Österreich ’18

Österreich 18 - Regierung

 „Da ich zehn Jahre Sportstadtrat in Wien war, weiß ich, wovon ich spreche.“

Das sagt He.-Chr. Strache in einem am 15. Jänner 2018 veröffentlichten Interview. Ja, der montagsgemachte Vizekanzler weiß tatsächlich, wovon er spricht. In seinen Händen ist Österreich tatsächlich recht aufgehoben, weiß er doch als einziger Mensch in diesem Land ganz allein, was er zehn Jahre lang „war: Sportstadtrat in Wien“.

Es wird jetzt, endgültig, gut verstanden, weshalb er, Strache, unbedingt mit Kurz, der für ihn ein „Hütchenspieler“ ist,

Der vom Vizekanzler „Hütchenspieler“ genannte Sebastian Kurz: „Der Wählerwille müsse akzeptiert werden.“ Welcher? „Der Wählerwille“ für die Koalition auf dem fünften Platz.

zusammen in eine montagsgemachte Regierung wollte. Mit der Wahrheit, nun ja, halten es beide gleich recht. Oder, um den Vizekanzler über den montagsgemachten Bundeskanzler mit zwei Wörtern zu zitieren, „Irreführung“ und „Betrug“ … zwei von zehn Wörtern, die beide Männer wohl beim ersten Schreibversuch schon fehlerfrei schreiben dürften können.

Es wird jetzt, endgültig, gut verstanden, weshalb der Vizekanzler gar recht, gar so recht  den Bundeskanzler charakterisieren kann.

Was nicht gewußt ist, ist He.-Chr. Strache nun ein (auch wenn es nicht zu ihm paßt, soll das Eigenschaftswort trotzdem verwendet werden) großer Lü…, oder ist die Tageszeitung noch kleiner, als ihr Name es schon verspricht, wenn sie das, er, Strache, sei zehn Jahre in Wien Sportstadtrat gewesen, ohne Widerspruch druckt, in der Annahme, in der Provinz wisse ohnehin kein Mensch, was in der Bundeshauptstadt, aber das gibt He.-Chr. Strache Gewicht, in der Provinz, „Sportstadtrat“ gewesen zu sein, sogar zehn Jahre lang, der müsse einfach wissen, wo es lang geht, im Sport, in der Provinz … was muß das für eine schneehartgebrettelte Abfahrtspiste im Kopf des Vizekanzlers sein, sich seine eigene Vergangenheit umzustecken?

Es ist aber nicht die einzige Zeitung, die das ohne Richtigstellung verbreitet. Was ein Bundeskanzler sagt, was ein Vizekanzler sagt, ist halt, was Medien in Österreich zu bringen haben, es wird schon die Wahrheit sein, jedenfalls die, die gerade gebraucht wird, um, das Wort des Vizekanzlers über die Partei des Bundeskanzlers noch einmal zu zitieren, „die Österreicher für dumm“ …

Neue Vorarlberger Tageszeitung - Strache - Da ich zehn Jahre Sportstadtrat in Wien war, weiß ich, wovon ich sprecheUnd zur Wahrheitsverfestigung, wie sie gebraucht und regierungsgemäß von Medien gefordert wird, muß es gleich am 16. Jänner 2017 noch einmal verbreitet werden… wie in der Collage gelesen werden kann …

Oh, Menschen in Österreich, seid glücklich: Ein „Hütchenspieler“, wie ihn He.-Chr. Strache nennt, als Bundeskanzler, als Vizekanzler ein „Sportstadtrat“, der er nie war.

Österreich - Bundeskanzler ein Hütchenspieler - Vizekanzler ein Sportstadtrat der er nie war

NS Zu Sport und FPÖ fallen nicht augenblicklich „Sportstadtrat“ ein, sondern recht spezielle „Übungen“ und recht spezieller Umgang mit Geschichte und auch der persönlichen Geschichte, wie die oben vom Vizekanzler eben erst wieder einmal …

FPÖ unzensuriert: „Der Nationalsozialismus war eine Gegenreaktion darauf.“

Andreas Mölzer: „Grandioser, historischer Erfolg für Svoboda“ in der Ukraine

und auch recht spezielle Abzeichen

Vizekanzler Strache - Da ich zehn Jahre Sportstadtrat in Wien war - Jänner 15 - 2018 - Kleine Zeitung

Der vom Vizekanzler „Hütchenspieler“ genannte Sebastian Kurz: „Der Wählerwille müsse akzeptiert werden.“ Welcher? „Der Wählerwille“ für die Koalition auf dem fünften Platz.

