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Harald Vilimsky - Holding Banner

Es gibt Bilder, die sind in das sogenannte kollektive Gedächtnis eingekocht.

Das Halten einer Fahne etwa ist ein derart eingekochtes Bild. In den Gedächtnistopf hinzugefüllt.

Über die Zeit haben sich viele Teile vom Bild abgelöst. Mehr noch. Derart aufgelöst, daß nicht mehr zu sehen ist, wer je die Fahne hält. Mehr noch. Ist die Gärung so weit fortgeschritten: es nicht mehr festzustellen, daß je ein mit seinem Namen bestimmter Mensch zu identifizieren ist, der die Fahne hält. Mehr noch. Die Umwandlung längst schon vollkommen abgeschlossen ist.

Gewonnen daraus zu achtundachtzig Prozent das Halten der Fahne. Ein Stoff, losgelöst, abgelöst, unabhängig geworden von seinen einstigen Ingredenzien, der schmeckt, immer noch schmeckt, nach so langer Zeit, und das Seltsame daran, es so vielen nicht bitter schmeckt, obgleich ein Stoff, gewonnen aus dem Bittersten, das je als Zutat zum Einkochen genommen ward.

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Eingekochtes, das so vielen so schmackhaft ist, wird menschgemäß fleißig und tüchtig gelöffelt. Und seltsam daran auch, dieser Gedächtnistopf müßte doch längst leergelöffelt sein. Er ist es aber nicht. Auch scheint es, daß die vielen trotz der ständigen und unaufhörlichen Topfnascherei sich davon noch immer nicht überessen haben, diesen Stoff nicht längst überhaben.

Die Gärung ist wohl doch nicht vollkommen abgeschlossen. Es fehlen noch die zwölf auf einhundert Prozent, um ein gänzlich reines Halten der Fahne gewonnen zu haben — —

Dann erst wird es wieder derart bitter schmecken, daß es auch die vielen nur noch würgen wird, auch sie schließlich es nur noch ausspucken werden können, mehr noch, ausspucken werden müssen, wie einst, um am Bittersten nicht zugrunde zu gehen.

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„Was bringt die Oper für das Deutsche Volk?“

FPÖ unzensuriert - Was bringt die Oper dem Deutschen Volk

Es gibt wohl im Jahr ’18 keinen besseren Tag als den 20. April, um Einsicht zu zeigen, sich selbstkritisch zu hinterfragen.

Und wer weiß um die Bedeutung dieses Tages recht besser Bescheid als die Website der identitären Regierungspartei?

„Interessant finden wir die Tatsache, dass viele, die behaupten, dass sie die Oper nicht mögen, diese nie in ihrem Leben besucht haben. Sie verstehen nicht, welche spannende und beeindruckende Erfahrung das darstellt. Das bedeutet, dass wir in der Welt der Vorurteile leben. Wir verstehen nicht, wie viele Schubladen wir in unseren Köpfen haben, die unser Denken bestimmen. Wir teilen die Wirklichkeit in einfache Kategorien ein. Als verantwortungsbewusste Menschen müssen wir unsere Vorurteile immer hinterfragen und uns darum bemühen, vorschnelles Urteilen ohne eigene Erfahrung zu vermeiden und einzelne Erfahrungen nicht zu verallgemeinern.“

Das schreibt FPÖ unzensuriert am 20. April ’18. Ist das nicht eine hervorragende Selbsterkenntnis? Ist das nicht eine hervorragende selbstkritische Befragung und Hinterfragung des eigenen Tuns? Gerade an diesem verhängnisvollen Datum.

Es gibt diese Tage der kritischen Selbstbefragung, ab und an. Und dann kommen wieder die Tage des gesinnungsgemäßen Alltags. Die Gegenwart lehrt, solche Tage der Erkenntnis gehen vorüber, bleiben ohne Konsequenzen, ändern die Handlungsweisen nicht im geringsten …

Das lehrt nicht nur die Gegenwart. Das lehrt auch die Vergangenheit. Am 20. April ’18 fragt FPÖ unzensuriert, ob denn die Oper „Schnee von gestern“ sei.

