Tabu-Schlagzeile in Österreich: „FPÖ – ‚Wiederbeleben des Faschismus'“

Es wird viel geschrieben, die Medien schreiben nicht wenig, es gibt Aufregungen, es gibt Empörungen, und doch scheint es in Österreich ein Tabu zu geben, nämlich nicht zu schreiben, wie es tatsächlich um die identitäre Gemein-Schaft bestellt ist und was diese Gemein-Schaft wiederbestellen will.

Faschismus wiederbeleben - Zur Zeit FPÖ - NR Wendelin MölzerEs wird eine Schlagzeile in einem der nach Österreich bemessenen Größe großen Medium nach wie vor vermißt, die lauten könnte: „FPÖ – ‚Wiederbeleben des Faschismus'“ … Und genau über das „Wiederbeleben des Faschismus“ wird nachgedacht, und das nicht irgendwann, vor beispielsweise acht Jahren, sondern im September 2014, wie hier bereits am 29. September 2014 darüber geschrieben wurde.

Stattdessen, wie gerade aktuell wieder, gibt es große Aufregung über einen „Hitlergruß“ von einem jungen Mann im Niederösterreichischen, genauer, es gibt große Aufregungen über ein acht Jahre altes Bild, auf dem dieser junge Mann, damals wohl siebzehn oder achtzehn Jahre alt, zu sehen ist, mit der einschlägig bekannten erhobenen Hand …

Es kann darüber nun spekuliert werden, weshalb das für österreichische Medien berichtenswert ist, aber das Nachdenken über ein „Wiederbeleben des Faschismus“ für keine Zeile berichtenswert empfunden wird.

Spekulation eins: Der Wissensstand in den österreichischen Medien ist bereits derart katastrophal, daß mit dem Wort „Faschismus“ nichts mehr angefangen werden kann, und es gerade noch gewußt wird, daß ein „Hitlergruß“ nichts Gutes ist.

Spekulation zwei: Die österreichischen Medien nehmen an, daß der Wissensstand ihrer Leser und Leserinnen bereits derart katastrophal ist, daß diese mit dem Wort „Faschismus“ nichts mehr anzufangen wissen, und sie gerade noch wissen, daß ein „Hitlergruß“ nichts Gutes ist.

Spekulation drei: Es wird mit den Berichten über den „Hitlergruß“ bewußt versucht, es in das Lächerliche zu ziehen, im Grunde der FPÖ Schützenhilfe zu leisten. Denn zum einen ist ein „Hitlergruß“ selten so eindeutig als „Hitlergruß“ festzumachen, zum anderen, wie aus der Vergangenheit allzu bekannt, ist es ein leichtes, sich herauszureden, also keinen „Hitlergruß“ entboten zu haben. Darüber hinaus, ein „Hitlergruß“ allein belebt noch keinen Faschismus. Auch im aktuellen Fall ist es nicht anders. Wenn diesem jungen Mann nichts anderes vorgehalten werden kann, als ein acht Jahre altes Bild, für das er seine ihn in einem günstigen Licht erscheinenden Erklärungen bereits abgegeben hat, wird nichts anderes bewirkt, als eines, nämlich der Zulauf zu jenen, die im Verfolgen ihrer abgründigen Interessen und Ziele, ständig propagandieren, es herrsche in diesem Land „Meinungsterror“. Es möchte gar nicht gewußt werden, wie viele in diesem Land diese Aufregungen um den „Hitlergruß“ bereits lächerlich finden, es abtun als Gekreische der als „Gutmenschen“ Denunzierten.

Spekulation vier: Es sind in diesem Land sowohl Medien als auch ihre Leser und Leserinnen derart oberflächlich, daß über dieses ernste und gefährliche Thema bloß noch mit schreiend grellen Schlagwörtern kommunizert werden kann, wie eben mit diesem „Hitlergruß“. „Faschismus“, „Euro-Faschismus“, gar das „Wiederbeleben des Faschismus“ regt nicht auf, empört nicht mehr. Zum Glück, muß gesagt werden, regt der „Hitlergruß“ auf – noch …

Spekulation fünf: Es ist den sogenannten Bildungsnahen in den Medien unangenehm, weil es bei diesen Personen sich nicht um sogenannte Bildungsferne handelt, die jungdumpf die Hand strecken, sondern um Hochgebildete, wie, um einen aktuellen Beispielgeber zu nennen, es Rolf Kosiek ist, der eben mit einer Festschrift Gewürdigte. Die „Zur Zeit“ wünscht der „Feder für Deutschland weiteste Verbreitung“ …