ÖVP spielt für VIzekanzler mit gezinkten Karten - Facebook 2017 He-Chr Strache.jpgThomas Hofer sprach heute in den Nachrichten eines Fernsehsenders davon, daß es in Niederösterreich für die ÖVP „viele Spielvarianten“ einer Koalition nach den Landtagswahlen am 28. Jänner 2018 in Niederösterreich geben würde.

Das führt noch einmal zurück zum Wahlergebnis der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017. Es hätte „viele Spielvarianten“ gegeben, die die ÖVP hatte.

  1. Variante: ÖVP, SPÖ, Neos, Liste Pilz: 67,74%, 132 Mandate
  2. Variante: ÖVP, SPÖ, Neos: 63,63%, 124 Mandate
  3. Variante: ÖVP, SPÖ, Liste Pilz: 62,74%, 122 Mandate
  4. Variante: ÖVP, SPÖ: 58,33%, 114 Mandate
  5. Variante: ÖVP; FPÖ: 57,44%, 113 Mandate

„Der Wählerwille“, der Sebastian Kurz gefällt, belegt in den vom tatsächlichen Wahlergebnis gestützten Koalitionsvarianten den fünften Platz, in Schulnoten, die Sebastian Kurz auch recht gefallen, ausgedrückt, bekommt er für seinen gar so hoch gehaltenen „Wählerwille“ eine Fünf, ein Nicht Genügend.

Werden auch noch die Varianten mit FPÖ und anderen Parteien einbezogen,  fällt der kurzsche „Wählerwille“ noch weiter zurück, auf den siebenten Variantenplatz.

  1. Variante: ÖVP, SPÖ, Neos, Liste Pilz: 67,74%, 132 Mandate
  2. Variante: ÖVP, SPÖ, Neos: 63,63%, 124 Mandate
  3. Variante: ÖVP, SPÖ, Liste Pilz: 62,74%, 122 Mandate
  4. Variante: SPÖ, FPÖ, Neos, Liste Pilz: 61,54%, 121 Mandate
  5. Variante: ÖVP, SPÖ: 58,33%, 114 Mandate
  6. Variante: SPÖ, FPÖ, Neos: 58,13%, 113 Mandate
  7. Variante: ÖVP, FPÖ: 57,44%, 113 Mandate
  8. Variante: SPÖ, FPÖ, Liste Pilz: 57,24%, 111 Mandate

So viele Varianten also gibt das Wahlergebnis vom 15. Oktober 2017 her. Und wie erschreckend einfallslos, wie erschreckend veränderungsresistent, wie erschreckend neuerungsresistent, wie erschreckend traditionell, was aus diesem Wahlergebnis gemacht wurde: eine Koalition von nur zwei Parteien, also diesmal von ÖVP und FPÖ, die es in der Vergangenheit auch schon gab. Ein absolut fehlender Wille für eine neue, also tatsächlich noch nie in Österreich dagewesene Koalitionsvariante von auch mehr als zwei Parteien. Als könnte in Österreich tatsächlich sogar das kleine Einmaleins nur bis eins und eins gerechnet werden. Rechenunterricht tut in Österreich tatsächlich not, wie auch Sebastian Kurz stets betont, wie mangelhaft die Rechenkünste in Österreich seien; er selbst wird wohl, will er mit Beispiel vorangehen, schnellstens einen Rechenkurs wenigstens auf der Volkshochschule besuchen.

So viele Koalitionsvarianten. Erschreckend auch die schnelle breite mediale Verkürzung und die so rasch breit medial einsetzende Kurz gefallende Darstellung, der „Wählerwille“ sei die Koalition von ÖVP und FPÖ … Selbstverständlich stimmt das, aber erst als fünfte respektive siebente Variante.