„Interessant finden wir die Tatsache, dass viele, die behaupten, dass sie die Oper nicht mögen, diese nie in ihrem Leben besucht haben. Sie verstehen nicht, welche spannende und beeindruckende Erfahrung das darstellt. Das bedeutet, dass wir in der Welt der Vorurteile leben. Wir verstehen nicht, wie viele Schubladen wir in unseren Köpfen haben, die unser Denken bestimmen.

Das lehrt auch die Vergangenheit. Was für „beeindruckende Erfahrung“ die Oper für den Mann war, der am 20. April, um mit Martin Heidegger zu sprechen, in die Welt geworfen wurde, machten Millionen von Menschen nicht in der Oper, sondern draußen vor der Tür …

Nächte der Oper

Im Jahr ’38 kehrte der am 20. April Geworfene zurück in seine Oper. Auftakt der Nächte der Oper für lange, lange sieben Jahre. Für die Oper im Haus mit von innen verschlossenen Türen, wo mit Operndegen gemordet und Kunstblut verspritzt wird, verkleidete sich sogar der Geworfene, zog einen Frack über den Soldatenrock, während draußen vor der Tür wirkliches Menschenblut zur Sintflut ward.

Kurier - Was Hitler von der Oper lernte

Der Geworfene, ein Pendler zwischen den Opern. Kaum ist die Tieflandvorstellung in Wien vorüber, muß der Frackverkleidete nach Berlin, zu einer Lohengrinvorstellung, mit dem „großen Staatsmann“ aus Ungarn, nein, nicht mit Viktor Orbán, der wohl davon träumt, daß auch von ihm einst so gesprochen wird, wie er über den Mann an der Seite des Geworfenen spricht. Und er, Orbán, kann sich berechtigte Hoffnung darauf machen, wird er doch in der Gegenwart gewürdigt, sogar von Menschen, kurz gesagt, die nicht von ihm abhängig sind …

„Oper. Vollkommen unbedeutend. Was bringt die Oper für das Deutsche Volk? Bereichert es uns in militärischer, materieller, geistiger Form (in Form von Intelligenz) oder schiebt sie gar die Ausländer ab? Die Oper ist ein Paradebeispiel für abgehobenes Menschentum. Abgehoben nicht an Intelligenz oder höherem Geiste, wie der klassische Operngänger gerne glauben soll. Dekadentes Schauspiel. Kreischende Furien auf der Bühne. Der Inbegriff vom Spiessertum. Gutsituierte ‚Geister‘, sich gegenseitig falsch-lächelnd zum Intellektuellen ernennend, sinnieren in des tieferen Sinn des erlebten Spiels. Woher tiefer Sinn kommen soll fragt niemand.“

Das ist der Kommentar von einem Menschen, der sich für die Website der identitären Regierungspartei „politisch Verfolgter“ nennt, von ihm auf FPÖ unzensuriert geschrieben am 21. April ’18.

„Was bringt die Oper für das Deutsche Volk?“ Politisch Verfolgter urteilt hart über die Oper. Und es ist wahr, lehrt die Vergangenheit, die Oper hat, so wie sie vom Geworfenen und seinen Kameraden und Kameradinnen verstanden wurde, nichts Positives gebracht, nur Verheerung, Not, Elend, Tod, Untergang. Der Geworfene und sein Opernreich haben die Oper und also die Hochkultur nicht mißverstanden, sondern blutig genau verstanden und ihre Massenblutkonsequenzen daraus gezogen, die Hochkultur sinkt herab zum Niedrigsten, das Niedrigste steigt auf zur Hochkultur, die Hochkultur nie versiegende Quelle des Barbarischen, die Hochkultur liefert den Treibstoff für Panzer, die Hochkultur die Stahlschmiede für Bomben …

Die Tagesordnung - Krupp - Opel - BASF - Bayer - Siemens - AllianzGöring an der Seite des Geworfenen mit dem ungarischen Staatsmann in der Lohengrinvorstellung … ob er, Göring, Jahre zuvor, nach seiner Sitzung am 20. Februar ’33 mit den vierundzwanzig Herren zur Feier der für alle Seiten erfolgreichen Verhandlung noch in die Oper ging?

