„Gehört Südtirol zu Italien oder zu Deutschland?“

Welche Landkarten werden von der FPÖ-Zur Zeit 2014 verwendetZu dieser Frage des „Zur Zeit“-Fragestellers fällt nachträglich noch die Frage ein, welche Landkarten werden eigentlich im Magazin der freiheitlichen Gemein-Schaft heute noch oder wieder vermehrt verwendet, im Jahr 2014? Im Grunde kann es nur eine Landkarte aus einer Zeit sein, in der Deutschland für ein paar madige Jahre tatsächlich an Italien grenzte und für etwa zwei madige Jahre als Operationszone Alpenvorland direkt unter das Regime der Massenmorddiktatur …

Es haben in der heutigen bildbeherrschten Zeit manche nicht mehr das geographische Vorstellungsvermögen. Für diese ist die Illustration gedacht, wie die Landkarte aussehen müßte, nach der die an sich schon abwegige Frage, wohin Südtirol gehöre, noch einigermaßen einen Sinn ergeben könnte. Deutschland grenzt aber seit Jahrzehnten nicht mehr an Italien. Zwischen Deutschland und Italien liegt, wie es schon bei Franz Grillparzer heißt, wieder seit Jahrzehnten Österreich.

Und noch eine Frage drängt sich auf. Welche Landkarten verwendet beispielsweise He.-Chr. Strache? Von dem in dieser Ausgabe der ZZ ein ganzsseitiges Inserat geschaltet ist, wie die Collage zeigt. Und welche auch die anderen freiheitlichen Spitzenfunktionäre und Spitzenmandatarinnen? Wie hier schon oft genug festgehalten wurde, schreibt in diesem Magazin die freiheitliche Elite, also von He.-Chr. Strache aufwärts …

Die für die FPÖ-ZZ beeindruckende Welt der Casa Pound

Die für die FPÖ-ZZ „beeindruckende Welt“ der Casa Pound, „von der Rechte in ganz Europa nur träumen können.“ Ein aktuell höchstrichterlich bestätigter Traum.

Die Antwort auf die Frage, was für einen Sinn es hat, im Jahr 2014 zu fragen, wohin Südtirol gehöre, gibt der „Zur Zeit“-Fragesteller in diesem Interview ein paar Absätze später selbst:

„Ein neuer Eurofaschismus mit Südtirol als symbolischem Startpunkt.

Wer von der ZZ der freiheitlichen Gemein-Schaft zum Gespräch geladen war? Ein Vertreter von „Casa Pound“, die sich selbst „Faschisten des 3. Jahrtausends“ nennen, und die „häufig österreichische oder deutsche Gäste [zu Besuch] haben“, wie alles nachgelesen werden kann in

Medien, Wähler und Wählerinnen ignorieren Vorstellungen der FPÖ-ZZ: „Neuer Eurofaschismus“.

NR Neubauer - Faschistische Symbole nichts verloren

NR Werner Neubauer ist gegen „Symbole, die einen Faschisten verherrlichen“. Und die freiheitliche ZZ schreibt über die „beeindruckende Welt“ jener, die das Erbe von Benito Mussolini in das 3. Jahrtausend tragen wollen …

PS Um eine erste Information über die in Österreich wohl kaum breit bekannte „Casa Pound“ zu geben, wurde in die Collage ein Artikel über den Anführer der „Faschisten des 3. Jahrtausends“ aufgenommen. Es wird mit Blick auf diese Gesinnung nicht verwundern, daß es im Artikel um ein Gerichtsverfahren geht. Übrigens, die in die Collage aufgenommene Landkarte aus dem seinerzeitigen auch moralischen und ethischen Abgrund wird heute noch beispielsweise von „Weltnetzladen“ vertrieben. Der Weltnetzladen vertreibt aber auch Bücher, beispielsweise das von dem ehemaligen freiheitlichen III. Präsidenten NR Martin Graf. Martin Graf schreibt schon lange nicht mehr für die „Zur Zeit“. Er dürfte jetzt, da er formal nicht mehr eines der höchsten Staatsämter dieser Republik innehat, für die „Zur Zeit“ nicht mehr attraktiv genug sein, oder, es dürfen in diesem Magazin der freiheitlichen Gemein-Schaft bloß amtierende Spitzenmandatare und Mandatarinnen der freiheitlichen vulgo identitären Gemein-Schaft schreiben.