So viele Koalitionsvarianten. Es wurde nicht gezählt, wie viele Varianten für eine Koalition es in Deutschland derzeit gibt. Eine mit der AfD wäre möglich. Aber

Unvorstellbar in Deutschland: eine Österreich-Koalition …

Niemand käme in Deutschland auf die Idee, eine Variante mit der AfD gleich von Beginn an auf den ersten und einzigen Platz für eine Koalition zu reihen.

Viktor Orbán weiß für FPÖ-ÖVP-Regierung die Wahrheit

Lügen in Zeiten der Fake News

Sebastian Kurz verspritzt seinen Traum von der „Richtungsentscheidung“ und Österreich tut so, als wäre dieser Wirklichkeit.

Bereits zu Beginn sollen Wähler und Wählerinnen in Österreich Schuld sein an der rechtskonservativ-identitären Regierung

Noch etwas sagte Thomas Hofer heute. Es läge auf der Hand, daß die ÖVP in Niederösterreich, weil ja auf Bundesebene schon, mit der FPÖ eine Koalition … aber es sei, so Hofer, schwer, mit einer Partei zu koalieren, die gerade die ÖVP-Spitzenkandidatin „Moslem-Mama“ genannt habe …

Das ist nicht schwer. Sebastian Kurz zeigt es Johanna Mikl-Leitner vor. Was hat nicht alles beispielsweise der montagsgemachte Vizekanzler  vor dem 15. Oktober 2017 über Sebastian Kurz, gegen Sebastian Kurz allein im Jahr 2017 gegeifert …

Bundeskanzler Kurz für Vizekanzler Strache ein Hütchenspieler - Facebook

Und das steht nach wie vor, heute ist der 15. Jänner 2018, auf der Seite von He.-Chr. Strache auf der Plattform des Unternehmens Facebook.

Der montagsgemachte Vizekanzler hat es also nicht gelöscht.

Sieht er seinen montagsgemachten Kanzler nach wie vor so? Und was sagt das über die FPÖ mit ihrem Obmann, wenn sie dann doch mit einem „Hütchenspieler“, von dem mit seiner Partei außer „Marketingluftblasen, Doppelmoral, Dampfplauderei nichts erwartet“ werden kann, koaliert?

„ÖVP-Minister Kurz aber spielt jedoch mit gezinkten Karten, die ÖVP versucht, die Österreicher auch in diesem Themenbereich für dumm zu verkaufen. Er agiert hier wahrlich als Ankündigungsriese und Umsetzungszwerg. Minister Kurz verhält sich wie ein politischer Hütchen- bzw. Schauspieler. Das ist eine bewusste Irreführung der Österreicherinnen und Österreicher. Man könnte auch von Betrug reden. Hier kann man wirklich nur mehr von einer schwarzen Doppelmoral sprechen. Außer Dampfplauderei und diverser Marketingluftblasen können wir von Kurz […] leider nichts erwarten!“ 

Es ist halt auch nur „Dampf“. „Dampf“ von der ÖVP. „Dampf“ von der FPÖ. Und was ergibt zweimal „Dampf“? Eine Dampfre… Eine montagsgemachte Dampfregierung, aber keine als erste Variante gewählte Regierungskoalition, sondern eine, die die Wählerinnen und Wähler zwar nicht ausgeschlossen haben, aber sie weit nach hinten reihten, auf den fünften respektive siebenten Platz.

 

ÖVP Niederösterreich - viele Spielvarianten für eine Koalitiion - Thomas Hofer - Nachrichten ATV 15-01-2018

 

„Respektvolles Gedenken“ von He.-Chr. Strache, dem nächsten Vizekanzler, gilt Peter Kienesberger, einem mit „Norbert Burger der vier Gründer der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei (NDP)“

Strache - Kienesberger - In respektvollem Gedenken

Es gehört zum vorangegangenen Kapitel,

FPÖ Unzensuriert und wieder eine Rosenkranz alias JanaJung: „Aber eine Generation rechnet mit ihren Eltern ab“ direkt zu bestellen bei „Fakten“

in dem beim Schreiben über die Verena Rosenkranz, die sich als Schreibstafflerin auf FPÖ unzensiert „JanaJung“ nennt, die Namen unterkamen: Horst-Jacob Rosenkranz, Norbert Burger und He.-Chr. Strache …