In den folgenden zwölf Jahren, während draußen die Welt in wirklichem Blut ersoff, den vierundzwanzig Herren ihre Tresore zu gigantischen Geldarchen drinnen in ihren Villen wurden, werden sich die vierundzwanzig Herren mit Frack und Vatermörder wohl oft in die Oper begeben haben und also sich der Hochkultur hingegeben haben. Während für die Menschen draußen Morden und Ermordet-Werden auf der Tagesordnung stand, stand für die Herren Siemens, Krupp, Opel, Flick, um nur drei namentlich von diesen vierundzwanzig Herren zu nennen, auf dem Theaterzettel vielleicht Tiefland, Rienzi, Lohengrin … Wie die übrigen Herren hießen, Éric Vuillard nennt sie alle beim Namen …

„Was mich betrifft so ist es mir einerlei was Junge von der Oper bzw.von Klassischer Musik halten . ich werde wie schon Jahrzehnte in der Vergangenheit auf in der Zukunft meinen Vier Lebens Säulen treu bleiben die da wären :
Kunst, Geschichte, Literatur und Klassische Musik . Und wenn es wer nicht ausprobiert ?“

FPÖ unzensuriert - Oper Schnee von gestern

Das schreibt Eugens-rache am 21. April ’18 auf FPÖ unzensuriert in seinem Kommentar und bedankt sich artig für „diesen sehr Gut geschriebenen Artikel“ … Ja, Menschen der Hochkultur auf der FPÖ unzensuriert, auch wenn sie wohl keine geldvollgestopften Tresore wie die Herren „im Nirwana der Industrie und Finanz“ haben werden …

Oh, Hochkultur, ewige Quelle, aus der das Barbarische in Fontänen … das lehrt weiter die Gegenwart. Auch Eugens-rache bleibt ihr treu, von dem erst ein Hochkulturkommentar gezeigt werden durfte, Seite an Seite mit dem „politisch Verfolgten“, der sich verfolgt sieht wie Gerd Honsik … 

Oh, Prinz Eugen von Savoyen, Ahn‘ der Hochkultur …

FPÖ unzensuriert - Eintrittspreise zu hoch

Es klagt FPÖ unzensuriert, die Eintrittspreise für die Wiener Staatsoper seien zu hoch, nun, wer die Preisstaffelung der Oper kennt, wird leicht zur Meinung gelangen, die Verantwortlichen der Website der identitären Regierungspartei waren selbst noch nie … Aber Eintrittspreise können leicht gesenkt werden, hierzu reicht es oft schon, die Steuer zu senken. Aber das ist der zurzeitigen schwarzidentitären Regierung kein Anliegen, hingegen die Steuersenkung für Beherbergungsbetriebe sehr wohl. Wenn sie wenigstens zum Schlafen Theater, Kinos aufsuchte und nicht Pensionen, Hotels, dann wäre die Umsatzsteuer ebenso schnell gesenkt wie für das Campieren …

Daran ließe sich beinahe ein Unterschied zwischen Gegenwart und Vergangenheit festmachen. In der Vergangenheit: Vatermörder der Hochkultur, in der Gegenwart: Schlafende der Hochkultur …

Auf der Tagesordnung: kurz, Österreich

Kurt Schuschnigg auf der Tagesordnung

Es gibt Bücher, die sind nicht zu zitieren, Bücher, von denen nur gesagt werden kann, diese sind zu lesen.

