innenministerium –, was Dr. Michael Spindelegger nicht erwähnte, eine mögliche weitere Mitgift: Leopold Kunschak war auch ein schwarzer Einteiler, wer auszuwandern hat in der ersten Republik und wer nicht einzuwandern hat in der zweiten Republik … Vielleicht hat Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger das nur nicht in seine Leistungsschau aufnehmen können, weil die Auswanderung und die Konzentrationslager für die Nichtauswanderungswilligen nicht Leopold Kunschak durchbrachte, sondern später …

Was Michael Spindelegger wohl für seine Partei denkt, geht er an dem Bild von Engelbert Dollfuß vorbei, hält vielleicht ab und an davor inne, oder kniet gar allenthalben zum Gebete in der Michaelerkirche vor dem mit gefalteten Händen zum Gebet Knienden im Militärmantel, was aus dessen Lebenswerk … Leopold Kunschak und Engelbert Dollfuß werden allmählich die einzigen sein, wird an aktuelle Meinungsumfragen gedacht, die die ÖVP noch umfassen wird können …

Das könnte auch so gesehen werden, Leopold Kunschak und Engelbert Dollfuß umfassen nach wie vor viele und vieles der ÖVP …

Michael Spindelegger, Leopold-Kunschak-Preise und Trachtenfeuersprünge

Am 21. Juni 2011 werden, doch wieder, Leopold-Kunschak-Preise vergeben werden. Michael Spindelegger wird die Preise übergeben, die Rede halten. Im Parlament. Es durfte für kurze Zeit angenommen werden, es werden wenigstens in diesem Jahr keine Leopold-Kunschak-Preise im Parlament Werbung für einen Antisemiten …

Was es in dem Jahr, gemäß dieser Aussendung, aber nicht geben dürfte, ist die Verleihung eines Großen-Leopold-Kunschak-Preises. Das ist durchaus zu verstehen. Alles soll noch kleiner, alles soll nur mehr national behandelt werden, das Nestchen recht sauber hergerichtet … Österreichische Journalistinnen und Journalisten sollen, wurde von Michael Spindelegger gesagt, nicht auf internationalem Boden national betreffende Fragen stellen, die schon im Inland niemand … Und erst recht gilt, ausländische Preisträger und Preisträgerinnen sollen auf inländischen Boden …Es könnte ein internationaler Preisträger, wie es Jean Claude Juncker tat, sich erdreisten, etwas anzumerken, oder gar Fragen zu stellen, die ihn als Nichtösterreicher nichts angehen, weil sie auch einen spindeleggerschen Österreicher nicht jucken. Eine Anmerkung zum Antisemitismus von Leopold Kunschak, diesem aufrechten Nach-Holocaust-Antisemiten, muß Michael Spindelegger in diesem Jahr nicht ertragen, wie 2009, als Jean Claude Juncker …

Am 21. Juni 2011 gibt es noch eine Veranstaltung, wenigstens nicht am Heldenplatz, wie als Forderung im Internet auch zu finden, sondern auf dem Cobenzl: eine Sonnwendfeier. Ob Michael Spindelegger nach der Werbung für einen Antisemiten im Parlament zun Feuerspringen fährt, in feuersicherer Tracht? Ein stimmiger Abschluß eines spindeleggerschen Inlandstages wäre es allemal, nicht nur in Graz …

Möglicherweise wird dies der bleibende geistige Beitrag von Vizekanzler Michael Spindelegger sein, daß im nächsten österreichischen Wörterbuch das Wort „Internationalität“ folgendermaßen erklärt wird. „Internationalität“ ist nicht zusammen, sondern ausschließlich getrennt geschrieben zu verwenden, wie im Beispiel: Michael Spindelegger inter … und … Empfohlen aber wird, überhaupt auf „inter“ zu verzichten und „zwischen“ zu verwenden.

PS Wer einst nachschlagen wird, wie präzise Michael Spindelegger, der einmal auch Außenminister war, national zuersterisch einzuschätzen vermag, was Österreich im Ausland schaden könnte, wird möglicherweise auf den Schatten Streichers aus Österreich

PPS Es wurde vor langer Zeit schon vorgeschlagen, diesen Leopold-Kunschak-Preis umzubenennen. Die Argumente können nachgelesen werden. Es werden nun aber auch die Richtlinien zur Vergabe bald nicht mehr zur Gänze befolgt werden können, denn die finanziellen Grundlagen …

Keine Leopold-Kunschak-Preise 2011 – Gut so, auf immer

Gemäß Ausschreibungsbedingungen hätten die Leopold-Kunschak-Preise in diesem Jahr bereits verliehen werden müssen, nämlich am 13. März, am Todestag von Leopold Kunschak. Es sieht ganz danach aus, daß heuer keine vergeben werden.

Nachdem das Frühjahr 2011 doch eine recht turbulente Zeit für die ÖVP war und ist, wurde vorsichtshalber nachgefragt, ob es denn in diesem Jahr noch dazu kommen werde, daß Leopold-Kunschak-Preise vergeben werden. Antworten blieben aus.

Daß es auf diese einfache und freundliche Frage bisher keine Antworten gab, wird wohl darauf zurückzuführen sein, es gibt keine Zuständigen mehr für den Leopold-Kunschak-Preis, wie der Vereinsregisterauszug des Vereins zur Förderung des Leopold-Kunschak-Preises nahelegt. Vor bald zwei Jahren nämlich endete bereits die Funktionsperiode seines Vorstandes.

Still einen Preis, zum Gedenken an einen bekennenden Antisemiten, nach der Shoa, 2011 nicht zu vergeben, ist eine gute Sache.

Noch besser wird es allerdings, wenn dieser Preis nie mehr vergeben wird, genauer, für den nie mehr das Parlament mißbraucht wird, um einem Antisemiten zu gedenken. Und der nie mehr durch Steuergeld gefördert wird.

In den Räumlichkeiten des ÖAAB oder in der Wohnung von Werner Fasslabend oder auf welchen Äckern zwischen Alpen und Donau immer können menschgemäß Preise nach eigenem Belieben jederzeit verliehen werden, aber selbstverständlich ohne staatliche Förderungen …