Und zu Norbert Burger fällt Peter Kienesberger ein. Und auch zu Peter Kienesberger fällt He.Chr. Strache ein. Zum Tod von Peter Kienesberger schrieb der Obmann der identitären Parlamentspartei: „Mein aufrichtiges Beileid!“ Wie gelesen werden kann im Kapitel:

Der FPÖ letzte Ehre für einen „Alpen-Taliban“

Und das ist noch nicht so lange her. Im Juli 2015. Und er schrieb auch, wie gelesen werden kann: „Süd-Tirol ist NICHT Italien!“ Das ist länger her, Dezember 2013. Italien wird einem Vizekanzler Strache dafür gewiß den Teppich ausrollen …

HC Strache - Peter Kienesberger - Norbert Burger - NDP - Südtirol

Und ganz bestimmt wird Italien einem Vizekanzler Strache den Teppich dafür ausrollen, daß er in Südtirol „Mut“ macht für eine Zukunft „Südtirols ohne Italien“ … Und das ist nichtso lange her. Es war im Jänner 2017. Das ist Kontinuität. Das ist Zuverlässigkeit.

„Hofer interviewt Strache“ – Und ewig murmelt Südtirol

Der Hofers Südtirol oder wie viele Einwohnerinnen hat Österreich? Nach strach’scher Weise: eintausend Einwohner

Norbert Hofer übte schon mal in Italien die recht international geratene Bundespräsidentenrede: „Kameraden“

Südtirol - eine Herzensangelegenheit der FPÖ - Dafür rollt Italien gewiß den Teppich aus

Und wenn mit einem Vizekanzler Strache noch ein Norbert Hofer mitfährt, nach Italien, dann wird das ein recht breiter Teppich werden müssen. Denn. Werner Neubauer wird ja auch mitwollen … Werner Neubauer, der Verfasser der ergreifenden Presseaussendung zum Tod von Kienesberger, Werner Neubauer, auch der Mann, dem die Renaissance des Faschismus recht große Sorge bereitet, auch in einem kleinen Land …

Werner Neubauer von der FPÖ hat recht große Sorge: Versagen einer Volkspartei führe zur Renaissance des Faschismus

Das wird ein noch breiterer Teppich werden müssen. Es wird ja wohl die gesamte FPÖ mitwollen …

Südtirol: Der FPÖ eine Herzensangelegenheit – SH distanziert sich von Akademikerball

 

FPÖ Unzensuriert und wieder eine Rosenkranz alias JanaJung: „Aber eine Generation rechnet mit ihren Eltern ab“ direkt zu bestellen bei „Fakten“

 

Verena Rosenkranz - Fakten Korneuburg - JanaJung FPÖ unzensuriert 17-11-2017

FPÖ Unzensuriert macht Werbung für ein Buch. Von Verena Rosenkranz.

Was kann das für ein Buch sein? In dem Sätze stehen, wie der Leseprobe auf FPÖ unzensuriert entnommen werden darf:

„Unsere Großeltern und meine Generation trennt gar nicht so viel. Sie hielten an einem lange erprobten Wertesystem fest, das sich als sinnvoll herausgestellt hatte. Unsere Eltern haben es über Bord geworfen.“

Es ist nicht schwer, sich das vorzustellen. Allein der Hinweis, wo dieses Buch direkt bezogen werden kann, sagt bereits alles: „Fakten“, Korneuburg – Horst-Jakob Rosenkranz …

Es ist nicht schwer zu bestimmen, um welches „Wertesystem“ es dabei geht.

Wer wohl die Buchempfehlung auf FPÖ unzensuriert geschrieben hat? Verena Rosenkranz selbst? Das ist nicht von der Hand zu weisen. Denn. Als „JanaJung“ schreibt sie selbst Kommentare auf FPÖ unzensuriert. Und sie verweist dabei darauf, für wen sie noch schreibt – Eckart … wie in der Collage gelesen werden kann.

Und zum Eckart fällt gleich der ins Parlament Heimgekehrte ein …

Dr. Martin Graf, III. Präsident NR, wirbt für den Eckart

Eine Rosenkranz hat es nicht mehr ins Parlament geschafft …

Alphabet of Enlightenment, H to U: Haverbeck, Hofer, Holocaust, Rosenkranz, Strache, Uncut

Dafür hat, es wird ihr wohl kein rechter Trost sein, ein anderer aus dem Gesinnungskreise, wenn auch nicht mehr ihr Parteikamerad,

„Damit sich die Farben Schwarz-Rot-Gold wieder erheben können“, bleibt Norbert Hofer im Parlament sitzen und verrechnet seine Ab-Loge

einen überwältigenden Sieg im Parlament eingefahren …

Darüber hinaus. Wer macht sich schon die Mühe, eine „Leseprobe“ abzutippen, wenn nicht die „Jungautorin und Mutter“ selbst?