L’ordre du Jour von Éric Vuillard gehört zu diesen Büchern.

Es gibt Bücher, die sind nicht zu besprechen, über die keine Kritik zu schreiben ist, diese sind zu einfach nur zu lesen.

Die Tagesordnung gehört zu diesen Büchern.

Das Buch ist nicht zu lesen, weil in diesem sehr viel über Österreich im Jahr ’38 zu erfahren ist, sondern ausschlaggebend ist das Wie. Die Einbettung dieser Zeit in die Zeit davor und in die Zeit danach. Es geht also weit über die massenmordblutige Posse des deutschen reiches hinaus.

Auch wenn es von Männern erzählt, die auf ihre tatsächlichen Größen reduziert sind, während diese in Österreich im Jahr ’18 noch immer behandelt werden, als hätten sie Größe gehabt.

Auf der Tagesordnung:

  • Kurt Schuschnigg, österreichischer Bundeskanzler und kleiner Rassist und hasengefügige Adlige
  • Österreichischer Bundespräsident, Trottel von Miklas
  • Guderian, der Panzerstaugeneral
  • Hitler, das Untier
  • Krupp, Opel, BASF, Bayer, Siemens, Allianz, die heute noch der Menschen Alltag im Griff haben

Mehr als zu sagen, dieses Buch zu lesen, ist nicht zu sagen.

Vielleicht noch. Von Guderian wurde in einem Kapitel schon erzählt, von den Menschen, die durch die Geschichte draußen vor der Tür zu bleiben haben …

Vielleicht noch. Von den Vorgängern des österreichischen Bundeskanzlers im Jahr ’18 wurde auch schon erzählt …

Vielleicht noch. Die treffendsten Erzählungen zu Österreich sind nicht aus Österreich, wie schon Retour à Reims

Vielleicht noch. Auch davon wird erzählt, dass die Gründe für die policy of appeasement so hehre nicht waren, wie es sonst oft darzustellen versucht wird … und auch in der Gegenwart wird zu oft eine Politik der Beschwichtigung betrieben, wobei zu fragen, ob den Nachgebenden selbst ihre Gründe hierfür im ganzen Ausmaß bewußt sind

Vielleicht noch. Gerade im Erinnerungsjahr ’18 ein Buch zur Anleitung im Umgang mit Gegenwart und Zukunft …

Vielleicht noch. Um den tatsächlichen Stellenwert eines Menschen zu bestimmen, reicht es schon, wie im Fall Schuschnigg die Entfernung des Blattes, zu erzählen, wie eine Fotografie für die Propaganda manipuliert wird, um diesen, kurz gesagt, gewichtiger erscheinen zu lassen …

Mit dem herumfliegenden Papier Kurt Schuschnigg nur ein Blatt in einem schwarzgemusterten Raum …

PS Es scheint für Wikipedia das geschönte, also dem hasenfüßigen Adligen schmeichelnde Foto angemessener zu sein als das … das wird in Österreich auf viel Zustimmung stoßen, und macht auch ein wenig verständlich, weshalb Wikipedia gerade in Österreich eine reichlich genutzte Quelle ist – und Metapedia …

Kurt Schuschnigg Wikipedia

 

 

Prinz Eugen Savoyen, Gebirgsjäger

Prinz Eugen Odal Rune EdelweissPrinz Eugen von Savoyen genießt in Österreich nach wie vor hohes Ansehen.

Insbesondere bei Menschen, die der identitären Regierungspartei angehören.

Wenn an das Beherrschen der deutschen Sprache gerade in diesen Jägerschaften gedacht wird, kann leicht der Verdacht aufkommen, das hohe Ansehen von Prinz Eugen ist dem geschuldet, daß er die deutsche Sprache nicht beherrschte.

Von Prinz Eugen heißt es, er konnte weder die deutsche Sprache lesen noch schreiben, Prinz Eugen Savoyen Gebirgsjäger Division 7kaum, daß er Deutsch sprechen konnte.

