Michael Spindelegger und Leopold Kunschak, daß die Solidarität wieder reiche bis zu Kraut und Kartoffeln, ohne Fleisch

Zu Leopold Kunschak wurde auch hier einiges schon geschrieben, genauer, nicht zu Leopold Kunschak, sondern zu seinem Platz in der Gegenwart,  den die ÖVP ihm reinhält … Denn Literatur über Leopold Kunschak und die christlichsoziale Arbeitnehmerbewegung gibt es ohnehin …

Seltsam jedoch mutet es an, wenn ein Vizekanzler im Jahr 2011 etwas von Leopold Kunschak für seine heutige Politik empfangen möchte, es ist zumindest irritierend zu lesen, wie ein Obmann der ÖVP, der nächste Obmann sich also dieses Brauches hingibt, vor Leopold Kunschak sich tief verneigt … Freilich, es war eine Festrede von Michael Spindelegger, und Festreden sind menschgemäß in erster Linie Phrasen, die gedroschen werden, aber dieses Heu wird auch eingebracht, wenn es um Konkretes geht, beispielsweise Karl-Heinz Töchterle zwar Streichungen von Förderungen bedauert, die aber wegen der Budgetsanierung notwendig seien, während Millionen für

Michael Spindelegger sagte gestern in dieser gestrigen Denke u.a., wie er in der Presseaussendung seiner Partei zitiert wird:

Spindelegger ging in seiner Festrede vor
allem auf die beachtenswerte Tätigkeit von Leopold Kunschak als
Arbeiterführer ein. „Kunschak kann uns in seinem Lebenswerk viel für
unsere Parteiarbeit und Politik mitgeben“, so Spindelegger weiter.

[D]ass Arbeitnehmer weder nur zur
Vermehrung des Reichtums benutzt, noch rein an der physischen
Leistung gemessen werden dürften und Schutz und Rücksicht auf
Wohlergehen, Alter und Geschlecht erforderlich seien, unterstrich
Spindelegger.

Auch die ÖVP des Jahres 2011 könne sich daran ein Beispiel nehmen;
auch sie sei eine Bewegung, die viele umfassen will und nicht auf
die Anliegen der kleinen Leute vergessen dürfe.
Kunschak habe zudem den Solidaritätsgedanken
„Wer selber nicht mehr kann, darf auf die anderen vertrauen,
aber nicht der, der selber nicht will“ verfolgt.
Diese Art der Weichenstellung habe er wie kein anderer
bewerkstelligt. Das sei bis heute aktuell.
„In der heutigen Zeit heißt das, dass wir sehr wohl
ein Sozialnetz brauchen, auf das jeder vertrauen kann,
wenn alle Stricke reißen“.
Diese Solidarität dürfe allerdings nicht ausgenützt
werden, da dies den Solidaritätsgedanken
überfordern würde, schloss Spindelegger.

Ein Arbeiterführer, der höllenhimmelväterlich für das Wohlergehen, für Schutz, Rücksicht, auf die Anliegen der kleinen Leute, Solidarität für, wer selber …, die eigenen Früchte in der eigenen Familie … Die Welt der Schwarzen im Jahre 2011, in der es kleine Leute gibt, auf die doch auch Rücksicht zu nehmen sei, und wenn sie wollen, wie gewollt wird, dürfen sie auch mit Schutz rechnen, wie Unmündige darauf sich verlassen dürfen, es werde für ihr Wohlergehen gesorgt, es wird für sie gewußt, woran sie sich gütlich halten sollen, wenn das ihnen zugestandene Geld nicht reichen sollte für Fleisch, wie es bereits Leopold Kunschak in der ersten Republik … Über die Solidarität mit Beschränkung könnten Menschen, die heute ihre Länder aus mannigfachen Gründen zu verlassen gezwungen sind, viel erzählen, und viele können nichts mehr erzählen, aber das waren nach diesem Solidaritätsgedanken ohnehin Menschen, die selber nicht wollten, und weil sie selber nicht wollten, lieber auf sich nahmen, im Meer vor dem schwarz geführten Innenministerium –, was Dr. Michael Spindelegger nicht erwähnte, eine mögliche weitere Mitgift: Leopold Kunschak war auch ein schwarzer Einteiler, wer auszuwandern hat in der ersten Republik und wer nicht einzuwandern hat in der zweiten Republik … Vielleicht hat Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger das nur nicht in seine Leistungsschau aufnehmen können, weil die Auswanderung und die Konzentrationslager für die Nichtauswanderungswilligen nicht Leopold Kunschak durchbrachte, sondern später …

Was Michael Spindelegger wohl für seine Partei denkt, geht er an dem Bild von Engelbert Dollfuß vorbei, hält vielleicht ab und an davor inne, oder kniet gar allenthalben zum Gebete in der Michaelerkirche vor dem mit gefalteten Händen zum Gebet Knienden im Militärmantel, was aus dessen Lebenswerk … Leopold Kunschak und Engelbert Dollfuß werden allmählich die einzigen sein, wird an aktuelle Meinungsumfragen gedacht, die die ÖVP noch umfassen wird können …

Das könnte auch so gesehen werden, Leopold Kunschak und Engelbert Dollfuß umfassen nach wie vor viele und vieles der ÖVP …

14 Gedanken zu „Michael Spindelegger und Leopold Kunschak, daß die Solidarität wieder reiche bis zu Kraut und Kartoffeln, ohne Fleisch

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  8. Ich meine das es ganz in Ordnung geht,die österreichische Geschichte zu kennen!
    Aber wir leben inzwischen in der 2en Republik,inwieweit diese wirklich auch demokratisch ist sei dahin gestellt!
    Ich finde es aber äußerst bedenklich das eine Partei ein Porträt eines Mörders anbetet und als Arbeits stimuli zu gebrauchen scheint,nur weil er sogenannt gegen die Nazis war!
    Dollfuß der Arbeiter umbringen ließ gehört natürlich zur österreichischen Vergangenheit,aber doch nicht an die Wand einer heutigen Partei von welcher Farbe auch immer!

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