PPS Über die Fahne, wie diese in der zweiten Collage gesehen werden kann, im Artikel der „Zur Zeit“, von Casa Pound schreibt Martin Lichtmesz (auch als Autor von der freiheitlichen „Unzensuriert“ geführt):

„Zu den exponierten Köpfen der Casa Pound gehören der Vordenker Gabriele Adinolfi, Mitbegründer der in den siebziger Jahren aktiven, mit dem ’schwarzen Terrorismus‘ eng verknüpften Gruppierung Terza Posizione und der 1973 geborene Macher Gianluca Iannone, ein bärtiger, tätowierter Riese, der das Image eines rauhen Motorradrockers pflegt und als Kopf der Hardcore-Band Zetazeroalfa zusätzlichen Kultstatus innehat. Zum Netzwerk der Casa Pound zählen außerdem die Buchhandlung ‚Testa di Ferro‘ (Kopf aus Eisen), ‚Cutty Sark‘, der ‚meistgehaßte Pub Italiens‘, und die ‚Area 19‘, eine stillgelegte Bahnhofshalle in den Bergen hinter dem unter Mussolini erbauten Olympischen Forum. Im Umkreis des ‚Casapoundismus‘ hat sich ein politischer Stil entwickelt, der frischen Wind in die äußerste Rechte Italiens gebracht hat. Der Erfolg verdankt sich nicht zuletzt dem geschickten Selbstmarketing. Das einprägsame Logo der ‚Casa Pound‘, eine Schildkröte, ist zu einem Markenzeichen geworden, das inzwischen ebenso berüchtigt ist wie das Keltenkreuz oder das Rutenbündel. Für eine dezidiert faschistische Bewegung ist die Kür eines friedfertigen, defensiven und trägen Wappentieres zunächst überraschend. Die Symbolik besitzt allerdings eine poetische Schlüssigkeit. Die Schildkröte trägt ihr Haus auf dem Rücken, sie kann daraus nicht vertrieben werden, zugleich ist sie mobil und zählebig. Auf den zweiten Blick zeigt sich, daß das Symbol eine verborgene kriegerische Konnotation hat: es spielt auch auf die Marschformation ‚Testudo‘ (Landschildkröte) des antiken römischen Heeres an, in der die aneinandergereihten Schilde den Trupp in einen menschlichen Panzer verwandelten. Das präzise Achteck des stilisierten Panzers und die nach innen gerichteten Pfeile verweisen auf ein geistiges Ordnungsprinzip und eine spirituelle Konzentration.“

Medien, Wähler und Wählerinnen ignorieren Vorstellungen der FPÖ-ZZ: „Neuer Eurofaschismus“

FPÖ ZZ Eurofaschismus - Wäre das nichts

Philipp Stein: „Ein neuer Eurofaschismus […] Wäre das nichts?“

 

Aufmerkenswert an diesem Interview in der aktuellen Ausgabe 38 des Magazins¹ der freiheitlichen vulgo identitären Gemein-Schaft sind nicht die Antworten eines Vertreters der „neofaschistischen italienischen Casa Pound“, sondern die Ausführungen des Fragestellers Philipp Stein, und dieser eröffnet das Gespräch gleich recht kräftig:

„Gehört Südtirol zu Italien oder zu Deutschland?

Und es wird im Laufe des Gespräches, trotz dieser Auslöschung Österreichs zum Auftakt, noch reichlich recht ….

„Sie sind der Kultursprecher von Casa Pound und bezeichnen sich selbst als überzeugten Faschist. Wie viele Ihrer vergangenen Aktionen gezeigt haben, verstehen Sie es, faschistische Theorie und Praxis zusammenzuführen. Wäre es, wenn Sie den Faschismus wirklich wiederbeleben wollen, nicht folgerichtig, mit den rechten Kräften Österreichs zu kooperieren? Ein neuer Eurofaschismus mit Südtirol als symbolischem Startpunkt. Wäre das nichts?