Prinz Eugen also so etwas wie ein Trostheiliger der Sprachunmächtigen … auch ohne Beherrschen der deutschen Sprache zu Macht und Reichtum – ein Hoffnungsheiliger der Sprachunmächtigen,

„Kamerat Minisder! Wir geloben dich dem Eit!“

Österreich, Platz der schlampigen Erinnerungen

die stets nach der deutschen Sprache kreischen, hysterisch fordern, welche Menschen die deutsche Sprache zu erlernen haben, welche Menschen nach den Sprachen zu selektieren sind.

Das Ansehen von Prinz Eugen hat in Österreich Tradition. Eine Tradition, die auch gewahrt wurde, als Österreich für madige sieben Jahre anders hieß. In dieser Zeit war Prinz Eugen ein Gebirgsjäger der siebenten SS-Division. Und deren Abzeichen war das Edelweiß und die Odal-Rune.

Das hat Kontinuität, in Österreich.

Daß der Parteimaler der identitären Regierungspartei sich Odin und nicht Gebirgsjäger nennt, obgleich er ihre Rune als Logo – wer kann eines Künstlers tiefe Seele schon ergründen

Vielleicht nennt sich der Gesinnungsmaler nicht Gebirgsjäger, weil die Partei, der er mannigfach künstlerische Pflicht erfüllt, sich auch nicht Gebirgsdivision der Freiheit nennt, obgleich sie, wenn sie die Kornblume ablegt, zu deren Edelweiß greift …

Das Ansehen von Prinz Eugen uPrinz Eugen T-Shirtngemindert. Wessen Name auf T-Shirts gedruckt, der genießt wahres Ansehen, wie eben Prinz Eugen. Auch mit seinem Namen werden T-Shirts zum Verkauf angeboten. Die Damen und Herren der identitären Regierungspartei treten nicht auf, gewandet in T-Shirts.

Vielleicht ist dies dem geschuldet, noch nicht das rechte gefunden zu haben. Obgleich, wie gewußt wird, ab und an nach T-Shirts gesucht wird. Vielleicht ist dieses eines, das ihr zur Berufskleidung werden könnte: ist doch auf diesem zum Verkauf angebotenen T-Shirt alles aufgedruckt, was teure Tradition: Prinz Eugen, Edelweiß, Rune,Prinz Eugen Edelweiß

Kurz hat es gedauert, bis „Treue, Ehre“ in Österreich wieder offener Wahlspruch

Odal-Rune des Gesinnungsmalers

He.-Chr. Strache, FPÖ – Runen von 1989 bis 2015

auch Ehre und Treue fehlen nicht …

Prinz Eugen in Österreich traditionell recht hohes Ansehen

 

Am Denkmal der bekannten Soldatin

Irgendwann im März des Jahres 2018 hat Alexander Van der Bellen in seiner Bundespräsidentenamtausführung einen Kranz an einem „Denkmal des unbekannten Soldaten“ irgendwo in der Welt niedergelegt.

Im Jahr 2018. In diesem zum heiligen Gedenkjahr ausgerufenen Jahr in Österreich.

Allein das, den sich wieder bückenden Bundespräsidenten an einem „Denkmal des unbekannten Soldaten“ zu sehen, wie er mit ernster Miene die „Ehre“ gibt, offenbart ein weiteres Mal die vollkommene Nutzlosigkeit, die vollkommene Widersinnigkeit von Erinnerungsveranstaltungen.