Aber das alles ist unwesentlich. Interessant daran ist bloß. Ohne eine Rosenkranz geht es bei FPÖ unzensuriert halt doch nicht. Was einmal gesinnungsgemäß vereint, bleibt geeint … Auch das ist unwesentlich.

Wenn Alexander Van der Bellen in nächster Zeit, wie es aussieht, He.-Chr. Strache als Vizekanzler angeloben wird, wird Horst-Jakob Rosenkranz vielleicht stolz für sich denken, das ist „unser Vizekanzler“ und sich dabei daran erinnern:

„Auch FP-Chef Strache lobte 2008 anlässlich der Feier des 50. Geburtstages von Barbara deren Ehemann. Die Familie lebe das freiheitliche Familienbild vor, erklärte er.“ 

 

 

 

 

 

Dreisatz des Schreckens

Strache - Kurz loben Orban - Österreich bekommt Orban

Wenn es nach den Umfragen geht, sieht es in Österreich derzeit, am 12. Oktober 2017, so aus, oder respektive und was mit Umfragen versucht wird herbeizuschreiben, ist ein Wahlergebnis, das eine Mehrheit bis hin zu einer Verfassungsänderungsmehrheit für die feudal-christliche Partei und für die identitäre Parlamentspartei bringen soll.

Und mit einem solchen Wahlergebnis wird es wohl zu keiner anderen Regierung kommen als zu einer der identitären Parlamentspartei und der feudal-christlichen Partei.

Und das heißt:

He.-Chr. Strache lobt Orbán.
Seb. Kurz lobt Orbán.
Österreich bekommt V. Orbán.

Wenn das kein Syllogismus des Schreckens ist — —

Und damit Orbán gleich zweimal: einmal als Kanzler, einmal als Vizekanzler.

Und der Schrecken wird noch größer, wenn diese zwei Parteien dazu auch noch im Parlament die Zweidrittelmehrheit bekämen, und mit dieser die Verfassung ändern könnten, wie es diesen beiden Parteien gerade gefällt und einfällt.

Müßig zu schreiben, das wird ohnehin zur Genüge gewußt, was es heißt, Orbán zu bekommen. Es ist nicht Viktor Orbán als Person damit gemeint, sondern seine Geisteshaltung, oder genauer, seine Geistesverfassung, und diese ist eine Ungeistige, ein Ungeist, von dem gehofft wurde, er werde aus seinem Vergangenheitsgrab nicht mehr herausgezerrt werden können.

Bemerkenswert an dieser Fernsehschau zwischen Strache und Kurz war auch, daß Sebastian Kurz als Anerkennung und Reklame für sich Norbert Hofer anführt. Was den Wert von Urteilen eines Norbert Hofer betrifft, nun, in der Gerichtssprache gibt es dafür einen Begriff: Fehlurteil. Als die Menschen in Österreich Norbert Hofer nicht zum Bundespräsidenten wählten, und das ist nicht einmal ein Jahr her, schätzten sie Norbert Hofer richtig ein, sie wußten, mit Norbert Hofer ist weder eine „gute“ noch eine „neue Politik“ umzusetzen. Nur Sebastian Kurz schätzt es immer noch anders ein. Der eine ist bereits nicht gewählt, und der andere, wenn die Menschen in Österreich bei ihrer richtigen Einschätzung bleiben, wird am 15. Oktober 2017 auch nicht gewählt werden.

