Recep Tayyip Erdoğan kann von Österreich aus bestens mit einem FPÖ-Politiker verglichen werden

Das gleiche gemeingefährlich aberwitzige und unredliche Herumstochern in der Vergangenheit, das gleiche gemeingefährlich aberwitzige und unredliche Basteln einer eigenen, wie sie meinen, glorreichen Vergangenheit, die gleiche Relativierung vergangener Ereignisse, die gleiche Verteilung des Leides in der Vergangenheit auf alle zur Verharmlosung der Handlungen der sogenannten Vorfahren, das gleiche gemeingefährlich aberwitzige Pochen auf eine Identität, die, um sich je noch bewegen zu können, Vergangenheitskrücken braucht … es durchaus nicht unberechtigt ist, zu fragen, was können bei so viel Übereinstimmungen eigentlich die identitären Allahseibeiunse aus Österreich gegen die Gottseibeiunse der erdoğanschen Partei …

AK Parti und FPÖEs kann sogar noch weitergefragt werden, weshalb gibt es eigentlich in Österreich nicht wenig Vorbehalte gegen Menschen aus der Türkei? Sind sie doch etwa in ihrem Wahlverhalten einander zum Erschrecken ähnlich: nicht wenige, viel zu viele in Österreich wählen die Allahseibeiunse und ebenso nicht wenige, viel zu viele in der Türkei die Gottseibeiunse, also diese österreichischen und türkischen Verführer und Verführerinnen in ihren Trachten, die mit Phrasen, falschen Versprechungen und so weiter und so fort …

Das war der Gedanke, als gehört wurde, Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sei der Meinung, Muslime hätten Amerika … Das Wort, um diesen Satz vollständig zu beenden, will gar nicht geschrieben werden. Denn im 21. Jahrhundert noch derart darüber zu reden, wer wo wann zum ersten Mal gewesen sei, ist tatsächlich nur noch ein Aberwitz, eine Idiotie. Aber auch die Reaktionen auf die erdoğansche Idiotie, also von jenen, die nun Kolumbus als den ersten Ankommenden in Amerika verteidigen, ist nichts anderes als eine Idiotie, und zeigt bloß erschreckend auf, wie tief dieses weißherrschaftliche Denken immer noch …

Denn, um bei dem von Recep Tayyip Erdoğan angesprochenen Kontinent als Beispiel stellvertretend für die anderen Erdteile zu bleiben, Amerika mußte und konnte nicht entdeckt werden. Amerika war bereits besiedelt, also, wenn es wer so sehen möchte, Amerika war bereits entdeckt, wie eben auch Europa bereits So daß, und das wäre immer noch eine Leistung, wenn unbedingt von Leistung gesprochen werden muß, tatsächlich nur davon die Rede sein kann, Kolumbus, wenn es denn Kolumbus war, sei der erste Reisende aus Europa gewesen, der Amerika erreichte … Mit dem Wort „Entdeckung“ wird nach wie vor eine Leistung verbunden, die den Menschen aus Europa nicht zur Ehre gereicht … Tatsächlich wurde im Zusammenhang mit dem Reisen durch das Wort „Entdeckung“ nichts entdeckt, sondern es wird heute durch das Wort „Entdeckung“ in diesem Zusammenhang verdeckt, also zugedeckt, es wird durch das Wort „Entdeckung“ alles verdeckt und zugedeckt, was durch die „Entdeckungen“ angerichtet wurde …

Anders wäre es mit den „Entdeckungen“, wäre etwa das „entdeckte“ Amerika ein Erdteil gewesen, auf dem zum Zeitpunkt der „Entdeckung“ kein einziger Mensch gelebt hätte. Dem war ganz und gar nicht so. Die „Entdeckungen“ waren blutige und grausame Erobungen, blutige Auslöschungen von Menschen, Unterjochungen, Versklavungen physischer Natur und durch die Missionierungen psychischer und geistiger Natur … Und derart aberwitzige Diskussionen, wie die aktuell durch den türkischen Staatspräsidenten ausgelöste, offenbaren in erschreckendem Ausmaße weiter das Vorhandensein eines kolonialistischen Gehabes … Für die Menschen auf diesem Erdteil, wäre es besser gewesen, diese Art der „Entdeckungen“ hätte es nie gegeben, ihnen wäre ihr Erdteil nicht auf die brutalste und blutigste Art weggenommen worden, auch dadurch, daß ihrem Erdteil ein anderer Name gegeben wurde. Die Menschen wurden nicht als Menschen gesehen, und dementsprechend unmenschlich ist mit ihnen auch verfahren worden, und das steckt bereits tief in diesem Unwort „Entdeckungen“ … Denn ein von Menschen bewohntes Land kann nicht entdeckt werden, es kann besucht werden, aber ein Besuch abverlangt ein gänzlich anderes Verhalten, ein respektvolles, ein höfliches, ein menschliches, ein achtsames, ein fragendes zum Beispiel nach einem ständigen Bleibendürfen …

Das Einzige, was die Allahseibeiunse und Gottseibeiunse noch trennt, ist, Recep Tayyip Erdoğan hat schon den Palast, von dem die von der identitären Gemein-Schaft in Österreich bloß und hoffentlich für immer nur träumen

Ein Gedanke zu „Recep Tayyip Erdoğan kann von Österreich aus bestens mit einem FPÖ-Politiker verglichen werden

  1. Pingback: Mit Erdoğan stellt sich eine Frage, stehen in Österreich Massenanklagen bevor? | Prono ever

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