Es will gar nicht darauf eingegangen werden, was allein Alexander Van der Bellen trotz der Erinnerungsmanie allein an einem Montag …

Wie viele Gedenken, wie viele Gedenkjahre, wie viele Erinnerungsveranstaltungen hat es in den letzten Jahrzehnten schon gegeben, und dieser ganze Erinnerungszirkus hatte und hat weiter nicht einmal zur konkreten Folge, endlich mit der Schimäre vom „unbekannten Soldaten“ Schluß zu machen. Der gesamte Erinnerungszirkus seit Jahrzehnten brachte und bringt nicht das Ergebnis, die Denkmäler „für den unbekannten Soldaten“ endlich umzubenennen in „Denkmal für den bekannten Soldaten“.

Denkmal für die bekannte Soldatin

Denn. Die Soldaten und Soldatinnen waren und sind nicht unbekannt. Sie haben Verwandte, die sie kennen, sie haben Freunde, die sie kennen, sie leben in Dörfern, in denen sie von allen gekannt werden, sie leben in Städten, in denen sie in ihren Stadtteilen, in ihren Grätzeln, in ihren Gassen, in ihren Gemeindebauten, in ihren Kleingartensiedlungen gekannt werden. Sie haben Vornamen. Sie haben Nachnamen. Sie haben Dokumente. Kurz: Sie haben Geschichte. Aber das alles wird ihnen auch noch genommen, nachdem ihnen zuerst ihr Leben genommen, sie ermordet sind, da das Denkmal für sie heißt: „Denkmal des unbekannten Soldaten“.

Zuerst werden sie zum Morden hinausgeschickt und lassen sie sich zum Morden hinausschicken in die Kriege, in das Schlachten, dann werden sie Mörder und Mörderinnen und werden dabei selbst ermordet und lassen sich ermorden. Und dann wird den ermordeten Soldaten und Soldatinnen noch ihre Geschichte genommen, sie zu Namenlosen, aus Bekannten Unbekannte gemacht, ausradiert, ausgelöscht.

„Denkmal des unbekannten Soldaten“: Das ist Gedächtnispolitik. Zu allgemein. Denn. Und irreführend. Gedächtnispolitik könnte auch ganz anders ausfallen.

„Denkmal des unbekannten Soldaten“: Das ist Herrschaftsgedächtnis.

Herrschaftsgedächtnis heißt, die mordenden und ermordeten Soldaten und Soldatinnen haben kein Anrecht auf ihren nicht gerade geringen Anteil an der Geschichte, sie haben kein Recht auf ihre Bekanntheit, kein Recht auf ihre Namen.

„Denkmal des unbekannten Soldaten“: das ist Herrschaftsgedächtniszynismus. In den Herrschaftsaugen sind sie namenlose und also unbekannte Tiere, für die es beispielsweise in London ein Denkmal gibt: „Animals in War Memorial“ mit der Inschrift:

„This monument is dedicated to all the animals
that served and died alongside British and allied forces
in wars and campaigns throughout time.“

„They had no choice.“

Zum gebückten Bundespräsidenten am Denkmal wird berichtet, als wäre es eine zwar nicht wörtliche, doch dem Sinn nach nicht unpassende Übersetzung der Inschrift in London …

„Am Mittwoch in der Früh erwies er zunächst den Opfern der wechselvollen ukrainischen Geschichte die Ehre, indem er einen Kranz am Denkmal des unbekannten Soldaten niederlegte[.]“

Die Tiere hatten und haben tatsächlich „keine Wahl“. Und die Menschen? Es sieht so aus, daß noch Hunderte von Gedenkjahren unter den Herrschaftszirkuskuppeln zelebriert werden ohne je die breiteste Erkenntnis, als Mensch die Wahl zu haben, ohne je den Willen, endlich Schluß zu machen mit Herrschaftsgedächtnis und also Herrschaftspolitik.

Kranzniederlegung am Denkmal des unbekannten Soldaten - 2018.png

 

Um sich Regierungsumsatzsteuergunst zu verdienen, kann in Österreich nur eines empfohlen werden: Künstler werdet Hotels, Künstlerinnen werdet Campingplätze, kurz gesagt, Tourismusbetriebe.