Was anläßlich dieser Fernsehschau ebenfalls wieder auffallend war, Sebastian Kurz spricht wieder und also immer wieder davon, er sei der „Chef“, er sei der „Chef“ der feudal-christlichen Partei, er wolle der „Regierungschef“ werden … Das ist rührend. Das erinnert an die patriarchalisch zugerichteten Buben von patriarchalischen Firmenchefs, die in der Krachledernen und Haferln durch die Lagerhallen trampeln, wie das Rumpelstilzchen im tiefen Wald, und schreiend darauf beharren, sie seien die Chefs, obgleich die Belegschaft weiß, die Buben sind nur die Buben der Chefs. Das zur Führungsqualität von Sebastian Kurz, der von sich träumt, wie er führt … Das Beharren der Buben von den Chefs kleiner Firmen darauf, daß sie die Chefs seien, ist von ihnen in einer Hinsicht nicht unrichtig, der Ort, wo sie das behaupten, ist der richtige Ort. Denn sie, die Buben, werden eines Tages die Firmen ihrer Papas erben. Aber Sebastian Kurz, nun, er verwechselt Österreich mit einer kleinen Firma, er läuft durch Österreich, als wäre er in der kleinen Milchabscheiderreinigungsfirma seines Papi …

Und weil es zum Milchabscheiderreinigungsbetrieb paßt, zur Belegschaft, die sich das Chefgeschreie der Buben anhören müssen, ist noch eine Fernsehschau mit Sebastian Kurz zu erwähnen, diesmal mit Christan Kern. Ausgestrahlt vom Fernsehsender Puls 4. Dazu bietet sich zunächst einmal ein Kalauer an: Sebastian Kurz am Puls der Zeit vorbei. Es ging um Betriebsräte. Und Sebastian Kurz meinte: „Da geht es nur um die Interessen der Gewerkschaft.“ Eine kurz’sche Aussage, die noch einmal tief blicken läßt, was die Belegschaft von einem Buben, der die Mähbalkenreparaturwerkstätte am Lande von seinem Papi erbt, zu erwarten hat: Brennsuppn und Erdäpfel …

Wie die Menschen in Österreich schon durch die Nichtwahl von Norbert Hofer die richtige Wahl trafen, weil sie es richtig einschätzten, daß mit diesem für sie vor allem keine „gute“ und vor allem keine „neue“ und schon gar nicht eine „Politik“ zu erwarten ist, werden Sie auch diesen von Norbert Hofer gelobten Kurz die richtige Wahl treffen. Und weil der Bub gar so anrührend ist, wird ihm von ganzen Herzen gewünscht, sein Papi möge eine Mähbalkenmesserschleifwerkstätte am Lande besitzen, die er eines Tages zu seinem kleinen Glücke erben könne, übernehmen könne, sich dann mit Recht Milchabscheiderreinigungschef …

… und zufrieden mit sich sein, wenn auch er tatsächlich am 15. Oktober 2017 wählt einen …

neuen politischen Stil: also nicht schwarz, nicht rot und nicht blau.

Wahlplakate zur Nationalratswahl 2017

Vordenker - He-Chr Strache bestätigt Marcus Steinweg

Die Plakate mit He.-Chr. Strache, auf denen zu lesen ist: „Vordenker“, sind erfreulich. Es ist ihm wichtig, schon daran zu erkennen, daß „Vordenker“ mit einem roten Hintergrund hervorgehoben ist.

He-Chr. Strache hat das Wichtigste erkannt. Er ist ein Vordenker. Und was heißt es, ein Vordenker zu sein? Ein Vordenker zu sein heißt, vor dem Denken zu sein. He.-Chr. Strache ist also ein Vor-dem-Denken-Seiender. Nachdem er das plakatiert, darf angenommen werden, er ist bereits aufgrund dieser Bauchahnung ein wenig weiter, also schon ein Vor-dem-Denken-Stehender.

Vielleicht will er mit diesem Plakat, das er nun selbst bis zum 15. Oktober 2017 täglich auf den Straßen sehen wird, sich selbst ermuntern, anspornen, endlich bis zum Denken vorzudringen; ein Auftrag an ihn selbst, zum Denken zu kommen. Aber welche geheime Wünsche er an sein Leben haben mag, es sollen seine geheimen Wünsche und Hoffnungen bleiben, und also nicht weiter darüber spekuliert werden. Es soll sein Plakat für ihn selber sein, ohne Belang und ohne Interesse für jeden anderen Menschen; es ist ein weiteres Plakat unbrauchbar als Wahlhilfe.