Spekulation sechs: Werden die Eigentumsverhältnisse der österreichischen Medien berücksichtigt und zusätzlich Verbandelungen und Akkordierungen zwischen Medien und Politik, ist es womöglich noch abtrünniger. Wo das Nachdenken über ein „Wiederbeleben des Faschismus“ stattfindet? Es ist in der „Zur Zeit“. In der „Zur Zeit“, die von einem freiheitlichen Abgeordneten geführt wird. Es ist in der „Zur Zeit“, in der gewähltes Spitzenpersonal der FPÖ in jeder Ausgabe mit Beiträgen vertreten ist: Abgeordnete, Landräte und so weiter und so fort. Sich also mit diesem Quell- und Schreiborgan des Spitzenpersonals der FPÖ breitest zu befassen, etwa unter der oben vorgeschlagenen Schlagzeile, statt beispielsweise mit einem jungen Bezirkspolitiker und einem acht Jahre alten Bild irgendwo in der niederösterreichischen Einöde, hieße, die FPÖ als das zu beschreiben, was sie ist, eine nicht wählbare und eine auf keiner politischen Ebene regierungsfähige Gemein-Schaft. Aber das geht nicht. Denn die FPÖ wird noch gebraucht, für mögliche Koalitionen, auch auf Bundesebene, vor allem von der ÖVP und mit Abstrichen durchaus auch von der SPÖ, wird etwa an die eine und andere Landesorganisation …

Es wäre schön, wenn all diese Spekulationen wenigstens ein für österreichische Verhältnisse großes Medium zunichte machen würde, mit Beiträgen unter der oben erwähnten Schlagzeile, die in Österreich ein Tabu zu sein scheint. Es muß auch nicht auf das hier je Geschriebene Bezug genommen werden, oder gar als Quelle genannt werden. Darauf wird absolut kein Wert gelegt. Es soll aber endlich klar und deutlich und offen geschrieben werden. Journalisten und Journalistinnen finden aber hier genügend Material, das sie verwenden können, das sie als eigene Recherchen ausgeben können. Es ist aktuelles Material, nicht von vor beispielsweise acht Jahren. Es sollte jetzt über das aktuelle Material geschrieben werden, und nicht erst in drei, vier oder fünf oder acht Jahren, oder dann vielleicht noch später, weil zwischenzeitlich die FPÖ bereits wieder einmal in der Bundesregierung gesessen sein wird, mit keinem anderen Erfolg, also Nichterfolg, wie seinerzeit gemeinsam mit der von Wolfgang Schüssel geführten christschwarzen Partei.

Journalistinnen und Journalisten könnten, ein Vorschlag, vor allem mit den letzten hier veröffentlichten Beiträgen von November und Oktober 2014 beginnen, um so schnell zu den Originalquellen zu kommen. Es muß an dieser Stelle eingestanden werden, gar nicht im Zusammenhang mit der identitären Gemein-Schaft breit erwähnt werden zu wollen, denn das schon als Beschmutzung des eigenen Namens empfunden. Weshalb es dann Journalisten und Journalistinnen der sogenannten klassischen breiten Medien abverlangen? Es ist ihre Arbeit, mehr, auch ihre Aufgabe breit und umfassend zu berichten, zeitnah, relevant …

„Braune Festschrift für einen „radikalen Antisemiten und Rassentheoretiker“ – Empfohlen als „Fundgrube für jeden Lehrer, jeden Publizisten, jeden Historiker und natürlich auch jeden Politiker“

„Arbeit, Familie, Vaterland“

NR Gerhard Deimek fragt bei „faschistischem System“ nach einem „faschistischen Habsburgerkaiser“

„Ob der verbotene Hitlergruß sich im Alltag überhaupt vermeiden ließe“

„Nazisse Ina Seidel“

Entlastungslied für „Nationalsozialistin Agnes Miegel“

Denkmal für Verfolgte der NS-Militärjustiz – „Landesverräter“

Denkmal für Verfolgte der NS-Militärjustiz – „Zum Kotzen“

„Man müßte Pumpguns austeilen“

Alexander Löhr, Kriegsverbrecher

„Heutige FPÖ – eine identitäre Partei“

„Gehört Südtirol zu Italien oder zu Deutschland?“

„Identitäre Bewegung“ – Christian Höbart: „Brauchen uns nicht umbenennen“

Alle oben angeführten Beiträge sind nur einige und die aktuellsten Beispiele, diese enthalten Verlinkungen zu weiteren Beiträgen, die nicht über viele und aberviele Jahre Zurückliegendes berichten, sondern beinahe zur Gänze aus 2014. Niemals noch würde es mehr freuen, über österreichische Medien tatsächlich bloß spekuliert zu haben, als in ebendiesem Fall.

5 Gedanken zu „Tabu-Schlagzeile in Österreich: „FPÖ – ‚Wiederbeleben des Faschismus'“

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