Tourismusministerin verteidigt Zurücknahme erhöhter Mehrwertsteuer

Im Morgenjournal von diesem Dienstag, 27. Februar 2018, verteidigte der diesmal mit der Stimme von Elisabeth Köstinger sprechende Sebastian Kurz die „Zurücknahme der Mehrwertsteuer für Tourismusbetriebe.“

Österreich will im Tourismus noch wettbewerbsfähiger werden. Hotels, Pensionen und Betreiber von Campingplätzen könnten mit einer Senkung der Umsatzsteuer auf Nächtigungen von 13 auf zehn Prozent rechnen, sagte Tourismusministerin Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Krumpendorf. Die entsprechende Vorlage werde am Mittwoch im Ministerrat behandelt. Das Gesetz solle zum 1. November in Kraft treten. Das Volumen der Entlastung für die Betriebe bezifferte die Ministerin mit 120 Millionen Euro jährlich. Trotz Rekordzahlen bei den Gästen seien die Gewinne seit Jahren rückläufig.

Weiterhin aber wird es die erhöhte Umsatzsteuer für Künstler geben. Künstlerinnen müssen demnach enorme Gewinne machen. Denn. Wären die Gewinne auch bei ihnen seit Jahren rückläufig, die Ministerin, die so viel von Sebastian Kurz spricht, läßt keinen anderen Schluß als den zu, in Wahrheit ist sie Sebastian Kurz, würde sofort die Umsatzsteuer für Kunstschaffende senken.

Wenn Kunstschaffende also auch die Regierungsumsatzsteuergunst erlangen wollen, kann ihnen nur eines geraten werden: Werdet Hotels, werdet Campingplätze, werdet Pensionen, kurz, Tourismusbetriebe.

Damit ist aber nicht gemeint, die Kunst aufzugeben. Malerinnen etwa könnten aus ihren Ateliers kleine, aber feine Pensionen machen, mit ein zwei oder drei, vier Betten. Und Gäste zahlen für ihre Übernachtungen den Quadratzentimeterpreis, den sie für ihre Bilder festgelegt haben, und sie, die Gäste, bekommen zur Erinnerung an Atelierpensionsübernachtung das Bild, das sie sich ausgesucht haben.

Das könnte der Kunst in Österreich einen neuen Auftrieb geben. Allein schon die dafür zu findenden Namen für die Atelierhotels könnten eine neue Kunstrichtung begründen: Atelier zur schönen Aussicht und so weiter und so fort.

Soher kann erst so recht verstanden werden, wenn der zurzeitige Bundeskanzler als Tourismusministerin davon spricht, Österreich wieder zur Spitze – das geht eben nur mit der Kunst

Österreich ist, heißt es immer wieder bei seinem ergebensten Kritiker als Schriftsteller, also bei Thomas Bernhard, ein kunstfeindliches, ein kunstzerstörendes Land, oder so ähnlich, wer will sich schon seiner Wörter genau erinnern. Das Gegenteil ist der Fall. SPÖ und ÖVP haben 2016 diese Kunstmotivation durch die Erhöhung der Umsatzsteuer aus reiner Liebe zur Kunst in Gang gebracht, und FPÖ und ÖVP gehen diesen Weg aus reiner Liebe zur Kunst unbeirrt weiter, ihr größtes Anliegen, Kunstschaffende zu motivieren, sie derart herausfordernd zu fördern …

 

 

Österreich: „Antiziganismusbericht“ und „Antisemitismusbericht“

Aus Anlaß des in dieser Woche veröffentlichten Antisemitismusberichtes ist es nicht uninteressant, einmal zu vergleichen, wie sieht es in der Berichterstattung über Antisemitismusbericht und Antiziganismusbericht im Vergleich aus.

Österreich - Antisemitismusbericht - Antiziganismusbericht

So unerfreulich die beinahe Verdoppelung der antisemitischen Vorfälle in Österreich seit 2014 sind, so erfreulich ist die breite Berichterstattung darüber.