Dieses Plakat mit dem Obmann der identitären Parlamentspartei ist erwähnenswert, weil es, wie ausgeführt, Marcus Steinweg bestätigt:

Identitäres Kein-Denken

Österreich bestätigt: „Es gibt kein rechtes Denken.“

Und auch deshalb, damit es, wie es heißt, schön symmetrisch ist, weil über die Plakate der Partei, die keine Skrupel haben wird, aus der identitären Parlamentspartei eine identitäre Regierungspartei zu machen, auch etwas geschrieben wurde. Es geht gar nicht so sehr um die Symmetrie, bei genauer Betrachtung, sondern um die Austauschbarkeit der Plakate zwischen diesen beiden Parteien, wie anhand der von diesen beiden verwendeten Begriffe „Gerechtigkeit“ und Fairness“ …

Und auch das Plakat „Vordenker“ könnte der Obmann der zweiten Partei unverändert übernehmen. Um genau zu sein, ein wenig verändert: sein Bild gegen das strachische Bild tauschen, den Parteinamen vielleicht doch gegen … tauschen, oder doch ganz ohne Parteinamen …

Der zweite Obmann, um auch zu ihm eine Spekulation anbringen zu dürfen, ist, da er noch kein „Vordenker“-Plakat auf die Straße warf, noch nicht in das Vor-dem-Denken-Stehen-Stadium … er scheint nach wie vor die Vor-dem-Denken-Verpuppung fein, sicher, wohlig zu empfinden, keine Eile haben, in das nächste, wenigstens in das nächste Stadium …

 

He.-Chr. Strache gedenkt „Befreiung Wiens vor der Türkenbelagerung“

He-Chr. Strache gibt sein hohes Alter preis, aber nicht ganz. Eines ist gewiß. Er ist sehr, sehr alt, jahrhundertealt. Wie alt genau, das kann dennoch nur geschätzt werden. Eines ist gewiß, er muß vor 1683 geboren sein. Denn er schreibt:

Gedenken an die Befreiung Wiens vor der Türkenbelagerung am 12. September 1683 vor dem „Kugelkreuz“ in Schwechat!“ 

Er schreibt „vor der Türkenbelagerung“, nein, er zwitschert „vor“, er verwendet hierfür also modernste Kommunikationstechnologie; so alt und doch noch so modern.

Welche „Befreiung Wiens“ es wohl ist, die er miterlebt und zugleich voraussieht, Wien „vor der Türkenbelagerung“? Er kann sogar das genaue Datum angeben, wann diese sein wird, nämlich am 12. September 1683.

Noch etwas gibt He.-Chr. Strache nicht genau preis, für welche „Befreiung Wiens“ das „Gedenken“ Anlaß ist, nach Schwechat zu ziehen, und auch, von wem Wien …

Oder das „Gedenken“ war oder ist am 12. September 1683. Eher das Gedenken. Denn ein Seher ist dieser Mann nicht, kein Voraussehender, kein Vorausschauender. Schlampig halt. Wo sonst könnte ein Mann mit solch einer Eigenschaft geboren sein, als in Österreich, in diesem Land der schlampigen Erinnerungen …

Vielleicht verrät das aber noch wer aus seinem Bunde. Denn. Es sind in diesem recht, recht viele in seinem Alter, also genauer, weniger schlampig … nein, das ist bloß ein lachloser Witz.

Als vor 334 Jahren FPÖ unzensuriert am 15. Oktober ganz früh siegesgewiß aufsteht …

Nein. So alt, jahrhundertealt ist He.-Chr. Strache nicht. Auch die anderen nicht aus seiner Gesinnungsschaft.

Aber was für eine schöne Vorstellung, es wäre jetzt „vor der Türkenbelagerung“, es wäre jetzt lange vor dem 12. September 1683.

Es dauerte – was für eine schöne Vorstellung – noch Jahrhunderte, bis es in Österreich eine identitäre Regierungspartei gäbe, und – was für eine schöne Vorstellung – das müßte und könnte auch gar nicht mehr erlebt werden:

Nach dem 15.10.2017 könnte es eine identitäre Regierungspartei geben. Deshalb davor nicht nur kurz daran denken, etwa auch an das: Identitäre besingen die „goldene Fahne“ der „Deutschen Arbeitsfront“.

He-Chr Strache ist vor dem 12-09-1683.png