Ein nicht unerheblicher Teil der deutschen Rechten verweigert aufgrund der Südtirol-Problematik eine Zusammenarbeit mit Ihnen. Ist es nicht Zeit, diese Streitigkeiten beizulegen und die Kräfte zu bündeln?“

Eine Antwort von Adriano Scianca soll dennoch zitiert werden:

„Ich glaube, alle europäischen Nationalisten sollten zusammenarbeiten. Wir haben bei CPI übrigens häufig österreichische oder deutsche Gäste, die uns besuchen, weil sie sich für unser politisches Modell interessieren. Ebenso würdigen wir die politische und metapolitische Realität in Deutschland und Österreich. Ich persönlich liebe Deutschland und ich wurde von vielen deutschen Autoren geprägt[.] Daß die Nationalisten beider Länder zusammenarbeiten können, ist einer meiner grundlegenden Wünsche.“

FPÖ ZZ lobt beeindruckende Welt der Faschisten des dritten JahrtausendsNeben dem Gespräch ist in einem eigenen Kasten eine  Jubelbeschreibung (ohne Nennung eines Verfassers oder einer Verfasserin) der Casa Pound abgedruckt, daraus nur ein Zitat noch: „Mit über 50 rechtsalternativen Häusern in ganz Italien, eigenen Kneipen, Restaurants, Buch- und Klamottenläden, Tonstudios sowie Kunstgalerien haben sich die selbsternannten ‚Faschisten des 3. Jahrtausends‘ eine beeindruckende Welt erschaffen, von der Rechte in ganz Europa nur träumen können.“

„Wäre das nichts? Ein neuer Eurofaschismus …“ Das sagt nicht der „Faschist“ aus Italien, das sagt Philipp Stein, der für das Magazin der freiheitlichen Gemein-Schaft, der freiheitlichen Funktionäre und Mandatarinnen* das Gespräch führte.

Es kommentiert sich das alles von allein.

Es bleiben nur noch ein paar Fragen zu einem Inserat in ebendieser Ausgabe. Ist das ganzseitige Inserat des Briefes von He.-Chr. Strache eine Gratisleistung des Magazins? Oder mit welchem Geld bezahlte die freiheitliche Gemein-Schaft das Inserat einem Magazin, in dem Österreich zu Deutschland gehört, wie die steinsche Frage nach der Zugehörigkeit von Südtirol zu Deutschland nahelegt, in dem von einem „Eurofaschismus“ geschwefelt wird, von der „beeindruckenden Welt der „Faschisten des 3. Jahrtausends“ geträumt wird?

Kommentiert muß das also, wie bereits geschrieben, nicht weiter werden. Philipp Stein und Adriano Scianca sagen alles, was zu sagen ist, deutlich, klar, unmißverständlich. Die einzige Antwort darauf: Nie wieder wählbar. Aber alle Wähler und Wählerinnen, die in kommenden Wahlen dennoch die identitäre Gemein-Schaft wählen, werden zu erklären haben, wie sie beispielsweise ihre Verantwortung als Wähler und Wählerinnen …

¹ „Vorbild für Österreich – Alles, was einmal deutsch und echt war“

² Freiheitliche Gemein-Schaft: Politischer Kampf und Gesinnungsleben für die „Braunen“ von Südtirol

Werner Neubauer, freiheitlicher NR, als „Putschist“ auf Twitter?

* NR Barbara Rosenkranz

Philip oder Philipp Stein - Zur Zeit kann aufklären

Felix Menzel berichtet über das Ansehen von Philip Stein in Deutschland. „Zur Zeit“ kann darüber aufklären, ob dieser ident ist mit dem Stein, dessen Vornamen sie allerdings mit zwei p am Ende …

PS Ob es Philip Stein von der „Blauen Narzisse“ ist, kann das freiheitliche Magazin, das Philipp Stein schreibt, endgültig beantworten. Es ist aber anzunehmen, daß es der von „Blauen Narzisse ist“. Es scheint einen recht regen Austausch zwischen diesen blauen Medien zu geben, wie mit Hinweis auf Georg Immanuel Nagel durchaus gesagt werden darf: „Wieder hinaus auf die Straße“