Zum Antiziganismusbericht kann nichts Erfreuliches geschrieben werden. Es ist alles unerfreulich.

Wer in eine Suchmaschine, wie in der Collage gelesen werden kann, die zwei Berichte eingibt, erhält unter „News“ folgende Ergebnisse: 41.600 Einträge für „Antisemitismus Bericht Österreich“ und 70 Einträge für „Antiziganismus Bericht Österreich“ …

Einundvierzigtausendsechshundert Einträge zu „Antisemitismus Bericht Österreich“ und siebzig Einträge zu „Antiziganismus Bericht Österreich“ …

Sagt das nicht bereits alles?

Offenbart das nicht bereits die gesamte Ungeheuerlichkeit in diesem Land.

2018 ist zum großen Gedenkjahr ausgerufen, in dem alle in diesem Land – also die sogenannten Bildungsnahen, zu denen Menschen, die in Politik und Medien beschäftigt werden, wohl gezählt werden dürfen – es sich hoch anrechnen werden, niemals vergessen zu wollen, was in der Vergangenheit an Unmenschlichkeit begangen wurde, mit Würde und Pathos werden alle in diesem Land ein Bekenntnis gegen den Antisemitismus ablegen, von den Redaktionsstuben bis in die Hofburgstuben, von den Fernsehanstaltskammern bis in die Ballhausplatzkammern.

Von allen – also von den sogenannten Bildungsnahen, zu denen Menschen, die in Politik und Medien beschäftigt werden, wohl gezählt werden dürfen – vergessen werden, auch im zur Eigenfeier ausgerufenen Gedenkjahr die Menschen, die heute noch unter dem Antiziganismus zu leiden haben, es wird kein Bekenntnis gegen Antiziganismus abgelegt werden, von den Redaktionsstuben bis in die Hofburgstuben, von den Fernsehanstaltskammern bis in die Ballhausplatzkammern wird es das geben, was es zum Antiziganismusbericht gibt: Schweigen.

Ein Kapitel mehr. Ein Kapitel dazu, wie viele noch zu den bereits geschriebenen:

Landeshauptmann von Burgenland - Unvergessen in der Welt

Romane Thana – Von der Großzügigkeit der österreichischen Gesellschaft gegen Walter Dostal

Der Landeshauptmann von Burgenland ist in der Welt berühmt

Und was, Alexander Van der Bellen, ist mit dem Antiziganismus?

Hofschreibe für M. T. Habsburg, Mutterregentin des Antiziganismus

Häupl präsentiert kein erstes Monitoring-Komitee gegen Antiziganismus im Wiener Rathaus

Schriften von Martin Luther – 500 Jahre Weltkulturerbe Antiziganismus

Nicht kurzer als der Kurz.

Gedenkt der Staatsspitze in Österreich – Ohne Sinti und Roma, aber wer will schon neben ihr sitzen

Antiromaismus und Antisemitismus

Holocaust ist gleich Shoa und Porajmos

Porajmos und der christliche Ökumene-Anhänger Adolf Hitler unter dem Einfluß von Martin Luther

Der halbe Luther von Michael Bünker oder „Zigeuner“ werden Opfer sein dürfen, wenn sie keine Opfer mehr sind

Wie über Zigeuner geschrieben wird – einst und jetzt

FPÖ-Willi-Vilimskys und „Neger-und-Zigeuner“-Lobbyist Zakrajsek geben eine Pressekonferenz,

Roma und Sinti in Europa 2013 – Der Geist von und der Traum von einem legalen Auschwitz im eigenen Garten

Freiheitliche Gemein-Schaft, weiter so mit dem Hetzen – Das klärt über das lebensbedrohliche Leben von Roma und Sinti in Europa auf

Die empörte Zurückweisung von Martin Luther, er sei ein „Zigeuner“

Und Kapitel um Kapitel so weiter und so fort …